Was sagen uns die Psalmen?

Psalm 103

Psalm 103

Vers 1‑2

Dieser Psalm gehört wahrscheinlich zu denen, die am meisten gelesen werden ‑ ein Psalm des Lobes, des Dankes und der Bewunderung der Wege Gottes in Güte und Erbarmen. jedes Kind Gottes kann in die Worte einstimmen: „Preise Jehova, meine Seele, und all mein Inneres seinen heiligen Namen!“

Wie wichtig ist auch die Ermahnung: „Vergiss nicht alle seine Wohltaten!“ Der Wohltaten unseres Vaters sind unendlich viele; wer könnte sie zählen? Sind wir indessen nicht in Gefahr, dieselben gedankenlos zu übersehen? Anderseits können wir eine liebliche Wahrnehmung machen, nämlich: wenn wir anfangen die Wohltaten des Herrn zu zählen, so sind wir erstaunt, wie gross ihre Zahl ist. Es sind nicht immer Dinge, welche in die Augen springen, sondern vielfach Kleinigkeiten, welche die Menschen nicht beachten. Derjenige aber, der sich ein aufmerksames Auge erbeten hat, sieht sie und freut sich darüber. Diese Wohltaten sind lauter schätzbare Gaben unseres himmlischen Vaters, Gaben, für welche wir Ihm danken dürfen. Wie muss es Sein Herz erfreuen, wenn Er sieht, dass wir nicht achtlos an Seiner Güte vorbeigehen!

Vers 3‑5

Unser Gott ist ein vergebender Gott; Er vergibt jedem Sünder, der reumütig zu Ihm kommt. Und in Bezug auf die Gläubigen lesen wir in 1. Joh. 1, 9: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.“

Die Verheissung: „der da heilt alle deine Krankheiten“, bezieht sich auf Israel. Gott hatte durch Mose Seinem Volke sagen lassen: „Wenn du fleissig auf die Stimme Jehovas, deines Gottes, hören wirst ... so werde ich keine der Krankheiten auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin Jehova, der dich heilt“ (2. Mose 15, 26). Im Tausendjährigen Reich wird dieses Wort vollends in Erfüllung gehen. Indem wir nun die Güte, die Erbarmungen und die Erlösung von der Grube an unserm geistigen Auge vorbeigehen lassen, wollen wir nicht übersehen, dass das alles auf dem Werke des Christus auf Golgatha beruht. Gott sah im voraus die Ergebnisse dieses Werkes und deshalb konnte Er David, dem Schreiber dieses Psalmes, auch die Worte eingeben: „der dein Leben erlöst von der Grube“.

Vers 6‑12

„Jehova übt Gerechtigkeit und schafft Recht allen, die bedrückt werden.“ Welch ein Trost, das zu wissen! Die Welt, in der wir leben, ist gekennzeichnet durch Ungerechtigkeit und Bedrückung; mag dieses auch manchmal verdeckt sein, so ist es doch weit verbreitet. Aber es gibt Einen, der alles gerecht beurteilt und zu Seiner Zeit das Recht der Seinigen, das vielleicht mit Füssen getreten wurde, hervorstrahlen lassen wird.

„Er hat uns nicht getan nach unseren Sünden, und nach unseren Ungerechtigkeiten uns nicht vergolten.“ Beim Lesen dieser Worte denken wir unwillkürlich daran, was mit uns geschehen würde, wenn wir die Strafe für unsere Sünden tragen müssten. Das würde ein ewiges Strafgericht bedeuten. Aber - Gott sei ewig Dank dafür! - unsere Sünden sind gesühnt und die Schuld ist getilgt, weil unser Stellvertreter für uns am Kreuze gebüßt hat. Um uns vollends dieserhalb zu beruhigen, wird uns hier das Beispiel von der Entfernung zwischen Osten und Westen gegeben, die, wie wir wissen, niemals zusammen kommen können ‑ eine Tatsache, welche in diesem Zusammenhang im Neuen Testament des bestimmtesten bekräftigt wird.

Vers 13‑22

In den Versen 11, 13 und 17 lesen wir von der Güte und dem Erbarmen Gottes in Verbindung mit der Gottesfurcht. Die Heilige Schrift bezeugt zu ungezählten Malen, dass Gott gütig ist. Er ist gütig gegen alle Menschen (Röm. 2, 4), denn Seine Güte ist es, welche sie zur Buße leiten will. Darin sehen wir Seine Güte im allgemeinen. Daneben gibt es noch ein besonderes Maß Seiner Güte und Seines Erbarmens, und zwar gegen die, welche Ihn fürchten. Es darf uns nicht gleichgültig sein, inwieweit uns dieselben zugute kommen; lasst uns daher in der Gottesfurcht wandeln und alles meiden, was Ihm missfallen könnte.

Die Verse 13 und 14 zeugen ebenfalls von Seinem Erbarmen; wie gnädig und mild ist Seine Beurteilung über die, welche Ihn fürchten! Wer sich aber in leichtfertiger Weise darauf zu stützen wähnt, dass Gott unser schwaches Gebilde kennt, der irrt sich. Möchten wir vielmehr, angesichts der Kürze unseres Lebens, uns zur wahren Gottesfurcht bekennen! Die Schlussverse haben Bezug auf die Zeit, wo der Herr in Seinem Reiche thronen und alles die Stimme zu Seinem Preis erheben wird.

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