Psalm 139 – Die Bibel

Elberfelder Übersetzung (Version 0.8 von bibelkommentare.de) (Vorwort)
Die Bibel durchsuchen

Psalm 139

1 (Dem Vorsänger. Von David, ein Psalm.)

HERR! Du hast mich erforscht und erkannt1.

2 Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst meine Gedanken von ferne.

3 Du sichtest mein Wandeln und mein Liegen und bist vertraut mit allen meinen Wegen.

4 Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge, siehe, HERR, du weißt es ganz.

5 Von hinten und von vorn hast du mich eingeengt, und auf mich gelegt deine Hand.

6 Kenntnis, zu wunderbar für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen2!

7 Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist und wohin fliehen vor deinem Angesicht?

8 Führe ich auf zum Himmel, du bist da; und bettete ich mir in dem Scheol, siehe, du bist da.

9 Nähme ich Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres,

10 auch dort würde deine Hand mich leiten, und deine Rechte mich fassen.

11 Und spräche ich: Nur Finsternis möge mich umhüllen, und Nacht werde das Licht um mich her:

12 Auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.

13 Denn du besaßest3 meine Nieren; du wobst mich in meiner Mutter Leib.

14 Ich preise dich darüber, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl.

15 Nicht verhohlen war mein Gebein vor dir, als ich gemacht wurde im Verborgenen, gewirkt wie ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde.

16 Meinen Keim4 sahen deine Augen, und in dein Buch waren5 sie6 alle eingeschrieben; während vieler Tage wurden sie gebildet, als nicht eines7 von ihnen war.

17 Und wie köstlich sind mir deine Gedanken, o Gott8! Wie gewaltig sind ihre Summen!

18 Wollte ich sie zählen, ihrer sind mehr als des Sandes. Ich erwache und bin noch bei dir.

19 Möchtest du, o Gott9, den Gottlosen töten! Und ihr Blutmenschen, weicht von mir! ...

20 Sie, die dich nennen zum Verbrechen, die zu Eitlem10 schwören, deine Feinde.

21 Hasse ich nicht, HERR, die dich hassen, und verabscheue ich nicht11 die gegen dich aufstehen?

22 Mit vollkommenem Hass hasse ich sie; sie sind Feinde für mich.

23 Erforsche mich, Gott12, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken!

24 Und sieh, ob ein Weg der Mühsal13 bei mir ist, und leite mich auf ewigem Weg!

Fußnoten

  • 1 O. erforscht und kennst mich
  • 2 Eig. werde ihrer nicht mächtig
  • 3 O. bildetest
  • 4 Eig. Knäuel, ungeformte Masse
  • 5 O. wurden
  • 6 d.h. die Gebeine (V.15)
  • 7 O. eingeschrieben, die Tage, die vorentworfen waren, als nicht einer usw.
  • 9 Eloah
  • 10 O. zur Lüge; vergl. 2. Mose 20,7
  • 11 O. sollte ich nicht hassen ... verabscheuen
  • 13 Eig. des Schmerzes, d.h. der zum Schmerz führt