Botschafter des Heils in Christo 1884

Bruchstücke

Es ist sehr köstlich für das Herz des Christen, den großen Unterschied zu sehen zwischen Mose „auf dem Gipfel des Hügels“, als Israel mit den Amalekitern stritt (2. Mo 17,8–16), und Christus auf dem Thron Gottes zur Rechten des Vaters. Die Hände unseres großen Sachwalters können nie schwer werden und niedersinken. Seine Verwendung bei dem Vater für uns hört nimmer auf und verändert sich keinen Augenblick. „Daher vermag er auch völlig zu erretten, die durch ihn zu Gott kommen, indem er immerdar lebt, um sich für sie zu verwenden“ (Heb 7,25). Nachdem Er, der göttlichen Gerechtigkeit entsprechend, seinen Platz droben in der Herrlichkeit eingenommen hat, ist Er stets für uns tätig, und zwar gemäß der Vollkommenheit seines Werkes und seiner eignen gesegneten Person. Seine Hände sind stets für uns gehoben; sie können nie schlaff werden, noch bedürfen sie irgendeiner Unterstützung, wie diejenigen Moses.

Es ist nie Demut, wenn wir einen Platz verlassen, der uns von Gott angewiesen ist, obwohl es äußerlich vielleicht so scheinen mag. Im Gegenteil offenbaren wir gerade dadurch wahre Demut, dass wir in einfältigem Vertrauen auf Gott da ausharren, wo Er uns hingestellt hat. Es zeugt nur von unserem Beschäftigtsein mit unserem eignen, armen Ich, wenn wir auf Grund unserer Unfähigkeit einen Dienst nicht ausführen wollen, den Gott uns anweist. Gott beruft uns nicht zum Dienst auf Grund unserer Fähigkeiten zu demselben, sondern auf Grund seiner Weisheit und Macht. Und wenn wir im Blick auf unsere Schwachheit vor der Verantwortlichkeit zurückschrecken, die mit jedem Dienst verbunden ist, so stehen wir in großer Gefahr, die Fülle und Genügsamkeit der Hilfsquellen Gottes in Frage zu Ziehen. Wo Gott durch seinen Geist wirkt, da ist ein Werkzeug so gut und genügend wie siebzig, und wo Er nicht wirkt, da haben siebzig nicht mehr wert wie eins. Alles hängt von der Macht Gottes und der Wirksamkeit seines Geistes ab. Mit Ihm kann ein Mann alles tun, alles erdulden und bis ans Ende ausharren. Ohne Ihn vermögen siebzig nichts.

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