Die letzten Dinge

Die Sendschreiben im Überblick

Die letzten Dinge

Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt.“ Ist dieses gewaltige Wort nicht ein Posaunenstoß, ein Aufruf an alle Gläubigen der heutigen Zeit? Haben wir es nicht alle in hohem Maß nötig, auf die Ermahnungen der Sendschreiben zu achten? Die in denselben gezeichneten Mängel und Gefahren sind solche, die der menschlichen Natur entspringen, denen wir also nur zu sehr ausgesetzt sind. Deshalb möchten wir sie kurz nochmals zusammenstellen; sie rufen uns zu, aufzumerken und wachsam zu sein.

Wir wissen, was der Herr bei Ephesus rügt: „Du hast deine erste Liebe verlassen.“ Das Herz ist nicht mehr völlig dem Herrn hingegeben, trotz aller eifrigen Tätigkeit; die Triebfeder ist nicht mehr der Herr, sondern der Mensch, das Fleisch. Christus und sein Wort sind mehr oder weniger beiseitegesetzt. Das Herz ist von anderen Dingen erfüllt und der große Erlöser als Führer, Beweggrund und Ziel in den Hintergrund geraten. Es ist dem eigenen Ich gelungen, sich vorzudrängen und sich selbst vor die Interessen des Herrn zu stellen – eine Gefahr, die sehr groß ist, wenn das Herz nicht einfältig auf den Herrn gerichtet ist.

Smyrna braucht eine Ermahnung zur Treue, und zwar Treue unter allen Umständen. Allerdings müssen wir, wenn wir dem Herrn in Treue dienen und Ihm nachfolgen wollen, mit der erbitterten Feindschaft der Welt rechnen. Dieses Sendschreiben erinnert uns daran, dass wir auch mit der Möglichkeit des Martyriums rechnen müssen, besonders da wir feststellen können, wie die Macht des Unglaubens und der Gottesfeindschaft zunimmt. Lasst uns in der Gefahr nicht matt und mutlos werden!

Pergamus gibt uns eine Warnung, nicht mit der Welt zu liebäugeln und sich von ihr abgesondert zu halten, da sonst das Böse unfehlbar die Herrschaft über uns gewinnt. Damit wird das göttliche Licht verdunkelt, und das geistliche Unterscheidungsvermögen macht immer mehr menschlichen Überlegungen Platz. Der lebendige Organismus wird mehr und mehr durch menschliche Organisationen ersetzt, und dies gibt zu Meinungsverschiedenheiten, Uneinigkeit und Streitigkeiten Raum und Anlass. Es wird sich zwangsläufig zeigen, was der Herr in Matthäus 6,24 ausführt, dass niemand zwei Herren dienen kann.

Thyatira zeigt die Gefahr, wohin man kommt, wenn das eigene Ich Zentrum von allem Denken, Trachten und Streben wird. Macht, Ehre und Reichtum werden sozusagen das einzige Ziel sein; der Herr verschwindet völlig aus dem Blickfeld. Das „Ich“ wird zum Götzen, und zwar zum gefährlichsten aller Götzen. Der „Gottesdienst“ ist nur noch äußerliche Zeremonie, statt einer gottgewollten Anbetung, finden wir nur blasierte Werkgerechtigkeit und pharisäische Gesetzlichkeit, die nur die eigene Ehre, aber nicht diejenige des Herrn sucht.

Sardes stellt uns die tote, bekennende Namenchristenheit vor Augen: ein bloßes Kopfwissen, ein leeres Lippenbekenntnis, ein auswendig gelernter „Glaube“, ohne wahre Buße und Umkehr, ohne inneres Lieben und ohne praktische Heiligung, eine menschliche Religion ohne Herz für Christus und ohne Liebe zu seinem Wort. Welche ernste Warnung für uns alle!

Sowohl Thyatira als Sardes, und in gewissem Maß auch Pergamus, sind ohne wahren Glauben und Gehorsam Gott gegenüber. Das göttliche Wort straft sie und stellt ihre Unwahrheit und Heuchelei ins Licht.

Philadelphia warnt vor dem Nachlassen der Wachsamkeit und mahnt zu scharfer Aufmerksamkeit gegen das offene und verborgene Einschleichen von Irrlehren aller Art. Es gilt, zu wachen, damit schwächende Uneinigkeit, Erschlaffung in der lebendigen Gemeinschaft mit dem Herrn und Nachlassen in der brennenden Liebe und der lebendigen Erwartung des wiederkommenden Herrn, nicht gefunden werden, wodurch uns leicht der himmlische Lohn entgleiten könnte.

Laodizea: Die Gefahren, die die heutige Zeit in sich birgt, erfordern die besonders dringende Warnung, sich nicht vom geschriebenen und lebendigen Wort, wie es von Anfang an gehört worden ist, wegdrängen zu lassen. Darum ist auch besondere Zurückhaltung gegenüber den für unsere Zeit charakteristischen falschen Einigungsbestrebungen nötig, die nicht ohne Verleugnung wichtiger biblischer Wahrheiten zum Ziel gelangen können. Es ist aber auch ein Appell an alle, sich an die geringe, kleine Kraft, die wir haben, zu erinnern. Es ist heute, mehr denn je, notwendig, uns fest und unerschütterlich dem Herrn selbst - nicht einer Kirche, noch irgendeiner Sonderlehre, oder was es auch sein mag, anzuschließen. Möchten wir alle die nötige Demut und Aufrichtigkeit aufbringen und den Herrn bitten, dass Er uns die Augen salbe, um in allem klar und richtig zu sehen, dass wir uns nicht über uns selbst täuschen! Lasst uns alle die Mahnung in 1. Korinther 8,2.3 beherzigen: Wenn jemand meint, etwas erkannt zu haben, so hat er noch nicht erkannt, wie man erkennen soll; wenn aber jemand Gott liebt, der ist von Ihm erkannt.“

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