Die letzten Dinge

Das Sendschreiben an Thyatira

Die letzten Dinge

Thyatira bedeutet Opfernde, Weihräuchernde – recht bezeichnend für die römisch-katholische Kirche, die mit diesem Bild dargestellt wird. Die Stadt Thyatira selbst war eine, durch ihren Purpurhandel berühmte, reiche Handelsstadt in Kleinasien. Von dort stammte Lydia in Philippi, die uns in der Heiligen Schrift als die erste Christin auf europäischem Boden vorgestellt wird (Apg 16,14.15). In Thyatira scheint andrerseits eine herrschsüchtige und verschlagene Frau ihr Unwesen getrieben und die Versammlung in Unruhe gebracht zu haben. Sie hat ihr Vorbild in der Königin Jesabel, der Gattin Ahabs, die einst Israel in große Trübsal gebracht hat und zum Symbol der Großen im römischen Kirchensystem geworden ist.

Es fällt uns auf, dass sich dieses und die folgenden Sendschreiben in ihrem Aufbau von den vorhergehenden wesentlich unterscheiden, indem der Herr von da an einen kleinen, treuen Überrest deutlich vom Gesamtsystem aussondert. An diesen allein richtet sich nun sowohl die Verheißung für den Überwinder, als auch die Ermahnung, hörende Ohren zu behalten. Dem Gesamtsystem der Christenheit hat der Herr nichts mehr zu sagen, als nur noch ein Gerichtsurteil auszusprechen, da dieses ja doch kein Ohr mehr für Ihn hat.

Mit der Ausrufung des Papsttitels im Jahr 606 n. Chr. ist der Charakter der Kirche noch wesentlich gottferner geworden. Hatte sich in Pergamus die Welt in der Kirche breit gemacht, so maßte sich Thyatira umgekehrt die Weltherrschaft mit aller Gewalt und Macht an, wodurch es ein völlig auf das Diesseits gerichtetes Gebilde wurde. Ja, die, die eine Fremde in dieser Welt hätte sein sollen, machte sich zur Herrin über dieselbe.

Anstelle des allein selig machenden Erlösers, Jesus Christus, ist die „Allein selig machende Kirche“ getreten, und anstelle der Hohenpriester- und Sachwalterschaft des Christus, sind diejenigen der Jungfrau Maria, der Heiligen und des Klerus aufgerichtet worden. Das Königtum des Christus ist durch das Königtum der Maria, der so genannten „Mutter Gottes“, und dasjenige des Papstes verdrängt worden. Dieses System hat die hoch gelobte Person des Herrn völlig in den Hintergrund gestellt. Christus hat diesem System darum nichts mehr zu sagen. Er begnügt sich damit, das Böse, das durch Jesabel eingeführt worden ist, ins Licht zu stellen und Thyatira das Gericht anzudrohen.

Thyatira stellt die Entwicklungsgeschichte der Kirche vom Jahr 606 n.Chr. bis zur Reformation dar; sie besteht aber heute noch, und wird in der Frau in Offenbarung 17 zur Reife kommen und ihr furchtbares und restloses Gericht durch das „Tier und die zehn Köpfe“ empfangen.

Diesem veränderten Charakter der Kirche gemäß stellt sich der Herr als der Sohn Gottes vor:

„Und dem Engel der Versammlung in Thyatira schreibe: Dieses sagt der Sohn Gottes, der seine Augen hat wie eine Feuerflamme und seine Füße gleich glänzendem Kupfer“ (2,18).

Er ist der heilige Richter, wie ihn Johannes im ersten Kapitel gesehen hatte. Er ist hier nicht mehr bloß der gründliche Kenner und Erforscher, sondern nunmehr der ausführende Richter. Gerade angesichts seiner Beiseitesetzung durch diese Versammlung betont Er, dass Er doch der von Gott Bestimmte ist, dem Gott selbst alles übergeben hat, sowohl die Erlösung, als auch die Herrschaft und das Gericht. Er muss bei Thyatira viel ernsthaft Böses feststellen, das den Charakter eines göttlichen Zeugnisses völlig verändert hat, wie der Sauerteig das Mehl im vierten Gleichnis in Matthäus 13.

„Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Glauben und deinen Dienst und dein Ausharren und weiß, dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten“ (2,19).

Diese Worte zeigen, wie genau der Herr die Seinen beobachtet; selbst die feinsten Regungen des Herzens sind Ihm bekannt. Trotz der furchtbaren Irreleitung des römischen Kirchensystems würdigt Er doch die ernste Hingabe in wahrer Liebe und echtem Glauben, das wirklich aufrichtige Streben und Ausharren in der Hoffnung ungezählter Katholiken. Das alles anerkennt der Herr und übersieht auch nicht, dass der Klerus den Menschen immer mehr zu verrichtende Werke aufgebürdet hat. Er beurteilt dies alles aber nach der Einstellung des Herzens und zieht selbst die Unkenntnis seines Wortes in Betracht.

„Aber ich habe gegen dich, dass du die Frau Jesabel duldest, die sich eine Prophetin nennt, und sie lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben und Götzenopfer zu essen“ (2,20).

Wir wissen aus der Geschichte Israels und Elias, welche schreckliche Frau Jesabel war, eine verschlagene Verführerin und Mörderin der Knechte des Herrn. Mit dem Namen dieser Königin wird nun das herrschende römische Religionssystem bezeichnet, das deutlich von den gläubigen Katholiken unterschieden wird. Dieses System, dessen Träger die päpstliche Hierarchie nebst dem Heer fanatischer Priester und Ordensleute sind, hat in der Tat vielfach den teuflischen Charakter der Jesabel bewiesen, indem es ebenso wie jene zu Gunsten ihres abgöttischen Kultussystems die wahren Gläubigen, die am unverfälschten Gotteswort festhielten, verfolgte und tötete. Hier auf Einzelheiten einzugehen, erübrigt sich, da die Geschichte dieser „Kirche“ ja zur Genüge bekannt ist. In unserem Sendschreiben werden diesem System vier höchst ernste Dinge zur Last gelegt.

  1. „Die sich eine Prophetin nennt.“ Dieses System beansprucht, die allein selig machende Kirche zu sein, die allein richtige und maßgebende Schriftauslegung zu haben und die allein richtige kirchliche Norm zu besitzen, die am Tridentinischen Konzil (1545–1563) ein für allemal unabänderlich festgelegt wurde und ein Lehrsystem hervorgebracht hat, das den Herrn Jesus praktisch beiseitesetzt. An seiner Stelle wird für alle Bedürfnisse und Herzensnöte auf die „Himmelskönigin“ Maria verwiesen, was an vielen Kirchen und Kapellen in katholischen Ländern, in denen zahlreiche Inschriften zu Maria weisen, aber selten eine zum Herrn Jesus, leicht festzustellen ist. Logischerweise müssen gerade die Treuen, die an Gottes Wort und am Herrn Jesus festhalten, unfehlbar in Widerspruch zu dieser Kirche geraten. Seit 1870 beansprucht der Papst dazu noch die dogmatische Unfehlbarkeit, etwas, was doch keinem Menschen möglich ist wegen seiner Beschränktheit.
  2. „Sie lehrt und verführt meine Knechte, Hurerei zu treiben.“ Das, was in Pergamus Fuß gefasst hat – der Herr nennt es symbolisch „Hurerei“ – das Buhlen mit der Welt, dem Herrschaftsbereich Satans, ist hier in seiner Furchtbarkeit geschildert. Es ist gekennzeichnet durch ein systematisches politisches Streben nach der Weltmacht, sogar über Könige und Kaiser und zugleich nach irdischem Glanz und Reichtum, nach irdischen Vorteilen und Gütern. Hier sind religiöse und politische Ziele völlig vermischt, denn diese Kirche will sowohl geistliche als auch politische Herrschaft. Im Mittelalter, der ausgeprägtesten Thyatira-Periode, verschaffte sie sich diese durch offene Gewalt – man denke nur an die Namen von Gregor VII., Innozenz II usw. –, seit der Reformation allerdings mehr auf geheimen, aber nicht weniger verhängnisvollen Wegen.
  3. „Sie lehrt, Götzenopfer zu essen.“ Hier in Thyatira ist aus dem einfachen Zusammenkommen um das herrliche Haupt, Christus, ein glänzender, formenreicher Kult geworden, und aus der Kirche ist durch zahlreiche Zusätze zur Lehre und vielerlei fremde Gebräuche ein ganz anderes, fremdes Gebilde entstanden, das mit dem, was der Herr einst gegründet hat, keine Ähnlichkeit mehr hat. Drei Züge sind es hauptsächlich, die diesen „Gottesdienst“ zu einem Götzendienst stempeln. Als Erstes hält man Maria, wie schon angedeutet, anstelle des Herrn, als Allhelferin in höchsten Ehren und betet zu ihr, wie auch zu vielen Heiligen. Dann sind der bekannte Ablass und der Bilder- und Reliquiendienst, den wir schon in Pergamus gefunden haben, zu einem fest ausgebauten Dogma geworden. Bezeichnenderweise sind es vor allem zwei Frauen, die griechischen Kaiserinnen Irene und Theodora, die diesem Dienst Recht und Platz im christlichen Kult erzwungen haben, allerdings mit lebhafter Unterstützung seitens der römischen Päpste. Als Drittes hat auch die bei der römischen Kirche übliche Form des Abendmahls, die sogenannte Eucharistie, das ständig wiederholte Messopfer, abgöttischen Charakter.
  4. Sie hat solche in ihrer Mitte, die „Jesabels Kinder“ sind. Der Herr unterscheidet deutlich zwischen den gläubigen, wahrhaft frommen Katholiken, die Er als „seine Knechte“ anerkennt, und den anderen, die „Jesabels Kinder“ genannt werden. Zu allen Zeiten, selbst im dunklen Mittelalter, hat es ernste Katholiken gegeben, und es gibt auch heute noch viele solcher, die durch falsche Belehrung irregeführt, an der römischen Kirche hängen, aber dennoch im vollbrachten Werk am Kreuz ruhen und ein gottseliges Leben führen, solche, „die die Tiefen Satans nicht erkannt haben“. Bernhard von Clairvaux, Erzbischof Fénélon, in neuerer Zeit Martin Boos und viele andere anerkennt der Herr, trotz allem Irrtum, als die Seinen, weil Er nach der Einstellung des Herzens urteilt.

Ganz anders aber beurteilt Er jene Katholiken, die Er „Kinder Jesabels“ nennen muss, die Sprösslinge ihrer schrecklichen Gesinnung, denen es vor allem darum geht, als Kirche Geltung in dieser Welt zu haben. Sie sind die Werkzeuge der Wut Jesabels gegen die wahren Zeugen von Jesus Christus. Vor allem waren es die Dominikaner, die Träger der schrecklichen Inquisition, und die Jesuiten, nach deren Lehre der Zweck die Mittel heiligte, und alle diejenigen, die einstimmten in deren Tun und damit ebenfalls ihrer Ungerechtigkeit und Blutschuld teilhaftig wurden.

„Und ich gab ihr Zeit, damit sie Buße tue, und sie will nicht Buße tun von ihrer Hurerei“ (2,21).

Bei Thyatira erübrigt sich eine weitere Ermahnung zur Buße, denn sie hat hierzu wahrlich reichlich Zeit und Gelegenheit gehabt. Denn wie oft sind im Lauf der Jahrhunderte treue Zeugen des Herrn aufgestanden und haben sie auf Gottes Wort hingewiesen! Doch sie hat ihnen kein Gehör geschenkt, sondern vielmehr ihre Macht benutzt, um sie zum Verstummen zu bringen. Ja, wahrlich, sie will nicht Buße tun, sie verlangt im Gegenteil von allen anderen Christen, dass sie in ihren, nämlich Roms, Schoß zurückkehren. Darum kann auch der Herr für sie nichts anderes mehr tun, als ihr das unerbittliche Gericht anzukündigen.

„Siehe, ich werfe sie in ein Bett und die, die Ehebruch mit ihr treiben, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun von ihren Werken. Und ihre Kinder werde ich mit Tod töten, und alle Versammlungen werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht; und ich werde euch einem jeden nach euren Werken geben“ (2,22.23).

Für Thyatira bleibt nur noch ein unnachsichtiges Gericht, dessen Ausführung in Offenbarung 17–18 beschrieben wird. Dort setzt sie sich, die Hure, auf das hohe Ross, das „rote Tier“, um es, wie sie glaubt, zu beherrschen; aber sie wird von demselben abgeworfen, zertreten und vernichtet werden. Wiederum unterscheidet hier der Herr zwischen den von Jesabel Verführten und den Kindern Jesabels. Den ersteren wird große Drangsal angekündigt, aus der sie aber entrinnen können, wenn sie zur Einsicht über ihren falschen Weg und zur wahren Umkehr gelangen; auf die Kinder Jesabels aber wartet nur das unentrinnbare Gericht durch das Tier, und das weit schrecklichere Gericht, das des zweiten Todes, der ewigen Qual. Auch hier leuchtet wiederum die große Gnade des Herrn durch, wie Er bis zum letztmöglichen Augenblick den einzelnen Seelen Gelegenheit gibt, seine Gnade zu ergreifen, um sich retten zu lassen, selbst inmitten furchtbarster Gerichte.

Wenn auch die Christen, infolge mangelnder Treue und mangelnden Festhaltens am Wort, das zarte Gewissen und die Unterscheidungsgabe der Geister verloren haben, so bleibt doch der Herr unveränderlich derselbe, wie Er in Hebräer 4,12. 13 als der gerechte Beurteiler geschildert ist. Er wird daher einen jeden absolut gerecht, ohne das Geringste zu verkennen oder zu übersehen, richten und vergelten, sowohl zur einen als zur anderen Seite hin. Darum wird Er auch das Schwächste, das von seinem Geist gewirkt ist, nicht übersehen, sondern es vielmehr anerkennen und andererseits auch in Bezug auf die Strafe nicht einfach alles über einen Kamm scheren, sondern einem jeden entsprechend seiner Schuld zumessen (vgl. Lk 12,47. 48).

„Euch aber sage ich, den Übrigen, die in Thyatira sind, so viele diese Lehre nicht haben, die die Tiefen des Satans, wie sie sagen, nicht erkannt haben: Ich werfe keine andere Last auf euch; doch was ihr habt, haltet fest, bis ich komme“ (2,24.25).

Von Vers 24 an wendet sich der Herr an einen gläubigen Überrest von Thyatira, der sich der Sünden und Irrungen nicht schuldig gemacht hat – und solche Gläubige hat es zu jeder Zeit gegeben. An diesen Überrest allein richtet der Herr jetzt seine ermunternden Verheißungen und die ernsten Ermahnungen.

Mochte auch das Zeugnis während der Periode von Thyatira inmitten des geringen geistlichen Lichtes jener Zeit – auch heute noch im Dämmerlicht des Katholizismus – ein recht unvollkommenes sein, der Herr weiß es und belohnt das treue Festhalten an dem, was man hat, und ermahnt nur, es nicht zu verlieren. Dann ermuntert Er diesen Überrest mit dem Hinweis auf seine nahe Wiederkunft, durch die sie befreit und getröstet werden würden.

„Und wer überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, dem werde ich Gewalt über die Nationen geben; und er wird sie weiden mit eiserner Rute, wie Töpfergefäße zerschmettert werden, wie auch ich von meinem Vater empfangen habe; und ich werde ihm den Morgenstern geben“ (2,26–28).

Auf den Überwinder, der trotz schwerster Belastung an der anerkannten Wahrheit festhält, wartet eine dreifache Belohnung. Zuerst wird es gerade der verkannte gläubige Überrest sein, der dann, wenn der Herr in seinem Königreich kommen wird, die Herrschaft mit ihm teilen wird. Er ist es, der die gottgemäße Regierung des Friedens und des Segens im 1000-jährigen Reich ausüben wird und nicht die falsche Kirche auf der Erde. Dann macht sich der Herr in den folgenden Worten völlig eins mit diesem Überrest. Wir wissen aus Psalm 2, dass Gott seinem Sohn Jesus Christus das Weiden mit eiserner Rute, d.h. das vernichtende Endgericht über die Nationen, übertragen hat, und daran lässt der Herr die Seinen teilnehmen. Aber noch ein Drittes lässt Er folgen: „Ich werde ihm den Morgenstern geben.“ Der Morgenstern ist niemand anders als Er selbst, der noch vor dem Morgen des Gerichts kommen wird, um die Seinen zu sich zu nehmen. Diese große Freude, für ewig mit dem Herrn vereinigt zu werden, soll dem verfolgten Überrest zuteilwerden.

„Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Versammlungen sagt!“ (2,29).

Jetzt erst, ganz am Schluss, nur für die Ohren des gläubigen Überrestes, erfolgt die feierliche Ermahnung, das Ohr offenzuhalten. Das kirchliche Gesamtsystem ist bereits derart von der Wahrheit abgewichen, dass es weder Ohr noch Herz mehr für die Stimme des Herrn hat. Wir alle müssen die Ohren offen halten für den Heiligen Geist, denn die Gefahr, zu ermatten oder zu verflachen und schläfrig zu werden, ist immer sehr groß.

Nun sind aber alle Sendschreiben nicht nur an die betreffenden Versammlungen in Asien gerichtet, noch beziehen sie sich prophetisch nur auf die eigentlich dafür bestimmte Zeitperiode, sondern sie richten sich alle an alle Christen zu allen Zeiten. So hat das Sendschreiben an Thyatira auch uns allerlei zu sagen. Thyatira zeigt, wie notwendig die zwei ersten Gebote des Gesetzes für uns Menschen sind: keine anderen Götter neben dem Herrn zu haben und sich keinerlei Bildnis zu machen, vor dem man sich niederbeugen könnte. Es liegt in der menschlichen Natur, neben dem unsichtbaren Gott noch etwas Näherliegendes, Greifbares zu haben, womit das Herz sich beschäftigen kann. Das System der römischen Kirche, dargestellt in Thyatira, ist die Endentwicklung dieser Neigung, die mit dem Erkalten der Liebe in Ephesus angefangen und sich dann Schritt für Schritt weiter entfaltet hat. Durch dieses Sich-vom-Herrn-abwenden ergab es sich von selbst, dass man Helfer neben Ihn stellte: Maria und die Heiligen. Aus „Jesus und Maria“ wurden dann bald „Maria und Jesus“, und heute nimmt „die Gebenedeite Jungfrau“ einen derart hohen Platz ein, dass Jesus beinahe ausgeschaltet ist.

Man mag nun wohl sagen, das betreffe wohl die katholische Kirche, nicht aber uns. Aber, meine lieben Leser, es geht um das, was das Herz neben dem Herrn Jesus festhalten möchte. Da sind so mancherlei andere begehrenswerte Dinge: Geld, Karriere, Wissenschaft, auch Lehren, Gaben usw., alles dies kann, wenn wir auf unsere Herzen nicht achtgeben, zu einem Götzen werden. Wenn wir dem Herrn nicht unser ganzes Herz schenken, und das, was Er uns als Gaben gegeben hat, nicht völlig unter den Gehorsam des Christus stellen, wird es dem Teufel ein Leichtes werden, die Herzen zu betören und die oben genannten Dinge einnisten zu lassen, so dass sie bald an die erste Stelle rücken und zum Selbstzweck werden. Dann ist es nur noch ein Schritt, um den Herrn ganz aus den Augen zu verlieren. Darum gilt auch für uns die Ermahnung, „zu hören, was der Geist den Versammlungen sagt“.

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