Jeremia 23 – Studienbibel

Elberfelder Übersetzung (Version 0.9 von bibelkommentare.de) (Vorwort)
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Jer 23

1 WeheWehe den Hirten, die die SchafeSchafe meiner WeideWeide zugrunde richten und zerstreuen!, spricht der HERRHERR. 2 Darum spricht der HERRHERR, der GottGott IsraelsIsraels, so über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine SchafeSchafe zerstreut und sie vertrieben und habt nicht nach ihnen gesehen1; siehe, ich werde die Bosheit eurer Handlungen an euch heimsuchen, spricht der HERRHERR. 3 Und ich werde den ÜberrestÜberrest meiner SchafeSchafe sammeln aus all den Ländern, wohin ich sie vertrieben habe; und ich werde sie auf ihre Triften zurückbringen, dass sie fruchtbar seien und sich vermehren. 4 Und ich werde Hirten über sie erwecken, die sie weiden werden; und sie sollen sich nicht mehr fürchten und nicht erschrecken, noch vermisst werden, spricht der HERRHERR.

5 Siehe, TageTage kommen, spricht der HERRHERR, da ich dem DavidDavid einen gerechten SprossSpross erwecken werde; und er wird als König regieren und verständig handeln und Recht und GerechtigkeitGerechtigkeit üben im Land. 6 In seinen Tagen wird JudaJuda gerettet werden und IsraelIsrael in Sicherheit wohnen; und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: HERRHERR, unsere GerechtigkeitGerechtigkeit2. 7 Darum siehe, TageTage kommen, spricht der HERRHERR, da man nicht mehr sagen wird: So wahr der HERRHERR lebt, der die KinderKinder IsraelIsrael aus dem Land ÄgyptenÄgypten heraufgeführt hat! 8 sondern: So wahr der HERRHERR lebt, der die Nachkommen des Hauses IsraelIsrael heraufgeführt und sie gebracht hat aus dem Land des NordensNordens und aus all den Ländern, wohin ich sie vertrieben hatte! Und sie sollen in ihrem Land wohnen.

9 Über die ProphetenPropheten.

Mein HerzHerz ist gebrochen in meinem Innern, es schlottern alle meine Gebeine; ich bin wie ein Betrunkener und wie ein MannMann, den der WeinWein überwältigt hat, wegen des HERRNHERRN und wegen seiner heiligen WorteWorte. 10 Denn das Land ist voll von Ehebrechern; denn das Land trauert wegen des FluchesFluches, die Auen der SteppeSteppe verdorren, und ihr LaufLauf ist böse, und ihre MachtMacht3 ist Unrecht. 11 Denn sowohl ProphetenPropheten als PriesterPriester sind gesetzlosgesetzlos; sogar in meinem HausHaus habe ich ihre Bosheit gefunden, spricht der HERRHERR. 12 Darum wird ihnen ihr Weg sein wie schlüpfrige Orte in der DunkelheitDunkelheit, sie werden gestoßen werden und auf ihm fallen; denn ich bringe Unglück über sie, das JahrJahr ihrer HeimsuchungHeimsuchung, spricht der HERRHERR. 13 Und an den ProphetenPropheten SamariasSamarias habe ich Torheit gesehen: Sie weissagten durch den BaalBaal und führten mein Volk IsraelIsrael irre. 14 Aber an den ProphetenPropheten JerusalemsJerusalems habe ich Schauderhaftes gesehen: Ehebrechen und in der Lüge WandelnWandeln, und sie stärkenstärken die Hände der Übeltäter, damit sie nicht umkehrenumkehren, jeder von seiner Bosheit; sie sind mir allesamt wie SodomSodom geworden und seine4 Bewohner wie GomorraGomorra. 15 Darum spricht der HERR der HeerscharenHERR der Heerscharen über die ProphetenPropheten so: Siehe, ich will sie mit WermutWermut speisen und sie mit bitterem Wasser tränken; denn von den ProphetenPropheten JerusalemsJerusalems ist GesetzlosigkeitGesetzlosigkeit ausgegangen über das ganze Land.

16 So spricht der HERR der HeerscharenHERR der Heerscharen: Hört nicht auf die WorteWorte der ProphetenPropheten, die euch weissagen; sie täuschen euch, sie reden das Gesicht ihres Herzens und nicht aus dem Mund des HERRNHERRN. 17 Sie sagen stets zu denen, die mich verachten: „Der HERRHERR hat geredet: Ihr werdet Frieden haben“; und zu jedem, der in dem Starrsinn seines Herzens wandelt, sprechen sie: „Es wird kein Unglück über euch kommen“. 18 Denn wer hat im RatRat des HERRNHERRN gestanden, dass er sein WortWort gesehen und gehört hätte? Wer hat auf mein5 WortWort gemerkt und gehört? 19 Siehe, ein SturmwindSturmwind des HERRNHERRN, ein Grimm ist ausgegangen, ja, ein wirbelnder SturmwindSturmwind; er wird sich herabwälzen auf den KopfKopf der Gottlosen. 20 Nicht wenden wird sich der ZornZorn des HERRNHERRN, bis er getan und bis er ausgeführt hat die Gedanken seines Herzens. Am Ende der TageTage werdet ihr dessen mit Verständnis inne werden. 21 Ich habe die ProphetenPropheten nicht gesandt, und doch sind sie gelaufen; ich habe nicht zu ihnen geredet, und doch haben sie geweissagt. 22 Hätten sie aber in meinem RatRat gestanden, so würden sie mein Volk meine WorteWorte hören lassen und es abbringen von seinem bösen Weg und von der Bosheit seiner Handlungen.

23 Bin ich ein GottGott aus der Nähe, spricht der HERRHERR, und nicht ein GottGott aus der Ferne? 24 oder kann sich jemand in Schlupfwinkel verbergen, und ich sähe ihn nicht?, spricht der HERRHERR. Erfülle ich nicht den HimmelHimmel und die ErdeErde? Spricht der HERRHERR. 25 Ich habe gehört, was die ProphetenPropheten sagen, die in meinem NamenNamen Lüge weissagen und sprechen: Einen TraumTraum, einen TraumTraum habe ich gehabt! 26 Wie lange sollen das im Sinn haben die ProphetenPropheten, die Lüge weissagen und die ProphetenPropheten des Truges ihres Herzens, 27 die gedenken6, meinen NamenNamen bei meinem Volk in Vergessenheit zu bringen durch ihre TräumeTräume, die sie einer dem anderen erzählen, so wie ihre VäterVäter meines NamensNamens vergaßen über dem BaalBaal? 28 Der ProphetProphet, der einen TraumTraum hat, erzähle den TraumTraum; und wer mein WortWort hat, rede mein WortWort in WahrheitWahrheit! Was hat das StrohStroh mit dem KornKorn gemein?, spricht der HERRHERR. 29 Ist mein WortWort nicht so – wie FeuerFeuer, spricht der HERRHERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmettert? 30 Darum siehe, ich will an die ProphetenPropheten, spricht der HERRHERR, die einer vom anderen meine WorteWorte stehlen. 31 Siehe, ich will an die ProphetenPropheten, spricht der HERRHERR, die ihre Zungen nehmen und sprechen: Er hat geredet7. 32 Siehe, ich will an die, spricht der HERRHERR, die Lügenträume weissagen und sie erzählen und mein Volk irreführen mit ihrer Prahlerei; da ich sie doch nicht gesandt und sie nicht entboten8 habe, und sie diesem Volk gar nichts nützen, spricht der HERRHERR.

33 Und wenn dieses Volk oder ein ProphetProphet oder ein PriesterPriester dich fragt und spricht: Was ist die LastLast9 des HERRNHERRN?, so sprich zu ihnen: Was die LastLast sei? – ich10 werde euch abwerfen, spricht der HERRHERR. 34 Und der ProphetProphet und der PriesterPriester und das Volk, die sagen werden: „LastLast des HERRNHERRN“, diesen MannMann und sein HausHaus werde ich heimsuchen. 35 So sollt ihr sprechen, jeder zu seinem Nächsten und jeder zu seinem BruderBruder: Was hat der HERRHERR geantwortet und was hat der HERRHERR geredet? 36 Und die LastLast des HERRNHERRN sollt ihr11 nicht mehr erwähnen, denn die LastLast wird für jeden sein eigenes WortWort sein; denn ihr verdreht die WorteWorte des lebendigen GottesGottes, des HERRNHERRN der HeerscharenHeerscharen, unseres GottesGottes. 37 So sollst du zu dem ProphetenPropheten sagen: Was hat der HERRHERR dir geantwortet und was hat der HERRHERR geredet? 38 Wenn ihr aber sagt: „LastLast des HERRNHERRN“, darum, so spricht der HERRHERR: Weil ihr dieses WortWort sagt: „LastLast des HERRNHERRN“, und ich doch zu euch gesandt und gesprochen habe: Ihr sollt nicht sagen: „LastLast des HERRNHERRN“ – 39 darum, siehe, werde ich euch ganz vergessen12 und euch und die Stadt, die ich euch und euren VäternVätern gegeben habe, von meinem Angesicht verstoßen; 40 und ich werde ewigen Hohn auf euch legen und eine ewigeewige Schande, die nicht vergessen werden wird.

Fußnoten

  • 1 O. euch ihrer nicht angenommen
  • 2 H. Jahwe-Tsidkenu
  • 3 O. Kraft
  • 4 d.i. Jerusalems
  • 5 Nach anderer Les.: sein
  • 6 O. wie lange soll das währen? Haben im Sinn die Propheten, die ... Herzens, gedenken sie usw.
  • 7 Eig. sprechen: Spruch!
  • 8 O. ihnen nichts geboten
  • 9 Der hebr. Ausdruck hat die doppelte Bedeutung: „Last“ und „wichtiger Ausspruch“. (Vergl. Jes. 13,1; 15,1 usw.)
  • 10 And. üb. nach anderer Wortabteilung: Ihr seid die Last, und ich usw.
  • 11 Eig. Und „Last des HERRN“ (d.h. diesen Ausdruck) sollt ihr usw.; vergl. V. 38
  • 12 Nach and.: Aufheben, aufladen