Es werde Licht

Ich habe ihn erkannt (Kapitel 18)

Es werde Licht

Man ist tief beeindruckt, wenn man sieht, wie sich Gott herablässt. Es gefällt Ihm, in sichtbarer Gestalt bei Abraham einzukehren und ganz persönlich Seine Verheißung, Seine Zusage wegen eines Erben zu bekräftigen: „Gewisslich werde ich übers Jahr wieder zu dir kommen, und siehe, Sara, dein Weib, wird einen Sohn haben.“

Gott besucht Abraham an einem heißen Mittag unter der Terebinthe von Mamre drei Kilometer nördlich von Hebron an der Straße nach Jerusalem. Dort darf Abraham seinen himmlischen Gast bewirten. Mamre bedeutet ,Kraft' und Hebron ‚Gemeinschaft'. Die Voraussetzung dazu sind jedoch Abrahams Gehorsam und seine völlige Absonderung von allem Bösen. Denn: ein Kind zu sein und ein gehorsames Kind zu sein ist nicht das selbe. Ein Vater liebt beide. Aber nur das gehorsame wird er auch in seine Gedanken und Pläne einweihen. Ebenso ist es bei Gott. Er sagt: „Sollte ich vor Abraham verbergen, was ich tun will?... Denn ich habe ihn erkannt...!“ Abraham wird dann auch eingeweiht in Gottes Gerichtsplan über die Bewohner Sodoms (Amos 3, 7; Ps 25, 14; Joh 15, 14.15).

Aber da ist noch etwas, das unsere ganze Aufmerksamkeit verdient: das Verhalten Abrahams seinem hohen Gast gegenüber.

Abraham sitzt an dem Eingang seines Zeltes. Er kann so alles überblicken, was um ihn her vorgeht. Er sieht jeden, der bei ihm eingeht und ausgeht. Er weiß, dass er Gott für sein Haus verantwortlich ist. Sara ist im Zelt, dort ist ihr Platz. Beide sind also da, wo Gott sie sehen will.

Da kommen drei Männer auf sein Zelt zu. Er redet sie ehrerbietig an, so gebietet es die Gastfreundschaft. Es ist eine große Freude in ihm, denn er hat die Männer erkannt. Die Hauptperson ist Gott selbst, sein Gott, sein himmlischer Herr, und die beiden anderen Männer sind Engel.

Woran Abraham Gott erkennt? Nun, Gott ist ihm kein Unbekannter, kein Fremder (2. Chr 20, 7; Jes 41, 8; Jak 2, 23).

Gott hat nicht nötig zu essen, aber Er kann essen. Abraham eilt ins Zelt, schnell soll Sara Kuchen backen, eilend muß der Knecht das zarte, gute Kalb zubereiten. Welch eine Gnade, Abraham darf seinen Gott und Herrn, der aus der Höhe zu ihm in die Tiefe gestiegen ist, bewirten! Und während nun die Gäste essen, steht Abraham, der alte, wohlbetagte Mann, vor seinen Gästen unter dem Baum. Ja, er steht - demütig, bescheiden, wartend, dienstbereit. Welch ein Bild (Ps 34, 18; 51, 17; Jes 57, 15; 66, 2b).

Wissen auch wir, was sich in der Gegenwart unseres Herrn für uns geziemt? Wie verhalten wir uns, wenn der Herr Jesus uns um Sich versammelt hat?

Er ist dann ja nicht nur Gast bei uns, sondern Mittelpunkt. Auf wen warten wir dann? Wem gilt unsere Aufmerksamkeit, unsere Ehrerbietung? Wie sind wir dann gekleidet, wie benehmen wir uns? Ja, was bedeutet uns Seine Gegenwart? - Ist auch bei uns dann Freude?

„Wenn jemand mich liebt, so wird er mein Wort halten, und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.“ (Johannes 14,23)

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