Was sagen uns die Psalmen?

Psalm 133

Psalm 133

Dieser Psalm ist oft unter uns gelesen worden. Wenn wir Augenblicke gesegneter Gemeinschaft genossen haben, verweisen wir gerne auf den 1. Vers: „Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder ein­trächtig beieinander wohnen!“ Anderseits empfin­den wir ein Gefühl schmerzlicher Sehnsucht nach der Verwirklichung dieser Worte, falls diese Gemein­schaft unter uns entbehrt wird.

Wenn wir der Person des Herrn Jesus den Platz geben, der Ihm gebührt, und zwar sowohl in unseren Zuneigungen und im täglichen Leben als auch in der Versammlung, so werden wir stets einträchtig beieinander wohnen. Das entspricht dem Verlangen des Heiligen Geistes, der stets unsern Blick auf den Herrn richten möchte.

Dies geschieht besonders am ersten Tage der Woche, wenn wir zur Anbetung zusammenkommen. An Seinem Tische versammelt sind wir mit Ihm be­schäftigt; der Heilige Geist lässt eine Herrlichkeit nach der andern an unsern Augen vorüberziehen, und mit einem Herzen, aus einem Munde bringen wir Ihm den Dank und das Lob, die Ihm zukommen. Wir sehen hier den normalen geistlichen und prak­tischen Zustand, in welchem wir den Tag des Herrn begehen sollen.

In Bezug auf den 1. Vers, in welchem die Kostbar­keit der Eintracht unter Brüdern besonders hervor­gehoben wird, schreibt jemand: „Wir reden viel von Gemeinschaft. Hüten wir uns, aus derselben etwas rein Äusserliches zu machen; das würde zu einem schlimmen Formalismus führen und zur Entweihung einer heiligen Sache ... Man geniesst diese Eintracht, diese Gemeinschaft in dem Mass, wie wir über uns selbst wachen und uns in der Nähe des Herrn auf­halten.“

In den folgenden Versen lesen wir von dem „köstlichen Öl“ und dem „Tau des Hermon“. Das erste ist ein Bild des Heiligen Geistes, den der Herr, nachdem Er zum Vater zurückgekehrt war, herniedergesandt hat, siehe Joh. 16, 7. Dieses „köstliche Öl“ fliesst her­nieder auf den Saum der Kleider des Hohenpriesters; wir erkennen darin das gegenwärtige Teil der Gläu­bigen, welche als einträchtig beieinander wohnend gesehen werden, mit dem Begehren, dem Herrn zu huldigen. „Der Tau des Hermon“ spricht von dem Segen, der von einem verherrlichten Christus auf die Seinigen herabkommt. In Ihm ist alles vollkommen; an uns ist es, die Lieblichkeiten, die in diesem Psalm ausgedrückt sind, zu verwirklichen.

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