Geistliche Gesänge

Gesänge in der Nacht

Bei Dir zu ruh'n - Quell reinster, tiefster Freude!
Zu hören, was die ew´ge Liebe spricht!
Dein Angesicht zu schau'n! Oh, welche Wonne!
Es fasst mein Herz die Seligkeiten nicht!

Dein Leben, Herr, erfüllt von treuster Liebe,
Ist Eingang um; zum strahlend reinen Licht;
Wo unser Aug' einst schaut in Deinem Glanze,
Dich, wie Du bist, o Herr, von Angesicht.

Komm, Herr! Erfülle meine matte Seele
Mit Deinem Lichte, ewig klar und rein.
Lass mich Dich schau'n in Deines Himmels Wonne,
Lass allzeit mich mit Dir verbunden sein!

Ja, Preis Dir, teurer Herr! O, möchte sprechen
Von Dir allein mein allerschönster Sang!
Stärk' Du das matte Herz! Füll' Da die Seele!
O, stimme selbst Du an, den rechten Klang!

In Deiner ew'gen Liebe, Herr, zu ruhen,
Sehnt innig sich mein unruhvolles Herz,
Dich selbst zu schau'n, im lichten Himmelsglanze,
Fern dieser Erde Mühen, Leid und Schmerz.

Du, Herr, lässt uns des Vaters Lieb' erkennen,
Ihn haben wir durch Dich, den Sohn, geschaut.
Dich preist die Seel' im Vorgeschmack der Liebe,
Mit der Du füllst die Herzen Deiner Braut.

O, bleibe Du bei mir, dass nichts mich halte
Fern, Deinem strahlend reinen Himmelslicht!
Bei Dir ist meine Kraft! O, schenk' in Gnaden,
Dass eitle Erdenfreud' betör' mich nicht!

Du liebst mich, Vater! Ruhe meiner Seele,
Schenkst Du in unfassbarer, ew'ger Gnad'.
Dein Antlitz, das auf Deinen Sohn gestrahlet,
Es scheint voll Huld mir auf des Lebens Pfad.

In Seinem Bilde werde einst ich wandeln,
Von Dir geliebt in alle Ewigkeit.
Obschon ich hier im Tränental noch walle,
Füllt dies mein Herz mit Freud' und Seligkeit.

Weit über allen Kreaturen schwebet,
Herr, Deiner ew'gen Liebe Wunderkraft.
Sie ist's, die meine Seel' mit Freud' erfüllet,
Aus armen Sündern Himmelserben schafft.

Gern weilt mein Geist in jenen sel'gen Höhen,
Wo ew'ges Lob zu Deinem Ruhm erklingt.
Es sehnt mein Herz sich heiß, dorthin zu eilen,
Wo der Erlösten Schar anbetend singt.

Dich will ich preisen, Herr! Du lässt mich schauen
Des Vaters Angesicht, voll Herrlichkeit.
Dich will ich loben, dessen Lieb' und Gnade
Mich nahgebracht für alle Ewigkeit.

Wohl wird, was irdisch ist, hienieden welken;
Die Schönheit der Natur, sie geht dahin.
Doch ew'ge Lobgesänge werden steigen,
O Herr, zu Deinem Gnadenthrone hin.

Es füllt Dein Geist schon heute meine Seele
Und Deine Liebe stärket mich mit Macht.
O, Herr, bewahr' und leite meine Schritte,
Der Du Gesänge gibst mir in der Nacht.

Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht