Ährenlese im Alten Testament (2.Chronika)

Kapitel 1 - 10

Ährenlese im Alten Testament (2.Chronika)

2. Chronika 1,1–17

Wir werden sogleich in die Regierung des großen Salomo eingeführt. Sein Name, welcher der „Friedliche“ bedeutet, lenkt unsere Blicke auf Christus, den „Friedefürsten“ (Jesaja 9,6), dessen zukünftige Herrschaft durch die Berichte und Beschreibungen, die wir nun lesen werden, reich illustriert wird. Halten wir gut fest, dass es sich in diesen Kapiteln vor allem um das irdische Reich und den irdischen Gottesdienst des Messias von Israel handelt. Doch mehr als einmal werden unsere Gedanken, durch Ähnlichkeit oder Gegensatz, auch auf die Versammlung und ihr Haupt gerichtet werden.

Die Bitte, die Jehova im Herzen des jungen Königs liest, entspricht der Bitte des Apostels Paulus zugunsten der Epheser. Er erwähnte sie in seinen Gebeten, damit der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, ihnen den Geist der Weisheit und Offenbarung in der Erkenntnis seiner selbst gebe und die Augen ihres Herzens erleuchtet würden (Epheser 1,16–18).

„Denn Jehova gibt Weisheit; aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Verständnis“, schreibt Salomo später im Buch der Sprüche (Kapitel 2,6). Möchte es auch unser Wunsch sein, diese Weisheit von oben zu besitzen. Wir dürfen sie von Dem erbitten, „der allen willig gibt und nichts vorwirft“ (Jakobus 1,5).

2. Chronika 2,1–10

Die Beziehungen Hurams, des Königs von Tyrus, mit Salomo sind ein Vorbild der Beziehungen, die alle Nationen der Erde während des Tausendjährigen Reiches mit Israel haben werden. Dann „wird die Erde voll sein der Erkenntnis Jehovas, gleichwie die Wasser den Meeresgrund bedecken. – Und es wird geschehen an jenem Tage: der Wurzelspross Isais, weicher dasteht als Panier der Völker, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein“ (Jesaja 11,9.10).

Außer allem, was David in seiner Zuneigung für das Haus Gottes aufgehäuft hatte, hatte er auch Arbeiter zubereitet, um die Arbeit auszuführen (Vers 7b); siehe auch 1. Chronika 22,15.16). So ist es auch heute mit dem Werk des Herrn. Jede Arbeit für Ihn bedarf von seiner Seite einer sorgfältigen „Einstellung“ von Dienern. Wenn man sich in einem Dienst zu früh engagiert, besteht die Gefahr, schlechte Arbeit zu leisten. Gott, der die Werke zubereitet hat, hat auch die Arbeiter berufen und ausgebildet, um sie zu tun. Epheser 2,10 erinnert uns daran, dass „wir sein Werk sind, geschaffen in Christo Jesu zu guten Werken, welche Gott zuvor bereitet hat, auf dass wir in ihnen wandeln sollen“.

2. Chronika 2,11–18

Beim Betrachten des Buches der Könige haben wir gelernt, dass Huram-Abi (oder Hiram), der kunstfertigste unter allen Arbeitern, ein Vorbild des Heiligen Geistes ist. Unter der umsichtigen Leitung dieses Mannes werden die Kunstverständigen, die von David zubereitet wurden, ihre Aufgabe erfüllen. Und so wird auch der Gläubige nur dann zum Dienst fähig sein, wenn er sich vom Geist Gottes leiten lässt. In der Apostelgeschichte sehen wir, wie der Geist den Aposteln die Befehle des Herrn mitteilt: Kapitel 1,2, 8,29; 13,2.4. Lasst auch uns seiner Stimme das Ohr leihen. Sie wird uns oft, wie dem Paulus und seinen Begleitern, sagen: Tu dieses nicht; geh nicht dorthin! (Apostelgeschichte 16,6.7).

153 600 Männer wurden registriert, um die Arbeit zu tun. Manche waren Lastträger, andere Steinhauer und Schließlich gab es die Aufseher. Das lenkt unsere Gedanken auf drei Formen der christlichen Tätigkeit hin: 1. Im Gebet die Lasten tragen. Das kommt an erster Stelle. 2. Die lebendigen Steine vom Steinbruch der Welt loslösen und sie „behauen“ (gestalten): das ist das Werk des Evangelisten und der anderen Dienste. 3. Über das Werk und über die Herde wachen.

Eine bemerkenswerte Einzelheit: die Mannschaften setzen sich aus Kanaanitern zusammen, aus den Fremdlingen, die einst Feinde und für Israel zum Fallstrick waren. Unter der Regierung des Königs des Friedens sind sie nützliche Knechte geworden.

2. Chronika 3,1–17

Die Bücher der Chronika zeigen uns den Bau des Tempels unter einem anderen Gesichtspunkt als das Buch der Könige. Dort wurde er vor allem als die Wohnung Jehovas inmitten seines Volkes gesehen. Unser Buch zeigt ihn uns mehr als den Ort, wo der Anbeter Zugang hat, um seinem Gott zu begegnen. Die Grundlage des Hauses wird auf dem Berg Morija errichtet, wo die Gnade Gottes das Gericht aufgehalten und das Brandopfer verzehrt hatte.

Was die Versammlung betrifft, wissen wir durch die Erklärung des Petrus und durch die Antwort des Herrn Jesus, auf welchen Felsen sie gegründet ist: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Matthäus 16,16.18).

Salomo baut nacheinander die Halle, das eigentliche Haus und dann das Haus des Allerheiligsten. Dann macht er die beiden großen Cherubim, den Vorhang und die zwei Säulen Jakin und Boas. Die Außerordentliche Höhe der Halle wird nur hier erwähnt: 120 Ellen, das heisst viermal die Höhe des Hauses. Ist das nicht eine Illustration von Psalm 24,7.9, wo wiederholt wird: „Erhebet, ihr Tore, eure Häupter, und erhebet euch, ewige Pforten, dass einziehe der König der Herrlichkeit“? Welches Tor könnte für eine so große Persönlichkeit angemessen sein?

2. Chronika 4,1–22

Ganz mit Gold bekleidet, redet das Haus von vollkommener und reiner Gerechtigkeit. Daher konnte sich der Anbeter ihm nicht nahen, ohne zuvor am ehernen Opferaltar vorbeizugehen. Dieser Altar ist quadratisch: 20 Ellen seine Länge und 20 Ellen seine Breite; es sind die gleichen Abmessungen wie die des „Sprachortes“. Mit andern Worten gesagt: die Herrlichkeiten dieses Allerheiligsten entsprechen der Größe und der Vollkommenheit des Opfers, das durch den Altar dargestellt ist.

Nachher ist von dem „Meer“ die Rede, dessen zwölf Rinder an das geduldige und beharrliche Werk Christi, nach Epheser 5,26, erinnern, wie auch an die Standhaftigkeit, die nach allen Richtungen ausgeübt werden musste, um den äußeren Einflüssen zu widerstehen und die Reinheit zu bewahren. Erst danach werden die weiteren Gegenstände aufgezählt: die Becken, die Leuchter, die Tische, der goldene Altar und die verschiedenen Geräte der Priester, wie um uns daran zu erinnern, dass wir die Wahrheiten, die durch diese Gegenstände dargestellt werden, erst genießen können, nachdem wir uns am „ehernen Meer“ moralisch gereinigt haben (Psalm 26,6; 2. Korinther 7,1).

Mit Ausnahme des Kelches und des Brotes beim Abendmahl, hat der Anbeter des Neuen Testaments keine sichtbaren Gegenstände mehr vor sich, auch keine „Sakramente“ oder Zeremonien. Er wird aufgefordert, in aller Schlichtheit am Mahl des Herrn teilzunehmen. Sein Gottesdienst wird in Geist und Wahrheit dargebracht (Johannes 4,24).

2. Chronika 5,1–14

Das wunderbare Haus ist vollendet. Aber der wichtigste Gegenstand fehlt noch darin: die heilige Lade. Ihre Einführung „an ihren Ort, in den Sprachort des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Cherubim“ (Vers 7), lenkt unsere Blicke auf den Herrn Jesus in den himmlischen Örtern, von Gott selbst erhöht, der Mittelpunkt des allumfassenden Lobes, das den Himmel und die Erde mit seiner Herrlichkeit erfüllt. Er ist der Gegenstand der Bewunderung der Engel (die Cherubim; 1. Timotheus 3,16) und der Anbetung seines glücklichen Volkes. „Eine Stimme“, aberverschiedene Instrumente (Vers 13). Ein einziges Lied: das neue Lied, das von der Menge der Erlösten dargebracht wird, zu dem jeder seinen besonderen Ton beiträgt, aber in vollkommener Harmonie.

Von den drei Gegenständen, die die Lade enthielt: das Manna in seinem goldenen Krug, der Stab Aarons, des Priesters, und die Tafeln des Gesetzes, bestehen nur noch diese letzteren (Vers 10). Zur Zeit der Wüstenwanderung, die jetzt beendet war, hatte Gott das Manna gegeben und das Vol k durch das Priestertum bis zu sich geführt. Jetzt ist die Lade in Zion, in der Ruhe Gottes, der seine Verheißung wahr gemacht hat. Und auf der Grundlage eines neuen, durch die Tafeln gesicherten Bundes, ruht Er selbst in seiner Liebe inmitten seines erlösten Volkes (Zephanja 3,17 Fußnote).

2. Chronika 6,1–11

Salomo preist den Gott Israels vor der ganzen Versammlung des Volkes, er ruft seine Gnade in Erinnerung, sowie die Beweggründe, weshalb der Tempel gebaut worden ist.

Das Herz des Volkes Jehova zuzuwenden, das ist der Wunsch des Königs. Und wir denken an Den, der jenseits des Todes erklären konnte: „Verkündigen will ich deinen Namen meinen Brüdern; inmitten der Versammlung will ich dich loben“ (Psalm 22,22). Manchmal fürchten wir uns, in unseren Gebeten Gott anzureden. Wir meinen, beim Herrn Jesus mehr Verständnis und Zärtlichkeit zu finden. Ist das nicht ein Mangel an Vertrauen gegenüber dem Gott der Liebe? „Denn der Vater selbst hat euch lieb“, bestätigt der Herr seinen Jüngern (Johannes 16,27). Christus wünscht, dass wir seinen Vater kennen, wie Er ihn kennt. Aber das Kreuz war notwendig, um diese Beziehung herzustellen. Daher war sein aller erstes Wort für die Seinen nach seiner Auferstehung: „Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, und zu meinem Gott und eurem Gott“ (Johannes 20,17). Jetzt, nachdem das Werk der Erlösung vollbracht ist, haben wir es nicht mehr mit einem furchterregenden Gott zu tun, mit einem Richter, den man besänftigen muss, damit Er sich erweichen lasse. Gott ist für uns ein Vater, dem wir ohne Furcht nahen können, im Namen des Herrn Jesus.

2. Chronika 6,12–21.40–42

Man hat schon darauf aufmerksam gemacht, dass das Gestell von Erz, auf dem der König kniete, um sich an Jehova zu wenden, genau die gleichen Maße hatte, wie der eherne Altar in der Wüste (Vers 13; 2. Mose 27,1). Dieses Detail hat eine schöne und wichtige, vorbildliche Bedeutung: Auf der Grundlage seines vollbrachten und von Gott angenommenen Opfers übt Christus sein Amt als Priester und als Fürsprecher zugunsten der Seinen bei dem Vater aus. So ist Gott, „wenn wir unsere Sünden bekennen“, „treu und gerecht“, um sie uns zu vergeben. Treu und gerecht, weil Jesus sie am Kreuz gesühnt hat (davon redet der Altar), so dass Gott uns nicht ein zweites Mal dafür zur Rechenschaft ziehen kann.

Beachten wir, dass nicht gesagt wird: wenn wir um Vergebung bitten; denn die Vergebung ist dem Kind Gottes schon erworben worden; sondern: „wenn wir bekennen“. Und der gleiche Abschnitt fährt fort und versichert uns: „Wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden“ (1. Joh 1,9; 2,1.2).

Nach den Versen 22 bis 39, die wenig Unterschied zu 1. Könige 8,31–53 aufweisen, beschließt Salomo sein Gebet mit den Worten aus Psalm 132,8–10.

„Höre vom Himmel her... höre du im Himmel!“ Die Christen, unterwiesen über den Liebeswillen des Herrn, können aus Erfahrung sagen: „Wir wissen, dass er uns hört“ (1. Johannes 5,15).

2. Chronika 7,1–10

Als Antwort auf das Gebet des Königs fährt das Feuer auf das Brandopfer herab. Und zum zweiten Mal (siehe Kapitel 5,14) erfüllt die Herrlichkeit Jehovas das Haus. Von jetzt an, und bis zur Zeit Hesekiels (Hesekiel 10,18; 11,23), wird sie darin wohnen bleiben.

Die Furcht, diediese Herrlichkeit einflösst, hindert die Priester daran, in das Haus einzutreten (Kapitel 5,14; 7,2). Denken wir im Gegensatz dazu an unser ewiges Teil. Der Herr will die Seinen bei sich in der Herrlichkeit haben. Schon auf dem heiligen Berg wird Er den Jüngern vorgestellt; Mose und Elia waren mit Ihm in der lichten Wolke, welche „die prachtvolle Herrlichkeit“ genannt wurde (Matthäus 17,5; 2. Petrus 1,17).

Das ganze Volk beugt sich zur Erde nieder und stimmt das Lied an, weiches das Lied des Tausendjährigen Reiches sein wird: „Preiset Jehova! denn er ist gütig, denn seine Güte währt ewiglich“ (Vers 3; Psalm 136). Dann wird eine ungeheure Anzahl Opfer dargebracht: 22.000 Rinder und 120.000 Schafe. Auch hier: welch ein Gegensatz zu dem „einen Opfer“, durch das wir geheiligt und vollkommen gemacht sind: „das ein für allemal geschehene Opfer des Leibes Jesu Christi“ (Hebräer 10,10.14).

Dann folgt für das Volk des großen Königs die ungetrübte Freude des Laubhüttenfestes.

2. Chronika 7,11–22

Das Haus ist vollendet und eingeweiht worden. In seiner Antwort an Salomo erklärt Jehova, dass Er es geheiligt habe, damit sein Name daselbst sei ewiglich (Verse 16 und 20). Welch glückliche Zusicherung! Was das Zusammenkommen der Gläubigen heute kennzeichnet, denen der Herr Jesus seine Gegenwart verheißen hat, ist, dass sie in seinem Namen versammelt sind (Matthäus 18,20). Daher kommt die ernste Verantwortung, nichts darin zu dulden, was diesen Namen und diese Gegenwart verunehren könnte. In diesem Sinn warnt Jehova Salomo vom 19. Vers an.

Die Gegenwart des Herrn inmitten der Seinen sichert ihnen aber gleichzeitig alles zu, was ihre Seele bedarf. Wie kommt es denn, dass manche Zusammenkünfte matt und schablonenhaft sind? Da fehlt etwas, und es ist offensichtlich, dass es nicht an der Erfüllung der Verheißung des Herrn liegt. Was aber mangelt, das ist der Glaube, mein Glaube an seine Gegenwart, die genügt, um mich reichlich zu segnen und um mich an diesem Ort zu segnen!

Beachten wir, wie die göttliche Antwort in ihren Einzelheiten dem Gebet des Königs im vorangehenden Kapitel entspricht. Vergleichen wir zum Beispiel den 15. Vers mit dem 40. Vers von Kapitel 6. Ja, wir wollen von Gott klar umschriebene Segnungen erwarten. Es wird ihm gefallen, sie uns zu gewähren.

2. Chronika 8,1–18

Satomo befestigt sein Reich. Er baut Vorratsstädte und militärische Anlagen. Unter diesen erinnern Ober-Beth-Horon und Unter-Beth-Horon (Vers 5) an den Außergewöhnlichen Sieg Josuas (oder vielmehr Jehovas) auf dem Abhang, der diese beiden Städte trennt (Josua 10,11). Jetzt werden alle Kanaaniter, die durch die Untreue des Volkes nach der Zeit der Eroberung überlebt haben, zur Fronarbeit ausgehoben. Im Gegensatz dazu werden die Kinder Israel, im Gehorsam gegenüber dem Wort (3. Mose 25,42), solchen Arbeiten, die den Sklaven vorbehalten waren, nicht unterworfen. Der König macht auf diese Weise einen klaren Unterschied zwischen denen, die zum Volk Gottes gehören, und denen, die nicht dazu gehören, selbst wenn es sich um seine eigene Frau handelt (Vers 11). Vergessen wir nie, dass dieser Unterschied heute noch besteht.

Es ist wahr, dass wir einst Sklaven der Sünde waren (Römer 6,20). Aber jetzt hat der Sohn uns freigemacht; wir sind frei (Johannes 8,36). Frei, „um zu loben und zu dienen ... nach der täglichen Gebühr“ (Vers 14). Aber nicht frei, um zu tun was wir wollen. „Man wich nicht von dem Gebot des Königs ab“ (Vers 15). Der 13. Vers erwähnt das Gebot Moses und der 14. Vers das Gebot Davids. Die wahre Freiheit des Christen besteht darin, aus Liebe zu Ihm den Willen des Herrn zu tun.

2. Chronika 9,1–12

Nebst dem prophetischen Aspekt, zeigt uns der Besuch der Königin von Scheba den Weg des Sünders, der zum Heiland kommt. Das gibt uns Gelegenheit für ein Wort an solche unter unseren Lesern, die vielleicht diesen Glaubensschritt zum Herrn Jesus hin noch nicht getan haben: Ihr könnt sicher sein, dass nichts von dem, was ihr von Ihm gehört habt, mit der persönlichen Bekanntschaft zu vergleichen ist, die ihr mit Ihm machen werdet. Das einzige, was wir euch sagen, ist, wie Philippus zu Nathanael: „Komm und sieh!“ (Johannes 1,47; vergleiche Vers 6).

Und ihr, die ihr den Herrn Jesus schon seit kurzer oder längerer Zeit kennt, wisst ihr, welches das wirksamste Zeugnis ist, das ihr für Ihn ablegen könnt? Zeigt, dass ihr glücklich seid! Ohne es zuzugeben, sehnen sich viele Menschen um uns her nach dem wahren Glück. Können sie feststellen, dass wir es besitzen – und dass das Geheimnis dieses Glücks unsere persönliche Beziehung zum Herrn ist? Beneiden sie uns um unser Los, wie das bei der Königin der Fall war, als sie die Knechte Salomos sah? Wenn wir traurig und unzufrieden aussehen, geben wir andern Anlass zu denken, der Herr Jesus könne unser Herz nicht befriedigen. Und dann hindern wir die andern daran, zu kommen, zu sehen – und zu glauben.

2. Chronika 9,13–31

Ruhm, Reichtum, Weisheit, Macht: darin wird uns die wunderbare Größe der Regierung des Sohnes Davids gezeigt! Nicht nur die Königin von Scheba, sondern alle Könige der Erde kommen, um die Weisheit des großen Salomo zu hören, ihm ihre Geschenke zu bringen und vor allem sein Angesicht zu suchen (Vers 23).

Wie viel mehr wird das bei der Erscheinung des Herrn Jesus der Fall sein! „Könige werden es sehen und aufstehen, Fürsten, und sie werden sich niederwerfen, um Jehovas willen, der treu ist, des Heiligen Israels, der dich erwählt hat“ (Jesaja 49,7). Es steht auch geschrieben: „Deine Augen werden den König schauen in seiner Schönheit“ (Jesaja 33,17). Die Erfüllung dieser Verheißung wird für Israel und für die Nationen die höchste Segnung sein. Aber seine glücklichen Erlösten werden die ersten sein, Ihn so zu betrachten.

Ja, den Herrn sehen! Erfüllt dieser Gedanke unser Herz mit Freude – oder mit Furcht? Oder lässt er uns gleichgültig?

Die Geschichte Salomos ist zu Ende. Aber wo sind denn die schlimmen Sünden, von denen uns im 1. Buch der Könige berichtet wurde? Ist es wirklich möglich, dass unser Buch nicht das geringste davon erwähnt? Tatsächlich hat die wunderbare göttliche Gnade sie alle ausgewischt, um uns durch diesen König einen Größeren als Salomo zu zeigen.

2. Chronika 10,1–19

Israel hat sich in Sichern um den neuen König versammelt und bittet ihn: „Erleichtere unseren harten Dienst.“ Was raten die Alten dem Rehabeam? „Wenn du gegen dieses Volk gütig und ihnen gefällig bist“ (Vers 7). Und in 1. Könige 12,7: „Wenn du heute dieses Volkes Knecht wirst und ihnen dienst.“ Das ist, selbst für einen König, die einzige Art und Weise, die Zuneigungen anderer zu gewinnen oder zu bewahren. Unsere Gedanken werden auf den Herrn Jesus gelenkt. Er ist gekommen, nicht „um bedient zu werden, sondern um zu dienen“ (Matthäus 20, lies die Verse 26–28). Seine Ehrentitel haben Ihn auf seinem Weg der Erniedrigung, der Liebe und der Hingabe nicht zurückgehalten, doch dadurch hat Er sich jetzt alle Rechte auf den Gehorsam der Menschen erworben (Philipper 2,6–11). Nach dem Vorbild dieses großen Beispiels, müssen jene, die eine einflussreiche Stellung einnehmen, im Dienst die ersten sein. Denn wie soll man Gehorsam und Hingabe fordern, wenn man selbst kein Beispiel davon gibt? Rehabeam hat sich geweigert, seinem Volk zu dienen. Ist es erstaunlich, dass sich die zehn Stämme als Antwort darauf ebenfalls weigern, ihm zu dienen? Sein eigener Hochmut hat sie vom Weg der demütigen Unterwürfigkeit abgelenkt. Und die Spaltung des Reiches ist die Folge davon. Bis zur Erscheinung des Herrn wird das Volk seine wahre Einheit nicht mehr wiederfinden.

Nächstes Kapitel »

Ihre Nachricht