Botschafter des Heils in Christo 1854

Die Welt und die Kirche Teil 5/5

Kapitel 21,1–8: Ein Ereignis von höchster Wichtigkeit hier ist, das Jesus dass Reich Gott dem Vater zurückgibt (1. Kor 15,24) Er nahm als Mensch das Reich ein. Derjenige, der Mensch wurde, hat sich erniedrigt, und ist über alles erhoben worden. Es handelt sich von seiner Menschheit und nicht nur von seiner Gottheit.

Gegenwärtig vertritt Jesus uns als Mensch; als Mensch auch wird Er herrschen. Dieses ist sehr köstlich für uns. Jesus ist nicht ein unbekannter Gott, sondern ein Mensch zur Rechten Gottes sitzend. Als Mensch wird Er das Reich Gott dem Vater zurückgeben, welches Er als Mensch erhalten hatte (1. Kor 15,22–28) Als Mensch wird der Sohn Gott untertan sein, und nicht mehr herrschen, obgleich Er als Gott ewig herrschen wird. Wenn alle Heiligen glücklich sind, bedarf es keines Vertreters mehr, auch keiner Regierung, wenn keine Bösen mehr sind; Gott wird alles in allen sein.

Die Gerechtigkeit wird dann nicht herrschen; sie wird wohnen.

Die Vollkommenheit wird erst dann stattfinden, wann alles neu gemacht sein wird. Hier ist kein Unterschied des Volkes Gottes unter den Menschen. Die Wohnung Gottes ist bei den Menschen. Alles ist Friede. Gott ist alles in allen. Alle diejenigen, welche nach dem Gericht bleiben, sind zusammen gesegnet. Aber zu erwägen ist, ob das, was die jetzige Kirche ist, nicht auch einen besonderen Segen hat, ob sie nicht die Wohnung Gottes unter den Menschen sein wird.

Jesus ist hier das A und das O, der Anfang und das Ende aller Ratschlüsse Gottes. Er ist selbst Gott. Wann er alles vollendet und alles Gott unterworfen haben wild, dann wird der allgemeine Segen stattfinden. Seit dem Fall Adams bis zu dem Tag dort, ist die Offenbarung der Gnade und der Geduld Gottes.

In einem Sinn sind wir hier am Ende des Buches der Offenbarung Denn hier enden sich alle Ereignisse der Prophezeiung. Was noch folgt, ist eine Beschreibung des neuen Jerusalems, der Freude der Heiligen, während der tausend Jahre, und die Verbindung des himmlischen Jerusalems mit der Erde. Alles hält an Christus. Der kleinste derer, welche Christus anhängen, Christus lieben, wird in der Herrlichkeit Christi glänzen; und ein solcher wird von den Gottlosen selbst, die ihn jetzt verachten, als weise erfunden werden.

Gott wolle uns geben, der Herrlichkeit Christi treu zu sein, während die Welt diese Herrlichkeit jetzt verachtet, und so werden wir Teil daran haben, wenn sie offenbart werden wird.

Kapitel 21,9–27 bis Kapitel 22,1–5 Indem ihr den 9. Vers mit dem ersten des 16, Kapitels vergleicht, werdet ihr diese Ähnlichkeit finden, dass es einer der sieben Engel, die die sieben Schalen haben, ist, welcher dem Johannes die Beschreibung Babylons gibt, und dass es auch einer von ihnen ist, welcher die Braut des Lammes, du: heilige Stadt, so wie die ganze Folge der Prophezeiung vom 9. Vers an beschreibt. Der Mittlerdienst des Lammes ist beendigt.

Was sich im Kapitel 21,9–27 und Kapitel 22,1–5 findet, bildet keine historische oder prophetische Folge des vorhergehenden. Es ist eine Beschreibung des neuen Jerusalems und mehrere Umstände gehen dem Anfang dieses Kapitels voran. Der Engel beschreibt auch Babylon, nachdem er ihre Geschichte gezeigt hat.

Vers 9–13 Nur im Himmel ist es, in der Herrlichkeit, wo von der Braut, dem Weib des Lammes, die Rede ist. Die gegenwärtige Haushaltung ist nur die Sammlung der lebendigen Steine dieser Stadt, die Sammlung der Heiligen, der Kirche. Durch die Auferstehung werden wir alle, ganz geräuschlos, an die Stelle gesetzt werden, welche uns bereitet worden ist (1. Kön 6,7).

Hier ist die Braut des Lammes, nicht die des Königs, wie im alten Testamente. Die Kirche hat Teil an den Leiden wie an der Herrlichkeit Christi; und für sie ist Jesus das Lamm und nicht der König; die Offenbarung der himmlischen Gerechtigkeit und nicht der irdischen Gerechtigkeit; denn im letzteren Fall halte Christus nicht sterben sollen. Diese himmlische Gerechtigkeit ist in Gott verborgen, nicht gekannt von der Welt; aber dem Glauben bekannt. Vor der Welt ist der Tod Christi die größte Ungerechtigkeit des Menschen. Das Lamm ist auch die Offenbarung der Geduld und der Güte Gottes. Er konnte nur im Himmel nach seinem Wert geschätzt werden. Keine Belohnung auf der Erde konnte dessen, Jesus gelitten hat, würdig sein. Die Art, wie Jesus den verherrlicht hat, konnte nicht anders würdig belohnt werden, Sohn zur Rechten des Vaters zu setzen. Leiden, um recht gehandelt zu haben, sich allem unterwerfen, dies ist der Anteil des Christen, Besser ist es, den Charakter Jesu zu behalten als seinen Mantel. Die Kirche hat an diesem allem Teil. Sie hat die Gemeinschaft seine? Leiden und seiner Auferstehung. Sie wird die Braut des Lammes in seiner Herrlichkeit, wie sie in seiner Verwerfung Teil an seinen Leiden halte. Man kann nicht Anteil an Christus oben haben, ohne Anteil an Christus hier unten gehabt zu haben. Christus ist ein Ganzes.

Die Braut des Königs ist die Braut auf der Erde. Die Braue des Lammes ist die Kirche in der Herrlichkeit. Sogar in der Herrlichkeit ist die Gnade der Anteil der Kirche. Die Regierung der Gerechtigkeit bezeichnet Jerusalem auf der Erde. Die Stadt kommt vom Himmel. Die Stadt, welche von der Erde kommt, ist Babylon. Hier ist das „heilige Jerusalem“. „Sie kommt vom Himmel.“ Sie befindet sich nicht auf der Erde; wo man auch keinem Begriff davon hat. Der Erde kann es offenbart werden; aber es ist eine himmlische Sache in ihrem Ursprünge, in ihrem Charakter, in ihrer ganzen Natur.

Was von Gott kommt, ist heilig. Jesus, der einzige, wahrhaft von Gott ausgegangene Mensch, war vollkommen heilig. Er war nicht von der Erde. Unmöglich kann etwas den Ursprung und die Natur dessen beflecken, was vom Himmel kommt. „Er kaum nicht sündigen, weil er von Gott geboren ist“ (1. Joh 3,9). Unser auferstandene Leib ist ein Tempel Gottes; es ist eine Herrlichkeit im Himmel aufbewahrt. Das, was wahrhaft von Gott vereint mit Gott ist, kann sich nicht beflecken. Seiner Natur nach ist das wesentlich göttliche Leben nicht nur rein; sondern es kann sich weder beflecken, noch sich verderben.

Es ist hier noch etwas mehr, „die Herrlichkeit Gottes.“ Dann hat die Stadt die Formen und die Schönheit dessen, was Gott in Herrlichkeit offenbart. „Wir rühmen uns der Hoffnung auf die Herrlichkeit bei Gott“ (Röm 5,2) Christus wird kommen, um in den Heiligen verherrlicht zu werden, und die Kirche ist mit der Herrlichkeit Gottes selbst bekleidet. Es ist köstlich, dass wir immer den wahren Zweck Gottes haben, welcher sich nicht diesseits seiner Herrlichkeit aufhalten kann. Will man den Grund aller Ratschlüsse Gottes sehen, so muss man seine Herrlichkeit ins Auge fassen. Was mich auf der Reise durch diesen oder jenen Ort führte, ist nicht der Wunsch diesen Ort zu sehen, sondern derjenige, auf ein entfernteres Ziel zu gelangen. Der Blick auf die Herrlichkeit heiligt wahrhaft, und gibt ein Ziel, erhaben über alles, was bereit sein könnte, um uns aufzuhalten. Niemals, hier unten, wird man, auch in den kleinsten Einzelheiten, recht wandeln können, wenn das große Ziel nicht vor unseren Augen ist. Habe ich einen Gegenstand vor der Herrlichkeit, sogar den guten Zustand der Kirche im Einzelnen, so wird meine Seele darunter leiden, obgleich der himmlische Charakter nicht darunter leidet. Ein etwas erhebt alles, was der Christ tut, welcher in dem, was er tut, die Herrlichkeit Gottes zum Ziel hat.

Niemals ist in der Offenbarung die Rede vom Vater. Wir haben auch hier nicht Kinder des Vaters, sondern die Braut des Lammes. Dieses Buch spricht von Regierung und von Herrlichkeit; und Gott, in diesem Buch, nimmt alle Titel, außer dem des Vaters an.

Die Apostel des Lammes Vers 14, nicht die zwölf Stämme Israels, bilden die Grundsteine der Stadt. Die Propheten wussten, dass diese Dinge nicht für sie, aber für uns wären (1. Pet 1,12).

Es ist darin eine vollkommene Ordnung. Der goldene Stab; (V 15) die genaue Gerechtigkeit Gottes misst alles, und richtet alles. Das Resultat der Arbeit Gottes ist vollkommen. Nichts fehlt darin. Nichts ist länger als dass andere. Alles darin ist vollkommen geordnet. Kein einziger Hammerschlag ist darin mehr nötig. Alles ist vollkommen. Gott ist der Baumeister.

Vers 18 Gott ist das Gebäude der Mauer. Der Jaspis stellt Gott vor. Christus ist mit reinem Gold umgürtet, und es ist gesagt: „Gerechtigkeit ist der Gurt seiner Lenden.“ Es ist die göttliche nicht irdische Gerechtigkeit in Jesu erfüllt.

Vers 21. Da ist auch die Reinheit ein durchsichtiger Kristall die vollkommene Reinheit Gottes, welche nicht mehr befleckt werden kann (Kap 15,2). Die Reinheit ist nicht mehr Wasser, sondern. Kristall, sie ist dicht und fest gemacht. Die Kirche, eins mit Christus, wird hier gesehen, die Gerechtigkeit Gottes, seine Reinheit, seine Heiligkeit besitzend. Die menschliche Gerechtigkeit ziemt einem Christen nicht. Man kann die irdische Gerechtigkeit, welche sagt: Aug um Aug, Zahn um Zahn, nicht mit der Gnade vermengen. Die Gerechtigkeit des Himmels kann sich mit der Gnade vereinen, und die einzige Gerechtigkeit, welche den Christen zukommt, ist eine himmlische Gerechtigkeit. Indem Gott ihm seine Natur mitteilte, ist er über die Sünde erhaben, und hat Teil an der Herrlichkeit Gottes. Der wahre Charakter des Christen ist der der Gerechtigkeit und der göttlichen Heiligkeit und der der Gnade. Es ist das, was Gott zukommt, wann er als Mensch offenbart ist. Es ist Glauben nötig, um sein Vermögen zu verlieren und zu vergeben; aber wenn dies aus der Gesellschaft der Menschen ausgehen heißt, so ist es dafür in diejenige Gottes eintreten. Welch ein Teil für uns und wie erhebt dies unsere Seelen! – Diese Gerechtigkeit, diese Heiligkeit Gottes kann nicht vollkommen offenbart werden, bis dass die Kirche in Herrlichkeit offenbart ist. –

Die Verschiedenheiten der Steine. Vers 19 und 20 enthalten Einzelheiten, welche meine Kenntnisse übersteigen. Von Satan ist gesagt, dass er vor seinem Fall unter feurigen Steinen wandelte, dass allerlei kostbares Gestein seine Decke war (Hes 28,14). Christus hat diese Steine auf dem Brustschild des Hohepriesters. Diese Steine sind die Herrlichkeit, worin die erhabenste Kreatur vor ihrem Fall wandelte. Es ist die Herrlichkeit, in welcher Christus sich befindet, und wo er erkaufte Geschöpfe hinsetzt. Die Kirche ist in dieser Herrlichkeit. Es ist in Beziehung auf Herrlichkeit die größte Nähe Gottes. Es ist das Strahlen der göttlichen Natur in ihrer mannigfaltigen Schönheit durch die Kreatur offenbart und abgespiegelt, und dieses in der unmittelbarsten Beziehung zu Gott. Ein Strahlenwechsel zwischen Ihm und der Kreatur. Im Hesekiel findet sich dies in der Schöpfung; auf dem Brustschild Jesu in Gnade; hier in Herrlichkeit. Es handelt sich hier um die Rechte der Oberherrschaft Gottes, welcher die Kirche in diese Herrlichkeit setzt, und nicht um die Zuneigung des Vaters zu den Kindern.

Im Vers 21 sind die zwölf Tore zwölf Perlen. Was schön zu nennen ist, die Vollkommenheit der moralischen Gnade in der Kirche, eine Perle von großem Wert? (Mt 13,46). Das ist es, was Christus gesucht hatte. Die Straßen sind reines Gold, wie durchscheinender Kristall; keinerlei Befleckung ist mehr möglich. Jesus wird sich nicht mehr zu beschäftigen haben, uns die Füße zu waschen, damit wir in die Gegenwart Gottes kommen kennen zum Gottesdienst. In der Herrlichkeit wird man in der Reinheit aufrecht flehen. Je weiter wir gehen, je mehr werden wir in der Reinheit sein, ohne mehr des Gewissens zu bedürfen, um auf unserer Hut zu sein. Je mehr wir unseren Neigungen überlassen werden, je mehr werden wir Gott loben. Dies ist eine große Ruhe für denjenigen, welcher die Heiligkeit liebt. Wir werden Edelsteine sein in der Herrlichkeit, und wir werden in der Reinheit wandeln. Dieses ist die himmlische Ruhe. –

Vers 22–27. Es ist darin kein Tempel, d. h. nichts mehr, welches die Herrlichkeit Gottes einschließt. Die Verhüllung Gottes ist der Tempel. Er enthält sein Volk. Wenn man aus dem Tempel ging, so fand man die Welt. Dann wird man eingeschlossen sein in Gott. Er ist der innigste Mittelpunkt von allem, wie auch der Umkreis unseres Glücks. Um aus der Reinheit hinauszugehen, müsste man aus Gott gehen, welcher unendlich ist. Alle Namen Gottes in dieser Haushaltung, außer dem des Vaters, sind da. Das Lamm, dasjenige, das gelitten hat, und welches alle unsere Neigungen in sich zusammenfasst, ist auch der Tempel. Gott wird die Sonne der Stadt sein (V 23) und wir werden erkennen, wie wir erkannt sind. Dieses hat Bedeutung. – Die Nationen auf der Erde, die im Gericht verschont blieben, wandeln im sicheren Licht, im Licht der Stadt. Jesus sagt: „Die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, die habe ich ihnen gegeben, auf dass die Welt erkenne, dass du sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast“ (Joh 17,22–23). Es wird eine Welt sein, welche es wissen und sehen wird, bei der Offenbarung dieser Herrlichkeit. Die Zuneigung der Braut freut sich der Herrlichkeit, welche dem Lamm zukommt, und die Braut ist in dieser Herrlichkeit offenbart. Die Kirche, als die Offenbarung der Güte und der Herrlichkeit Gottes, wird das Licht der Welt sein. In unserer Herrlichkeit wird die Welt begreifen, welch einen Erlöser wir gehabt haben. Welche Freude für uns, in welchen, in den zukünftigen Zeiten der überschwängliche Reichtum seiner Gnade und seiner Güte gegen uns in Christus Jesus gezeigt werden wird (Eph 2,7). Wann die Welt uns dort sehen wird, kann sie begreifen, dass Gott uns geliebt hat, wie er Jesus geliebt hat. Alles entspricht dann dem Teile, das wir hienieden gehabt. Das irdische Jerusalem wird sich an den Feinden Gottes rächen. Hier unten sind wir die Werkzeuge der Gnade und der Herrlichkeit Gottes. Sünder können davon von Herzen reden. Dieses fährt im Himmel fort. Die Kirche wird in der Herrlichkeit das Zeugnis der Gnade sein, und das irdische Jerusalem wird strenge Gerechtigkeit gegen die Sünde ausüben. Jetzt ist Gott verwerfen und verachtet in uns. Er wird in uns verherrlicht werden!

Jesajas 40 zeigt uns, dass das irdische Jerusalem die irdische Regierung, und die Rechte der Gerechtigkeit Gottes hat, „Die Nationen und die Völker, welche dir nicht dienen, werden umkommen“ (V 12). Was das himmlische Jerusalem betrifft: „Die Nationen der Erretteten werden in ihrem Licht wandeln.“ Alles, was Gott in der Herrlichkeit vervollkommnen wird, muss hier unten durch den Heiligen Geist offenbart werden Durch Vorgeschmack lässt der Heilige Geist uns etwas von dieser Herrlichkeit vorher erkennen. Und das Erkennen dieser Herrlichkeit ist ein Tätigkeits–Prinzip, welches die Welt niemals zu begreifen vermag; die Früchte aber kann sie verstehen. Die Selbstsucht der Welt versteht die Gnade, welche in dem Christen ist, und welche verzeiht; aber im Grundsatz ist diese Gnade eine Torheit für sie. Obgleich sie unsere Gründe nicht begreift, ist die Treue ein Zeugnis der Gnade. Gott möge in uns geheiligt werden durch den Anblick dieser Herrlichkeit!

Der Anfang des Kapitels 22 zeigt uns die Verbindung der himmlischen Stadt mit der Erde, mit der Welt. Die Welt wird sehen, dass wir geliebt worden sind, und wird wissen, wie sehr wir geliebt wurden, wann bei der Erscheinung Christi, wir auch mit Ihm in Herrlichkeit erscheinen werden. Wann er erscheint, muss er ja vor jemand sein. Seine Erscheinung ist seine Offenbarung in der Welt, von welcher er verworfen wurde, aus welcher aber Gott den Schauplatz alles dessen machte, was er von sich selbst offenbart hat. Da ist es, wo die Sünde hereintrat, wo Satan regiert, wo der Mensch in Empörung gegen Gott lebte, wo die Engel Jesu dienten, wo Jesus den Hades besiegte, den Tod und den Fürsten dieser Welt. Nichts ist einfacher, als dass Gott die Herrlichkeit Jesu und die der Christen in der Welt offenbart, auf welcher sie verachtet wurde.

Wir werden jetzt die großen Prinzipien dieser Herrlichkeit sehen.

Das irdische Jerusalem hat fast alle Charakter des Himmlischen. Indessen ist ein wesentlicher Unterschied. Das heißt, in dem Himmlischen ist die Herrlichkeit, und von ihr aus wird das irdische Jerusalem beleuchtet. Dieses ist unter einem Gesetz, unter einer Regierung. Unsere christliche Erziehung auf dieser Erde macht uns fähig diese Herrlichkeit zu offenbaren.

Das irdische Jerusalem ist auf der Erde der Sitz der Regierung Gottes in Gerechtigkeit. Seine Herrlichkeit verlangt die Erniedrigung aller Nationen (Sach 1,21; 2,8–13; 8,22–23 usw.). Unter Israel sah man die Geduld Gottes in der Regierung, und die Unfähigkeit Israels, sich dieselbe zu Nutze zu machen. Die Regierung des neuen Jerusalems wird sein Gesetz in ihr Herz schreiben, (Hes 36,27) und wird sie fähig machen, dieser Regierung Gottes zu entsprechen, und Gott wird darin seine Herrlichkeit offenbaren. „Mein Volk werden alle gerecht sein.“

Im himmlischen Jerusalem ist eine innigere Entfaltung der Hilfsquellen, welche in Gott sind, um zu segnen, wenn sich Elend und nicht Gehorsam findet. Auf dem Lebensbaum sind Blätter, bestimmt zur Heilung der Heiden.

In Eden wurde der Mensch versucht als unschuldig noch. Darin waren zwei Bäume: der Eine des Lebens, der Andere der Erkenntnis des Guten und Bösen. Das Leben, ohne welches man nichts machen kann und die Verantwortlichkeit; dies sind die Grundlagen jeglicher Religion.

Hinsichtlich der Verantwortlichkeit befand sich der Mensch in zwei Lagen; in der Unschuld und in der Sünde, in Eben und unter dem Gesetze. Das Gesetz verlangt den Gehorsam, nachdem die Erkenntnis des Guten und Bösen da ist; und ist Böses da, so wirkt die Gegenwart Gottes dahin, uns zur Flucht zu bringen. Das Gesetz macht die Verantwortlichkeit in dem Menschen, welcher die Erkenntnis des Guten und Bösen hat, Wirksam; aber das Leben gibt es nicht.

Christus beschäftigte sich mit dem Menschen, ohne Hoffnung auf seine Verantwortlichkeit und er nahm die Verantwortlichkeit auf sich, und hat das Leben gegeben. Und so wird er alles für den Menschen. Er kommt als Versöhner und als Mittler, stellt sich unter die Verantwortlichkeit nach der ganzen Forderung Gottes; leistet ihr Genüge, nimmt auf sich die gänzliche Wirkung des Baumes der Erkenntnis des Guten und Bösen, und teilt das Leben mit. Der Mensch ging fehl, aber er aß nicht vom Baum des Lebens, nur von dem der Erkenntnis des Guten und Bösen. Der Mensch richtet sich immer zu Grund, wenn er sich unter die Verantwortlichkeit stellen will. Erkennen, dass Christus eine Quelle des Lebens ist, und die Verantwortlichkeit seines eignen Heils behalten, heißt in der Verwirrung und in der Furcht sein. Christus muss als Vermittler verantwortlich und die Quelle des Lebens sein. Es ist also allein die Gnade, das Mittel, mit Gott zu tun zu haben. Wir werden Spuren dieser Dinge sogar im himmlischen Jerusalem sehen.

Hinsichtlich unser ist alles vollendet. Da das Leben und die Verantwortlichkeit vereinigt sind; es ist eine Freude für uns wie für die Engel, den Willen Gottes zu tun. – Möge uns Gott begreifen und ergreifen lernen die beiden Prinzipien, das Leben und die Verantwortlichkeit. Nehmen wir auf uns die Verantwortlichkeit, so ist es aus mit uns. –

Hier stellen zwei Bilder das Leben dar.

Ein Strom des Wassers des Lebens. Es ist nicht allein das Leben in uns, sondern man wird auf ewig von dem Leben getränkt, welches vom Thron Gottes ausgeht, und in der Stadt in Fülle strömt.

Ein Baum des Lebens. In Eden hätte man von den Früchten des Baumes des Lebens essen können, aber in diesem Baum war kein Prinzip der Heilung. Hier ist es nicht so. Die Blätter des Baumes sind zur Heilung der Heiden. Der Baum des Lebens ist gesegneter. Seine Frucht ist die Speise derer, welche in der Stadt sind, und aus seinen Blättern stießen die nötigen Hilfsquellen für diejenigen, welche noch auf der Erde sind. Da ist die Freude der Gemeinschaft; man wird getränkt am Fluss des Stromes des Lebens. Obgleich diese Freude die erhabenste ist, ist es auch eine für Gott selbst, denjenigen Gutes zu tun, welche es bedürfen. Es ist die Gnade, die Güte. Wir haben Teil an dieser Freude in der heiligen Stadt; wir werden darin der Gnade uns erfreuen, welche heilt, sowohl als derjenigen, mit der Heiligkeit getränkt zu werden. „Es ist Freude im Himmel über einen einzigen Sünder, der Buße tut.“

Also wird im himmlischen Jerusalem weder die Unschuld ohne Gnade, noch die Verantwortlichkeit und das Gesetz ohne das Leben sein.

Vers 3–4. Hier ist der Mittelpunkt aller Herrschaft; der Thron Gottes und des Lammes. Die Ruhe dort wird keine Trägheit sein. „Die Diener werden ihn bedienen.“ Zwischen Gott und uns wird Nichts sein, und wir werden sein Antlitz sehen; und auf unseren Stirnen (V 4) nicht das Geringste, das nicht der Ausdruck Gottes wäre. Alles was Gott ist, sein Name, wird auf unseren Stirnen sein, d. h. offenbart in uns auf die augenscheinlichste Weise. Die Sklaven trugen auf ihren Stirnen den Namen ihres Herrn. Wir werden das Antlitz Gottes sehen. Die, die reines Herzens sind, werden Gott schauen. Alle Welt wird sehen müssen, dass wir Diener Gottes sind. Dieses alles ist sogar vor der Welt eine volle Offenbarung dessen, was Gott ist.

Vers 5. Alles, was hier ist, ist für die Kirche ein ewiger Zustand. –

Kapitel 22,6–21; Vers 6–7. Hier endet sich diese Beschreibung. Wann der zweite Adam seine Macht wird ausgeübt haben, um alle die von den Propheten erwähnten Dinge wieder herzustellen, denn wird das Ende sein. Er wird Priester sein nach der Ordnung Melchisedeks, Priester auf dem Throne, um Gott zu loben, und die Welt zu segnen. Er wird diese rebellische Welt seiner Macht unterworfen haben. Dieses ist die Form, welche die Vermittlung zu dieser Zeit annehmen wird; nicht, wie jetzt, verborgen, sondern mit seinem Volk.

Vers 10. Hier ist ein merkwürdiger Ausdruck. Gott hatte Damit geboten, die Prophezeiung zu versiegeln (V 12.14). Hier im Gegenteil sagt er (für die Kirche), sie nicht zu versiegeln. Man leugnet nicht, dass Christus wiederkomme; auch leugnet man die zukünftige Haushaltung nicht; aber man weicht ihrer Kraft auf das Gewissen aus, indem man sagt: „Der Herr zögert zu kommen. Er sagt: Ich komme bald“; Er verspätet sich nicht, aber er ist geduldig, da er will, dass alle, zur Buße kommen. Darum wollte Gott nicht, dass diese Offenbarung ein versiegeltes Buch sei. Er sagt: „Ich komme bald.“ Im Prinzip hindert nichts den Getreuen zwischen dem gegenwärtigen Augenblick und dem Kommen des Herrn, seine Wiederkunft zu ergreifen. Gott will, dass das Kommen Jesu ein meinem Herzen naher und teurer Gedanke sei; darum will er nichts versiegeln. Gott will, dass im Herzen des Gläubigen keine Trennung sei zwischen dem Augenblick, wo die Prophezeiung ausgesprochen wurde, und demjenigen der Wiederkunft Jesu.

Vers 7. Hier ist etwas für den Wandel. „Selig wer die Worte der Weissagung dieses Buches bewahrt.“ Zur Zeit der Reformation war die Erklärung dieses Buches in der Schrift Luthers: „Die Gefangenschaft Babylons“ ein Beweggrund, welcher die Kraft gab, aus der Ungerechtigkeit der verdorbenen Christenheit herauszugehen. Jesus erwarten, welcher selbst kommt, ist es, was uns ermuntert.

Vers 16. Im Anfang der Offenbarung gibt sich Jesus als die Wurzel Davids. Hier sagt er, er sei die Wurzel und der Sprössling Davids, weil er seinen Platz annahm, als König, Sohn Davids.

Vers 17. Dieser Vers gibt der Kirche ihre normal Lage im Erwarten Jesu. Nicht allein die Braut sehnt sich nach dem Bräutigam; es ist der Geist und du? Braut; es ist ein Wunsch vom Geist selbst geheiligt und gebilligt. Es ist nicht der Geist, den man erwartet. Der Geist sehnt sich, er kann sich nicht nach dem Geist sehnen. Die Braut sehnt sich, und sie sehnt sich nach dem Bräutigam, nicht nach dem Geist. „Herr Jesu, komme bald.“ Wenn ich ein tausendjähriges Reich ohne Christus wünsche, so sage ich nicht: „komm bald“; dann sage ich: zögere wenigstens taufend Jahre. Die Kirche sagt natürlich: „komm“, wenn sie ihre Vorrechte ergriffen hat. Es gibt Seelen, welche diese Vorrechte der Kirche nicht ergriffen haben; darum befiehlt er dem, der ihn erwartet, zu sagen: „Komm.“ Die Kirche hat schon den Strom des Lebens; darum spricht sie: „Wer dürstet, komme, denn ich besitze den Strom des Lebens, und wer Wasser des Lebens will, der nehme (denn ich habe es) umsonst.“ Die Kirche vertritt die Gnade. Unterdessen ist ihre Pflicht und ihr Vorrecht, diejenigen, die dürsten, einzuladen, zu nehmen von dem Wasser des Lebens, welches sie besitzt. Die Kirche, die den Heiligen Geist hat, ladet ein, von diesem Lebenswasser zu trinken. Als Verlobte Jesu sagt sie zum Bräutigam: „komm“; Nichts trägt mehr zur treuesten und einfachsten Ausbreitung des Evangeliums bei als der Gedanke, dass Jesus bald kommen wird. Wenn ihr Geld wünscht, oder eine Versorgung für eure Kinder in der Welt, oder wenn ihr Pläne für die Zukunft habt, so könnt ihr nicht wünschen, dass Jesus bald komme, und könnt ihr das nicht, dann stehen eure Herzen nicht gut mit Jesu. Dies ist für die Christen ein trauriger Zustand. Und wenn jemand den Herrn nicht erkennt, nichts schrecklicher dann, als das Kommen Jesu. Es ist sein Gericht.

Gott reinige unsere Herzen, damit wir wünschen können, dass Jesus bald komme! Amen.

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