Wenn die Mauer des Schweigens bricht ...
Hilfe für misshandelte Kinderseelen

Exkurs: Verse, die mich begleitet haben! (1)

Wenn die Mauer des Schweigens bricht ...

Psalm 1391

[„Diesen Psalm habe ich in der betroffenen Zeit fast täglich gelesen.“]

Dem Vorsänger. Von David, ein Psalm.

Herr, du hast mich erforscht und erkannt! Du kennst mein Sitzen und mein Aufstehen, du verstehst meine Gedanken von fern. Du sichtest mein Wandeln und mein Liegen und bist vertraut mit allen meinen Wegen. Denn das Wort ist noch nicht auf meiner Zunge, siehe, Herr, du weißt es ganz.

Von hinten und von vorn hast du mich eingeengt und deine Hand auf mich gelegt. Kenntnis, zu wunderbar für mich, zu hoch: Ich vermag sie nicht zu erfassen!

Wohin sollte ich gehen vor deinem Geist und wohin fliehen vor deinem Angesicht? Führe ich auf zum Himmel: Du bist da; und bettete ich mir im Scheol: Siehe, du bist da. Nähme ich Flügel der Morgenröte, ließe ich mich nieder am äußersten Ende des Meeres, auch dort würde deine Hand mich leiten und deine Rechte mich fassen. Und spräche ich: „Nur Finsternis möge mich umhüllen, und Nacht wer- de das Licht um mich her“ – auch Finsternis würde vor dir nicht verfinstern, und die Nacht würde leuchten wie der Tag, die Finsternis wäre wie das Licht.

Denn du besaßest meine Nieren; du wobst mich im Leib meiner Mutter. Ich preise dich dafür, dass ich auf eine erstaunliche, ausgezeichnete Weise gemacht bin. Wunderbar sind deine Werke, und meine Seele weiß es sehr wohl. Mein Gebein war nicht vor dir verborgen, als ich gemacht wurde im Geheimen, gewirkt wie ein Stickwerk in den untersten Örtern der Erde. Meinen Keim sahen deine Augen, und in dein Buch waren sie alle eingeschrieben, die Tage, die entworfen wurden, als nicht einer von ihnen war.

Und wie kostbar sind mir deine Gedanken, o Gott! Wie gewaltig sind ihre Summen! Wollte ich sie zählen, sie sind zahlreicher als der Sand. Ich erwache und bin noch bei dir.

Möchtest du, o Gott, den Gottlosen töten! Und ihr Blutmenschen, weicht von mir! – Sie, die dich nennen zum Verbrechen, die zu Eitlem schwören, deine Feinde. Hasse ich nicht, Herr, die dich hassen, und verabscheue ich nicht, die gegen dich aufstehen? Mit vollkommenem Hass hasse ich sie; sie sind Feinde für mich.

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne meine Gedanken! Und sieh, ob ein Weg der Mühsal bei mir ist, und leite mich auf ewigem Weg!

„Herr, bei Dir bin ich in guten, in den besten Händen, auch wenn ich nicht alles verstehe.“

Fußnoten

  • 1 Im Verlauf des Buches streue ich einige Bibelverse und Gedichte ein, zum Teil mit kurzen Kommentaren, die betroffene Opfer während ihrer schweren Zeit begleitet haben.
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