Prophetische Übersicht über die Psalmen

Zusammenfassung: Die prophetische Anordnung der Psalmen

Die vorrangige Auslegung der Psalmen hat mit Israel und ihrem Messias (nicht mit Christus und der Kirche) zu tun, und bezieht sich auf die Zeit, zu der ein Überrest gottesfürchtiger Juden die Zeitspanne durchlaufen wird, die in der Prophezeiung als Daniels „siebzigste Jahrwoche“ bekannt ist (Dan 9,27).1

Die Psalmen enthalten, genau genommen, keine Prophetie, sondern entfalten vielmehr die moralische Geschichte des treuen jüdischen Überrestes (und auch des Überrestes der zehn Stämme Israels) während jener Zeit, in der sich die Prophetie erfüllen wird. Die Psalmen beschreiben seine Gefühle der Bedrängnis, des Kummers, der Angst, der Schuld, der Erwartung, der Hoffnung, der Freude und des Sieges, während sie durch die größte Prüfung ihrer Geschichte gehen. Am Ende werden sie durch ein Eingreifen aus dem Himmel durch ihren Messias (den Herrn Jesus Christus) gerettet, der dann sein Tausendjähriges Reich aufrichten wird.

Die fünf Bücher der Psalmen

In Bezug auf diese prophetische Ebene sind die Psalmen nicht fortlaufend chronologisch angeordnet, sondern in fünf Bücher unterteilt. Das Ende eines jeden Buches ist durch die Ausdrücke „Amen, ja, Amen“ oder „Lobt den HERRN“ gekennzeichnet (Ps 41,14; Ps 72,19; Ps 89,53; Ps 106,48; Ps 150,6). Jedes dieser Bücher beginnt zu einem bestimmten Zeitpunkt der Prophetie über die Juden und/oder die zehn Stämme Israels und dauert bis zu ihrer Befreiung bei der Ankunft ihres Messias zur Errichtung seines Reiches an.

Die Psalmen innerhalb jedes Buches sind nicht ein zusammenhängender Handlungsstrang, sondern sind ebenfalls in kleinere Gruppen oder Serien unterteilt. Diese Gruppen beginnen immer an dem für das jeweilige Buch, in dem sie zu finden sind, festgelegten Zeitpunkt der Prophetie und reichen dann immer weiter bis zum Kommen des Messias. Diese kleineren Gruppen von Psalmen sind in der englischen Bibelübersetzung von J. N. Darby in der Regel durch ein Sternchen (*) gekennzeichnet.

Erstes Buch

Dieses Buch (Ps 1–41) beschreibt die Gefühle und Empfindungen der Juden des gottesfürchtigen Überrestes (Jes 66,2), der zu Beginn der siebenjährigen Drangsalszeit (Daniels siebzigste Jahrwoche) in das Land Israel zurückgeführt wird. Es legt den Fokus auf die Umstände, in denen sich diese Juden in den ersten 3,5 Jahren der prophetischen Woche befinden werden, aber es reicht auch bis zum Kommen des Messias und der Errichtung seines Reiches. Der Überrest wird als Teil der gemischten jüdischen Schar gesehen, die in ihr Heimatland zurückgekehrt sein werden. Da sie im Land frei sind und somit den Tempel betreten können, um Jehova anzubeten, werden sie das Judentum gemeinsam mit der Masse ihrer Brüder ausüben. Allerdings werden sie über den beklagenswerten Zustand ihrer ungläubigen Brüder furchtbar betrübt sein (Jes 66,3–4) und in moralischer Absonderung von ihnen wandeln (Ps 1,1–3). Als Folge davon werden sie vonseiten der ungläubigen Juden Vorwürfe und Verfolgung und sogar das Martyrium erleiden.

Psalm 1–8: Eine Einführung in die Ereignisse, durch die der Überrest bis zu seiner Befreiung gehen muss

Psalm 1: Der gottesfürchtige Charakter des jüdischen Überrestes, der in das Land Israel zurückgeführt werden wird, im Gegensatz zu dem der abtrünnigen Juden, die auch dort sein werden.

Psalm 2: Die Hoffnung des jüdischen Überrestes, dass Gott seinen Ratschluss über den Messias („seinen Gesalbten“) erfüllt, der darin besteht, Ihn auf seinem heiligen Berg („Zion“) als König einzusetzen und so sein Reich auf Erden zu errichten.

Psalm 3: Ein Morgengebet der Juden des Überrestes, die ihre Sorgen und Nöte ausdrücken, die sie erleben, wenn sie unter ihren ungläubigen Brüdern leben.

Psalm 4: Ein Abendgebet der Übrigen, das ihre wachsenden Ängste zum Ausdruck bringt, da die Verfolgung durch ihre gottlosen Brüder zunimmt.

Psalm 5: Ein Nachtgebet des Überrestes, wenn der Antichrist („der Mann des Blutes und des Truges“) an die Macht gelangen wird und die Gerechten verfolgt; der Überrest schaut auf den Morgen eines neuen Tages für die Nation, wenn der Messias kommen wird.

Psalm 6: Ein Gebet des Überrestes in der dunkelsten Nacht, in dem er einen tiefen Schrei nach Befreiung ausstößt.

Psalm 7: Als Antwort auf den Schrei des Überrestes (Ps 7,2–10) erscheint der HERR und bringt Befreiung für „die Aufrichtigen“ und Gericht über die, die Böses tun (Ps 7,11–18).

Psalm 8: Ein neuer Tag bricht für die Erde an, an dem Christus als der Sohn des Menschen seine universelle Herrschaft über alles geltend macht und damit das Tausendjährige Reich einleitet.

Psalm 9–15: Ein Überblick über die Gewalt und Verdorbenheit des Antichristen

Psalm 9: Der Überrest erwartet in einem Lobgesang das Kommen seines Messias, der die Welt in Gerechtigkeit richten wird und alles Verkehrte in Ordnung bringen wird.

Psalm 10: Der Überrest schreit zum HERRN, damit Er eingreife, weil der Antichrist („der Gesetzlose“ in der Einzahl) an die Macht gekommen ist und die Gerechten verfolgt.

Psalm 11: Der Überrest trauert über die Zunahme des Glaubensabfalls unter seinen jüdischen Brüdern („die Gesetzlosen“ in der Mehrzahl), die den Antichristen angenommen haben.

Psalm 12: Der Überrest schreit um Bewahrung zum HERRN, denn die Flut des Glaubensabfalls im Land hat einen Punkt erreicht, an dem es nur noch sehr wenige gottesfürchtige Menschen gibt.

Psalm 13: Während der Überrest auf die Erlösung wartet, werden seine Geduld und sein Glaube auf die Probe gestellt.

Psalm 14: Die Abtrünnigkeit erreicht ihren Höhepunkt im Land; die abgefallenen Juden („der Tor“), die dem Antichristen folgen, werden den Gott ihrer Väter nicht anerkennen.

Psalm 15: Beschreibung der Gerechten, die den Tempel des Tausendjährigen Reiches betreten werden, wenn Christus sein Reich aufrichtet

Psalm 16–18: Eine Vorstellung des Messias

Psalm 16: Christus nimmt in geistlicher Weise seinen Platz innerhalb des Überrestes ein und drückt dessen Abhängigkeit von Gott aus.

Psalm 17: Christus drückt den Hilferuf des Überrestes vor Gott aus, während dieser unter der Verfolgung durch seine gottlosen Brüder leidet.

Psalm 18: Christus drückt bei seiner Erscheinung die Gefühle des Überrestes bei dessen Befreiung vom Antichristen aus. Außerdem beschreibt Er den Schutz, den Er dem Überrest vor den heidnischen Armeen geben wird, die sich gegen diesen erheben, nachdem er wiederhergestellt wurde.

Psalm 19–24: Wie der Überrest gottesfürchtiger Juden gebildet wird und wie er vor dem Herrn wiederhergestellt wird

Psalm 19: Das Zeugnis, das Gott während der Drangsal durch seine Schöpfung, sein Wort und das Gewissen der Menschen von sich selbst ablegen wird und durch das ein Überrest von gläubigen Juden gebildet werden wird.

Psalm 20: Der Glaube der Juden des Überrestes ist so stark, dass sie ihren Messias („seinen Gesalbten“) im Gebet der Fürsorge Jehovas anvertrauen, im Hinblick auf die Zeit, in der Er aufsteht, um seine Feinde zu richten und sein Königreich aufzurichten.

Psalm 21: Der Überrest erwartet die Freude seines Königs (des Messias), wenn Jehova bei dessen Erscheinung seine Bitte um das Erbe gewährt (Ps 2,8). Er wird seine Feinde richten und sein Reich in Macht aufrichten.

Psalm 22: Der Überrest wird in die Erkenntnis der sühnenden Leiden Christi eingeführt und erfährt dadurch vor dem Herrn Wiederherstellung.

Psalm 23: Der Überrest der zwölf Stämme Israels befindet sich in seinem Heimatland unter dem Schutz Jehovas, den sie als ihren HERRN und Hirten anerkennen.

Psalm 24: Christus nimmt die ganze Erde in Besitz als „der König der Herrlichkeit“ und „der Herr der Heerscharen.“ Majestätisch betritt Er den Tempel, um die Anbetung im Reich einzuweihen.

Psalm 25–34: Die Verfolgung und Erlösung des jüdischen Überrestes

Psalm 25: Die Juden des Überrestes demütigen sich vor dem HERRN mit dem Wunsch, gottesfürchtiger zu werden und so seine Gunst und den Schutz vor ihren Verfolgern, den ungläubigen Juden, die ebenfalls in das Land zurückgekehrt sind, zu erlangen.

Psalm 26: Der Überrest praktiziert das Judentum im Haus Gottes, aber in moralischer Absonderung von der gottlosen Masse ihrer Brüder, die nur so tun, als würden sie Jehova verehren.

Psalm 27: Die Juden des Überrestes drücken ihr Vertrauen in den HERRN aus und warten darauf, dass Er kommt, um sein Reich aufzurichten.

Psalm 28: Der Überrest schreit zum HERRN, um vor der Flut des Abfalls bewahrt zu bleiben, die im Land durch das Werk des Antichristen („der Gesetzlose“) aufkommt. Sie danken Ihm im Voraus für ihre Befreiung.

Psalm 29: Der Überrest jubelt über das Eingreifen des HERRN im Gericht (seine Erscheinung), das in dem Bild eines Sturms dargestellt wird, der über das Land fegt.

Psalm 30: Der Überrest bricht in Lobpreis aus, weil der HERR sie von ihren Verfolgern befreit hat.

Psalm 31: Die Juden des Überrestes werden zu einem Verständnis des Todes Christi geführt (Ps 31,2–6a) und erkennen, dass sie durch dieses Werk, erlöst worden sind (Ps 31,6b-9). Christus ist wieder in seiner Unterwerfung unter Gott zu hören (Ps 31,10–19) und der Überrest antwortet mit Dankbarkeit (Ps 31,20–25).

Psalm 32: Die Juden des Überrestes freuen sich über den Segen der Sündenvergebung und ihre Wiederherstellung vor dem HERRN. Sie frohlocken über ihre Sicherheit in Ihm.

Psalm 33: Die Juden des Überrestes freuen sich in dem HERRN und preisen Ihn als ihren Schöpfer und ihren Erlöser.

Psalm 34: Die erlösten Gläubigen Israels verkünden der Welt ihre wunderbare Befreiung und rufen die Heiden auf, sich ihrem Lobpreis des HERRN im Tausendjährigen Reich anzuschließen.

Psalm 35–41: Der Glaube des jüdischen Überrestes wird geprüft, während er auf die Erlösung wartet

Psalm 35: Der Messias bringt im Geiste die Sache der Gläubigen des Überrestes vor Jehova und bringt dabei ihre Not zum Ausdruck, wie sie unter der Verfolgung durch die gottlosen Juden im Land leiden.

Psalm 36: Der Antichrist („der Gesetzlose“ in der Einzahl) steigt zur Macht auf und verschärft die Verfolgung des Überrestes; dieser drückt sein Vertrauen in die Treue des HERRN, sie zu retten, aus.

Psalm 37: Dem Überrest wird geraten, geduldig auf die Erlösung durch den HERRN zu warten, denn Dieser wird die Gesetzlosen von der Erde vertreiben und die Sanftmütigen zu Erben machen.

Psalm 38: Die Sündenerkenntnis des Überrestes vertieft sich.

Psalm 39: Der Überrest beschließt, gottesfürchtiger zu leben, während er auf die Erlösung wartet.

Psalm 40: Der Überrest drückt seine Dankbarkeit darüber aus, dass er durch das Eingreifen des HERRN von den Leiden der Drangsal befreit wurde, und stellt sich damit in dessen Dienst.

Psalm 41: Eine Zusammenfassung der gesamten Position des jüdischen Überrestes in den letzten Tagen

Zweites Buch

Dieses Buch (Psalm 42–72) beschreibt die Gefühle und Empfindungen des treuen Überrestes der Juden in der Großen Drangsal (die letzten 3,5 Jahre von Daniels 70. Woche), wenn der Antichrist (der falsche Messias der Juden) zur Macht aufsteigen wird (Dan 11,36–39). Er wird die Ausübung des Judentums abschaffen (Dan 9,27; 12,11) und eine neue Art der Anbetung einführen: die götzendienerische Anbetung des Bildes des Tieres, genannt „Gräuel der Verwüstung“ (Mt 24,15). Diese Anbetung wird allen im Lande aufgezwungen werden (Off 13,11–18). Der gottesfürchtige Überrest wird sich aus Gewissensgründen weigern, das Bild anzubeten, und so den Hass des Tieres und des Antichristen auf sich ziehen, die eine gewaltsame Verfolgung gegen ihn in Gang setzen werden, um diese „Radikalen“ aus ihrem Reich zu tilgen (Mt 24,21; Off 12,13). Viele treue Juden werden während dieser Zeit das Martyrium erleiden.

In diesem zweiten Buch wird der Überrest als von seinen jüdischen Brüdern verstoßen angesehen (Jes 66,5) und gezwungen, sich an abgelegenen Orten des Landes und sogar außerhalb des Landes Israel zu verstecken (Mt 24,16–21). Die meisten der Psalmen in diesem Buch wurden komponiert, als David sich auf der Flucht vor Saul oder vor Absalom befand und sich aus diesem Grund an abgelegenen Orten im Land aufhielt. Der jüdische Überrest, der der Privilegien der öffentlichen Anbetung im Tempel beraubt ist, wird von seinen Verstecken aus zu Gott schreien und ihn anflehen, einzugreifen und den Antichristen zu vernichten.

Die Psalmen in diesem Buch sind an „Gott“ adressiert und nicht an den „HERRN“ (wie im ersten Buch). Das bedeutet, dass eine Distanz zu Ihm und Seinem Heiligtum eingetreten ist, die die Juden des Überrestes sehr stark spüren werden. Diese Psalmen schildern weiterhin das Eingreifen des Herrn (seine Erscheinung), das zur Befreiung des Überrestes und zur Errichtung Seines Reiches in Gerechtigkeit führen wird (Jes 32,1).

Psalm 42–51: Die Prüfung und Erlösung des jüdischen Überrestes in der großen Drangsal

Psalm 42: Der Überrest drückt seine Entmutigung in der Großen Drangsal aus, als er aus dem Haus Gottes in Jerusalem vertrieben wurde und nicht mehr darin anbeten kann.

Psalm 43: Der Überrest schreit zu Gott, weil er unter der Verfolgung durch den Antichristen („Mann des Truges und des Unrechts“) und den abtrünnigen Juden („eine lieblose Nation“), die diesem folgen, und durch die ungläubigen Heiden („der Feind“), in deren Land viele Juden des Überrestes geflohen sind, leidet.

Psalm 44: Der Überrest wird ermutigt, indem er sich an eine ähnliche Situation in der Geschichte Israels erinnert, als das Volk ebenfalls in einem fremden Land verfolgt wurde, aber Jehova eingriff und ihm auf wundersame Weise Rettung gab. Er bittet Gott, dass er das Gleiche für sie tun möge.

Psalm 45: Der Überrest jubelt, als er sieht, wie sein Messias („der König“) in all seiner Majestät eingreift und seine Feinde richtet, woraufhin er mit Israel („der Königin“) eine Beziehung in Form einer königlichen Ehe eingeht. Einige bekehrte heidnische Nationen sind dabei anwesend.

Psalm 46: Die Gläubigen des wiederhergestellten Volkes Israel drücken ihr Vertrauen in Gottes Schutz aus, als sich heidnische Armeen (unter Gog) gegen sie erheben, weil sie „den Herrn der Heerscharen“ bei sich haben; danach beginnt das Tausendjährige Reich.

Psalm 47: Das wiederhergestellte Volk Israel jubelt, weil Christus als „König über die ganze Erde“ regiert und weil Er ihm sein Erbe zugeteilt hat; die Heiden schließen sich ihrem Gott an.

Psalm 48: Jerusalem wird als Zentrum der Erde des Reiches errichtet – die Stadt, in der Gottes Gegenwart gekannt wird.

Psalm 49: Die ganze Welt („Völker“) wird aufgerufen, auf Jehova zu vertrauen und ihn zu Ihrem Gott zu machen.

ANHANG: Wie der jüdische Überrest vor dem Herrn wiederhergestellt wird

Psalm 50: Nachdem der Herr in Zion erschienen ist, bewirkt Er eine volle Reue in den Gläubigen des Überrestes („meine Frommen“), indem Er sie aus den Verstecken herausholt und sie dafür tadelt, dass sie Gott gemäß der Rituale des Judentums angebetet hatten, ohne den Herrn Jesus als ihren Messias anzuerkennen und Ihn an ihrem Tag der Not anzurufen.

Psalm 51: Der Überrest antwortet in wahrer Reue über seinen Unglauben und seine Ablehnung Christi. Sein Bekenntnis schließt das Eingestehen der „Blutschuld“ des Volkes an Seiner Kreuzigung ein; so werden sie vor Ihm wiederhergestellt und beten Ihn in angemessener Weise mit ihren Opfern an.

Psalm 52–60: Der leidende Schrei und die Erlösung des jüdischen Überrestes in der großen Drangsal

Psalm 52: Der Überrest trauert über die Treulosigkeit seiner abgefallenen Brüder, die dem Antichristen folgen, und erhebt ein Geschrei gegen ihn.

Psalm 53: Diejenigen aus dem Überrest, die in die umliegenden Länder geflohen sind, nehmen Anstoß an dem Unglauben und dem Abfall unter den Heiden.

Psalm 54: Der Überrest schreit zu Gott, während er unter der Verfolgung durch die ungläubigen Heiden („Fremde“, „Gewalttätige“ und „Feinde“) leidet, in deren Länder einige geflohen sind.

Psalm 55: Der Überrest leidet unter doppelter Verfolgung (durch gottlose Juden und Heiden) und beobachtet, wie Jerusalem durch den Antichristen der Bosheit preisgegeben wird, und ruft nach der Zerstörung seiner Herrschaft.

Psalm 56: Der umherziehende Überrest spürt weiterhin Verfolgung, besonders durch ungläubige Heiden („Feinde“), in deren Länder viele geflohen sind. Sie wenden sich an ihre einzige Hilfsquelle: Gott und sein Wort.

Psalm 57: Die Dringlichkeit des Schreis des Überrestes verstärkt sich, als die Verfolgung zunimmt; er ruft Gott an, Hilfe vom Himmel zu schicken, um befreit zu werden.

Psalm 58: Abtrünnigkeit und Verderbnis im Land erreichen unter dem Antichristen einen Höhepunkt; der Überrest schreit zu Gott, auf dass Er diesen richten möge.

Psalm 59: Der Überrest schreit zu Gott, als er die Stadt Jerusalem von heidnischen Armeen („Feinden“) unter dem König des Nordens umgeben sieht.

Psalm 60: Der Überrest schreit um Befreiung; Gott antwortet, indem Er das Volk wiederherstellt und sein Banner wieder über sie stellt; Er fordert ihr Erbe für sie ein.

Psalm 61–68: Der Schrei aus dem Elend und die Erlösung des jüdischen Überrestes in der großen Drangsal

Psalm 61: Der Überrest schreit aus seinen Verstecken am „Ende der Erde“ und erwartet seine Befreiung und den Wiedereinzug in den Tempel („deinem Zelt“).

Psalm 62: Die Zuversicht der Gläubigen des Überrestes erreicht einen Höhepunkt, da sie sich selbst damit ermutigen, dass ihre Erlösung sicher kommt.

Psalm 63: Der Überrest schreit aus den entlegensten Stätten des Landes zu Gott und drückt seinen Kummer darüber aus, dass er des Vorrechts beraubt wurde, im Tempel („Heiligtum“) anzubeten.

Psalm 64: Während der Doppelcharakter der Verfolgung2 anhält und der Überrest auf Befreiung hofft (Ps 64,2–8a Zukunftszeit), wird ihr Schrei durch ein plötzliches Eingreifen des Gerichts (die Erscheinung Christi) über ihre Verfolger erhört (Ps 64,8b-9 Vergangenheitszeit).

Psalm 65: Gott hat das Gebet des Überrestes erhört und Befreiung geschenkt. Während dieser auf eine vollständige Wiederherstellung wartet, erheben sich die Heiden (unter Gog) gegen ihn. Sie sind „das Brausen der Meere“, die der Herr richtet und dann das Tausendjährige Reich aufrichtet.

Psalm 66: Das wiederhergestellte Israel ruft die ganze Erde dazu auf, sich dem Herrn zu unterwerfen und Ihn anzubeten.

Psalm 67: Das wiederhergestellte Israel wird Gottes Werkzeug zum Segen für die heidnischen Nationen der Erde.

Psalm 68: Eine Zusammenfassung des gesamten Prozesses, den der Überrest durchläuft, bis zu seiner Befreiung und der Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches Christi.

Psalm 69–72: Der leidende Schrei und die Befreiung des jüdischen Überrestes in der großen Drangsal

Psalm 69: Der Überrest schreit zu Gott, während er unter der Verfolgung durch den Antichristen und durch die abtrünnigen Juden leidet. Christus identifiziert sich mit den Leiden des Überrestes, da Er in ähnlicher Weise unter seinen Brüdern gelitten hat.

Psalm 70: Die Dringlichkeit des Schreis der Gläubigen des Überrestes vertieft sich, als diese (wiederholt) zu Gott rufen, Er möge sich beeilen und sie erlösen.

Psalm 71: Der Überrest spürt die schwere Last durch die Prüfung der Verfolgung und seine schwindenden Kräfte („Zeit des Alters“). Er sieht, wie Gott eingreift und Großes zu ihrer Befreiung und ihrer Wiederherstellung bewirkt.

Psalm 72: Der Überrest feiert die Aufrichtung des Tausendjährigen Reiches seines Messias und Königs, des Herrn Jesus Christus.

Drittes Buch

In diesem Buch (Psalm 73–89) sinken die Dinge für den Überrest auf ihren Tiefpunkt. Zu ihrem Leiden unter der Hand des Antichristen kommt hinzu, dass sie sehen, wie die Armeen des Königs des Nordens und seiner arabischen Konföderation in das Land eindringen und es verwüsten (Daniel 11,40–42). Diese Psalmen beschreiben die Gefühle des Überrestes zu der Zeit, wenn zwei Drittel der Juden (die Abtrünnigen) im Gemetzel ausgerottet werden (Sach 13,3–9). Die Psalmen sind in diesem Buch weiterhin an „Gott“ gerichtet, bis der Herr eingreift (seine Erscheinung) und die Eindringlinge vernichtet und eine Bundesbeziehung mit dem Überrest eingeht. Danach, bis zum Ende der Sammlung (84–150), sind die Psalmen an den „HERRN“ gerichtet. Dies wird dadurch angedeutet, dass der Titel „JEHOVAH“ in Psalm 83,18 eingeführt wird.

Im ersten und zweiten Buch wird der Überrest durch böse Kräfte aus dem eigenen Volk – dem Antichristen und den abtrünnigen Juden – angefochten. Im dritten Buch wird der Überrest von einem Feind außerhalb des Volkes bedrängt, dem König des Nordens und seiner arabischen Konföderation. Dementsprechend handelt es sich bei den Gebeten des Überrestes in den ersten beiden Büchern um Gebete für die Befreiung vom Antichristen, während es sich bei den Gebeten im dritten Buch um Gebete für die Befreiung vom König des Nordens handelt.

Psalm 73–78: Der Schrei des Überrestes nach der Bewahrung bei der Invasion des Königs des Nordens

Psalm 73: Der Überrest ist verwirrt über den offenen Abfall im Land, erfährt aber in Gottes Gegenwart, dass er nicht von Dauer sein kann. Er ist noch tiefer betrübt, als er sieht, wie das Land in einem einzigen Augenblick zerstört wird, und er schaut in Erwartung nach Bewahrung und Erlösung auf zum Himmel.

Psalm 74: Der Überrest schreit zu Gott, als er sieht, wie das Land verwüstet und der Tempel von „Feinden“ (heidnischen Armeen unter dem König des Nordens) zerstört wird.

Psalm 75: Dem Überrest wird geraten, auf die „bestimmte Zeit“ der Befreiung durch den Herrn zu warten. Das „Horn“ (der Antichrist), das die abtrünnigen Juden aufgerichtet haben, wird von Gottes Gericht durch die Armeen des Nordens gestürzt.

Psalm 76: Gott greift bei der Erscheinung Christi vom Himmel her ein und richtet die heidnischen Heere, die in das Land eingedrungen sind.

Psalm 77: Der Überrest ist vor dem Antichristen und dem König des Nordens gerettet, ist aber immer noch nicht vor dem Herrn wiederhergestellt. Er schüttet daher sein Herz vor Gott aus.

Psalm 78: Ein gleichnishafter Bericht über die Rückkehr der zehn Stämme Israels nach der Großen Drangsal – dargestellt vor dem Hintergrund der Reise Israels von Ägypten nach Kanaan.

Psalm 79–89: Der Schrei des Überrestes nach Wiederherstellung der Nation beim Angriff des Königs des Nordens

Psalm 79: Der Überrest beobachtet das Abschlachten der abtrünnigen Juden durch den König des Nordens und schreit zu Gott, die Nation vor den Angreifern zu retten.

Psalm 80: Der Überrest versteht nicht, warum Gott den arabischen Armeen (dem „Eber“ und dem „Wild“) erlaubt, sein Volk zu vernichten und spricht ein dreifaches Gebet für die Wiederherstellung des Volkes.

Psalm 81: Der Überrest sehnt sich nach dem Fest des Trompetenhalls, das die Rückkehr der Stämme Israels in ihr Heimatland und die Wiederherstellung des Volkes symbolisiert.

Psalm 82: Gott erscheint in der Person des Messias, um die Regierungen auf der prophetischen Erde zu richten und so die Zeiten der Nationen zu beenden. Die heidnischen (römischen) Mächte, denen das Schwert der Regierung anvertraut war, werden aufgefordert, Rechenschaft über ihre Herrschaft abzulegen. Die verantwortlichen Führer („Götter“) werden der Untreue überführt und verurteilt. Dazu gehören auch das Tier und der Antichrist.

Psalm 83: Nachdem der Herr auf die Erde zurückgekehrt ist, ruft der Überrest Ihn an, die konföderierten arabischen Nationen unter dem König des Nordens, die das Land verwüstet haben, zu richten. Außerdem erbitten sie von Ihm die Wiederherstellung seiner Bundesbeziehung mit Israel (was durch den Gebrauch von „JEHOVAH“ ausgedrückt wird).

Psalm 84: Es kommen die Übungen der zehn Stämme Israels zum Ausdruck, welche diese während ihrer Rückkehr in ihr Heimatland mit dem Wunsch, in den Vorhöfen des HERRN zu stehen, durchschreiten müssen.

Psalm 85: Die zehn Stämme Israels werden in den Wert des vollbrachten Werkes Christi am Kreuz eingeführt, durch das ihre Sünden vergeben und sie vor dem HERRN wiederhergestellt sind.

Psalm 86: Das wiederhergestellte Israel schreit zum HERRN wegen der „Rotte der Gewalttätigen“ (die Armeen Gogs), die sich gegen sie erhoben haben.

Psalm 87: Zion wird als das Zentrum von Gottes Wirken im Tausendjährigen Reich gefeiert. Es wird als ein Ort angesehen, der viele Kinder des Glaubens unter den Nationen hat, ebenso wie die Erlösten in Israel.

ANHANG: Wie die Stömme Israels vor dem Herrn wiederhergestellt werden

Psalm 88: Der Herr bewirkt im Volk Israel das Empfinden eines tiefen Schuldgefühls, weil es das Gesetz gebrochen hat; sie werden ein Gefühl der Verlassenheit (d.h. Dunkelheit und Tod) als gerechte Folge ihrer gebrochenen Beziehung zum Herrn erleben und nach Erlösung schreien.

Psalm 89: Israel drückt seine Freude darüber aus, dass es die Barmherzigkeit und Treue des HERRN erlebt hat, der seine Beziehung zu ihnen in Gnade wiederhergestellt hat.

Viertes Buch

Dieses Buch (Psalm 90–106) beschreibt die Gefühle des Überrestes, wenn er die Freude erlebt, dass seine Gebete durch das Kommen seines lang erwarteten Messias erhört werden.

Psalm 90–93: Das Kommen des Messias zur Erlösung des jüdischen Überrestes

Psalm 90: Der Überrest der gläubigen Juden fühlt seine Schwäche in der großen Drangsal und spricht eine neunfache Bitte aus, dass der Herr kommen und ihn erlösen möge.

Psalm 91: Die göttliche Fürsorge und der Schutz, den der bewahrte Teil des Überrestes in der Großen Drangsal erfahren wird, während er auf das Kommen des Messias wartet.

Psalm 92: Der Überrest drückt sein vollstes Vertrauen in den HERRN aus, da er die vielen Dinge voraussieht, die Dieser bei seinem Kommen tun wird.

Psalm 93: Der HERR kommt, um zu herrschen (die Erscheinung Christi), als Antwort auf den Schrei des Überrestes.

Psalm 94–106: Das Kommen des Messias zur Herrschaft über die Königreiche der Welt

Psalm 94: Der Ruf des Überrestes an den HERRN, zu kommen und die Macht der Ungerechtigkeit unter dem Antichristen niederzuschlagen und sich selbst als „Richter der Erde“ zu erweisen.

Psalm 95: Der Überrest verkündet seinen jüdischen Brüdern („das Volk“) das Evangelium des Reiches, während sie auf die Ankunft des Königs warten.

Psalm 96: Der Überrest verkündet der heidnischen Welt („allen Völkern“) das Evangelium des Reiches, während er auf die Ankunft des Königs wartet.

Psalm 97: Der Überrest feiert wegen des Königs Kommens, um die Herrschaft anzutreten (die Erscheinung Christi), und die Gerichte, die Dieser an seinen Feinden vollstrecken wird.

Psalm 98: Der Überrest feiert die Ergebnisse der Erscheinung Christi; Dieser ist gekommen, um die Welt in Gerechtigkeit zu richten.

Psalm 99: Der HERR nimmt seinen Platz in Jerusalem ein, macht es zum Ort seiner Macht und setzt so seine Regierung über die Erde ein.

Psalm 100: Das wiederhergestellte Volk Israel ruft die Welt auf, sich dem Lobpreis des HERRN anzuschließen.

Psalm 101: Das wiederhergestellte Volk Israel jubelt, weil die Prinzipien der Regierung des Königs auf der Erde des Tausendjährigen Reiches ausgeübt werden. Das Böse wird jeden Morgen gerichtet.

ANHANG: Der Lobpreis des Erlösten Volkes Israel

Psalm 102: Israel versteht das Werk Christi am Kreuz und dieses wird zur Grundlage ihres Lobes im Tausendjährigen Reich.

Psalm 103: Israel lobt den HERRN als seinen Erlöser.

Psalm 104: Israel lobt den HERRN als seinen Schöpfer.

Psalm 105: Israel lobt den HERRN für seine Gnadenwege.

Psalm 106: Israel lobt den HERRN für seine Regierungswege.

Fünftes Buch

Dieses Buch (Psalm 107–150) beschreibt die Gefühle der zehn Stämme, als sie nach der Großen Drangsal in ihr Heimatland zurückkehren und gegenüber dem Herrn und ihren Brüdern, den Juden, wiederhergestellt werden. Das Buch als Ganzes illustriert Matthäus 24,31: „Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende.“ Die ersten Verse von Psalm 107 bilden eine Einleitung in dieses letzte Psalmbuch. Dort heißt es über die Erlösten, dass Er sie „aus der Hand des Bedrängers erlöst hat“ und dass Er sie „gesammelt hat aus den Ländern, von Osten und von Westen, von Norden und vom Süden.“

Psalm 107–113: Die Rückkehr der Stämme Israels aus dem Westen

Psalm 107: Der Überrest der Juden dankt dem HERRN, dass Er die zehn Stämme Israels aus „dem Meer“ (Gebiet westlich von Israel) zurückgebracht hat.

Psalm 108: Israels Lobgesang auf den HERRN, nachdem sie ihr Erbe im Land Israel wiedererhalten haben.

Psalm 109: Die Stämme Israels werden auf die Verwerfung und den Tod des Messias durch die Juden vor langer Zeit aufmerksam gemacht und werden daraufhin dem HERRN gegenüber wiederhergestellt.

Psalm 110: Das wiederhergestellte Volk Israel freut sich, den Herrn Jesus als König, Priester und Richter über alle seine Feinde herrschen zu sehen.

Psalm 111: Ein tausendjähriges Halleluja für die Werke des HERRN an den Gerechten

Psalm 112: Ein tausendjähriges Halleluja für den Segen des HERRN über die Gerechten

Psalm 113: Ein doppeltes tausendjähriges Halleluja für die Größe des HERRN, sich soweit herabzulassen, mit den Gerechten zu verkehren.

Psalm 114–119: Die Rückkehr der Stämme Israels aus dem Süden

Psalm 114: Die verstreuten Stämme Israels denken über die vergangene Befreiung ihres Volkes aus „Ägypten“ (Süden) und ihre Reise nach Kanaan nach und werden durch den Gedanken ermutigt, dass der HERR dasselbe für sie tun könnte.

Psalm 115: Die Stämme Israels, die in der Vergangenheit durch ihre Verstrickung in den Götzendienst gekennzeichnet waren, verurteilen ihre Verbindung mit diesem in wahrer Reue.

Psalm 116: Nach ihrer Rückkehr ins Land werden die zehn Stämme Israels vor dem HERRN wiederhergestellt, und dementsprechend sprechen sie von ihrer Liebe und Hingabe zum HERRN und bringen ihren Dank und ihr Lob dar.

Psalm 117: Das wiederhergestellte Volk Israel ruft die heidnischen Nationen auf, den HERRN zu preisen.

Psalm 118: Während das wiederhergestellte Volk Israel dem HERRN dankt, wird es von vielen heidnischen Völkern (unter Gog) umzingelt und schreit zum HERRN, der die Angreifer vernichtet und das Tausendjährige Reich einläutet.

Psalm 119: Die Israeliten des wiederhergestellten Volkes Israel haben das Gesetz des HERRN auf ihre Herzen geschrieben, und es wird auf allen ihren Wegen sichtbar. (Dies zeigt, dass der Neue Bund mit ihnen geschlossen worden sein wird: Jer 31,33–34.) Sie werden über Gottes Werk nachdenken, das Er vollbrachte, um sie in den Segen zu bringen, und sie werden Ihn dafür loben.

Psalm 120–136: Die Rückkehr der Stämme Israels aus dem Norden

Psalm 120: Die Stämme Israels, die in den fremden Ländern nördlich und östlich von Israel („Mesech“ und „Kedar“) wohnen, sehnen sich danach, von ihren Prüfungen in jenen fernen Ländern befreit zu werden.

Psalm 121: Die Stämme Israels sehnen sich danach, in ihrem Heimatland zu sein, und ihre Augen zum HERRN erhebend erwarten sie Dessen Hilfe. Sie sind zuversichtlich, dass Er sie sicher dorthin bringen kann.

Psalm 122: Die Stämme Israels treffen auf gleichgesinnte Brüder, die ebenfalls in ihr Heimatland zurückkehren wollen, und sie machen sich gemeinsam auf den Weg nach Jerusalem.

Psalm 123: Die Stämme Israels drücken ihre Abhängigkeit vom HERRN aus, indem sie Ihn im Glauben um Hilfe bitten, erfahren auf dem Weg jedoch auch von manchen Vorwürfe.

Psalm 124: Die Stämme Israels danken dem HERRN für seine Bewahrung auf ihrer Reise.

Psalm 125: Die Stämme Israels nähern sich dem Land und sehen die Herrlichkeit des HERRN in Jerusalem wohnen.

Psalm 126: Die Stämme Israels erreichen Zion und freuen sich über das, was der HERR getan hat, indem Er sie heimgeführt hat.

Psalm 127: Die zurückgekehrten Stämme Israels verstehen, dass der Wiederaufbau der Nation (des „Hauses“ und der „Stadt“) mit dem HERRN geschehen muss. (Die Mühen der Juden, die zu Beginn der Drangsalszeit versucht haben, dem HERRN ein Haus zu bauen, sind umsonst gewesen, weil sie es im Unglauben getan haben.)

Psalm 128: Die Stämme Israels freuen sich über den Segen des HERRN in ihrem häuslichen Leben in ihrer Heimat.

Psalm 129: Die Stämme Israels denken darüber nach, wie der HERR (durch Vorsehung) gewirkt hat, um das Volk wiederherzustellen. Ihre Feinde hatten sie umgepflügt, aber Gott hat es benutzt, um sie näher zu dem HERRN zu führen.

Psalm 130: Es wird der Versöhnungstag begangen, an dem alle zwölf Stämme Israels ihre Seelen in Reue vor dem HERRN betrüben und so feierlich von Ihm Wiederherstellung erfahren.

Psalm 131: Die zwölf Stämme Israels zeigen echte Demut, nachdem sie vor dem HERRN ins Selbstgericht gegangen sind.

Psalm 132: Davids Übungen, dem HERRN ein Haus zu bauen (eine „Wohnung für den mächtigen Gott Jakobs“), werden hier als Vorschattung der Übungen beschrieben, die Israel beim Bau des Tempels des Tausendjährigen Reiches haben wird.

Psalm 133: Das wiederhergestellte Israel freut sich darüber, dass der Bruch zwischen den zehn Stämmen und den zwei Stämmen (den Juden), der etwa 3000 Jahre bestand, geheilt ist.

Psalm 134: Das wiederhergestellte Volk Israel preist den HERRN und wird ein Kanal seines Segens für die ganze Welt.

ANHANG

Psalm 135: Das wiederhergestellte Israel preist den HERRN dafür, dass Er es von all seinen Feinden befreit hat

Psalm 136: Das wiederhergestellte Israel dankt dem HERRN für seine liebende Güte bei der Wiederherstellung des Volkes.

Psalm 137–150: Die Rückkehr der Stämme Israels aus dem Osten

Psalm 137: Die Stämme Israels leiden in der Fremde im Osten („Babylon“) unter dem Hohn der Heiden.

Psalm 138: Die Stämme Israels preisen den HERRN dafür, dass Er ihnen die Kraft und den Schutz gewährt hat, unter gefährlichen Bedingungen in ihre Heimat zu ziehen.

Psalm 139: Die Stämme Israels drücken ihre Gefühle aus, als sie vom HERRN an den Grenzen ihres Landes gesucht und dann zu ihm gebracht und wiederhergestellt werden.

Psalm 140: Die wiederhergestellten Israeliten sind niedergeschlagen, als sie erfahren, dass sich die Heere des „bösen“ und „gewalttätigen Mannes“ (Gog) zum Krieg versammelt haben, und schreien zum HERRN.

Psalm 141: Während die Heere der gottlosen Heiden vorrücken, schreit das wiederhergestellte Volk Israel zum HERRN um Hilfe.

Psalm 142: Die Bedrängnis des Volkes Israels wird immer größer, und sein Schrei zum HERRN um Errettung vor den heranrückenden Heeren immer lauter.

Psalm 143: Die Israeliten rufen den HERRN um Schutz an, als ihre Bedrängnis den tiefsten Punkt erreicht.

Psalm 144: Israel jubelt, als der HERR sich erhebt und seine Feinde vernichtet, woraufhin das neue Lied des Lobes im Tausendjährigen Reich beginnt.

Psalm 145: Israel feiert seine vollständige Befreiung durch den HERRN in einem Loblied auf seine „Wundertaten“ und „Machttaten“, mit denen Er sie von all ihren Feinden befreit hat.

ANHANG

Psalm 146: Ein doppeltes Halleluja für den HERRN, den Schöpfer und Befreier der Unterdrückten.

Psalm 147: Ein doppeltes Halleluja dem HERRN, dem Wiedererbauer Zions und Lenker der Zeiten und Jahreszeiten der Erde im Tausendjährigen Reich.

Psalm 148: Ein doppeltes Halleluja dem HERRN von allem im Himmel und auf Erden, dem Unbelebten und dem Lebendigen.

Psalm 149: Ein doppeltes Halleluja für den HERRN als König und Richter der ganzen Erde.

Psalm 150: Ein doppeltes Halleluja dem HERRN von der ganzen Schöpfung als dem Erhalter allen Lebens.

Mai 2013

Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die Psalmen innerhalb des zeitlichen Ablaufs der prophetischen Ereignisse. Die Grafik ist leider nicht Bestandteil der pdf-Version dieses Kommentars, kann jedoch unter bibelkommentare.de eingesehen werden.

Fußnoten

  • 1 Diese Ausarbeitung schrieb der Autor 24 Jahre später. Sie wurde unter dem Titel „The Placement of the Psalms in Prophecy. With Explanatory Chart“ (2013) veröffentlicht. Für die deutsche Version haben wir uns entschlossen, sie diesem Kommentar als letztes Kapitel beizufügen. (Anm. v. bibelkommentare.de)
  • 2 Der Ausdruck „Doppelcharakter der Verfolgung“ bezieht sich auf die Verfolgung vonseiten der ungläubigen Juden unter der Führung des Antichristen sowie die Verfolgung vonseiten der Nationen. Siehe auch Psalm 43. (Anm. d. Übersetzers)
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