Jeremia 6 – Studienbibel

Elberfelder Übersetzung (Version 0.9 von bibelkommentare.de) (Vorwort)
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Jer 6

1 Flüchtet, ihr KinderKinder BenjaminBenjamin, aus JerusalemJerusalem hinaus, und stoßt in die Posaune in TekoaTekoa, und errichtet ein ZeichenZeichen über Beth-HakkeremBeth-Hakkerem; denn Unglück ragt herein von NordenNorden her und große Zerschmetterung. 2 Die Schöne und die Verzärtelte, die TochterTochter ZionZion, vertilge ich. 3 Hirten kommen zu ihr mit ihren Herden; sie schlagen ZelteZelte rings um sie auf, weiden jeder seinen Raum1 ab. 4 „Heiligt einen Krieg2 gegen sie! MachtMacht euch auf und lasst uns am Mittag hinaufziehen! ... WeheWehe uns! Denn der TagTag hat sich geneigt, denn die Abendschatten strecken sich. 5 MachtMacht euch auf und lasst uns in der NachtNacht hinaufziehen und ihre Paläste verderbenverderben!“ 6 Denn so hat der HERR der HeerscharenHERR der Heerscharen gesprochen: Fällt Bäume und schüttet einen Wall gegen JerusalemJerusalem auf! Sie ist die Stadt, die heimgesucht werden soll; sie ist voll Bedrückung in ihrem Innern. 7 Wie ein BrunnenBrunnen sein Wasser quellen lässt, so lässt sie ihre Bosheit quellen. Gewalttat und ZerstörungZerstörung werden in ihr gehört, Wunde und Schlag sind beständig vor meinem Angesicht. 8 Lass dich zurechtweisen, JerusalemJerusalem, damit meine SeeleSeele sich nicht von dir losreiße, damit ich dich nicht zur WüsteWüste mache, zu einem unbewohnten Land.

9 So spricht der HERR der HeerscharenHERR der Heerscharen: Wie am Weinstock wird3 man NachleseNachlese halten an dem ÜberrestÜberrest IsraelsIsraels. Lege wieder deine Hand an, wie der Winzer an die Ranken. 10 Zu wem soll ich reden und wem ZeugnisZeugnis ablegen, dass sie hören? Siehe, ihr OhrOhr ist unbeschnitten, und sie können nicht aufmerksam zuhören; siehe, das WortWort des HERRNHERRN ist ihnen zum Hohn geworden, sie haben keine Lust daran. 11 Und ich bin voll des Grimmes des HERRNHERRN, bin müde, ihn zurückzuhalten. – Ergieße ihn über die KinderKinder auf der Gasse und über den Kreis der Jünglinge allzumal; denn sowohl MannMann als FrauFrau werden getroffen werden4, der AlteAlte wie der Hochbetagte; 12 und ihre Häuser werden anderen zugewandt werden, Felder und Frauen allzumal. Denn ich strecke meine Hand aus gegen die Bewohner des Landes, spricht der HERRHERR. 13 Denn von ihrem Kleinsten bis zu ihrem Größten sind sie insgesamt der Gewinnsucht ergeben; und vom ProphetenPropheten bis zum PriesterPriester üben sie allesamt Falschheit5, 14 und sie heilen die Wunde6 der TochterTochter meines Volkes leichthin und sprechen: FriedeFriede, FriedeFriede! Und da ist doch kein FriedeFriede. 15 Sie werden beschämt werden7, weil sie GräuelGräuel verübt haben. Ja, sie schämen sich keineswegs, ja, Beschämung kennen sie nicht. Darum werden sie fallen unter den Fallenden; zur ZeitZeit, da ich sie heimsuchen werde, werden sie hinstürzen8, spricht der HERRHERR.

16 So spricht der HERRHERR: Tretet auf die Wege, und seht und fragt nach den Pfaden der Vorzeit, was der Weg des Guten sei, und wandelt darauf; so werdet ihr RuheRuhe finden für eure Seelen. Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf wandelnwandeln. 17 Und ich habe Wächter über euch bestellt, die sagen: Achtet auf den Schall der Posaune! Aber sie sprechen: Wir wollen nicht darauf achten. 18 Darum hört, ihr NationenNationen, und wisse9, du GemeindeGemeinde, was gegen sie10 geschieht! 19 Höre es, ErdeErde! Siehe, ich bringe Unglück über dieses Volk, die Frucht ihrer Gedanken; denn auf meine WorteWorte haben sie nicht gemerkt, und mein GesetzGesetz – sie haben es verschmäht. 20 Wozu soll mir denn WeihrauchWeihrauch aus SchebaScheba11 kommen und das gute WürzrohrWürzrohr aus fernem Land? Eure BrandopferBrandopfer sind mir nicht wohlgefällig und eure SchlachtopferSchlachtopfer mir nicht angenehm. 21 Darum, so spricht der HERRHERR: Siehe, ich lege diesem Volk Anstöße, dass VäterVäter und KinderKinder darüber stolpern, dass der Nachbar und sein Gefährte zumal umkommen.

22 So spricht der HERRHERR: Siehe, es kommt ein Volk aus dem Land des NordensNordens, und eine große Nation machtmacht sich auf12 von dem äußersten Ende der ErdeErde. 23 BogenBogen und WurfspießWurfspieß führen sie, sie sind grausam und ohne Erbarmen; ihre Stimme braust wie das MeerMeer, und auf Pferden reiten sie: gerüstetgerüstet gegen dich, TochterTochter ZionZion, wie ein MannMann zum Krieg.

24 Wir haben die Nachricht von ihm vernommen: Unsere Hände sind schlaff geworden; Angst hat uns ergriffen, Wehen, der Gebärenden gleich.

25 Geh nicht hinaus aufs Feld und wandle nicht auf dem Weg; denn der Feind hat ein SchwertSchwertSchrecken ringsumSchrecken ringsum! 26 TochterTochter meines Volkes, gürte dir SacktuchSacktuch um und wälze dich in der AscheAsche, traueretrauere wie um den Einheimischen, führe bittere Klage! Denn plötzlich wird der Verwüster über uns kommen.

27 Ich habe dich zum Prüfer unter meinem Volk gesetzt, als eine FestungFestung13, damit du ihren Weg erkennen und prüfen möchtest. 28 Allesamt sind sie die Widerspenstigsten der Widerspenstigen; sie gehen als Verleumder umher, sie sind KupferKupfer und EisenEisen14; sie handeln böse allesamt. 29 Versengt vom FeuerFeuer ist der BlasebalgBlasebalg, zu Ende ist das BleiBlei15; vergebensvergebens hat man geschmolzen und geschmolzen: Die Bösen sind nicht ausgeschieden worden. 30 Verworfenes SilberSilber nennt man sie, denn der HERRHERR hat sie verworfen.

Fußnoten

  • 1 O. sein Teil
  • 2 d.h. Weiht einen Krieg; vergl. Kap. 12,3; 22,7; 51,27
  • 3 O. soll
  • 4 d.h. vom Zorn
  • 5 O. Lüge
  • 6 Eig. den Bruch; so auch später
  • 7 Eig. sind beschämt worden (prophetisches Perfektum); so auch Kap. 8,9.12
  • 8 O. stolpern
  • 9 O. nimm wahr
  • 10 And. üb.: unter ihnen
  • 11 S. die Anm. zu Jes. 60,6
  • 12 Eig. regt sich
  • 13 d.h. unerschütterlich
  • 14 d.h. unedles Metall
  • 15 das Blei, das zugesetzt wird, um die Masse in Fluss zu bringen