Botschafter des Heils in Christo 1853

Vater, verherrliche deinen Namen!

So betete Jesus, als Er bereit stand, dem schrecklichsten Leiden entgegen zu gehen. Das Bewusstsein zur Sünde gemacht zu werden und ein Fluch für uns zu werden lastete auf Ihm an unserer Stelle. So ging Er der Gerechtigkeit Gottes entgegen und ertrug dessen Zorn. Er sagte selbst: „Jetzt ist meine Seele bestürzt, und was soll ich sagen? Vater, rette mich aus dieser Stunde! Doch darum bin ich in dieser Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!“ (Joh 12,27.28).

War seine Seele auch noch so betrübt, Er dachte nur daran, dass der Name Gottes, des Vaters, verherrlicht würde. Er war gekommen das Verlorene zu suchen und zu erretten. Es bedeutete ein unermessliches Opfer, sein teures Blut, aber in allem suchte Er den Namen seines Vaters zu verherrlichen. Er war gehorsam bis zum Tod am Kreuz, es war seine Speise den Willen seines Vaters zu tun. Der Vater aber hat seinen Namen verherrlicht und wird ihn auch wiederum verherrlichen. Aber auch der Name seines Sohnes ist und wird durch Ihn verherrlicht.

In dieser Wahrheit liegt für uns eine ernste Ermahnung, meine Freunde. Auch uns als teuer Erkaufte und Erlöste darf es nur darum gehen, dass der Name des Vaters und des Sohnes verherrlicht wird. Und diese Verherrlichung ist unsere Errettung. Es ist Gottes Wille, dass wir zum Lob seiner reichen Gnade und Herrlichkeit sein sollen. Die Fürstentümer und Gewalten in den himmlischen Örtern sollen die mannigfaltige Weisheit Gottes an der Versammlung Jesu Christi und die reiche Fülle der Gnade und der Herrlichkeit nicht zu erfassen vermögen: Es sind „Dinge, in welche die Engel hineinzuschauen begehren“ (Eph 3,10; 1. Petr 1,12). Je mehr Gott durch Jesus Christus im Heiligen Geist der Versammlung seine Reichtümer offenbart, desto glückseliger ist sie – und Er wird sie überschwänglich offenbaren, wenn es ihr darum geht, dass sein Name verherrlicht wird. „In ihm [dem Herrn Jesus] wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig; und ihr seid vollendet in Ihm“ (Kol 2,9.10). Welch ein Gedanke! Verstehen wir diese Worte? Wie sehr sind sie geeignet unser Herz mit Frieden und Freude zu erfüllen und uns Mut zu machen aus dieser Gnadenfülle in Jesus Gnade um Gnade zu nehmen.

Gott hat nur daran gedacht, uns, die wir von Natur aus gottlos und seine Feinde sind, herrlich zu machen, und das aus lauter Gnade. Das teure Lösegeld ist allein auf seiner Seite, auf unserer Seite allein die unermessliche Schuld – wie sehr fordert uns solche Liebe und Huld auf, nur an die Verherrlichung seines Namens zu denken! Darauf sollen wir durch Wort und Wandel an allen Orten und zu aller Zeit bedacht sein, sowohl inmitten der brüderlichen Versammlungen, als auch in der Welt, gegenüber den sichtbaren wie den unsichtbaren Feinden. Gehen wir also in der Gerechtigkeit und Kraft Jesu Christi vor dem Angesicht unseres Vaters einher, besprengt mit dem Blut Christi, gereinigt vom bösen Gewissen und gewaschen mit reinem Wasser, Ihm dienend in kindlicher Furcht und Jesus, seinen Sohn, vom Himmel erwartend – so werden wir dadurch seinen Namen verherrlichen, seine reiche Gnade preisen, das vollgültige Opfer Jesu Christi anerkennen, die Kraft seiner Auferstehung reichlich erfahren, ja, das ganze Werk der Erlösung als etwas überaus kostbares und herrliches schätzen.

Gott, unser Vater will seinen Namen in allen Lagen des Lebens unter und in uns verherrlichen, sowohl dadurch, dass Er uns aus den Trübsalen errettet, als auch dadurch, dass Er uns in denselben Geduld, Mut und Freudigkeit darreicht. Darum sollen auch wir gleich Ihm bereit sein, nicht zu bitten: „Vater, rette mich aus dieser Stunde!“ sondern vielmehr mit Jesu beten: „Vater, verherrliche deinen Namen!“ Darauf sollen wir bedacht sein und der Friede Gottes wird durch nichts in unserem Herzen gestört werden können, weil wir ja nur Gott im Auge haben. Der Unfriede entsteht dann, wenn wir von Gott weg, auf uns und unsere Verhältnisse sehen.

Weiter sollen wir aber auch etwas sein, zum Lob seiner Herrlichkeit. Wir haben eine lebendige Hoffnung, denn als Unterpfand der kommenden Herrlichkeit ist uns der Heilige Geist gegeben. Zu derselben werden alle erhoben, die hier mit Ihm leiden und dulden. Durch Glauben und Ausharren werden wir unsere großen und kostbaren Verheißungen erlangen. Gott will seinen Namen im Himmel und auf der Erde verherrlichen. Der Vater will beweisen, was seine Kraft und Gnade an Sündern vermag, die zu allem Guten untüchtig und zu allem Bösen geneigt sind. Er will seine Vaterliebe durch Jesus Christus so offenbaren, dass sie alle Erkenntnis übersteigt. Ebenso überschwänglich will Er kundtun den Reichtum seiner Herrlichkeit in Christus Jesus. „Denn das schnell vorübergehende Leichte unserer Trübsal bewirkt und ein über jedes Maß hinausgehendes, ewiges Gewicht von Herrlichkeit, indem wir nicht das anschauen, was man sieht, sondern das, was man nicht sieht“ (2. Kor 4,17.18). Ihm, „der uns liebt und uns von unseren Sünden gewaschen hat in seinem Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen“ (Off 1,6).

Es ist sehr kostbar zu wissen, dass wir, die wir glauben, der Gegenstand aller dieser Fülle und Gnade, Liebe und Herrlichkeit sind. So lasst uns nun auch dieser hohen Berufung gemäß leben, lasst uns alles vergessen was dahinten ist, nicht trachten nach dem, was auf der Erde, sondern nach dem, was im Himmel ist. Lasst uns von allem weg- und allein aufsehen zu Jesus, damit wir allezeit den Namen unseres Gottes und Vaters und den Namen Christi Jesu verherrlichen. Dann wird auch Er seinen Namen durch uns, in uns und an uns verherrlichen in alle Ewigkeit. Das wirke Gott.

Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht