Jesaja 5 – Studienbibel

Elberfelder Übersetzung (Version 0.9 von bibelkommentare.de) (Vorwort)
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Jes 5

1 Wohlan, ich will singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Lieben von seinem WeinbergWeinberg: Mein Geliebter hatte einen WeinbergWeinberg auf einem fetten Hügel1. 2 Und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit Edelreben; und er baute einen TurmTurm in seine Mitte und hieb auch eine KelterKelter2 darin aus; und er erwartete, dass er TraubenTrauben brächte, aber er brachte Herlinge.

3 Nun denn, Bewohner von JerusalemJerusalem und Männer von JudaJuda, richtet doch zwischen mir und meinem WeinbergWeinberg! 4 Was war noch an meinem WeinbergWeinberg zu tun, das ich nicht an ihm getan hätte? Warum habe ich erwartet, dass er TraubenTrauben brächte, und er brachte Herlinge? 5 Nun, so will ich euch denn kundmachen, was ich meinem WeinbergWeinberg tun will: seinen Zaun wegnehmen, dass er abgeweidet werde, seine Mauer niederreißen, dass er zertreten werde. 6 Und ich werde ihn zugrunde richten; er soll nicht beschnitten noch behackt werden, und DornenDornen und DistelnDisteln sollen in ihm aufschießen3; und ich will den Wolken gebieten, dass sie keinen RegenRegen auf ihn fallen lassen. 7 Denn der WeinbergWeinberg des HERRNHERRN der HeerscharenHeerscharen ist das HausHaus IsraelIsrael, und die Männer von JudaJuda sind die Pflanzung seines Ergötzens; und er wartete auf Recht, und siehe da: Blutvergießen4, auf GerechtigkeitGerechtigkeit, und siehe da: Wehgeschrei.

8 WeheWehe denen, die HausHaus an HausHaus reihen, Feld an Feld rücken, bis gar kein Raum mehr ist, und ihr allein sesshaft seid inmitten des Landes! 9 Vor meinen5 Ohren hat der HERR der HeerscharenHeerscharen gesprochen: Wenn nicht die vielen Häuser zur WüsteWüste werden, die großen und schönen ohne Bewohner! 10 Denn zehnzehn JuchartJuchart WeinbergeWeinberge werden ein Bath bringen, und ein HomerHomer Samen wird ein EphaEpha6 bringen.

11 WeheWehe denen, die frühmorgens sich aufmachen, um starkem Getränk nachzulaufen, bis spät am AbendAbend bleiben – der WeinWein erhitzt sie! 12 Und LauteLaute und HarfeHarfe, TamburinTamburin und FlöteFlöte und WeinWein sind bei ihrem Gelage; aber auf das Tun des HERRNHERRN schauen sie nicht, und das Werk seiner Hände sehen sie nicht.

13 Darum wird mein Volk weggeführt aus Mangel an ErkenntnisErkenntnis, und seine Edlen verhungern7, und seine Menge lechzt vor Durst. 14 Darum sperrt der ScheolScheol weit auf seinen Schlund und reißt seinen Rachen auf ohne MaßMaß; und hinab fährt seine8 Pracht und sein Getümmel und sein Getöse und wer darin frohlockt. 15 Und der MenschMensch wird gebeugt und der MannMann erniedrigt, und die AugenAugen der Stolzen werden erniedrigt. 16 Und der HERR der HeerscharenHERR der Heerscharen wird im GerichtGericht erhaben sein, und GottGott, der HeiligeHeilige, sich heiligheilig erweisen in GerechtigkeitGerechtigkeit.

17 Und SchafeSchafe werden dort weiden wie auf ihrer Trift, und Fremde9 in den verwüsteten Fluren der Fetten sich nähren.

18 WeheWehe denen, die die Ungerechtigkeit herbeiziehen mit Stricken der Falschheit, und die SündeSünde wie mit Wagenseilen! 19 die sprechen: Er beeile, er beschleunige sein Werk, damit wir es sehen; und der Ratschluss des Heiligen IsraelsIsraels möge herannahen und kommen, damit wir ihn erfahren!

20 WeheWehe denen, die das Böse gut nennen, und das Gute böse; die FinsternisFinsternis zu LichtLicht machen, und LichtLicht zu FinsternisFinsternis; die Bitteres zu Süßem machen, und Süßes zu Bitterem!

21 WeheWehe denen, die in ihren AugenAugen weiseweise und bei sich selbst verständig sind! – 22 WeheWehe denen, die Helden sind, um WeinWein zu trinken, und tapfere Männer, um starkes Getränk zu mischen; 23 die den Gottlosen um eines GeschenkesGeschenkes willen gerecht sprechen, und die GerechtigkeitGerechtigkeit10 der Gerechten ihnen entziehen!

24 Darum, wie des FeuersFeuers Zunge die StoppelnStoppeln verzehrt, und dürres GrasGras in der Flamme zusammensinkt, so wird ihre Wurzel wie Moder werden, und ihre Blüte auffliegen wie StaubStaub; denn sie haben das GesetzGesetz des HERRNHERRN der HeerscharenHeerscharen verworfen und das WortWort des Heiligen IsraelsIsraels verschmäht. 25 Darum ist der ZornZorn des HERRNHERRN gegen sein Volk entbrannt, und er hat seine Hand gegen dasselbe ausgestreckt und es geschlagen; und die BergeBerge erbebten, und ihre Leichname wurden wie KehrichtKehricht inmitten der Straßen. – Bei dem allen wendet sich sein ZornZorn nicht ab, und noch ist seine Hand ausgestreckt.

26 Und er wird ein PanierPanier erheben den fernen NationenNationen, und eine11 wird er herbeizischen vom Ende der ErdeErde; und siehe, eilends, schnell wird sie kommen. 27 Bei ihr ist kein Müder und kein Stolpernder, keiner schlummert noch schläft; auch ist nicht gelöst der GürtelGürtel ihrer12 LendenLenden, noch zerrissen der Riemen ihrer13 SchuheSchuhe. 28 Ihre PfeilePfeile sind geschärft, und alle ihre BogenBogen gespannt; die Hufe ihrer PferdePferde sind Kieseln gleich zu achten und ihre RäderRäder dem Wirbelwind. 29 Ihr Gebrüll ist wie das einer Löwin, sie brüllt wie die jungen Löwen; und sie knurrt und packt die BeuteBeute und bringt sie in Sicherheit, und kein ErretterErretter ist da. 30 Und sie knurrt über ihr an jenem TagTag wie das Rauschen des MeeresMeeres. Und man blickt zur ErdeErde, und siehe, FinsternisFinsternis, DrangsalDrangsal; und das LichtLicht ist verfinstert durch ihr14 Gewölk.

Fußnoten

  • 1 Eig. Horne, d.h. einem freistehenden Hügel
  • 2 Eig. einen Keltertrog
  • 3 Eig. und er soll in Dornen und Disteln aufgehen
  • 4 O. gewaltsames Wegraffen
  • 5 Eig. In meine
  • 6 1 Homer = 12 Epha
  • 7 W. sind Männer des Hungers. Viell. ist zu l.: sind ausgezehrt durch Hunger
  • 8 d.i. Jerusalems
  • 9 Wahrsch. Wanderhirten
  • 10 O. das Recht
  • 11 Eig. sie (die nachher beschriebene Nation)
  • 12 Eig. seiner, d.h. jedes Einzelnen von ihnen
  • 13 Eig. seiner, d.h. jedes Einzelnen von ihnen
  • 14 der Erde