Markus 12 – Studienbibel

Elberfelder Übersetzung (Version 0.8 von bibelkommentare.de) (Vorwort)
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Mk 12

1 Und er fing an, in Gleichnissen zu ihnen zu reden: Ein MenschMensch pflanzte einen WeinbergWeinberg und setzte einen Zaun um denselben und grub einen Keltertrog und baute einen TurmTurm; und er verpachtete ihn an WeingärtnerWeingärtner1 und reiste außer Landes. [Mt 21,33-46; Lk 20,9-19] 2 Und er sandte zur bestimmten ZeitZeit einen KnechtKnecht2 zu den WeingärtnernWeingärtnern, damit er von den WeingärtnernWeingärtnern von der Frucht des WeinbergsWeinbergs empfinge. 3 Sie aber nahmen ihn, schlugen ihn und sandten ihn leer fort. 4 Und wiederum sandte er einen anderen KnechtKnecht zu ihnen; und den verwundeten sie [durch Steinwürfe] am KopfKopf und sandten ihn entehrt fort. 5 Und [wiederum] sandte er einen anderen, und den töteten sie; und viele andere: die einen schlugen sie, die anderen töteten sie. 6 Da er nun noch einen geliebten SohnSohn hatte, sandte er auch ihn, den letzten, zu ihnen, indem er sprach: Sie werden sich vor meinem SohnSohn scheuen. 7 Jene WeingärtnerWeingärtner aber sprachensprachen zueinander: Dieser ist der ErbeErbe; kommt, lasst uns ihn töten, und das ErbeErbe wird unser sein. 8 Und sie nahmen ihn und töteten ihn und warfen ihn zum WeinbergWeinberg hinaus. 9 Was wird nun der HerrHerr des WeinbergsWeinbergs tun? Er wird kommen und die WeingärtnerWeingärtner umbringen und den WeinbergWeinberg anderen geben. 10 Habt ihr nicht auch diese Schrift gelesen: „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, dieser ist zum EcksteinEckstein3 geworden; [Ps 118,22-23] 11 von dem HerrnHerrn4 her ist er dies geworden, und er ist wunderbar in unseren AugenAugen“?5 12 Und sie suchten ihn zu greifen, und sie fürchteten die Volksmenge; denn sie erkannten, dass er das GleichnisGleichnis auf sie geredet hatte. Und sie ließen ihn und gingen weg.

13 Und sie senden einige der PharisäerPharisäer und der HerodianerHerodianer zu ihm, damit sie ihn in der Rede fingen. [Mt 22,15-22; Lk 20,20-26] 14 Sie aber kommen und sagen zu ihm: LehrerLehrer, wir wissenwissen, dass du wahrhaftig bist und dich um niemand kümmerst; denn du siehst nicht auf die Person6 der Menschen, sondern lehrst den Weg GottesGottes in WahrheitWahrheit; ist es erlaubt, dem KaiserKaiser Steuer zu geben oder nicht? Sollen wir sie geben, oder sollen wir sie nicht geben? 15 Da er aber ihre Heuchelei kannte, sprach er zu ihnen: Was versucht ihr mich? Bringt mir einen DenarDenar, damit ich ihn sehe. 16 Sie aber brachten ihn. Und er spricht zu ihnen: Wessen ist dieses BildBild und die Überschrift? Und sie sprachensprachen zu ihm: Des KaisersKaisers. 17 Und JesusJesus antwortete und sprach zu ihnen: So gebt dem KaiserKaiser, was des KaisersKaisers ist, und GottGott, was GottesGottes ist. Und sie verwunderten sich über ihn.

18 Und es kommen SadducäerSadducäer zu ihm, die sagen, es gebe keine AuferstehungAuferstehung; und sie fragten ihn und sprachensprachen: [Mt 22,23-33; Lk 20,27-40] 19 LehrerLehrer, MosesMoses hat uns geschrieben: Wenn jemandes BruderBruder stirbt und hinterlässt eine FrauFrau und hinterlässt keine KinderKinder, dass sein BruderBruder seine FrauFrau nehme und seinem BruderBruder Nachkommen erwecke. 20 Es waren siebensieben BrüderBrüder. Und der erste nahm eine FrauFrau; und als er starb, hinterließ er keine Nachkommen; 21 und der zweite nahm sie und starb, und auch er hinterließ keine Nachkommen; und der dritte desgleichen. 22 Und die siebensieben [nahmen sie und] hinterließen keine Nachkommen. Am letzten von allen starb auch die FrauFrau. 23 In der AuferstehungAuferstehung, wenn sie auferstehen werden, wessen FrauFrau von ihnen wird sie sein? Denn die siebensieben haben sie zur FrauFrau gehabt. 24 Und JesusJesus antwortete und sprach zu ihnen: Irrt ihr deshalb nicht, indem7 ihr die SchriftenSchriften nicht kennt, noch die KraftKraft GottesGottes? 25 Denn wenn sie aus den Toten auferstehen, heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie EngelEngel in den Himmeln. 26 Was aber die Toten betrifft, dass sie auferstehen, habt ihr nicht in dem BuchBuch MosesMoses' gelesen, „in dem DornbuschDornbusch“, wie GottGott zu ihm redete und sprach: „Ich bin der GottGott AbrahamsAbrahams und der GottGott IsaaksIsaaks und der GottGott JakobsJakobs“?8 [2. Mo 3,5-8; 2. Mo 3,10] 27 Er ist nicht der GottGott der Toten9, sondern der Lebendigen. Ihr irrt so sehr.

28 Und einer der Schriftgelehrten, der gehört hatte, wie sie sich befragten, trat herzu, und als er wahrnahm, dass er ihnen gut geantwortet hatte, fragte er ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? [Mt 22,34-40] 29 JesusJesus aber antwortete ihm: Das erste Gebot von allen ist: „Höre, IsraelIsrael: der HerrHerr, unser GottGott, ist ein einiger HerrHerr; [5. Mo 6,4-5] 30 und du sollst den HerrnHerrn, deinen GottGott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen SeeleSeele und aus deinem ganzen Verstand10 und aus deiner ganzen KraftKraft“.11 [Dies ist das erste Gebot.] 31 Und das zweite, ihm gleiche, ist dieses: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“.12 Größer als diese ist kein anderes Gebot. [3. Mo 19,18] 32 Und der SchriftgelehrteSchriftgelehrte sprach zu ihm: Recht, LehrerLehrer, du hast nach der WahrheitWahrheit geredet; denn13 er ist ein einiger GottGott, und da ist kein anderer außer ihm; 33 und ihn lieben aus ganzem Herzen und aus ganzem Verständnis und aus ganzer SeeleSeele und aus ganzer KraftKraft, und den Nächsten lieben wie sich selbst, ist mehr als alle BrandopferBrandopfer und SchlachtopferSchlachtopfer. 34 Und als JesusJesus sah, dass er verständig geantwortet hatte, sprach er zu ihm: Du bist nicht fern vom ReichReich GottesGottes. Und von da an wagte niemand ihn zu befragen.

35 Und JesusJesus hob an und sprach, als er im TempelTempel14 lehrte: Wie sagen die Schriftgelehrten, dass der ChristusChristus DavidsDavids SohnSohn sei? [Mt 22,41-46; Lk 20,41-44] 36 [Denn] DavidDavid selbst hat in dem Heiligen GeistGeist gesagt: „Der HerrHerr sprach zu meinem HerrnHerrn: Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum SchemelSchemel deiner Füße“.15 [Ps 110,1] 37 DavidDavid selbst nennt ihn HerrHerr, und woher ist er sein SohnSohn? – Und die große Menge des Volkes hörte ihn gern.

38 Und er sprach zu ihnen in seiner LehreLehre: Hütet euch vor den Schriftgelehrten, die in langen Gewändern umhergehen wollen und die Begrüßungen auf den Märkten lieben [Mt 23,1-39; Lk 20,45-47] 39 und die ersten Sitze in den Synagogen und die ersten Plätze bei den Gastmählern; 40 die die Häuser der Witwen verschlingen und zum Schein16 lange GebeteGebete halten. Diese werden ein schwereres GerichtGericht empfangen.

41 Und JesusJesus setzte sich dem SchatzkastenSchatzkasten gegenüber und sah, wie die Volksmenge GeldGeld in den SchatzkastenSchatzkasten legte; und viele ReicheReiche legten viel ein. [Lk 21,1-4] 42 Und eine armearme Witwe kam und legte 2 ScherfleinScherflein17 ein, das ist 1 PfennigPfennig18. 43 Und er rief seine JüngerJünger herzu und sprach zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Diese armearme Witwe hat mehr eingelegt als alle, die in den SchatzkastenSchatzkasten eingelegt haben. 44 Denn alle haben von ihrem Überfluss eingelegt; diese aber hat von ihrem Mangel, alles, was sie hatte, eingelegt, ihren ganzen Lebensunterhalt.

Fußnoten

  • 1 Eig. Ackerbauer; so auch V. 2 usw.
  • 2 O. Sklaven; so auch nachher
  • 3 W. zum Haupt der Ecke
  • 4 S. die Anm. zu Matth. 1,20
  • 5 Ps. 118,22.23
  • 6 O. das Äußere
  • 7 O. weil
  • 8 2. Mose 3,6
  • 9 O. Gott ist nicht ein Gott der Toten
  • 10 O. Gemüt
  • 11 5. Mose 6,4.5
  • 12 3. Mose 19,18
  • 13 O. dass
  • 14 die Gebäude; s. die Anm. zu Matth. 4,5
  • 15 Ps. 110,1
  • 16 O. Vorwand
  • 17 W. 2 Lepta
  • 18 W. Quadrans, der vierte Teil eines As; s. die Anm. zu Matth. 10,29