Was sagen uns die Psalmen?

Psalm 118

Psalm 118

Vers 1‑9

Wie oft wird die Güte Gottes in den Psalmen ge­nannt! Der Heilige Geist ist es, der uns dieselbe im­mer wieder vor Augen führt. Gott ist gütig, „Seine Güte währet ewiglich“, lesen wir zu wiederholten Malen; siehe besonders Psalm 136. Der Mensch ist der Gegenstand dieser andauernden Güte, und doch, wie oft geht er gedankenlos daran vorbei! Aber un­geachtet dieses Undankes lässt Gott den Strom Sei­ner Güte fliessen; ein sprechendes Beispiel davon ist das Volk Israel. Seine ganze Geschichte von Ägypten bis zum Eingang in das Tausendjährige Reich be­weist, dass Gott gütig und barmherzig ist. Der Un­gehorsam des Volkes, sein Götzendienst und, was unendlich schlimmer ist, die Verwerfung und Kreu­zigung seines Messias, des Sohnes Gottes, vermoch­ten nicht, diese Güte zu beeinträchtigen; sie ruht nicht, bis sie den Gegenstand ihrer Gunst dorthin gebracht hat, wo sie ihn haben will. Dieser gütige Gott ist unser Vater, und die gleiche Geduld und Langmut, die Et Israel erzeigt hat, kommt auch uns täglich zugute. Möchten wir dieser Tatsache mehr bewusst sein!

Vers 10‑13

Diese Verse geben uns eine Illustration von der Art und Weise Satans in seinem Bestreben, den Gläu­bigen zu Fall zu bringen.

Seiner Helfershelfer sind viele: „Sie hatten mich umringt wie Bienen.“ Nennen wir einige: die Lust des Fleisches, die Lust der Augen, der Hochmut des Lebens ‑ alles in allem: die Welt mit ihren zahlrei­chen Verlockungen und Ablenkungen.

Es würde zu weit führen, sie alle aufzuzählen; im­merhin wollen wir auch einige der scheinbar un­schädlichen Dinge ins Auge fassen, welche der Feind unserer Seelen benutzt, um uns an der Gemeinschaft mit dem Herrn zu verhindern. An ihrer Spitze steht wohl der sogenannte harmlose Lesestoff. Viele Gläu­bige geben sich nicht Rechenschaft, dass die Abkehr von einer bis dahin gepflegten Gemeinschaft mit dem Herrn ihren Anfang bei der Wahl eines Buches, einer „Illustrierten“, etc. hatte. Durch solche und andere Dinge dringt die Welt ins Herz und verur­sacht unabsehbaren Schaden. Sollen wir diesen Fein­den gegenüber die Waffen strecken? David vertilgte seine Feinde im Namen Jehovas. Dem Herrn sei Dank, dieselbe Hilfsquelle steht uns zur Verfügung (Eph. 6,10‑12). Angetan mit der ganzen Waffen­rüstung Gottes vermögen wir den Listen des Feindes zu widerstehen.

Vers 14‑21

„Meine Stärke und mein Gesang ist Jah, und er ist mir zur Rettung geworden.“ Diese Worte, als Fortsetzung der vorhergehenden Verse, erinnern uns an den Ausspruch Nehemias: „... Betrübet euch nicht, denn die Freude an Jehova ist eure Stärke.“ In der Tat, da liegt die Quelle der Kraft für den Gläubigen. Es ist zu befürchten, dass manche Kinder Gottes diese Quelle noch nicht entdeckt haben. Viele glau­ben, sie liege im Kampf gegen die Sünde, erleiden dabei aber nur Enttäuschungen. Sie haben noch nicht erkannt, dass die Kraft sich allein im Herrn findet. Der Psalmist war sich seines eigenen Unver­mögens bewusst; er ruft deshalb aus: „Die Rechte Jehovas tut mächtige Taten.“ Möchten auch wir da­von überzeugt sein, und im Bewusstsein dessen, was Er ist und tut, uns in der Nähe des Herrn aufhalten und uns freuen. Da liegt unsere Stärke.

Im 18. Vers haben wir die Züchtigung als Strafe, wie sie der Herr hin und wieder zur Erziehung der Seinigen gebrauchen muss. Durch dieselbe werden gewissermassen die „Tore der Gerechtigkeit“ geöff­net, und das Ergebnis ist: „Jah will ich preisen.“

Vers 22‑29

Der 22. Vers deutet auf den Herrn Jesus hin. Er ist der Stein, den die Bauleute in Israel verworfen haben, der unscheinbare Eckstein, den man verächtlich auf die Seite schob und schliesslich verwarf; in Matth. 21, 42  nimmt der Herr selber Bezug darauf. Später übernimmt Petrus diesen Vers in seiner Rede an die Obersten des Volkes und wiederholt ihn in 1.Petrus 2,6‑8. Währenddem nun dieser Stein „die Kostbarkeit“ ist für die, welche glauben, bedeutet er Gericht für die Ungläubigen. Für sie ist er mein Stein des Anstosses und ein Fels des Ärger­nisses“. Lasst uns dem Herrn danken, dass Er uns die Augen geöffnet und uns fähig gemacht hat, diese „Kostbarkeit“ zu erkennen. ja, auch wir können sagen: „Wunderbar ist es in unsern Augen.“

Die Schlussworte dieses Psalmes führen uns wieder im Gedanken zum Zeitpunkt der Aufrichtung des Tau­sendjährigen Reiches. „Bitte, Jehova, gib doch Wohl­fahrt!“ Und gleich darauf folgt die Antwort: „Ge­segnet, der da kommt im Namen Jehovas!“ Christus erscheint zur Aufrichtung Seines Friedensreiches.

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