Botschafter des Heils in Christo 1856

Der Aussatz, ein Bild der Sünde

Mit dem Aussatz wurden Personen, Kleidungsstücke und Häuser behaftet. Er ist die im Fleisch wirkende Sünde. Der geistliche Mensch, der Opferpriester, prüft und unterscheidet, wie es sich damit verhält. Wenn sich das Fleisch lebendig zeigt, so ist der Mensch unrein; die Kraft des Fleisches ist in Wirksamkeit. „Und sieht der Priester, dass der Aussatz seinen ganzen Leib bedeckt, so erkläre er den, der das Übel hat, für rein; ist alles in weiß verwandelt, so ist er rein“ (V 13). Wenn der Mensch ganz weiß ist, so ist dies nur die Wirkung der vollständig bekannten Sünde. Diese aber hört auf zu wirken; der Mensch ist rein. Wenn das Übel noch in dem Fleisch ist, so dehnt der Aussatz sich aus.

Vor allem ist es wichtig, zu bekennen, dass man aussätzig ist. Allein dies Bekenntnis findet unter dem Urteil eines anderen und unter dem Gericht Gottes statt. Gott hat das, was in der Natur des Menschen wirksam war, enthüllt. Der Mensch unterwirft sich als gerichtet und offenbar gemacht. Er hat keinen Anteil an der Versammlung Gottes, obgleich er in einem Sinn einen Teil davon ausmacht. Er wird außerhalb des Lagers gebracht. „Die ganze Zeit, da das Übel an ihm ist, soll er unrein sein; unrein sei er; abgesondert soll er wohnen; außerhalb des Lagers soll seine Wohnung sein“ (V 46).

Der Aussatz, d. i. die Sünde, zeigt sich in den Umständen, die mit unserer Stellung verknüpft sind; ebenso offenbart sie sich in unserem persönlichen Verhalten.

Wenn sich an der Kleidung eines Israeliten ein Flecken zeigte, wovon man vermutete, dass er aussätzig sei, so legte man dies Kleid sieben Tage lang bei Seite. Dehnte sich der Flecken aus, so verbrannte man das befleckte Kleid. War dies nicht der Fall, so wusch man es. Hatte der Flecken nach dem Waschen die Farbe verändert, oder sich über das Kleid ausgedehnt, so verbrannte man das ganze Kleid (V 47–58).

Wenn wir unser Gewissen bloß durch Nachlässigkeit befleckt haben, so haben wir nur nötig, uns zu waschen (V 58). Diese Waschung geschieht durch den Heiligen Geist mittels des Worts. Wir können alsdann in den Umständen, worin wir uns befinden, verbleiben, wenn anders diese Umstände völlig nach dem Willen Gottes sind. Es kann aber auch ein Teil unseres Lebens wesentlich böse sein, sodass sich dort ein Grundsatz der Befleckung zeigt. Wenn dieser auch in seinen Wirkungen auf das Ganze des Lebens gehemmt ist, so muss man dennoch diesen Teil aufgeben, nachdem das Wort Gottes durch den Heiligen Geist zur Reinigung angewandt ist, und der Eindruck der Befleckung zurückbleibt.

Dauert, trotz unserer geistlichen Bemühungen, die böse Wirkung unserer Stellung immer fort, oder bemächtigt sie sich sogar unseres Lebens, sodass wir nicht mit Gott wandeln können, so ist es durchaus nötig, diese Stellung ganz aufzugeben, es koste, was es wolle.

Was die Reinigung betrifft, so wurde der Aussätzige sofort als außerhalb des Lagers betrachtet, indem er keinen Teil daran hatte. Hatte aber seine Krankheit aufgehört, in ihm zu wirken, so war er geheilt, aber nicht gereinigt (Kap 14,3–4). Das Fleisch, anstatt zu wirken, und den Zustand des Menschen zu offenbaren, war gerichtet, es war in seiner Wirksamkeit gehemmt. „Man bringe ihn (den Aussätzigen) zum Priester. Und der Priester gehe hinaus vor das Lager; und besieht ihn der Priester, und siehe das Übel des Aussatzes ist geheilt am Aussätzigen: so gebiete der Priester, dass man für den sich Reinigenden zwei Vögel bringe, lebendige, reine, und Zedernholz und Karmesin und Ysop. Und der Priester gebiete, dass man den einen Vogel schlachte in ein irdenes Gefäß über lebendigem Wasser. Den lebendigen Vogel nehme er und das Zedernholz und das Karmesin und den Ysop, und tauche alles und den lebendigen Vogel in das Blut des Vogels, der geschlachtet worden über dem lebendigen Wasser, und spritze auf den sich vom Aussatz Reinigenden sieben Mal, und reinige ihn, und lasse den lebendigen Vogel ins freie Feld. Und der sich Reinigende wasche seine Kleider, und schere all sein Haar, und bade sich im Wasser, so ist er rein; und danach darf er ins Lager kommen“ (V 2–8).

Es handelt sich hier darum, den Geheilten, als gereinigt, in den Genuss einer anerkannten Beziehung zu Gott einzuführen. Der erste Teil der Reinigung fand außerhalb des Lagers statt; die beiden Vögel stellen den gestorbenen und auferstandenen Christus dar. Der mit seinem Blut besprengte Mensch ist im Stand, in das Lager einzugehen; er kann an der Wirksamkeit der Dinge (den Opfern) Teil haben, die sich innerhalb des Lagers befinden, um sich als angenehm vor der Stiftshütte Gottes darzustellen. – Die beiden Vögel werden einander ganz gleich gestellt, so dass von dem getöteten Vogel keine Rede mehr ist. Der zweite Vogel wird in das Blut des ersten getaucht. Also findet sich der gestorbene Christus nicht mehr, sondern auferstanden vollzieht Er über den unreinen Sünder die Besprengung mit seinem Blut.

Das irdene Gefäß voll lebendigen (fließenden) Wassers stellt uns die Tätigkeit des Heiligen Geistes dar. Nach dessen allmächtiger Wirksamkeit ist dies Werk des Todes Jesu in dem Christmenschen vollbracht worden. „Durch den Heiligen Geist hat er sich ohne Makel Gott geopfert.“ „Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unseren Herrn Jesus, in dem Blut des ewigen Bundes aus den Toten wiederbrachte, vollende euch usw.“

Wer gereinigt werden sollte, der wusch sich. Dies war die Reinigung mit Wasser, welche sich, wie auch die Reinigung mit Blut, immer wieder findet. Diese wird bewirkt kraft dieses Blutes, betrachtet als Werk Christi für uns; denn das Wasser geht aus seiner durchbohrten Seite hervor. Außerdem wusch der Gereinigte seine Kleider und schor all sein Haar, d. h. er entäußerte sich alles dessen, woran die Unreinigkeit sich hätte festsetzen, oder wofür sie hätte empfänglich sein können. Wenn dies geschehen war, so ging der Gereinigte ins Lager ein. Jetzt beginnt das Werk, wodurch er in seinem Gewissen in Gemeinschaft mit Gott gebracht wurde.

Wenn solche, die in Betreff ihrer Person anerkannt waren, geweiht werden sollten, so wurden sie zuerst gewaschen (V 9). Dies ist der Fall bei den Priestern. Danach wurde (V 10–32) das Opfer Christi unter allen seinen Gesichtspunkten dargestellt (Schuldopfer, Brandopfer, Speisopfer). Dies Opfer offenbart das Maß unseres Verhältnisses zu Gott in allen seinen Beziehungen; zugleich bildet es, durch seine innerliche Wirkung auf die Seele, die Grundlage unserer Gemeinschaft.

Bei dem Sünder in seiner Sünde, als außerhalb des Lagers betrachtet, mussten zuerst die Grundlagen festgestellt werden, auf welchen der Sünder zu Gott in Beziehung treten konnte. Diese Grundlagen waren der Tod und die Auferstehung Jesu. Dann, wenn einmal der Sünder gewaschen war, – dies wirksame Werk des Heiligen Geistes, – konnten seine Beziehungen mit Gott stattfinden.

Danach handelt es sich darum, für das Gewissen die Wirksamkeit des Werkes Christi zu verwirklichen. Es ist nicht genug, dass die Person des Sünders angenommen sei; es ist außerdem nötig, dass sein Gewissen gereinigt sei, und er eine Erkenntnis Gottes erlange. Diese Erkenntnis beruht auf der moralischen (innerlichen) Wertschätzung des Opfers Christi, betrachtet nach allen seinen Seiten, und auf dem vortrefflichen Werk der Macht des Heiligen Geistes. – Dies umfasst den zweiten Teil der Reinigung des Aussätzigen und das, was geschah, wenn er in das Lager zurückgekehrt war.

Es ist wichtig, diese beiden Seiten des Werkes Christi wohl festzuhalten: seine innerliche Wirksamkeit für die Annahme der Person des Sünders, und dann die Reinigung des Gewissens, eine Reinigung, die durchaus nötig ist, damit derselbe Gemeinschaft mit Gott habe. Diese Gemeinschaft verwirklicht sich in der Tat nach dem Preis und der Vollkommenheit des Werkes Christi. Dies Werk wird dem Gewissen offenbart als das Mittel, sich Gott zu nahen, und als die moralische Bedingung, sich Ihm nahe zu halten.

Untersuchen wir jetzt die Handlungen, kraft welcher die Beziehungen des Aussätzigen zu Gott wieder hergestellt wurden. Die erste dieser Handlungen ist das Sündopfer (V 19). Zuerst muss das Gewissen durch das Blut Christi von allem gereinigt werden, womit es tatsächlich beladen ist, und der Mensch muss Gott geweiht werden. Diese Weihung muss nach der Erkenntnis des ganzen Wertes dieses Blutes sein, indem er es anwendet auf alle seine Handlungen, auf seinen ganzen Wandel, wie auf alle seine Gedanken, nach dem Grundsatz des Gehorsams. Das ist die moralische Reinigung des ganzen Menschen, eine Reinigung, die auf das Gewissen wirkt nach dem Grundsatz eines einsichtsvollen Gehorsams. Es ist dies nicht bloß eine äußerliche Regel für einen von der Sünde freien Menschen; – es ist die Macht, es ist das Licht, welche in das Herz eingeführt werden. Es ist, in Betreff seiner Quelle, ein moralisches, göttliches Werk, und in Betreff seiner Wirkung ein Zustand der Seele. Der Mensch, in welchem dies Werk wirksam ist, empfindet den gesegneten Einfluss desselben in der Erkenntnis des Guten und Bösen, wovon das Blut Christi das vollkommene Maß vor Gott ist. Wenn es sich bloß um die Annahme einer Regel handelte, so würde der Mensch gerne damit einverstanden sein. Aber wie er ein Sünder ist, wie er gefehlt hat, so ist es auch notwendig, dass das Gewissen eintritt, indem es eine demütigende Kenntnis der Sünde nimmt. Um durch die köstliche Wirksamkeit des Blutes Christi gereinigt zu werden, muss das Gewissen durch den Schmerz hindurchgehen, der über alles das empfunden wild, was der Vollkommenheit dieses Blutes entgegen ist, und was das Vergießen dieses Blutes nötig gemacht hat. Auf diese Weise wird der Mensch geweiht. Das Herz reinigt sich vor allem zuerst im Gewissen. Alle die Dinge, welchen es sich hingegeben hatte, werden gewissermaßen vor diesen innerlichen Richterstuhl gestellt. Das Herz nimmt mit Schmerzen Kenntnis davon, nach dem Wert des Blutes des kostbaren Lammes Gottes, welches, fleckenlos und vollkommen im Gehorsam, den Todeskampf hat erleiden müssen. Dieser Todeskampf wurde durch die Sünde verursacht, von welcher wir gereinigt werden mussten, wir Elenden, die wir sind!

Später macht das Herz Fortschritte durch die Erkenntnis der für den Glauben köstlichen Gegenstände. Aber auch dann noch geschieht es von Zeit zu Zeit, dass dies Werk im Gewissen von Neuem vor sich geht. Dies findet statt, wenn es in unserer Natur noch etwas gibt, was nicht unterworfen, was nicht unter den Gehorsam Christi gefangen genommen ist.

Man tat also dem, welcher vom Aussatz gereinigt worden war, Blut auf sein rechtes Ohr, auf seine rechte Hand und auf seinen rechten Fuß, (V 14) um anzudeuten, dass seine Gedanken, seine Handlungen und sein Wandel auf Grund des Gehorsams gereinigt waren. Hierüber sprengte man Öl, – der heiligende Einfluss des Heiligen Geistes, – nicht um zu waschen, sondern um die Bewegungen und Neigungen des Herzens in Kraft Gottes zu weihen. Also wurde alles geweiht nach der Einsicht und Ergebenheit, welche der Heilige Geist mitteilt.

Hierauf wurde die ganze Person des Aussätzigen dem Herrn geweiht: das Öl wurde über sein Haupt gegossen (V 18). Dies war das Werk, was mit dem zu Reinigenden geschah. Sodann wurde das Sündopfer dargebracht. Sein Gegenstand war nicht allein die Reinigung des Gewissens im praktischen Sinn, durch das Blut Christi, sondern es lag auch der Sinn darin, dass die Sünde in ihrer ganzen Größe vor Gott beurteilt werden muss. Christus ist in der Tat für uns zur Sünde gemacht, ebenso wie Er unsere Sünden getragen hat. Da Er unsere Sünden getragen hat, so wirkt Er auf unser Gewissen, hinsichtlich dieser Sünden. Aber in dem Opfer Christi lässt sich auch die Sünde erkennen als das, was sie an und für sich ist. Zuletzt wurden das Brandopfer und das Speisopfer dargebracht (V 20). Dem gereinigten Sünder wurde im Brandopfer die Vollendung des Todes Christi zu Teil, betrachtet als die Selbstergebung an Gott bis zum Tod, um allen Rechten seiner Majestät genug zu tun, und betrachtet als das in sich selbst unendlich vollkommene Werk. Denn Er hat sagen können: „Deshalb liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich es wieder nehme.“

Christus wurde im Brandopfer nicht als zur Sünde gemacht dargestellt; vielmehr haben wir hier seine Ergebung in der Stellung, welche durch die Sünde uns und folglich auch Ihm bereitet worden war; denn nur also konnte Gott in Ihm verherrlicht werden. In dem Speisopfer befand sich außerdem die ganze Vollkommenheit der Gnade in seinem Leben; die ohne Zweifel reine, aber in das Öl getauchte Menschheit, welche an sich in ihrer Natur alle die Kraft, den Wohlgeruch und Wohlgeschmack des Heiligen Geistes hatte. Denn von dieser Seite wird die Menschheit Christi hier dargestellt; nicht als mit Öl, d. h. mit dem Heiligen Geist als Macht gesalbt, sondern als in Öl getaucht, in seiner vom heiligen Geist empfangenen Substanz.

Jetzt ist der Mensch rein. Aber wie groß ist nicht die Bedeutung der Versöhnung einer Seele mit Gott, wenn diese Versöhnung mit allen Seiten verknüpft ist, welche diese Vorbilder vom Werk Christi und ihrer Anwendung auf diese Seele darstellen; und gewiss, ohne dieses geschieht die Versöhnung nicht! – Ach! vielleicht gehen unsere leichtfertigen Herzen leicht hierüber weg! – Andererseits tut die Hand Gottes die wunderherrlichsten Dinge mit der sanften Leichtigkeit, welche die Folge der vollkommenen Macht und Gnade sind.

Man sieht jedoch zuweilen in den Seelen (nach Gottes Weisheit) dies Werk der Versöhnung von Wehen und Leiden begleitet. Dies geschieht, wenn das Gewissen, angesichts dessen, was die Dinge vor Gott durch Christus in Wirklichkeit sind, von dem Zustand des Herzens Kenntnis nimmt, welches in seiner Natur sündhaft und von Gott entfernt ist. Es ist dies die Wiederherstellung der Seele. Von Seiten Gottes ist alles Friede, nicht allein in Ihm selbst, insofern der Friede durch das vollkommene Werk Jesu gestiftet ist, sondern auch hinsichtlich der Seele. Denn der hier angenommene Fall ist der Fall eines zum Leben gereinigten Menschen. Der Opferpriester erkannte ihn schon als rein; aber der Aussätzige war, was ihn betraf, noch nicht so weit wieder hergestellt, um in Gemeinschaft mit Gott zu sein. Der Geist Gottes erinnert nun, um diese Gemeinschaft wieder herzustellen, an das Werk Christi. Er entwickelt dessen Anwendung auf die Seele selbst; er entwickelt auch die Beziehungen dieses Werkes zu dem Werk des Heiligen Geistes, sei es zur Reinigung des Sünders, sei es, damit der Mensch Gott geweiht werde. Möge unser guter Gott uns hier eine rechte Aufmerksamkeit verleihen! Glücklich sind wir, dass dies Werk sein Werk ist, obwohl es eben sowohl in uns als für uns geschieht.

Es bleibt uns noch über den Aussatz an einem Haus zu reden übrig (V 33–55).

In dem Fall des Aussätzigen standen alle für die Reinigung vorgeschriebenen Zeremonien in Beziehung zur Stiftshütte. Man befand sich noch in der Wüste. Es handelte sich um den Wandel des Gläubigen in der Welt. Hier aber (im Fall des aussätzigen Hauses) befindet man sich im Land der Verheißung. Es handelt sich nicht darum, eine Person, sondern eine Versammlung zu reinigen. Zeigt sich die Befleckung an dem Haus, so nimmt man die Steine weg und bewirft das Haus (mit Mörtel). Der äußerliche Wandel ist ganz verändert, und die Personen, welche diesen Wandel verdorben haben, werden weggetan und unter die Unreinen geworfen. Wenn das Übel sich nicht weiter offenbart, so ist alles geheilt und das Haus bleibt stehen. Zeigt sich aber das Übel aufs Neue, so wird das Haus völlig zerstört, d. h. das Übel liegt in der ganzen Versammlung, und ist offenbar, wie im Fall des Aussätzigen. Wenn es sich aber nach der Wegnahme des Steines nicht ausdehnt, so ist es augenscheinlich, dass seine Quelle sich wirklich in diesem Stein befand, und es genügt dann, um das Haus zu reinigen, diesen Stein wegzunehmen und das Haus neu zu bewerfen. Dies findet statt zur Reinigung der Versammlung, wenn die Bösen daraus entfernt worden sind, welche das öffentliche Zeugnis derselben verderben – eine äußerliche Offenbarung ihres Zustandes.

Es handelt sich in diesem Fall nicht darum, das Gewissen wiederherzustellen. Die Reinigung, welche vorgenommen wurde, beruht auf der ursprünglichen Wirksamkeit des Werkes Christi, welches die Versammlung Gott angenehm macht. Man wird finden, dass der Apostel Paulus in denjenigen seiner Briefe, welche an Versammlungen gerichtet waren, sagt: „Gnade und Friede,“ während er, wenn er an einzelne Personen schreibt, hinzufügt: „Barmherzigkeit.“ Der Brief an Philemon scheint hiervon eine Ausnahme zu machen; aber bei Philemon war die Kirche mit einbegriffen.

In dem Fall der mit Aussatz behafteten Kleider ist nicht die Rede davon, die Person zu reinigen, sondern sie von den Umständen los zu machen, durch welche sie verunreinigt wird. Man sieht, wie das mit Aussatz befleckte Haus, als ein besonderer Fall dargestellt wird, mit Bezug auf den Aufenthalt im Land der Verheißung, und nicht in Bezug auf die Wanderung in der Wüste.

In der Anwendung (auf uns) wiederholt sich, wie ich nicht zweifle, dieselbe Unterscheidung. Der Einzelne wandelt in der Wüste; die Versammlung ist im Land der Verheißung. Dennoch können sich in ihr Steine befinden, welche das Haus verderben.

(Aus den Betrachtungen des göttlichen Wortes)

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