Ährenlese im Alten Testament (2.Chronika)

Kapitel 11 - 22

Ährenlese im Alten Testament (2.Chronika)

2. Chronika 10,1-19

Israel hat sich in Sichern um den neuen König versammelt und bittet ihn: „Erleichtere unseren harten Dienst.“ Was raten die Alten dem Rehabeam? „Wenn du gegen dieses Volk gütig und ihnen gefällig bist“ (Vers 7). Und in 1. Könige 12,7: „Wenn du heute dieses Volkes Knecht wirst und ihnen dienst.“ Das ist, selbst für einen König, die einzige Art und Weise, die Zuneigungen anderer zu gewinnen oder zu bewahren. Unsere Gedanken werden auf den Herrn Jesus gelenkt. Er ist gekommen, nicht „um bedient zu werden, sondern um zu dienen“ (Matthäus 20, lies die Verse 26-28). Seine Ehrentitel haben Ihn auf seinem Weg der Erniedrigung, der Liebe und der Hingabe nicht zurückgehalten, doch dadurch hat Er sich jetzt alle Rechte auf den Gehorsam der Menschen erworben (Philipper 2,6-11). Nach dem Vorbild dieses großen Beispiels, müssen jene, die eine einflussreiche Stellung einnehmen, im Dienst die ersten sein. Denn wie soll man Gehorsam und Hingabe fordern, wenn man selbst kein Beispiel davon gibt? Rehabeam hat sich geweigert, seinem Volk zu dienen. Ist es erstaunlich, dass sich die zehn Stämme als Antwort darauf ebenfalls weigern, ihm zu dienen? Sein eigener Hochmut hat sie vom Weg der demütigen Unterwürfigkeit abgelenkt. Und die Spaltung des Reiches ist die Folge davon. Bis zur Erscheinung des Herrn wird das Volk seine wahre Einheit nicht mehr wiederfinden.

2. Chronika 11,1-23

Die Spaltung Israels in zwei Reiche war ein Gericht Gottes. Es ist deshalb verlorene Mühe, 180'000 auserlesene Krieger in Bewegung zu setzen, um die Lage wieder zu ändern. Rehabeam wird von dem Mann Gottes gewarnt und lässt von seinem Vorhaben ab. Er widmet seine Kräfte dem Bau von Städten, um den Schutz und die Versorgung seines kleinen Reiches zu sichern.

Jerobeam seinerseits ist auch nicht untätig; leider aber auf ganz andere Weise! Aus Furcht, seinen Einfluss zu verlieren, wenn er seine Untertanen zu den Festen nach Jerusalem hinaufziehen lasse, errichtet er einen nationalen Götzendienst, der in den Augen Gottes ein Gräuel ist. Da zeigen die Priester und die Leviten unter den zehn Stämmen ihr Festhalten an Jehova und an seinen Geboten. Sie verlassen das verunreinigte Gebiet und lassen sich in Juda nieder, indem sie es vorziehen, all ihr Besitztum aufzugeben, statt mit der Ungerechtigkeit vereint zu bleiben. Wie viele Christen haben das gleiche tun müssen, und müssen es heute noch tun, aus Treue zum Herrn!

Durch das Beispiel der Leviten ermutigt, gibt es andere Getreue aus diesen zehn Stämmen, die wahrscheinlich zwar weiterhin in ihren Städten wohnen, aber fortan nach Jerusalem hinaufgehen, um in Gehorsam gegenüber dem Wort dort zu opfern.

2. Chronika 12,1-16

Drei kurze Jahre! Nur so lange dauerte die Treue Rehabeams und des Volkes. Nun wird Gott, wie einst unter den Richtern, Widersacher gegen sie erwecken, um so zu ihnen zu reden. Der Angriff des Pharao Sisak wird dem König und dem Volk Gelegenheit geben, den Dienst Jehovas mit dem Dienst des Königs von Ägypten zu vergleichen (Vers 8). Was war die erste Feststellung? Während Jehova seine Knechte reich macht, beraubt der Feind jene, die er unter sein Sklavenjoch gebracht hat.

Das Wort Schemajas, des Propheten, hat im Herzen der Obersten Israels und des Königs Demütigung bewirkt. Sie führt sie dazu, zu sagen: „Jehova ist gerecht!“ Diese Gerechtigkeit anzuerkennen, selbst wenn sie gegen uns hat ausgeübt werden müssen, ist immer ein glückliches Zeichen (siehe Lukas 23,41). Das erlaubt Gott, sich hernach nicht nur als ein gerechter Gott zu offenbaren, sondern auch als ein barmherziger Gott, als ein Heiland-Gott. Seht, wie Er in seiner Gnade „noch etwas Gutes“ im Reich Juda entdeckt und das hervorhebt. Trotz allem muss von Rehabeam, im ganzen gesehen, gesagt werden: „Er tat was böse war“ (Vers 14). Die Wurzeln dieses Bösen lagen weit zurück, denn seine Mutter, eine Ammonitin, war schon vor dem Tod Davids die Frau Salomos geworden (vergleiche Kapitel 9,30 und 12,13).

2. Chronika 13,1-12

Entgegen den Anweisungen des Wortes (5. Mose 21,15-17), hatte Rehabeam Abija, den Sohn seiner bevorzugten Frau Maaka (oder Mikaja - siehe Kapitel 11,20.21), die übrigens eine Götzendienerin war, (Kap. 15,16), als seinen Erben und Nachfolger eingesetzt. Eine solche Untreue konnte nur eine schlechte Regierung zur Folge haben. Und doch enthält die kurze Geschichte dieses Königs eine helle Seite. Sie wird in den „Königen“ ausgelassen, aber unser Buch der Gnade konnte sie nicht mit Stillschweigen übergehen. Es handelt sich um den Krieg, der zwischen Abija und Jerobeam ausbricht. Nach Lukas 14,31 war es töricht von Seiten des Königs von Juda mit halb so vielen Soldaten wie sein Gegener einen Krieg zu beginnen. Aber Abija hat Trümpfe in seiner Hand, die in seinen Augen die anzahlmäßige Unterlegenheit aufwiegen. Er macht sie in seiner Rede an das Heer Israel geltend. Juda hat das Königtum Davids, den wahren Gottesdienst mit dem Priestertum, sowie die Gegenwart Jehovas auf seiner Seite. Abija gibt vor, Ihn nicht verlassen zu haben (Vers 10), ein Beweis, dass er sich selbst nicht kennt. Und Schließlich hatte er eine geheime Waffe, die besonders wirksam war - und wir werden morgen sehen, was für eine entscheidende Rolle diese spielen wird: die Lärmtrompete (Vers 12).

2. Chronika 13,13-22

Die Ansprache Abijas an die Truppen Israels war in einem unguten Ton der Überheblichkeit gehalten worden. Die List der Einkreisung durch Jerobeam war nötig, um den König von Juda und sein Heer auf die Probe zu stellen. Plötzlich sieht sich dieses von vorn und hinten bedroht, und auf dem Punkt, überrannt zu werden. Aber eine Richtung bleibt noch offen: der Himmel. Der Verzweiflungsschrei steigt zu Jehova empor; jetzt ist jede Anmaßung verschwunden. Und der Glaube zeigt sich. Er benützt ein seltsames Kriegsgerät - das in der Geschichte Israels aber wohlbekannt ist: die Trompeten (siehe Josua 6,4; Richter 7,18). Diese Waffe ist unüberwindlich, weil sich der Glaube, der sich ihrer bedient, auf das göttliche Wort und seine immer gültigen Verheißungen stützt (lies 4. Mose 10,9). Und der Ruf des Glaubens konnte nicht überhört werden! Der Lärm hat zu dem Herzen Gottes von der Gefahr, der die Seinen ausgesetzt waren, geredet. Und zweifellos hat er auch ernst zum Herzen der Männer Jerobeams gesprochen, die im Begriff standen, gegen ihre Brüder - und gegen Jehova - Krieg zu führen.

Das Heer Israels wird vernichtet und gedemütigt (Vers 18), und dadurch wurde der Beweis erbracht, dass weder Stärke (Vers 3), noch List (Vers 13) gegen das Vertrauen auf Gott etwas auszurichten vermochten.

2. Chronika 14,1-15

Der treue König Asa, Sohn und Nachfolger von Abija, reinigt Juda von seinem Götzendienst. Unser Buch betont die Ruhe und den Frieden, die das Land während der ersten Zeit dieser Regierung genoss (Verse 1,5,6,7). Asa nützt diese Ruhe aus, um Städte zu bauen und die Verteidigung seines Gebietes zu verstärken. Er gibt uns damit eine wichtige Lektion. In unserem Leben gibt es gewisse Zeiten der Ruhe: Ferien, verschiedene Augenblicke der Muße oder der Ausspannung. Machen wir guten Gebrauch davon, um unsere Seelen durch das Lesen der Bibel zu stärken und uns in der Wahrheit zu befestigen. „Die ganze Waffenrüstung Gottes“ muss im voraus angezogen werden, „damit ihr an dem bösen Tag zu widerstehen vermöget“ (Epheser 6,12 ff.).

Der böse Tag, der Tag des Angriffs Serachs, findet daher einen vorbereiteten Asa. „Über das alles“ hat er „den Schild des Glaubens“ ergriffen, mit andern Worten: das einfache Vertrauen in seinen Gott. Es strahlt aus seinem schönen Gebet vom 11. Vers. Keine Kraft auf seiner Seite, trotz den 580000 Soldaten, und ihm gegenüber eine Million Gegner! Aus menschlicher Sicht eine ganz ungleiche Auseinandersetzung! Aber es bleibt immer wahr: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark“ (2. Korinther 12,10). Gott antwortet auf den Glauben Asas, indem Er ihm einen glänzenden Sieg und sehr viel Beute gibt.

2. Chronika 15,1-19

Asa ist treu gewesen. Durch Asarja ermuntert Gott ihn noch weiter. Sein Wort ist nach dem Kampf nicht weniger nötig als vorher; denn es besteht die natürliche Neigung, dann nachzulassen. „Lasst eure Hände nicht erschlaffen“, fordert der Prophet sie auf, indem er die Verheißung hinzufügt: „denn es gibt Lohn für euer Tun.“ Diese Worte verfehlen ihre Wirkung nicht. Voller Tatkraft lässt Asa die Gräuel aus dem Land verschwinden und setzt den Altardienst wieder ein. Das ist ein bemerkenswerter Eifer, der in der Folge nicht nur jene aus Juda und Benjamin, sondern auch „eine Menge“ Israeliten aus den anderen Stämmen (Vers 9) mitzieht! So wird es mit der Hingabe sein, die wir für den Herrn zeigen. Sie wird andere Gläubige, die vielleicht schüchterner sind, ermutigen, ihren Glauben zu offenbaren. Diese Erfahrung haben schon viele gemacht, besonders im Militärdienst. Jemand hat gesagt: Ein aufrichtiges Herz, das an seinem Herrn festhält, redet zu dem Gewissen der andern. Asa versteht, dass er vom Volk keine vollständige Reinigung verlangen kann, wenn er nicht selbst in seinem eigenen Haus das Beispiel davon gibt. Er zögert nicht, streng gegen Maaka, die Königinmutter, vorzugehen, indem er ihr die Krone wegnimmt und ihr Götzenbild in Staub und Asche verwandelt.

2. Chronika 16,1-14

Der 11. Vers teilt die Geschichte Asas auf, in „die erste und die letzte“. Die „erste“ war Gott wohlgefällig, die „letzte“, leider ganz anders.

Baesa, der König von Israel, ist eifersüchtig, weil sich viele seiner Untertanen in das Land Juda begeben (Kapitel 15,9). Darum baut er eine Stadt, um sie daran zu hindern. Aber statt nun auf Jehova zu blicken, um Baesa in seinem Unternehmen aufzuhalten, schließt Asa einen weltlichen Bund mit Syrien. Eine scheinbar geschickte Politik, denn sie hat am Anfang den gewünschten Erfolg! Aber Gott urteilt nicht so und tadelt den König durch einen Propheten. Sein Mangel an Vertrauen - und an Erinnerung an Gottes Hilfe (Vers 8) - bringt ihn um einen Sieg über die Syrer. Gereizt, weil er sich eine so gute Gelegenheit entgehen ließ, und in seinem Ehrgefühl verletzt, setzt Asa den Mann Gottes gefangen und unterdrückt etliche von dem Volk. Gott straft ihn durch eine schmerzhafte Krankheit. Vergeblich! Er fährt fort, auf Menschen statt auf Gott zu vertrauen und stirbt einen traurigen Tod, ohne diese letzte Lektion gelernt zu haben. 35 von 40 Jahren war Asa mit Gott gewandelt. Wenige Jahre fehlten, so hätte er seinen Lauf gut vollendet. Bitten wir den Herrn, uns bis zu unserem letzten Tag zu bewahren (2. Timotheus 1,12; 4,18).

2. Chronika 17,1-19

Nun finden wir Josaphat wieder, den frommen König, von dem uns in den Büchern der Könige schon viel berichtet wurde. Erinnern wir uns daran, dass die „Chronika“ nach dem Tod Salomos die Geschichte der Könige von Juda verfolgen, während in den „Königen“ vor allem von den Königen Israels die Rede war. Warum nahm aber das Leben Josaphats dort soviel Platz ein? Weil es leider eng vermischt war mit dem Leben Ahabs und Jorams, den Königen von Israel! Aber unser 17. Kapitel hat nur Gutes von diesem König zu sagen. Er stärkte sich (Vers 1); er wandelte „auf den früheren Wegen seines Vaters David“; er suchte den Gott seines Vaters, wandelte in seinen Geboten, gewann Mut und tat die Götzen hinweg (Verse 1-6). Und er trennt sich nicht nur vom Bösen, wie sein Vater Asa es getan hatte, sondern er setzt das Gute ein (Verse 7-11). Das sind zwei christliche Tätigkeiten, die unzertrennlich miteinander verbunden sind! (Römer 12,9; 1. Petrus 3,11). Unter den Obersten hatte sich Amasja freiwillig Jehova gegeben, wie ein wahrer Nasiräer (4. Mose 6,2; siehe auch 2. Korinther 8,5). Es ist möglich - und dieser Aufruf richtet sich an jeden Gläubigen - dem Herrn geweiht zu sein und gleichzeitig seinen Beruf oder seine tägliche Aufgabe treu zu erfüllen.

2. Chronika 8,1-11; 28-34

Die Geschichte Josaphats geht weiter. Was diesen treuen Mann zu Fall gebracht hat, sind seine Beziehungen. Der Umgang mit der Weit, der freundschaftliche Verkehr zwischen Leuten des gleichen sozialen Standes, sind schon vielen Gläubigen zum Verhängnis geworden (1. Korinther 15,33). Seht, welche Folgen das für Josaphat gehabt hat! 1. Es hat ihn dazu geführt, für seinen Sohn einen vornehmen Ehebund zu schließen, indem er ihm eine Tochter des Königshauses Israels zur Frau gab, und zwar keine andere als Athalja! In den Augen der Menschen zweifellos eine glänzende Heirat! In Wirklichkeit der Ausgangspunkt eines sicheren Niedergangs seiner ganzen Familie. - 2. Er verleugnet sein Zeugnis, indem er sich auf die gleiche Ebene wie der böse König Israels stellt: „Ich will sein wie du“ (Vers 3). - 3. Aus Furcht, seinem königlichen Freund zu missfallen, lässt er sich Schließlich mitreißen, in der gewagten Sache der Zurückeroberung Ramoth-Gileads mitzumachen. Ja, da wollen wir ernsthaft über Galater 1,10 nachdenken und uns diesen Vers gut einprägen. Der Bund, den Josaphat mit Israel gegen die Syrer schloss, war nicht besser als jener seines Vaters mit den Syrern gegen Israel. Er endet damit, den unglücklichen König in eine dramatische Lage zu bringen, in die gleiche wie einst Saul auf dem Gebirge Gilboa; eine Lage, aus der nur Gott ihn, als Antwort auf sein Schreien, durch ein Wunder erretten kann! (siehe Psalm 120,1).

2. Chronika 19,1-11

Sein unheilvoller Bund mit Israel bringt Josaphat von Seiten Jehovas einen strengen Tadel ein. Jehu stellt ihm eine Frage, die ihn erforscht und ihm gleichzeitig sagt, was Gott von Ahab denkt: „Hilfst du dem Gesetzlosen, und liebst du die Jehova hassen?“ (Vers 2).

Christen, denkt daran, welch schrecklichen Namen das Wort denen gibt, die die Welt lieben: „Wer nun irgend ein Freund der Weit sein will, stellt sich als Feind Gottes dar“ (Jakobus 4,4).

Jehu hat es nicht an Mut gefehlt, denn unter der Regierung Asas hatte ein ähnlicher Auftrag seinen Vater Hanani ins Gefängnis gebracht (Kapitel 16,7-10). Aber Josaphat hört auf den Verweis. Das ist das Mittel, „klug“ zu werden, „Verstand“ zu erwerben (Sprüche 15,5.32). Möchten auch wir Tadel und Bemerkungen, die uns gegenüber gemacht werden, annehmen, denn sie haben ein ebenso glückliches Ergebnis.

Während sein Vater Asa nicht wiederhergestellt worden ist, kann Josaphat nach dieser dunklen Zeitspanne seine schöne Tätigkeit des 17. Kapitels wieder aufnehmen. Diesmal begnügt er sich nicht damit, seine Boten auszusenden; er zieht selbst unter das Volk aus. Und als ein wahrer Hirte Israels befasst er sich damit, es zu Jehova zurückzuführen (Vers 4). Dann setzt er Richter ein, denen er eindringliche Empfehlungen gibt.

2. Chronika 20,1-13

Drei Gegner auf einmal rücken gegen das kleine Reich Juda vor. Es sind seine gewohnten Feinde: Moab, Ammon und die Meuniter, die zu denen vom Gebirge Seir gehörten (Vers 22). Angesichts der Bedrohung dieser Invasion sucht Josaphat Jehova und ruft ein Fasten aus. Das Volk versammelt sich. Indem er sich auf das Gebet Salomos bezieht (Kapitel 6,34.35), stellt sich der König vor das heilige Haus und ruft Den an, der versprochen hat, zu hören und das Recht auszuführen (Verse 8,9).

Wenn man die Truppenstärken zusammenzählt, über die Josaphat verfügte (Kapitel 17,14-18), kommt man auf die eindrucksvolle Zahl von einer Million und hundertsechzigtausend Soldaten. Und doch wird von ihnen in diesem langen Kapitel kaum die Rede sein! Josaphat hat das Wort aus Psalm 33 verstanden: „Ein König wird nicht gerettet durch die Größe seines Heeres; ein Held wird nicht befreit durch die Größe der Kraft... Unsere Seele wartet auf Jehova; unsere Hilfe und unser Schild ist er“ (Psalm 33,16.20). So anerkennt der König gleichzeitig den Mangel an Kraft und den Mangel an Weisheit (Vers 12). Aber, fügt er hinzu, „auf dich sind unsere Augen gerichtet“. Und umgekehrt: „Jehovas Augen durchlaufen die ganze Erde, um sich mächtig zu erweisen an denen, deren Herz ungeteilt auf ihn gerichtet ist“ (Kapitel 16,9).

2. Chronika 20,14-23

Das vertrauensvolle Gebet Josaphats erhält eine sofortige und öffentliche Antwort. Im Namen Jehovas beruhigt Jachasiel das Volk und seinen König. Diese göttliche Ermutigung haben seither schon viele Gläubige, die in Gefahren waren, gelesen und sie ist ihnen eine Hilfe gewesen. Vergleichen wir den 17. Vers mit dem Wort, das Mose im Augenblick des Durchzugs durch das Rote Meer an Israel richtete: „Fürchtet euch nicht! stehet und sehet die Rettung Jehovas“ (2. Mose 14,13).

Ohne das Handeln Gottes abzuwarten, beugen sich Josaphat und das ganze Volk nieder, um zu danken und anzubeten. Der Glaube, der im voraus nicht nur jede Unruhe ablegen, sondern Gott für die Antwort danken kann, die Er uns ganz gewiss zugesichert hat, verherrlicht Ihn. Auf diese Weise folgen wir dem göttlichen Vorbild. Als der Herr Jesus im Begriff war, Lazarus in der Kraft Gottes, seines Vaters, aufzuerwecken, richtete Er sich zuerst an seinen Vater mit den Worten: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast“ (Johannes 11,41).

Wie schön ist diese Anbetung, die selbst in Gegenwart von Feinden dargebracht wird! (siehe Psalm 23,5). Die Sänger ziehen aus, vor den gerüsteten Truppen her. Und der Triumphgesang gibt sozusagen das Signal zu einem außergewöhnlichen Sieg, der ohne einen einzigen Schwertstreich errungen wird.

2. Chronika 20,24-37

Während das Lied der Befreiung ertönte, brachten die Feinde sich gegenseitig um! Das Volk hat jetzt nichts weiter zu tun, als ihre Vernichtung festzustellen und sich der reichen Beute zu bemächtigen. Wie manches Mal hat Gott doch auf gleiche Weise die Schwierigkeiten, die uns unüberwindlich schienen, aus dem Weg geräumt!

Dann versammelt sich das Volk aufs neue im Tal Beraka - Preise- oder Lobetal -, um Jehova zu preisen.

Denken wir an den Triumph des Kreuzes, den der Herr Jesus ohne die geringste Beteiligung der Gläubigen davontrug. Was bleibt ihnen zu tun übrig? Die Früchte dieses Sieges zu genießen und ihn mit Herzen voller Dankbarkeit inmitten des irdischen Tales zu rühmen, bevor sie dies ewig in der heiligen Stadt tun werden (vergleiche Vers 28).

Der letzte Abschnitt kehrt auf die Regierung Josaphats zurück. Er berichtet uns, dass der König von Juda, nach seinem verheerenden militärischen Bund mit Ahab, einen andern, nicht weniger betrüblichen, mit einem wirtschaftlichen Ziel, mit dessen Sohn Ahasja abgeschlossen hat. Gott lässt ihn misslingen, und wir erfahren durch den Mund Eliesers, was Er von dieser Art Verbindung mit einem Weltmenschen, mit dem Ziel sich zu bereichern, hält.

2. Chronika 21,1-20

Hier scheint das Buch der Chronika plötzlich seinen Charakter als Buch der Gnade aufzugeben! Mit Ausnahme einiger Tatsachen hat es bis dahin die Fehler des Volkes und seines Königs systematisch zugedeckt, um im Gegenteil alles Gute, das zu finden war, zu betonen. Nebenbei gesagt, ist das etwas, was wir immer tun sollten (lies 1. Petrus 4,8)!

Doch das Kapitel, das wir soeben gelesen haben, bildet einen traurigen Gegensatz zu dem „Guten“, das Gott bis hierher gern mitgeteilt hat (Kapitel 12,12 und 19,3). Aber von jetzt an ist es wirklich nicht mehr möglich, die Bosheit Jorams und seiner Nachfolger zu verdecken. Dieser König, der Schwiegersohn Ahabs und Isebels, ein Mörder und Götzendiener, verleitet Juda selbst dazu, die falschen Götter anzubeten. Ein schrecklicher Zustand, der aber doch die unvergleichliche Geduld Gottes gegenüber seinem armen Volk hervorhebt; denn die Gnade erglänzt weiterhin in diesem Buch, und das um so wunderbarer, als sich die Finsternis über dem Reich Juda verdichtet. Die Gnade zeigt sich in dem Maß überschwänglich, in welchem die Sünde überströmt (Römer 5,20).

Eine Schrift von Elia gelangt an Joram, um seine Verbrechen zusammenzufassen und ihm das göttliche Gericht anzukündigen. Und dessen Erfüllung bleibt nicht aus.

2. Chronika 22,1-12

Ein trauriges Kapitel! Ahasja, der von seiner Mutter und von der Verwandtschaft Ahabs beraten wird, verbündet sich mit Joram, dem König Israels, und unternimmt mit ihm einen neuen Kriegszug gegen die Syrer. Diese unheilvolle Verbindung hat seinen Untergang zur Folge (Vers 7). Er stirbt eines gewaltsamen Todes.

Greifen wir jetzt zurück: Die sechs Brüder Jorams sind von ihm ermordet worden (Kapitel 21,4). Dann sind alle seine Söhne, mit Ausnahme des jüngsten, Ahasja, von den Arabern ermordet worden (Vers 1). In der dritten Generation Schließlich bleibt bei einem weiteren Blutbad ein einziger Nachkomme des Königshauses verschont: Joas, ein Säugling. Wie erklären sich diese aufeinander folgenden Ausrottungen? Durch die Verbissenheit Satans, der sich bemüht, die Linie Davids zu unterbrechen, die bis zu Christus führen sollte.

Und wie erklärt sich anderseits, dass trotz allem jedes Mal ein Glied - ein einziges und das schwächste aber trotzdem ein Nachkomme der königlichen Familie, überlebt und weiter besteht? Durch die treue Gnade Gottes! Er hält das Versprechen, das Er David gemacht hatte, ihm eine Leuchte zu bewahren (2. Könige 8,19). Eine Leuchte, die Schließlich nichts mehr als ein glimmender Docht ist (siehe Matthäus 12,20)!

Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht