Botschafter des Heils in Christo 1886

Bruchstücke

Die Gnade errettet nicht nur den Sünder vom ewigen Verderben, sondern teilt ihm auch eine Natur mit, welche ihre Wonne findet an allem, was mit Gott in Verbindung steht. In den Tagen der Trübsal und der Schwierigkeiten erfährt die Seele etwas davon, wie unaussprechlich gesegnet es ist, fähig zu sein, auf Gott rechnen zu können. Nicht dann, wenn unser Lebensschifflein auf ruhigen, friedlichen Wogen dahingleitet, wird die Gegenwart unseres Herrn und Meisters besonders gefühlt, sondern dann, wenn der Sturm tobt und die empörten Wellen über dem Schiff zusammenschlagen und es zu verschlingen drohen. Gott gibt nie Anleitung für zwei Schritte auf einmal. Wir müssen einen Schritt tun, und dann gibt Er Licht für den Zweiten. Wenn alles um uns her ruhig und angenehm ist, wenn unser Geschäft blüht, unsere Kinder sich gut betragen, unsere Wohnung bequem ist, unsere Gesundheit nichts zu wünschen übrig lässt, mit einem Wort, wenn uns alles nach Wunsch geht, wie sehr sind wir dann geneigt, den Frieden, welcher auf solchen Umständen ruht, mit jenem Frieden zu verwechseln, der aus der verwirklichten Gegenwart Christi und aus der Gemeinschaft mit Ihm hervorfließt! Der Pfad des Gehorsams mag für Fleisch und Blut oft rau und schmerzlich sein. Aber es ist weit besser, in dem Pfad Gottes zu leiden, als in den Wegen Satans sich wohl zu befinden. Es ist weit besser, mit Christus arm zu sein, als reich ohne Ihn. Wie traurig ist es, einen Christen sagen zu hören: „Ich bedarf einer Erholung. Womit soll ich den Tag ausfüllen? Ich kann nicht immer an Jesus denken.“ Wir möchten einen jeden, der so redet, fragen: Wie willst du die Ewigkeit ausfüllen? Wird Christus nicht genügend sein, um alle die endlosen Zeitalter der Ewigkeit auszufüllen? Wirst du dort einer Erholung bedürfen? Wenn das Herz wirklich der Autorität Christi unterworfen ist, so ist es bereit für alles und jedes, wozu Er uns beruft – sei es stille zu stehen, oder vorwärts zu gehen, sei es viel oder wenig zu tun, tätig oder untätig zu sein. Für ein wahrhaft unterwürfiges und gehorsames Herz ist die Frage nicht: „Was tue ich?“ oder: „wohin gehe ich?“, sondern einfach: „tue ich den Willen meines Herrn?“ Es gibt nichts in der ganzen Welt, was gesegneter wäre, als ein Leben steter Abhängigkeit von Gott zu führen. Gott gebraucht oft ein Geschöpf, um uns zu segnen; aber das ist etwas ganz anderes, als wenn wir uns auf ein Geschöpf stützen und verlassen und so Ihn ausschließen. Im ersten Fall werden wir gesegnet, und Gott wird verherrlicht; im zweiten weiden wir enttäuscht, und Gott wird verunehrt. Ist Gott von uns gekannt und geliebt, und vertrauen wir Ihm? Wenn es der Fall ist, so wird es auch die Freude unserer Herzen sein, in völliger Abhängigkeit von Ihm zu leben.

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