Botschafter des Heils in Christo 1854

Vermischtes

Leighton sagte, „dass viele zu früh oder zu spät predigten.“ Er gründete diese Meinung auf den göttlichen Befehl des mosaischen Gesetzes, welcher ein Alter von dreißig Jahren und Erfahrung vorschrieb, bevor ein Mensch sich einem so mühevollen Werke widmen konnte und ihm eine stille Zurückgezogenheit bis zu diesem Alter, wo die Kräfte des Verstandes anfangen abzunehmen, bestimmte. – Es würde sich noch besser auf den vortrefflichen Gebrauch der ersten Kirche gründen lassen, worin keine besondere Klasse von Menschen bestand, bei welchen der Dienst am Wort die ausschließende Profession war, sondern wo die Ältesten, das heißt, die Reichsten im Alter, in Erfahrung und im christlichen Leben die Versammlungen erbauten. Man würde zu der Zeit solch einen jungen Menschen, der soeben den Schulbänken entlaufen, nicht in eine Kirche geführt haben, um sich zu üben, irgend eine akademische Zusammensetzung, geschmückt mit allen Blumen einer hohen Schulweisheit vorzutragen, welche dem Leben und den Bedürfnissen der Seele so fremd ist, als ein Ritterroman der wahren Wirklichkeit unserer Erde. – Es ist nicht der Mangel an Jahren, was wir tadeln; mancher Mensch von fünf und zwanzig Jahren hat mehr im Reich Gottes gelebt, als viele andere von fünfzig. Es ist vielmehr der beklagenswerte Mangel an Reife in der Erkenntnis des menschlichen Herzens, seiner Krankheiten, seiner Leidenschaften; es ist die Unwissenheit der Arzneien, welche ihm geziemen und des Werkes Gottes für die Wiederherstellung der unsterblichen Seele. Da werden einige kräftige und einfältige Worte eines Bauern, unterrichtet in der Schule des Geistes Gottes und hervorgebracht aus dem Schatz seiner langjährigen und erlebten Erfahrungen, mehr wirken, als die gelehrte Abhandlung eines Studierenden, für welchen die Worte noch keinen auf das Leben anwendbaren Sinn haben.

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Ein Leben in der Erkenntnis Gottes, beraubt von der Verwirklichung der Gemeinschaft, ist beraubt von dem, was hauptsächlich die göttliche und innige Freude der Seele ist, und was auch die Güte und Schönheit, äußerlich dargestellt, ausmacht. In dieser Beziehung ist nichts elender, als ein Christentum, welches sich niemand anpreist. Was auch das Maß der Wahrheit sei, welches wir besitzen können, ohne die Gnade, welche aus der Gemeinschaft und dem Genuss Gottes stießt, sind alle anderen Wahrheiten nichts. Sie können uns nicht zur Kraft gegen die Macht und List unseres Widersachers dienen. Es ist die Verwirklichung der Gemeinschaft mit Jesu, dass wir gegen den Satan stark sind, sonst ist er stark gegen uns, und er würde uns mit sich fortreißen, wenn wir nicht von Gott, selbst ungeachtet unseres Mangels an Gemeinschaft, bewahrt blieben.

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Joab konnte ein großer Hauptmann in den Reihen der tapferen Männer Davids sein, auch den David auf seine Pflicht aufmerksam zu machen wissen, als dieser sich durch die List Satans verführen ließ (1. Chr 21,1–3). Doch mangelte Joab offenbar die Gemeinschaft mit David, auch bestand er nicht mehr während der Regierung Salomos.

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Die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn bricht mit allem, was nicht in Beziehung mit dem Vater und dem Sohn steht.

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Der Christ, welcher seine Stellung erkennt, ist nicht ein Mensch, welcher von der Erde den Himmel anblickt, sondern ein Mensch, der von dem Himmel die Erde anblickt.

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Die Liebe deckt die Fehler anderer; aber sie deckt die Irrtümer auf, oder stellt sie den Urteilen bloß, welche die Seele verderben können.

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Man kann Liebe für Christus haben und doch in verschiedener Hinsicht ganz des Lichts ermangeln, um die Wirksamkeit des Feindes zu unterscheiden.

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Wenn jemand Diener in der Kirche ist, muss er nicht wünschen, durch seine Brüder mehr anerkannt zu werden, als für das, was Christus in Wahrheit in ihm ist. Übrigens genügt es ihm, durch Christus in seinem Dienst anerkannt zu werden.

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