Botschafter des Heils in Christo 1856

Jonathan

In dem Werk Jonathans sehen wir die Energie des Glaubens inmitten der traurigen Verwirrung Israels. Das Volk hatte auf einem fleischlichen Wege sich gegen seine Feinde stark zu machen gesucht. Sie hatten keinen Glauben, sich unmittelbar auf Gott zu stützen, und hatten deshalb für sich einen König verlangt; und, während Gott von seiner eigenen Verwerfung durch sie Zeugnis ablegte, beauftragte Er den Samuel, ihrer Stimme in allem, was sie sagten, zu gehorchen, und ihnen einen König zu geben (Kap 8). „Gib uns einen König, der uns richte, gleich allen Nationen,“ schrien sie. Samuel warnte sie ernstlich und verkündigte ihnen die Weise des Königs, der über sie herrschen sollte. Aber das Volk weigerte sich, der Stimme Samuels zu gehorchen und sprach: „Nein, sondern ein König soll über uns sein, dass auch wir seien, wie alle Völker, und uns richte unser König, und auszieht vor uns her, und unsere Streite streite“ (1. Sam 8,19–20). Jehova war für Israel gleichsam nicht mehr da. Das fleischliche Verlangen wurde erfüllt, und Saul eingesetzt, um gegen Israels Feinde Krieg zu führen. – Solches war der Zustand der Dinge, in deren Mitte wir Jonathan finden; und obgleich er nicht ganz und gar in die Gedanken Gottes einging, so war er doch fähige in der Energie des Glaubens zu handeln.

Es ist für den Glauben schwer, die Unterdrückung des Volkes Gottes durch seine Feinde und die Entehrung, welche also Gott selbst angetan wird, zu ertragen. Jonathan ertrug sie nicht. Er hatte Glauben an den Gott Israels, und machte sich auf, die Philister anzugreifen. Er rief seinen Waffenträger und sagte: „Komm und lass uns hinüber gehen zu der Aufstellung dieser Unbeschnittenen usw.“ Mag auch die Sünde des Volkes Gottes dieses der Macht der „Unbeschnittenen“ unterworfen haben, so kann jene doch das Recht Gottes nicht unterwerfen. So urteilt der Glaube, und nichts ist einfacher. In dem Augenblick, wo die Seele für Gott abgesondert ist, wo sie ihren Platz bei Ihm genommen hat, ist sie auch für Ihn und stark in seinem Dienst. Er bespricht sich aber nicht mit Fleisch und Blut: „ … seinem Vater sagte er es nicht.“ In Saul war kein Glaube; und hätte er ihm sein Vorhaben mitgeteilt, so würde er sehr wahrscheinlich ihn nur entmutigt haben. Hätte Saul Glauben gehabt, so wäre er selbst gegen die Philister gezogen; jetzt aber hätte er ihn entweder zurückgehalten, oder beunruhigt. Wenn der Unglaube wirksam ist, so beunruhigt er nur. Der Glaube hat auch nach seiner eigenen Verantwortlichkeit zu handeln. In dieser Beziehung wird sehr oft gefehlt, dass wir nämlich jene um Rat fragen, die nicht einmal so viel Glauben und Licht haben, als wir selbst, und wir sinken deshalb bald zu ihrer Schwäche hinab.

Alles, was in den Augen des Volkes als Macht, Ansehen und Gottesdienst galt, war mit Saul. Der König, der Priester und die Bundeslade waren da; aber Jonathan weilte nicht bei dem Volk. Er hatte niemand als seinen Waffenträger bei sich; und dies war umso besser für ihn; weil er sich jetzt nicht durch den Unglauben anderer zu beunruhigen brauchte. Da, wo ein einfaches Auge ist, da ist immer Zuversicht im Handeln und keine Ungewissheit. Das Fleisch mag zuversichtlich sein, aber seine Zuversicht ist zu sich selbst; und darum ist sie Torheit. Der Glaube macht sich nichts aus den Umständen, weil er sich alles aus Gott macht. Die Schwierigkeit wird deshalb zwar nicht geringer, allein Gott füllt das Auge. Die Philister nahmen mit ihrem Lager eine Stellung ein, deren Zugänge von außerordentlicher Schwierigkeit waren, nur durch einen engen Weg zugänglich, auf welchem man Felsenzacken erklettern musste. Was konnte hier menschliche Energie helfen? „Jonathan musste sogar auf Händen und Füßen hinaufklettern“ (V 13). Die Unterdrücker waren da in großer Zahl und wohl bewaffnet. Der Glaube aber mit einem einfachen Schwert hält Gott für hinreichend. „Komm,“ sprach er ohne Zögern, „lass uns hinüber gehen zu der Aufstellung dieser Unbeschnittenen: vielleicht wird Jehova für uns wirken; denn für Jehova ist kein Hindernis, durch Viel oder Wenig zu segnen.“ Die Unbeschnittenen haben keine Kraft, wenn man daran denkt, dass der Gott Jakobs ihr Gott nicht ist, und dass sie ihre Hoffnung nicht auf den Herrn setzen; aber seinem Volk hilft Er oft durch die geringfügigsten Mittel; „denn für den Herrn ist kein Hindernis, durch Viel oder Wenig zu segnen.“ Der Feind mag sein, wie der Sand am Meere; das ist nichts, und der Glaube weiß, dass es nichts ist. Gott kann einem Schwert Kraft geben, ein ganzes Kriegsheer zu überwinden.

Jonathan suchte keine andere Hilfe. Er ist glücklich in der Gemeinschaft des Waffenträgers einen Mann verwandten Geistes gefunden zu haben. Dieser sagte zu Jonathan: „Tue alles, was dir im Herzen ist; wende dich, siehe, ich bin mit dir nach deinem Herzen“ (V 7). Mit diesem wollte er sich den Philistern zeigen. Wir haben schon die Stärke, die einfache Zuversicht des Jonathan auf des Herrn Kraft, bemerkt. Es gibt hier aber noch etwas anders. Er erkennt die Treue Jehovas gegen sein Volk an; er ist überzeugt, dass Jehova mit seinem Volk ist, was auch dessen Zustand sein mag. Dies ist das, was den Glauben charakterisiert. Der Glaube erkennt nicht allein an, dass Gott stark ist, sondern er erkennt auch das unauflösliche Band zwischen Ihm und seinem Volk an. Gott ist mit seinem Volk und nicht mit seinen Feinden. Der Zustand des Volkes Israel war gewiss ein trauriger: die Philister, ein mächtiges Volk, plünderten das offene Land; kein Mittel, um ihnen Widerstand zu leisten, war übrig geblieben; nicht einmal ein Schwert oder ein Speer, (ausgenommen bei Saul und Jonathan) wurde in Israel gefunden (Kap 13,19.22). Welch ein Bild von dem Zustand des Volkes Gottes! Wie oft aber finden wir, dass solche, welche sich zum Volk Gottes, zur Wahrheit, und als Erben der Verheißungen bekennen, ohne Waffen wider die Feinde sind, welche sie plündern! Bei Israel kam noch dazu, dass der König in ihrer Mitte ihrer Sünden wegen eingesetzt war; – aber dieses alles schwächte nicht die Treue Gottes. Die Philister wurden in die Hand Israels überliefert, (nicht in seine eigene) in das Gericht des Mannes des Glaubens (V 12.). Er war abgesondert mit Gott, und er einverleibte sich im Glauben mit seinem Volk. Er sieht weder auf sich, noch auf ihren Verfall, sondern erkennt an, was sie in den Augen Gottes sind. Jonathan ist gleichsam die Hand des Herrn, und siehe, welche Unerschrockenheit! Obgleich Israel nicht im Stande ist, eine Hacke zu schärfen, so begibt er sich dennoch im Namen des Gottes der Heerscharen, im Namen Jehovas, des Gottes Israels, auf den Weg. Während er geht, bespricht er sich nicht mit Fleisch und Blut, und wir finden auch in seinem Herzen weder Prahlerei, noch ein Handeln in fleischlicher Hast und Aufregung. Seine Hoffnung steht auf Gott. Er hätte einfach zu dem Lager der Philister gehen und sich ihnen zeigen können und sagen: „Hier bin ich, ein Israelit;“ aber er wollte warten, um ganz nach dem Willen des Herrn zu gehen. Wenn sie sagten: „Haltet, bis wir zu euch gelangen, so wollten sie an ihrer Stelle stehen bleiben, und nicht zu ihnen hinauf gehen; wenn sie aber sprachen: Kommt herauf zu uns, so wollten sie hinauf gehen; denn Jehova hatte sie in ihre Hand gegeben“ (V 9–10). Mit anderen Worten, er war bereit, entweder zu warten, bis sie zu ihm kamen, oder hinzugehen, und sich in der Mitte ihres Lagers zeigen. Wenn die Kühnheit der Feinde diese antrieb, herabzusteigen, so wollte er sie erwarten, ohne sich Schwierigkeiten zu machen; aber er wollte nicht vor den Schwierigkeiten zurückweichen, die sich auf seinem Weg zeigten. Dies ist die wahre Abhängigkeit des Glaubens. Nachdem er dieses getan hatte, unterrichtete ihn der Hochmut und der Stolz der feindlichen Macht, was er zu tun hatte. „Siehe,“ sagten die Männer im Lager zu einander: „Hebräer kommen hervor aus den Löchern, in welchen sie sich verkrochen;“ und dann schmähten sie sorglos und mit fleischlicher Zuversicht die Treue dieser Israeliten und sagten: „Kommt herauf zu uns, wir wollen euch etwas kund tun“ (V 12). Dies ist das Zeichen für Jonathan; „Steige mir nach,“ sagte er zu dem Waffenträger, „denn Jehova hat sie in die Hand Israels gegeben.“

In der Kraft des Glaubens geht er vorwärts und erklimmt den Felsen; sein Waffenträger ihm nach. Die Philister fallen vor ihm, „und sein Waffenträger tötete sie hinter ihm her.“ Dieser hatte Vergleichsweise ein leichtes Werk, – die Macht des begeisterten Jonathans wirkte für ihn. Gott hatte Ehre auf den Arm des Glaubens gelegt, obgleich Er es selbst war, der sich hier offenbarte. Der Schrecken Gottes fiel auf die Feinde Israels (V 13.15).

Doch was tut jetzt der arme Saul? Hat der Unglaube auch noch so gute Absichten, wenn er sich mit dem Werk des Glaubens vereinigt, so tut er doch nie etwas anderes, als dass er es besudelt. Saul war zurück gelassen und lag am Ende von Gibea, unter dem Granatbaum zu Migron, während Gott durch Jonathan über die Philister triumphierte (V 2). „Da schauten die Wächter Sauls zu Gibea–Benjamin, und siehe, die Menge zerrann und lief hin und her. Und Saul sprach zum Volk, das bei ihm war: Zählt, und seht, wer von uns weggegangen ist“ (V 16–17). Die äußere Ordnung sehen wir hier bei Israel, aber es war kein Glaube da, „Und sie zählten, und siehe, es war nicht da Jonathan und sein Waffenträger.“ Das war alles, was sie davon wussten. „Da sprach Saul zu Ahija: Bringe die Lade Gottes her!“ Hier sehen wir wieder die Form – die Form der Ehre des Herrn, um sich scheinbar von Ihm leiten zu lassen. Es scheint alles in Ordnung zu sein; doch ist es nur die Form. Saul fragt bei der Bundeslade um Rat, während Gott anderswo, ohne Israel, über seine Feinde triumphierte (Gott hatte sich, wenn ich so sagen darf, dem Jonathan übergeben.). Während nun Saul mit dem Priester redete, dauerte der Tumult der Niederlage in dem Heer der Philister fort, und wurde immer größer; und der Unglaube, welcher nie weiß, was er zu tun hat, sagte zu dem Priester: „Ziehe deine Hand zurück!“ Der König und die Priester waren nicht das Band zwischen Gott und Israel. Es war weder der Glaube des Volkes ohne König an Gott, noch der König, welchen Gott selbst gegeben hatte. – Jetzt kamen sie zum Streit, (V 20) aber da war kein Eingehen in den Geist der Sache. Saul hatte kein Gefühl von dem, worauf Jonathan gerechnet hatte, von dem Geheimnis seiner Kraft. „Es gibt aber kein Hindernis, mit dem Herrn durch Viel oder durch Wenig zu wirken.“

Saul redete nun das Volk um sich her an, und beschwor es, und sprach: „Verflucht der Mann, der Brot isst bis zum Abend, bis ich mich gerächt habe an meinen Feinden. Und niemand vom Volk kostete Brot“ (V 24). Dies ist augenscheinlich große Energie, es ist wahr; aber es ist nichts von dem Geist Gottes darin, und in Wahrheit war diese fleischliche und selbstsüchtige Energie in der Zeit des Sieges nur störend, indem sie das Volk Israel elend machte, und die Verfolgung des Feindes schwächte. Wir mögen uns auf den Weg des Glaubens begeben; aber immer wenn sich das Fleisch in das Werk des Glaubens mischt, dient dies nur zu unserer Schwächung.

„Das Volk kam in einen Wald, und es war Honig auf dem Erdboden; aber keiner tat die Hand zum Mund, weil sie den Schwur fürchteten“ (V 25–26). Jonathan aber hatte jenen Schwur nicht gehört, und er reckte die Spitze seines Stabes, der in seiner Hand war, aus, und tauchte ihn in den Honigseim und führte seine Hand zum Mund und seine Augen wurden hell. Und als er mit dem Fluch bekannt gemacht wurde, und er um sich her das matte Volk erblickte, rief er aus.– „Mein Vater bringt das Land ins Verderben! Seht doch, dass meine Augen hell sind, da ich ein wenig gekostet von diesem Honig. Wenn nun gar das Volk heute hätte gegessen von der Beute seiner Feinde, die es gefunden; – denn nun ist die Niederlage nicht groß gewesen unter den Philistern“ (V 29–30). Glücklicher Jonathan! Der Glaube ist so sehr mit dem Werk beschäftigt und hat so tief die Gefühle der Liebe und Gnade Gottes, dass er voll Freiheit ist; und was immer Gott auf dem ermüdenden Weg schenkt, davon macht er mit dankbarem Herzen Gebrauch. Er nimmt es und eilt dann weiter; während die fleischliche Seele, welche den Glauben nur nachahmt, und welche nie mit Gott wirkt, solches zu tun verbietet. Wäre Jonathan nicht mit Herz und Seele im Werk des Herrn beschäftigt gewesen, er möchte sich vielleicht auch des Honigs wegen haben aufhalten lassen; während er ihn jetzt zu seiner Erfrischung nimmt, und dann weiter eilt. Durch die Energie des Glaubens allein kam es, dass er von dem Schwur nichts gehört hatte, dass er vor diesem Unglauben bewahrt blieb und die Güte Gottes mit Freude und Danksagung genoss, und dann seinen Lauf, erfrischt und ermutigt, fortsetzte, während das Volk, welches nicht den Glauben hatte, mit ihm zu gehen, unter dem Fluch war, und nicht konnte. „Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.“ Saul hatte sich und das Volk unter diesen elenden Zwang gestellt, (wenn das Fleisch sich selbst unter die Dienstbarkeit stellt, so muss es seinen Schwur halten) und in Folge dessen wurden sie zur Sünde verleitet; denn sie waren so hungrig, dass sie, als die Zeit des Eides zu Ende war, über die Beute herfielen, Schafe, Rinder und Kälber nahmen, sie auf der Erde hinschlachteten und mit Blut aßen, und also einem direkten Befehl Gottes entgegen handelten (5. Mo 12,22). Der Glaube aber wirkt wahre Freiheit, und wandelt darin; doch ist dies nie ein Weg für das Fleisch, dessen Einmischung nur den Glauben schwächt und hindert.

Bei dem Offenbarwerden eines solchen Segens baute Saul einen Altar, und war sehr beschäftigt, die Gebote Gottes aufrecht zu erhalten; er redete viel vom Namen des Herrn, wie er schon früher getan, als er den Rat des Herrn bei der Bundeslade gesucht hatte (V 36). Aber lasst uns die ausdrückliche Erklärung des Heiligen Geistes bemerken: „Dies war der erste Altar, welchen er dem Herrn baute“ (V 35). Er fragte durch den Priester Gott, wegen der Verfolgung der Philister; – „aber Er antwortete ihm nicht an diesem Tage“ (V 37). Da suchte er unter Anrufen des Gottes Israel die verborgene und hindernde Sünde zu entdecken (V 36). Er dachte weder an seinen noch an des Volkes traurigen Zustand, vielmehr hielt er irgend eine verborgene Sünde für die Ursache des Schweigens Gottes. Der Herr aber warf sich ins Mittel; doch war es nur, um die Torheit des Königs zu offenbaren. Das Los wurde geworfen und Jonathan getroffen: „Und Saul sprach zu Jonathan: Sage mir, was hast du getan? Da sagte es ihm Jonathan, und sprach: Gekostet habe ich mit der Spitze des Stabes in meiner Hand ein wenig Honig: siehe, ich muss sterben. Da sprach Saul: So soll mir Gott tun, und ferner! sterben musst du, Jonathan“ (V 43–44). Das Volk aber gab dies nicht zu; es mischte sich hinein und sagte: „Jonathan soll sterben, der diesen großen Sieg geschafft in Israel? Das sei ferne! Beim Leben Jehovas, wenn von den Haaren seines Hauptes eines zur Erde fällt; denn mit Gott hat er gewirkt an diesem Tag.“ Das war jetzt augenscheinlich. „Und so erlöste das Volk Jonathan, dass er nicht starb „ (V 45)

Jonathan hatte mit Gott gewirkt; und wir sehen hier den einfachen, glücklichen Weg des nie zaudernden Glaubens, welcher auf Gott rechnet, und auf seine treue Verbindung mit seinem Volk, der in der gesegneten Freiheit wandelt, indem er die Erquickungen, welche der Herr auf dem Weg gibt, benutzt, – eine Freiheit zur Erquickung und nicht zur Ausschweifung, – während das Fleisch den feierlichen Entschluss fasst, dieses weder zu benutzen, noch zu kosten, noch anzurühren, und bei einer anderen Gelegenheit die Autorität Gottes bei Seite setzt. Der Glaube bespricht sich nicht mit Fleisch und Blut; er wirkt mit Gott, und wirkt durch Ihn und für Ihn.

Alle religiösen Übungen, alle Formen der Frömmigkeit waren mit Saul. Er hatte die Bundeslade und die Priester; er tat das feierliche Gelübde, sich von der Speise zu enthalten; er zeigte großen Eifer für die Satzungen; allein er verhinderte das Volk, alle Früchte des Triumphs einzusammeln, und brachte es dahin, das Fleisch mit Blut zu essen; er baute seinen Altar, wenn andere die Segnung erlangt hatten und nahm die Ehre für sich. Er konnte fromm sein, wenn er getröstet und gesegnet war; aber es zeigt sich keine wahre Beziehung zu Gott durch Glauben, noch ein Hindurchgehen durch die Schwierigkeit mit Gott; da ist Energie, aber es ist die Energie des Fleisches; da ist Überlegung, wenn Gott wirkt, und wenn Saul wirksam ist, so ist das ein Handeln in Hast und Aufregung.

Der Herr bewahre und leite sein Volk auf dem Weg des Glaubens; und lasse uns erkennen, wie gesegnet die Einfalt und die Energie des Glaubens ist, der nur mit Gott wandelt und wirkt (Übersetzt). Melodie: „Mein Leben ist ein Pilgrimstand“

Zu dir, o Jesu, führt mein Pfad.

Ich geh' getrost, das Endziel naht,

Wo ich die Wüste werd' verlassen.

Hier find' ich nichts, doch du bist mein,

Bin nie vergessen, nie allein.

Wer kann, Herr, deine Liebe fassen?

Einst floss dein Blut, es floss für mich.

Ich bin versöhnt, und dein bin ich! Durch dich, o Herr, ist all mein Heil.

Ein lieblich Los ward mir zuteil,

Als, Jesu, du dich mir gegeben.

Durch dich ist alles, was ich hab',

Du bist mein Stecken und mein Stab,

Bist meine Hoffnung und mein Leben.

Durch dich ist all mein Trost im Leid,

Durch dich ist mein die Herrlichkeit. Mit dir ich wandle. Unverweilt

Mein Fuß durch diese Wüste eilt,

Wo keinen Ruhort du gefunden.

Ich seh' nur Kampf und Leiden hier.

Ich geh' hindurch, doch nur mit dir.

Mit dir ist alles überwunden.

O Herr, dies eine bleibe mir,

Dass stets ich wandle treu mit dir. Für dich nur darf mein Leben sein,

Und was ich hab', für dich allein,

Weil du am Kreuze mich erworben.

Von Sünd' und Tod bin ich befreit

Und bin zu deinem Dienst geweiht.

Ich lebe jetzt, weil du gestorben.

O welche Huld! Wie liebst du mich!

Ja, was ich bin, bin ich für dich! Bei dir, o Jesu, werd' ich sein,

Geh ich mit deinen Heil'gen ein,

Bei dir, wo jeder Kampf beendet.

Dort werde ich dein Antlitz schaun

Mit allen, die auf dich hier traun.

Dort ist mein Glaubenslauf vollendet.

Ich werd' verherrlicht sein mit dir,

Dich preisen stets in selger Ruh.

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