Geistliche Gesänge

Der Lebensbaum

Bald werden wir vom Lebensbaum genießen
Die schönsten Früchte dort im ew'gen Licht.
In jenem Land, das wir schon lange lieben,
Wo unser Auge allzeit hingericht´.

Es sehnt das Herz sich nach der obern Heimat;
Doch bald, bei der Posaune hellem Ton,
Da werden droben wir die Früchte schmecken,
Die Gott uns immer neu gibt in dem Sohn.

Dort wird gestillt des Herzens tiefstes Sehnen,
Die Seele voll und ganz befriedigt sein;
Da, wo kein arger Feind sich wagt zu nahen;
Wo ew'ge Ruhe nach der Erde Pein.

Vorbei ist jeder Streit; denn ew'ger Friede
Und ew'ge Freud' herrscht an dein sel'gen Ort.
Es sehnt mein Geist sich, heut' schon zu genießen,
Des Lebensbaumes süße Früchte dort.

Die reichsten Blüten und die schönsten Früchte
Trägt dann der Lebensbaum in Ewigkeit.
Gott selbst hält sie, in unfaßbarer Liebe,
Als Speise meiner Seele stets bereit.

Nicht dringet ein, ins Paradiese Gottes,
Betrug und sündbefleckter Füße Tritt.
Des Lebensstromes Trank, die ew´ge Speise,
Ist Christus, der am Kreuze für uns litt.

Er, der für uns Sein heil'ges Blut vergossen,
Ist ewig Gegenstand der höchsten Freud';
Drum sei Ihm Ehre, Preis, ohn' alle Maßen,
Dem Gotteslamm, dem Herrn der Herrlichkeit.

O, meine Seele, möchtest du genießen,
Des Lebensbaumes Früchte heute schon?
Dann schwing empor dich nach den lichten Höhen
Zu Gottes wunderbarem Gnadenthron!

In Seiner heil'gen Liebe tief gewurzelt,
Schon vor dem Anfang aller Welt und Zeit;
Ja, eh' die Söhne Gottes sangen,
Grünt dort der Lebensbaum in Ewigkeit.

Des Gotteslammes Herrlichkeit erstrahlet;
Ist ew'gen Lobgesanges Gegenstand.
Besiegelt sind die Gnadenwege Gottes;
Reicht voll Erbarmen Er uns doch die Hand.

Als Kind kam Gottes eigner Sohn auf Erden,
In dieses fluchbelad'ne, öde Land;
Verachtung stolzer Menschen preisgegeben,
Gedeiht der Lebensbaum in Gottes Hand.

Ja, Gnade, Wahrheit, unerreichte Liebe,
Sind dieses Baumes süße Früchte dort.
Und Lebensströme für den durst'gen Boden,
Oh, Heiland, spendest Du an jenem Ort.

Es können Himmelsworte sie nicht nennen,
Des Vaters Offenbarung, göttlich groß;
Nur durch den Geist von oben wir genießen,
Die Früchte Seiner Lieb', so schrankenlos.

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