Botschafter des Heils in Christo 1854

Die Welt und die Kirche Teil 1/5

Ehemals war der Thron Gottes auf der Erde zu Jerusalem. Dies wird wieder stattfinden, wie Jeremia 3,17 es ankündigt. Die Herrlichkeit Jehovas war im Tempel; aber dies hat gänzlich aufgehört, seit Jerusalem von Nebukadnezar erobert wurde. Die Zeiten der Heiden haben von da an angefangen, und Gott übergab das Reich dem Nebukadnezar. Die irdische Macht wurde zu den Heiden übergetragen (Dan 2,37) und die Herrlichkeit Jehovas ist weggegangen 1. Da das Volk untreu war, hat Gott sein Volk verlassen, und seitdem hat Gott nie wieder auf der Erde seinen Sitz genommen. Gott stellte bloß seinen Sohn dar als König und als das Recht habend über die Juden zu regieren; aber der Sohn wurde verworfen. Von da an sammelt Gott die Gemeinde, die Miterbin Christi. Christus sitzt auf dem Thron bei dem Vater und bittet für uns. Wenn die Gemeinde als Haushaltung auf der Erde geendigt ist, so wird der Thron Gottes von neuem der Mittelpunkt der Verbindungen mit der Erde sein, und Gott fängt wieder an, direkt in die Welt einzugreifen 2. Es wird eine Zeit kommen, wo ein Thron auf die Erde gestellt werden wird. In Offenbarung 4,8 ist der Thron im Himmel, von welchem in der Offenbarung Johannes alles ausgeht, als aus dein Mittelpunkt der Regierung. Dieser Thron wird wieder eingreifen in die Regierung der Erde, und eben deshalb, weil Christus kommen soll, um sein Recht zur Regierung der Erde geltend zu machen, bereitet sich der Antichrist vor, Ihn zu bekriegen.

Was dem Lamm das Recht gibt, diese Allgewalt auszuüben, ist der Kaufpreis, den dasselbe Gott gegeben hat. Für Gott war das Erbe wie verloren, das Lamm hat es Gott wiedererlöst. Der Löwe von Juda, die Wurzel Davids hat gesiegt durch die Erlösung. Adam hatte Recht zum Erbe, aber er verlor es. Christus musste dieses Recht aus den Händen des Satans loskaufen. Nun hat Christus nicht bloß das Recht, Seelen zu haben für den Himmel, sondern auch in Besitz der Erde gesetzt zu werden. Er wusste den Preis darlegen, und dieser Preis war sein Tod.

Die Offenbarung zeigt erstens Gott als Gott den Höchsten, und stellt den Thron des Allmächtigen der Welt dar 3, und zweitens (das ist der große Gegenstand dieses Buches) den Menschensohn in Besitz des Erbes gesetzt, dass Er erkauft und gereinigt hat.

Der Gegenstand des vierten Kapitels ist die Schöpfung und das Recht Gottes über die Schöpfung. Im fünften die Rechte des Lammes durch die Erlösung. 4 Die Schöpfung ist sowohl erlöst, wie die Gemeinde; die Gemeinde um Miterbin, die Schöpfung um Erbe zu sein. Gegenwärtig verlangt Jesus die Welt noch nicht; seine Bitten beziehen sich auf die Gemeinde; wann er aber die Erbe verlangen wird, so erfolgt das Gericht, welches dieselbe zubereitet zur Besitznahme. Wenn unser gegenwärtiges Zeugnis darin besteht, dass der Himmel und alle Dinge Gott angehören, so wird in der letzten Zeit, wenn die Kirche weggenommen sein wird und Gott wieder in die Regierung der Erde einzugreifen anfängt, ganz anderes Zeugnis sein, nämlich, dass die Erde Gott angehört und dass sie durch Jesus erkauft worden. Es wird dann von den Rechten Gottes hinsichtlich der Erde ein Zeugnis abgelegt werden. Unser jetziges Zeugnis ist das Zeugnis des Heils und bezieht sich auf die Erde. Die Gemeinde ist ein himmlisches Volk, das nichts gemein hat mit den irdischen Dingen. Das 14. Kapitel zeigt uns die hundert vierundvierzig tausend auf dem Berg Zion. Dies ist nicht im Himmel, auch nicht bei dem Tiere, sondern auf Zion. Es sind die Erlösten aus denen, die auf Erden sind, die irdischen Erstlinge Gott und dem Lamm. Wir sind die himmlischen Erstlinge der ganzen Schöpfung, um mit Christus zu sein, dem Haupt der Schöpfung auf eine himmlische Weise. Aber Gott will, dass ein Band zwischen dem Himmel und der Erde sei. 5 Und Jesus auf der Erde regierend, soll den Himmel mit der Erde verbinden. Epheser 1,10 zeigt, dass in der Veranstaltung der Erfüllung der Zeiten, das heißt, wenn Er wiedergekommen sein wird, alles wieder zusammengefasst werden soll, sowohl was im Himmel als was auf Erden ist. Das beginnt in diesem 14. Kapitel; die hundert vierundvierzig tausend lernen das Lied des Himmels, von wo aus ein Freudengesang ertönt, weil der Segen der Erde aufzutauchen beginnt; sie sind geeignet, als Erstlinge vor der Ernte mit dem Lamm ein Band zwischen dem Himmel und der Erde zu sein. Bevor aber der Herr Jesus Besitz nehmen kann von der Erde, ergehen Gottes Gerichte über dieselbe, während Er noch nicht offenbart ist, sondern als das Lamm im Himmel die sieben Siegel öffnet. Und bevor diese Gerichte beginnen, und der Thron Gottes eingreift von neuem in die Umstände der Erde, wird die Kirche weggenommen, weil sie nicht in den Zusammenhang der irdischen Dinge hineingehört. Während der Zeit dieser Gerichte aber, das heißt während der letzten Woche aus Daniels Gesicht sind zwei Dinge, welche unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen: Das Weib, (das jüdische Volk) und der Drache, der dasselbe verfolgt (Kap 12). Das Weib ist nicht die Kirche, es sind die Juden, aus welchen Jesus, der Sohn (den das Weib gebar), der zum Himmel entrückt ward, abstammt. Wenn Satan, der jetzt noch in den himmlischen Örtern ist, auf die Erde geworfen sein wird, so versammelt er dann alle seine Macht, um das Weib zu verschlingen, und den Aufruhr gegen den Himmel ausbrechen zu lassen. Das 13. Kapitel zeigt die Mittel, die er dazu gebraucht, und im 17. die Grundsätze, nach welchen er von Anfang an die Welt verdorben hat, und welche dann verkörpert werden. Babylon und das Tier, das heißt die Verderbnis und die Macht des Bösen, die Gewalttätigkeit. Der Wille des Menschen offenbart sich auf diese zwei Arten: Verderbnis und Gewalttätigkeit. Satan ist Lügner und Mörder (Joh 8,44). Der Herr Jesus ist die Wahrheit und das Leben. Babylon ist die Verderbnis in ihrem ganzen Umfang, und das Tier ist der eigene Wille, der sich gegen Gott empört. Tiefe beiden Grundsätze, die von Anfang an sind, werden dann verkörpert und also tätig sein.

Babylon ist der Mittelpunkt des Handels und der Reichtümer, der Hauptsitz der Eitelkeiten dieser Welt, die Mutter der Huren und aller Gräuel der Erde, aber für den Geist Gottes ist es eine Wüste. Alles, was die Religion mit der Welt verbindet, ist Grundsatz Babylons.

Das Tier mit 7 Häuptern und 10 Hörnern ist das römische Reich, welches aus dem Abgrund aufsteigen soll, um mit Macht zum Bösen zu wirken. 6

Im 18. Kapitel ist Babylon dargestellt in ihrem Sturz und Gericht.

Fußnoten

  • 1 Am Anfang der Prophezeiung Hesekiels sieht man die Cherubim den Tempel und die Stand verlassen (Hes 10,18; 11,23)
  • 2 Das Wiedereingreifen Gottes in die Regierung der Welt geschieht ehe der Sohn eingesetzt sein wird auf der Erde. Kapitel 6 der Offenbarung zeigt, was voran geht, ehe Jesus Besitz nimmt von der Erde. Das Lamm öffnet die Siegel. Er zeigt sich noch nicht offen, um vom Erbe Besitz zu nehmen und das Gericht zu vollziehen, noch ist er das Lamm mitten im Thron, im Himmel, während der Zeit, wo Gott die Regierung ergreift, ohne noch den Thron dem Sohn übergeben zu haben.
  • 3 In der Offenbarung des Johannes ist Gott niemals als Vater dargestellt. Auch von der Kirche ist nicht die Rede, sondern von der Welt und ihrem Verhältnis zu Gott als dem Regent der Welt. Dies gibt dem Buch den Charakter. Der Gruß (Kap 1,4) ist diesem Charakter angemessen. Gott stellt sich dar, als der da regiert. In Kapitel 4,8 sind alle Namen Gottes außer dem, der die Kirch betrifft: der Vater. Er ist Gott, der Herr, der Allmächtige, Jehova. Durch diese Namen hat sich Gott in jeder Haushaltung offenbar. Bei der Kirche heißt er Vater: und dies findet sich hier nicht.
  • 4 Es ist sehr wichtig zu bemerken, dass der allgemeine Zweck des Buches, die Offenbarung Jesu als Erben der Welt ist, dass Er als das erwürdige Lamm das Recht hat, das versiegelte Buch des Vertrages des Erbes, das Ihm zufallen soll, zu öffnen, und die Gerichte in Bewegung zu setzen. Dies gibt viel Licht zum Verständnis der Offenbarung des Johannes.
  • 5 Die Sünde hat alles verdorben, und dieses Band gebrochen, das in Eden zwischen Himmel und Erde war. Jesus kam und war auf der Erde ein Band zwischen dem Himmel und der Erde; der Heilige Geist stieg auf Ihn herab; der Himmel öffnete sich, denn Jesus, der, den der Himmel anerkennen konnte, war auf der Erde. Johannes 1,52 Die Engel stiegen auf Ihn herab, als auf den Menschensohn, was eigentlich erst in der Herrlichkeit Jesu im tausendjährigen Reiche vollkommen erfüllt sein wird. Stephanus sah zwar den Himmel offen, aber Jesus, der Gegenstand der Wonne Gottes, war nun im Himmel, wo die Mensch, heil in Christus eingegangen ist, und wo der Mensch mit Christus einen Platz findet. Es war folglich kein Band mehr. Da das Evangelium verwerfen wurde, öffnete sich der Himmel, auf dass die Gemeinde, voll des Heiligen Geistes, wie Stephanus, Gottes Herrlichkeit im Himmel betrachte. Als Jesus auf Erden war, schaute der Himmel auf die Erde herab; da aber nun Jesus im Himmel ist, schaut die Gemeinde von der Erde aufwärts. Und welch ein Trost, sich über alles emporschwingen zu können, und den Himmel offen zu sehen. Alles, was fleischlich ist, fällt unter das Gericht Gottes, und dahin aus gehen auch alle Hoffnungen der Menschen. Die Grundsätze des Verderbens der Erde sind jetzt alle in Tätigkeit; die Treue besteht darin, diese Grundsätze, deren Früchte Weintrauben für die Weinlese der Erde und für die Kelter des Zornes des allmächtigen Gottes sind, zu fliehen.
  • 6 Wenn man von dem römischen Reich redet, sagt man, es existiert nicht mehr, was auch wahr ist zum Teil, denn das Papsttum ist nicht das römische Kaiserreich, das vierte Tier Daniels; aber es soll aus der Finsternis aufsteigen. Die Bewohner der Erde werden erstaunt sein, wegen dieser Art Auferstehung des römischen Reiches, und dann wird alle Welt dem Tier nachfolgen (Kap 13,3). Die Welt wird verführt werden, wenn das Tier den Charakter der Auferstehung des schon seit Jahrhunderten zerstörten römischen Reiches haben wird. Das Weib sitzt auf dem Tier und beherrscht es, bis die zehn Könige gegen diese Hure auftreten, sie hassen und zerstören. Die ist die geistliche Macht, die Weltreligion, welche bis jetzt über die Zivilgewalt, über die weltliche Macht geherrscht hat, und auch dann noch eine Zeit herrschen wird, aber (Kap 17,16) die Hörner werden diese äußere Form des verdorbenen Christentums abschütteln, nicht um sich dem Herrn zu unterwerfen, sondern um ihre Macht der herrschenden Gewalt des Tieres zu geben und dann das Lamm zu bekriegen.
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