Hiob 10 – Studienbibel

Elberfelder Übersetzung (Version 1.2 von bibelkommentare.de) (Vorwort)
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  • BYZ – Byzantischer Mehrheitstext
  • WLC – Westminster Leningrad Codex
  • LXX – Septuaginta (LXX)
Ansicht

1 Meine SeeleSeele ist meines LebensLebens überdrüssig; ich will meiner Klage in mir freien LaufLauf lassen, will reden in der BitterkeitBitterkeit meiner SeeleSeele. 2 Ich will zu GottGott sagen: Verdamme mich nicht! Lass mich wissenwissen, worüber du mit mir rechtest. 3 Gefällt es dir, dass du bedrückst, dass du die Arbeit deiner Hände verwirfst und über den RatRat der Gottlosen dein LichtLicht leuchten lässt? 4 Hast du AugenAugen des FleischesFleisches, oder siehst du, wie ein MenschMensch sieht? 5 Sind deine TageTage wie die TageTage eines Menschen, oder deine JahreJahre wie die TageTage eines MannesMannes? 6 dass du nach meiner Ungerechtigkeit1 suchst und nach meiner SündeSünde forschst, 7 obwohl du weißt, dass ich nicht schuldig bin und dass niemand ist, der aus deiner Hand errette?

8 Deine Hände haben mich ganz gebildet und gestaltet um und um, und du verschlingst mich! 9 Gedenke doch, dass du wie Ton mich gestaltet – und zum StaubStaub willst du mich zurückkehren lassen! 10 Hast du mich nicht hingegossen wie MilchMilch, und wie KäseKäse mich gerinnen lassen? 11 Mit Haut und FleischFleisch hast du mich bekleidet und mit Knochen und SehnenSehnen mich durchflochten. 12 LebenLeben und Huld hast du mir gewährt, und deine Obhut bewahrte meinen GeistGeist. 13 Doch dies bargst du in deinem Herzen; ich weiß, dass dieses bei dir war2: 14 Wenn ich sündigte, so würdest du mich beobachten und von meiner Ungerechtigkeit mich nicht freisprechen. 15 Wenn ich schuldig wäre, wehewehe mir! Und wäre ich gerecht, so dürfte ich mein HauptHaupt nicht erheben, gesättigt von Schande und mein Elend schauend. 16 Und richtete es sich empor, wie ein LöweLöwe würdest du mich jagen und immer wieder deine Wunderkraft an mir erweisen. 17 Du würdest deine ZeugenZeugen mir gegenüber erneuern3 und deinen ZornZorn gegen mich vermehren, stets frische Scharen und ein Heer4 gegen mich entbieten.

18 Warum hast du mich doch aus dem Mutterleib hervorgehen lassen? Ich hätte verscheidenverscheiden, und kein Auge hätte mich sehen sollen! 19 Als ob ich nicht gewesen wäre, so hätte ich sein sollen, vom MutterschoßMutterschoß zu GrabeGrabe getragen!

20 Sind meiner TageTage nicht wenige? Er lasse ab, wende sich5 von mir, dass ich mich ein wenig erfreue, 21 eheehe ich hingehe (und nicht wiederkomme) in das Land der FinsternisFinsternis und des Todesschattens, 22 in das Land, düster wie das Dunkel, das Land des Todesschattens und der Unordnung und wo das Hellwerden dem Dunkel gleich ist!

Fußnoten

  • 1 O. Schuld
  • 2 d.h. dass du dieses im Sinn hattest
  • 3 And. üb.: Und es (das Elend) wächst; wie ein Löwe jagst du mich und erweist ... Du erneuerst usw.
  • 4 W. Ablösungen und Heerschar. And. üb.: stets sich ablösende Heerscharen (von Qualen)
  • 5 Nach and. Lesart: Lass ab, wende dich