Einführende Vorträge zur Offenbarung

Kapitel 19

„Nach diesem hörte ich wie eine laute Stimme einer großen Volksmenge in dem Himmel, welche sprach: Halleluja! das Heil und die Herrlichkeit und die Macht unseres Gottes! denn wahrhaftig und gerecht sind seine Gerichte; denn er hat die große Hure gerichtet, welche die Erde mit ihrer Hurerei verderbte, und hat das Blut seiner Knechte gerächt an ihrer Hand. Und zum anderen Male sprachen sie: Halleluja! Und ihr Rauch steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (V. 1–3). Der Geist Gottes stellt dem Fall Babylons die Hochzeit der Braut (das Weib des Lammes) gegenüber. Babylon war die unechte Kirche, solange es um die Kirche ging, und die letzte Verderberin, als es nicht länger mehr um die Kirche gehen konnte. Das abschließende Zeugnis Gottes lief dann weiter. Ich bezweifle nicht, daß es in vergangenen Zeiten auch eine solche verdorbene Erscheinung in Verbindung mit Israel gab. Das heißt: Es bestand natürlich zunächst das buchstäbliche Babylon. Aber hier ist Babylon sinnbildlich. Eine geheimnisvolle Gesetzlosigkeit erbte den wohlbekannten Namen „Babylon“ als [das religiöse; Übs.] Rom mehr und mehr in den Vordergrund gestellt wurde. Dieses umschließt nicht einfach nur die christlichen Zeiten, sondern auch das Ende des Zeitalters, nachdem die Kirche weggegangen ist und während der Lauf der göttlichen Gerichte abläuft. Halte dieses im Gedächtnis! Wenn der letzte Teil weggelassen wird, ist das verhängnisvoll für jedes genaue Verständnis der „Offenbarung“.

Wir finden folglich die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebendigen Wesen zum letzten Mal vor uns gestellt. Das bedeutet, daß die himmlischen Erlösten immer noch als die Häupter des verherrlichten Priestertums und auch als die Ausführer in der Verwaltung von Gottes Gerichten gesehen werden. Doch eine Stimme aus dem Thron hervor sagt: Lobet unseren Gott, alle seine Knechte, und die ihr ihn fürchtet, die Kleinen und die Großen! Und ich hörte wie eine Stimme einer großen Volksmenge und wie ein Rauschen vieler Wasser und wie ein Rollen starker Donner, welche sprachen: Halleluja! Denn der Herr, unser Gott, der Allmächtige, hat die Herrschaft angetreten. Laßt uns fröhlich sein und frohlocken und ihm Ehre geben; denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen, und sein Weib hat sich bereitet.“ (V. 5–7). Jetzt finden wir das Sinnbild der Braut vor uns gestellt; und die Ältesten und die lebendigen Wesen verschwinden. Die Braut steht im Blickfeld.

Sollen wir also verstehen, daß die Ältesten und die lebendigen Wesen zusammen genommen wirklich als die Braut gesehen werden? Daß jene, die mit den Bildern von Ältesten und lebendigen Wesen gemeint waren, jetzt den Namen und das Bild der Braut annehmen? – Nach meiner Meinung ist das nicht uneingeschränkt so. Die Ältesten zeigen uns die himmlischen Häupter des Priestertums, indem sie, wie ich glaube, die Erlösten des Alten und des Neuen Testaments in sich vereinigen, das heißt, sie sind nicht auf die Kirche, den Leib Christi, beschränkt. Dann, wenn das Lamm und Sein durch Blut Erkauftes im Himmel gefeiert werden, vereinigen sich die vier lebendigen Wesen mit den Ältesten, obwohl sie unterschieden sind. Die verherrlichten Erlösten sollen in einer Weise Macht ausüben, die viel größer ist als die der Engel. Die lebendigen Wesen sind von Offenbarung 5 an mit den Ältesten verbunden, so wie wir es auch am Anfang des 19. Kapitels sehen.

Doch jetzt, wenn diese Sinnbilder aufhören, weil neue Handlungen Gottes folgen (nämlich die Vollendung der Freude der Kirche), verschwinden die Ältesten und die lebendigen Wesen, und wir sehen nicht nur die Braut, sondern auch noch eine andere Gruppe Erlöster sofort hervortreten. Und es ward ihr gegeben, daß sie sich kleide in feine Leinwand, glänzend und rein; denn die feine Leinwand sind die Gerechtigkeiten der Heiligen.“ (V. 8). Ich sage: „Gerechtigkeiten“, nicht „Gerechtigkeit“. Diese sind nicht das, womit Christus sie überzieht, sondern eine Anerkennung dessen, was sogar in dieser Zeit [in ihnen; Übs.] von Gott gewesen war – natürlich, ich leugne es nicht, durch die Wirksamkeit des Geistes Christi. Es geht um das, was jedem Erlösten gehört, obwohl der gesegnete Gedanke hier dahin geht, daß die Kirche diesen Besitz nicht einfach in einer Weise aufweist, in der jede Einzelperson ihren eigenen Besitz hat. Die Braut besitzt die Summe von ihnen allen (d. h. die Kirche in Herrlichkeit). Auch die Einzelpersonen haben ihre eigene Frucht. Das bleibt an seinem Platz bestehen, wie wir finden werden; und wenn es um Belohnung geht, ist das ein wichtiger Gesichtspunkt. Doch wenn es um die Braut im Himmel geht, ist das die Art und Weise, wie sie hier vorgestellt wird, wie wir eindeutig aus Vers 8 erfahren. Der Geist Gottes deutet an, daß es sich ausdrücklich nicht um die Gerechtigkeit durch einen anderen handelt und folglich keine zugerechnete, sondern persönliche und wirkliche Gerechtigkeiten. Natürlich gilt auch das erstere. Vor Gott besitzen wir das, was nur durch und in Christus gefunden wird. Dieses hat ein ganz und gar anderes und höheres Wesen als die Gerechtigkeiten der Heiligen.

Außer, daß wir die Braut so geschmückt sehen, spricht der Engel: „Glückselig, die geladen sind zum Hochzeitsmahle des Lammes!“ (V. 9). Hier vermögen wir zu sehen, warum gesagt werden kann, daß die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebendigen Wesen nicht unbedingt die Kirche sind. Wenn jenes Sinnbild gilt und die Braut herausgestellt wird, gibt es auch noch andere Erlöste. Ich urteile also, daß die Gäste bzw. jene, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind, eindeutig auf die alt-testamentlichen Heiligen hinweisen. Falls es so ist, sind letztere ihrem Wesen nach nicht die Braut, sondern jene, die zur Hochzeit des Lammes eingeladen werden. Ich denke indessen nicht, daß es sich um die Erlösten der apokalyptischen Periode handelt, und zwar aus dem einfachen Grund, weil, wie im nächsten Kapitel gezeigt, die apokalyptischen Erlösten noch nicht von den Toten auferweckt sind. Diese verbleiben bis dahin in ihrem Zustand als abgeschiedene Geister. Das ist keineswegs die Art, in der von den Gästen gesprochen wird. Darum denke ich, daß die Ältesten und die lebendigen Wesen sich sowohl aus den Erlösten des Alten Testaments als auch der Kirche, der Braut Christi, zusammensetzen.

Folglich gibt es auch dann, wenn die Braut erwähnt wird, diese anderen, die in den Ältesten und lebendigen Wesen mit enthalten waren. Aber diese werden jetzt als eine gesonderte Körperschaft gesehen. Zweifellos mag dieses für manche Menschen ein wenig schwierig erscheinen; es bringt indessen nichts, Schwierigkeiten auszuweichen. Wir müssen ihnen ins Gesicht sehen; wir müssen uns vor dem Wort Gottes beugen; wir müssen danach trachten, durch alles zu lernen. Wir wollen hier nicht die Dinge durch übereilte Schlußfolgerungen in eine Ordnung zwingen. Dadurch machen wir die Wahrheit nur noch schwieriger. Mir scheint jedoch, daß wir verpflichtet sind, eine Erklärung für die Anwesenheit dieser anderen Personen zu suchen, welche am Hochzeitsmahl des Lammes teilnehmen und als Gäste erscheinen und keinesfalls im Wesen der Braut. Im allgemeinen wurde diese Wahrheit unseres Kapitels übergangen oder es wurden einige unbefriedigende Schlußfolgerungen eingeworfen, welche die Weissagung nur noch verwirrender machen. Ich schelte natürlich keine besonderen Personen, sondern die allgemeine Unklarheit, mit der dieser Abschnitt aufgenommen wurde – es sei denn, sogar die gewöhnlichere Auslegungsweise konnte nicht mehr darüber hinweggehen.

Danach fällt der Prophet nieder, um den Engel anzubeten; und das bietet den Anlaß, für eine wichtige Ermahnung. Es geht nicht nur darum, daß der Engel diese Handlung berichtigt, indem er versichert, ein Mitknecht von Johannes und seinen Brüdern zu sein, die das Zeugnis Jesu haben. Auf Grund dessen war es natürlich völlig unpassend, dem Engel anstelle Gottes, Der diesen zum Dienst gesandt hatte, zu huldigen. Der Engel sagt indessen auch, daß der Geist der Weissagung, der in diesem Buch weissagt, das Zeugnis Jesu ist. Somit ist das göttliche Zeugnis nicht auf die Evangelien oder die Kirche (Versammlung) beschränkt. Auch der prophetische Geist, der die „Offenbarung“ als Ganze kennzeichnet, nachdem die Kirche entrückt wurde, ist gleicherweise ein Zeugnis Jesu. Das ist sehr wichtig, weil es sehr leicht vergessen werden kann (wie es auch geschehen ist) von Menschen, die das Evangelium und die damit verbundene Anwesenheit des Heiligen Geistes zu allen Zeiten als dieselben ansehen. Andere schließen, da Offenbarung 4 und die folgenden Kapitel sich mit Juden und Nichtjuden und dem Zustand der Welt unter den Gerichten Gottes beschäftigen, daß hier überhaupt nicht von einem Zeugnis Jesu gesprochen werden kann. Aber in Wirklichkeit ist es ein solches. „Denn der Geist der Weissagung“ - und das gilt für die ganze „Offenbarung“ nach dem Abschluß der Beschäftigung mit den sieben Versammlungen - „ist das Zeugnis Jesu.“ (V. 10). Wir kennen den Heiligen Geist mehr als einen Geist der Gemeinschaft mit Christus. Bald nach unserer Entrükkung zum Himmel wird Er wieder wirken, und zwar genauso lebendig, in jenen Menschen, die sich Gott unterwerfen. Dann geht es um die Annahme des prophetischen Zeugnisses, welches hier nicht weniger als das Zeugnis Jesu anerkannt wird.

Der Himmel wird dann geöffnet, nämlich für einen sehr ernsten Anblick. Jetzt wird nicht der Tempel im Himmel geöffnet und die Bundeslade, das Sicherungspfand für Israel als Gegenstand der Ratschlüsse Gottes, gesehen. Auch wird keine Tür in der Höhe aufgetan, wie wir gesehen haben, als der Prophet seine Einführung in die Weissagungen über Gottes Handlungsweisen mit der Welt als Ganze gab, obwohl sich in beiden Fällen offensichtlich alles um den Herrn Jesus gruppiert. Hier wird indessen der Himmel für noch schwerwiegendere Umstände geöffnet, die von unberechenbarer Bedeutung für den Menschen, das Universum und den Feind sind. Es handelt sich um Christus Selbst, der im Begriff steht, in Seinen Rechten als König der Könige und Herr der Herren gezeigt zu werden; und das geschieht vor dem Angesicht der Welt. „Und ich sah den Himmel geöffnet, und siehe, ein weißes Pferd.“ (V. 11). Das weiße Pferd spricht von siegreicher, unterwerfender Macht. „Und der darauf saß, genannt Treu und Wahrhaftig, und er richtet und führt Krieg in Gerechtigkeit.“ Es geht nicht länger darum, Seine Erlösten in Gnade zu stützen, sondern um unumschränkte Macht, um die Erde zu richten. „Seine Augen aber sind eine Feuerflamme, und auf seinem Haupte sind viele Diademe.“ (V. 12). Das spricht von richterlichem Unterscheidungsvermögen in Verbindung mit ausdrücklichem Besitz aller Anrechte der Oberhoheit.

Und er trägt einen Namen geschrieben, den niemand kennt, als nur er selbst.“ Er kommt in unanfechtbarer menschlicher Herrlichkeit. Dennoch wird die größte Sorgfalt darauf verwandt, uns wissen zu lassen, daß Er etwas besitzt, das über dem Menschen – über dem Geschöpf – steht; denn „niemand erkennt den Sohn, als nur der Vater.“ (Matthäus 11, 27). Anscheinend finden wir hier etwas, das jene Bibelstelle erfüllt. Diesen Namen kennt niemand als nur Er Selbst. Er ist eine göttliche Person, welche neue Stellung Er auch immer für die Welt annimmt. „Und er ist bekleidet mit einem in Blut getauchten Gewande.“ (V. 13). Er kommt, um Rache auszuüben und mit einem Zeichen des Todes für alle Rebellen. „Und sein Name heißt: Das Wort Gottes.“ Er war das Wort Gottes in der Offenbarung der Gnade; wenn Er bald erkannt wird, dann als der Vollstrecker der Gerichte Gottes. Er drückt gleichmäßig das aus, was Gott ist. Das Johannesevangelium und die „Offenbarung“ enthüllen beide Wesenszüge in vollkommener Weise, sei es in Gnade, sei es im Gericht.

„Und die Kriegsheere, die in dem Himmel sind, folgten ihm auf weißen Pferden, angetan mit weißer, reiner Leinwand.“ (V. 14). Hier erfahren wir sofort, woraus Sein Gefolge besteht. Es sind verherrlichte Heilige und nicht Engel. Das wird vollends durch Offenbarung 17 bestätigt, wo gesagt wird, daß sie bei Ihm sein werden, wenn Er kommt. Wenn das Tier wagt, mit dem Lamm zu kämpfen, wird Es das Tier überwinden; und diejenigen, die bei Ihm sind, werden „Berufene und Auserwählte und Treue“ genannt. Das sind Ausdrücke, die insgesamt nicht auf Engel angewandt werden können. Die Engel werden niemals als „Berufene“ bezeichnet, obwohl sie auserwählt sein mögen; und auch wenn sie „heilig“ genannt werden, wird von ihnen nirgendwo, soweit ich mich erinnere, als „Treue“ gesprochen. Treue gehört zum Menschen. Sie setzt die Wirkung und die Ausübung von Glauben voraus. „Berufene“ kann ganz offensichtlich nicht [auf Engel; Übs.] angewandt werden; denn Berufen setzt voraus, daß die Person aus einem Zustand herausgeführt und in einen anderen und besseren versetzt wird. Das ist bei einem Engel niemals der Fall. Die gefallenen Engel werden nicht berufen, und die heiligen Engel haben es nicht nötig – sie sind bewahrt worden. Berufung ist eine Frucht der tätigen Gnade von Seiten Gottes in Hinsicht auf den Menschen – und erst, als er gefallen war. Sogar als der Mensch sich im Zustand der Unschuld in Eden befand, war er nicht berufen. Unmittelbar, nachdem er gesündigt hatte, kam das Wort Gottes und wurde er berufen. Daher ist offensichtlich, daß hier die Erlösten in einem verherrlichten Zustand vorgestellt werden, wie sie dem Herrn aus dem Himmel folgen. Sie werden jetzt nicht als die Braut gesehen. Das wäre ganz und gar unpassend für den geschilderten Ablauf der Ereignisse. Wenn der König hervortritt, um zum Sieg des Gerichts über die gottlosen Menschen – über die Welt – zu reiten, folgen Ihm die Heiligen nicht in ihrem Charakter als Braut, sondern als Armeen oder Heerscharen. Dabei sind zweifellos auch die Gäste eingeschlossen, das heißt, alle verherrlichten Erlösten nehmen ihren Platz in Seinem Gefolge ein.

Gleichzeitig bemerken wir, daß von diesen nicht gesagt wird, daß sie wie Christus Ausüber des Gerichts sind.1 Ihm hat Gott das gesamte Gericht übertragen – nicht unbedingt uns. Wir mögen eine besondere Aufgabe darin haben; doch das Gericht ist, wie mir scheint, kein Werk für uns. Darum geht kein Schwert aus unserem Mund hervor, noch wird gesagt, daß die Heiligen oder himmlischen Heerscharen in einer Weise geschmückt sind wie der Herr. Es wird einfach beschrieben, wie die Verherrlichten dem Herrn in siegreicher Macht folgen – und nicht mehr – angetan mit weißer, reiner Leinwand.“ Auch Engel werden, wie wir aus anderen Bibelstellen wissen, dabei sein; doch davon hören wir hier nichts. Aber „aus seinem Munde geht hervor ein scharfes, zweischneidiges Schwert, auf daß er damit die Nationen schlage; und er wird sie weiden mit eiserner Rute.“ (V. 15). Was diese Aussage um so beachtenswerter macht, ist die Tatsache, daß uns die eiserne Rute verheißen ist (Offenbarung 2, 27) – nicht das Schwert. Dabei geht es um herrschende Macht, nicht um die Ausübung von Gericht in jener schrecklichen Weise, wie sie dem Herrn zugeteilt wird. „Er tritt die Kelter des Weines des Grimmes des Zornes Gottes, des Allmächtigen“ - ein anderes Merkmal des Gerichts, von dem ich nicht wüßte, daß es jemals den Erlösten zugesprochen wird. „Und er trägt auf seinem Gewande und auf seiner Hüfte einen Namen geschrieben: König der Könige und Herr der Herren.“ (V. 16).

Danach folgt die Verkündigung des Engels und die Einladung zum Mahl des großen Gottes, um das Fleisch aller Großen auf der Erde zu fressen. „Und ich sah einen Engel in der Sonne stehen, und er rief mit lauter Stimme und sprach zu allen Vögeln, die inmitten des Himmels fliegen: Kommet her, versammelt euch zu dem großen Mahle Gottes! Auf daß ihr Fleisch von Königen fresset und Fleisch von Obersten und Fleisch von Starken und Fleisch von Pferden und von denen, die darauf sitzen, und Fleisch von allen, sowohl von Freien als Sklaven, sowohl von Kleinen als Großen.“ (V. 17–18). Danach folgen das Zusammentreffen und die Schlacht. Und ich sah das Tier und die Könige der Erde und ihre Heere versammelt, Krieg zu führen mit dem, der auf dem Pferde saß und mit seinem Heere. Und es wurde ergriffen [lebendig ergriffen] das Tier und der falsche Prophet, der mit ihm war, der die Zeichen vor ihm tat, durch welche er die verführte, welche das Malzeichen des Tieres annahmen und die sein Bild anbeteten.“ (V. 19–20). So wird also das zweite Tier nicht mehr als eine irdische Macht gesehen, sondern als ein Prophet – natürlich ein falscher Prophet. Die ganze Kraft, um die Menschen in Gegenwart des ersten Tieres zu verführen, lag lange in seiner Hand, und jetzt wird von nichts anderem mehr gesprochen. Die geistliche Gewalt liegt ganz in der Hand des falschen Propheten. Wir verstehen gut, wenn gesagt wird „geistliche Gewalt“, daß keine andere als eine gottlose gemeint sein kann.

Lebendig wurden die zwei in den Feuersee geworfen, der mit Schwefel brennt.“ So wurde sofort das ewige Gericht ausgeübt. Sie wurden bei einem offensichtlichen Verrat und in Rebellion erwischt. Welcher weitere Gerichtsprozeß war da noch nötig?

Und die übrigen wurden getötet mit dem Schwerte dessen, der auf dem Pferde saß, welches Schwert aus seinem Munde hervorging; und alle Vögel wurden von ihrem Fleische gesättigt.“ (V. 21). Ihr Untergang war schrecklich; doch keineswegs in derselben Weise wie der ihrer Führer.

Fußnoten

  • 1 Das ist ein um so auffallenderes Wesensmerkmal, weil in der Sprache von z. B. Psalm 149, 6–9 davon gesprochen wird, daß alle Erlösten mit der aktiven Teilnahme am Tag Jehovas auf der Erde rechnen. (W. K.).
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