Das Buch der Richter
Bleibe deinem Gott treu!

Kapitel 16

Das Ende von Simson

Die Fortsetzung der Erzählung über Simson ist ein Anhang zu seinem öffentlichen Leben. Sie zeigt das Ende seines persönlichen Lebens, seinen moralischen Niedergang und wie er seine Merkmale als Nasir ganz aufgab. Sie berichtet dann auch von seiner Wiederherstellung und seinem traurigen, aber doch triumphierenden Tod.

Simson in Gaza und Hebron (V. 1-3)

Und Simson ging nach Gaza, und er sah dort eine Hure und ging zu ihr ein. *2 Und es wurde den Gazitern berichtet und gesagt: Simson ist hierher gekommen. Und sie umstellten ihn und lauerten ihm die ganze Nacht im Stadttor auf; und sie verhielten sich die ganze Nacht still und sprachen: Bis der Morgen hell wird, dann wollen wir ihn erschlagen. *3 Und Simson blieb bis Mitternacht liegen. Um Mitternacht aber stand er auf und ergriff die Flügel des Stadttores und die beiden Pfosten und riss sie samt dem Riegel heraus und legte sie auf seine Schultern; und er trug sie auf den Gipfel des Berges, der gegen Hebron hin liegt“ (16,1-3).

Wenn die Lust der Augen nicht verurteilt wird, führt sie zur Lust des Fleisches: Das Böse in den Gedanken wird zu einer bösen Tat.

Warum wollte Simson nach Gaza gehen - zu dem Ort, wo sich die Fürsten der Philister versammelten (V. 23)? Wie konnte ein Nasir, der eigentlich abgesondert für Gott leben sollte, zu einer Frau eingehen, die ein sündiges Leben führte? Welch ein Abgrund von Bösem existiert doch im natürlichen Herzen des Menschen, ja, sogar im Herzen eines Gläubigen!

Diesmal kam Simson nach Gaza, um den zeitlichen Genuss der Sünde zu haben. Später führte Gott ihn unter seiner Züchtigung nach Gaza, und zwar als blinden, elenden Gefangenen, um dort sein Leben zu beenden (V. 21). Allerdings wurde er auch an diesem Ort durch die göttliche Gnade wiederhergestellt.

Die Kraft Gottes hatte Simson noch nicht verlassen. Darum konnten die Philister ihre Mordabsichten nicht ausführen. Mitten in der Nacht riss er die Flügeltore mitsamt den Türpfosten der Stadt Gaza heraus und trug sie bis auf den Berg. Dieser Hügel lag der Stadt Hebron gegenüber, die ein Bild des Todes ist, denn dort waren die Patriarchen begraben worden (1. Mo 23,19).

Die Tore der Festung, die uns gefangen hielten, werden wie als Siegeszeichen auf den Hügel gegenüber dem Ort des Todes getragen (V. 3). Das hat Christus am Kreuz getan. Der Tod, das Bollwerk Satans, hat jetzt für uns Gläubige kein Tor mehr, das uns gefangen halten kann. Wir sind mit einem Erlöser vereint, der auferstanden und verherrlicht ist. Der Berg seines Triumphs liegt dem besiegten Tod gegenüber. Darum ist der Tod unser (1. Kor 3,22).

Simson und Delila (V. 4-21)

“Und es geschah danach, da liebte er eine Frau im Tal Sorek, ihr Name war Delila. Und die Fürsten der Philister gingen zu ihr hinauf und sprachen zu ihr: Berede ihn und sieh, worin seine große Stärke besteht und wodurch wir ihn überwältigen können, damit wir ihn binden, um ihn zu bezwingen; und wir wollen dir jeder 1100 Sekel Silber geben. Da sprach Delila zu Simson: Tu mir doch kund, worin deine große Stärke besteht und womit du gebunden werden kannst, dass man dich bezwinge. Und Simson sprach zu ihr: Wenn man mich bände mit sieben frischen Sehnen, die nicht ausgetrocknet sind, so würde ich schwach werden und würde sein wie ein anderer Mensch. Und die Fürsten der Philister brachten sieben frische Sehnen, die nicht ausgetrocknet waren, zu ihr hinauf; und sie band ihn damit. Es saßen aber Auflaurer bei ihr im Gemach; und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da zerriss er die Sehnen, wie eine Schnur aus Werg zerreißt, wenn sie Feuer riecht; und seine Stärke wurde nicht bekannt. Da sprach Delila zu Simson: Siehe, du hast mich getäuscht und Lügen zu mir geredet. Nun tu mir doch kund, womit du gebunden werden kannst! Und er sprach zu ihr: Wenn man mich fest bände mit neuen Stricken, mit denen keine Arbeit geschehen ist, so würde ich schwach werden und würde sein wie ein anderer Mensch. Da nahm Delila neue Stricke und band ihn damit, und sie sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Es saßen aber Auflaurer im Gemach. Und er riss sie von seinen Armen wie einen Faden. Da sprach Delila zu Simson: Bisher hast du mich getäuscht und Lügen zu mir geredet. Tu mir kund, womit du gebunden werden kannst! Und er sprach zu ihr: Wenn du die sieben Flechten meines Hauptes mit dem Gewebe verwebtest. Und sie heftete sie mit dem Pflock und sprach zu ihm: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und riss den Webepflock und das Gewebe heraus. Da sprach sie zu ihm: Wie kannst du sagen: Ich habe dich lieb - und dein Herz ist doch nicht mit mir? Nun hast du mich dreimal getäuscht und mir nicht kundgetan, worin deine große Stärke besteht. Und es geschah, als sie ihn alle Tage mit ihren Worten drängte und ihn plagte, da wurde seine Seele sterbensmatt; und er tat ihr sein ganzes Herz kund und sprach zu ihr: Kein Schermesser ist auf mein Haupt gekommen, denn ein Nasir Gottes bin ich von Mutterleib an; wenn ich geschoren würde, so würde meine Stärke von mir weichen, und ich würde schwach werden und würde sein wie alle Menschen. Und als Delila sah, dass er ihr sein ganzes Herz kundgetan hatte, da sandte sie hin und rief die Fürsten der Philister und sprach: Kommt diesmal herauf, denn er hat mir sein ganzes Herz kundgetan. Und die Fürsten der Philister kamen zu ihr hinauf und brachten das Geld mit sich. Und sie ließ ihn auf ihren Knien einschlafen und rief einen Mann und ließ die sieben Flechten seines Hauptes abscheren; und sie fing an, ihn zu bezwingen, und seine Stärke wich von ihm. Und sie sprach: Philister über dir, Simson! Da wachte er auf von seinem Schlaf und dachte: Ich werde davonkommen wie die anderen Male und mich freischütteln. Er wusste aber nicht, dass der Herr von ihm gewichen war. Und die Philister griffen ihn und stachen ihm die Augen aus; und sie führten ihn nach Gaza hinab und banden ihn mit ehernen Fesseln, und er musste im Gefängnis mahlen“ (16,4-21).

«Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist, denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens.» Und: «Ebne die Bahn deines Fusses, und alle deine Wege seien gerade» (Spr 4,23.26).

Weil das Herz Simsons nicht mehr mit göttlichen Gedanken genährt wurde, schenkte er nun sein Herz und seine Zuneigung einer Frau aus dem Tal Sorek. Es war Delila, die zu den Feinden des Volkes Gottes gehörte. Die grosse Kraft Simsons war den Feinden immer noch ein Rätsel. Darum setzten sie jetzt alles daran, es zu entschlüsseln, damit sie ihn, den Störenfried, vernichten konnten.

Durch seine Liebe zu Delila verachtete Simson Gott, obwohl er Ihm angehörte. Ein Gläubiger kann nicht Gott und die Welt lieben: «Kein Hausknecht kann zwei Herren dienen; denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird einem anhangen und den anderen verachten» (Lk 16,13).

Das Geheimnis von Simson (V. 4-5)

Wenn man mit jemand ein Geheimnis teilt, so zeugt dies von grösster Vertrautheit und Verbundenheit zwischen zwei Personen. Das war es, was Simson mit Gott selbst verband.

Als er dem Drängen einer Frau nachgab, die er mit einer sündigen Liebe liebte, verriet er den Feinden sein Geheimnis und verlor dadurch seine Kraft und seinen Charakter als Nasir. Diese Preisgabe setzte seinem Dienst für Gott und sein Volk ein Ende. Kann man sich eine grössere Torheit vorstellen, als die «Tochter eines fremden Gottes» zu seiner Vertrauensperson zu machen (Mal 2,11)?

Drei Versuchungen von Delila (V. 6-16)

Delila handelte im Auftrag der Philister und für Geld. Jeder Fürst würde für die Mitteilung des Geheimnisses 1'100 Silberstücke bezahlen (V. 5.18). Darum bestürmte sie Simson dreimal, er solle ihr sein Geheimnis verraten. Aber sie bekam nur ausweichende und falsche Antworten:

  • Die sieben frischen Sehnen (V. 6-9): Simson forderte seine Feinde heraus, indem er ihnen zeigte, dass er sich stärker fühlte als sie. Allerdings merkte er nicht, dass seine Kraft im Begriff stand, ihn zu verlassen.
  • Die neuen Stricke (V. 10-12): Das war die Erinnerung an die Fesseln, von denen Gott ihn befreit hatte, nachdem die Männer von Juda ihn den Philistern ausgeliefert hatten. Die simple Erinnerung an vergangene Siege täuschte Stärke vor, hielt sie aber nicht aufrecht.
  • Die sieben Haarflechten (V. 13.14): Obwohl er sich weiterhin über Delila lustig machte, war er doch schon gefährlich nahe daran, den Schlüssel zu seinem Geheimnis preiszugeben.

Die Folgen für Simson waren Quälerei und Verdruss, bis seine Seele sterbensmatt wurde (V. 16). Welch ein Gegensatz zu unserem Heiland in der Wüste und in Gethsemane! Als wahrer Nasir überwand Jesus die Versuchungen Satans siegreich, kannte aber auch die Not und Betrübnis der Seele bis zum Tod, weil Er dem Willen seines Vaters völlig gehorsam bleiben wollte (Mt 26,38).

Simson gibt das Geheimnis preis (V. 17-21)

«Wer hat sich gegen Gott verhärtet und ist unversehrt geblieben?» (Hiob 9,4).

Nun brach die letzte Etappe des Niedergangs dieses Richters an. Als Simson Delila erklärte, er sei ein Nasir, erwähnte er nur sein langes Haar - den Ursprung seiner Kraft. Die anderen Gebote - die Enthaltsamkeit von Wein und die Absonderung von Verunreinigungen - vergass er. In der Tat zeigte sein persönlicher Lebenswandel, dass er sich weder an das eine noch an das andere gehalten hatte.

Delila liess Simson auf ihren Knien einschlafen. Das war der Schlaf einer Seele, die leichtfertig mit Gefahren spielt. Zum vierten Mal forderte sie ihn heraus: «Philister über dir, Simson!» (V. 9.12.14.20). Aber Gott und seine Kraft hatten den Richter verlassen, ohne dass er es wusste (V. 20). Es gibt kaum etwas Traurigeres als das gerechte, züchtigende Gericht Gottes, das Er an den Seinen ohne ihr Wissen ausübt, weil sich ihr Gewissen verhärtet hat.

Das ernste persönliche Beispiel Simsons wird durch den kollektiven Fall von Ephraim vervollständigt: «Fremde haben seine Kraft verzehrt, und er weiss es nicht; auch ist graues Haar auf sein Haupt gesprengt, und er weiss es nicht» (Hos 7,9). Wir wollen sowohl in unserem persönlichen Leben, als auch im Leben als Versammlung ein zartes Gewissen bewahren. Der Herr möge uns dabei helfen!

Delila entfernte sich mit dem Lohn ihres Verrats und liess einen besiegten Mann in den Händen der Philister zurück. Die letzte Stufe dieses langen Weges, der für Simson immer mehr bergab führte, war Gaza, die Festung der Feinde. Dort wurde er von seinen Feinden als Gefangener gehalten: gedemütigt, blind und ausgenutzt (V. 21). Was für eine schreckliche Situation!

Doch die Gerechtigkeit und die Barmherzigkeit Gottes konnten ihn nicht in diesem Zustand lassen.

Die Wiederherstellung Simsons und sein Ende (V. 22-31)

“Aber das Haar seines Hauptes begann wieder zu wachsen, sobald es geschoren war. Und die Fürsten der Philister versammelten sich, um ihrem Gott Dagon ein großes Schlachtopfer zu opfern und um ein Freudenfest zu feiern; denn sie sprachen: Unser Gott hat Simson, unseren Feind, in unsere Hand gegeben. Und als das Volk ihn sah, priesen sie ihren Gott; denn sie sprachen: Unser Gott hat unseren Feind in unsere Hand gegeben und den Verheerer unseres Landes und den, der viele von uns erschlug. Und es geschah, als ihr Herz fröhlich war, da sprachen sie: Ruft Simson, dass er vor uns spiele. Und sie riefen Simson aus dem Gefängnis, und er spielte vor ihnen; und sie stellten ihn zwischen die Säulen. Und Simson sprach zu dem Knaben, der ihn bei der Hand hielt: Lass mich, damit ich die Säulen betaste, auf denen das Haus ruht, und mich dagegen lehne. Das Haus war aber voll von Männern und Frauen, und alle Fürsten der Philister waren dort; und auf dem Dach waren etwa 3000 Männer und Frauen, die zusahen, wie Simson spielte. Und Simson rief zu dem Herrn und sprach: Herr, Herr, gedenke doch meiner und stärke mich doch nur diesmal, o Gott, damit ich an den Philistern eine einmalige Rache nehme für meine beiden Augen! Und Simson umfasste die beiden Mittelsäulen, auf denen das Haus ruhte, die eine mit seiner Rechten und die andere mit seiner Linken, und er stemmte sich dagegen. Und Simson sprach: Meine Seele sterbe mit den Philistern! Und er beugte sich mit aller Kraft; da fiel das Haus auf die Fürsten und auf alles Volk, das darin war; und die Toten, die er in seinem Tod tötete, waren mehr als die, die er in seinem Leben getötet hatte. Und seine Brüder und das ganze Haus seines Vaters kamen herab und hoben ihn auf; und sie gingen hinauf und begruben ihn zwischen Zorha und Eschtaol, im Grab Manoahs, seines Vaters. Er hatte aber Israel zwanzig Jahre gerichtet“ (16,22-31).

Die Geschichte Simsons endete nicht mit einer Niederlage. Im Gegenteil, sein Tod war ein glänzender Sieg (V. 30). Aber mit welch traurigen Mitteln erreichte er ihn!

Simson wird wieder ein Nasir (V. 22)

Simson war für immer blind. Genauso wird die Versammlung Gottes, wenn sie ihre Zuneigung der Welt schenkt, ihre geistliche Sicht der Dinge und ihre wahre moralische Einsicht verlieren. Aber Gott verlieh Simson aufs Neue Kraft, als seine Haare wieder zu wachsen begannen. In den demütigenden Umständen und in der harten Arbeit seiner Haft fand er wieder zum Nasir zurück.

Dort bewahrte ihn Gott vor den Begierden, die sein Leben vorher ruiniert hatten:

  • Als Blinder konnte er der Lust der Augen nicht nachgeben. Der Blick, den er einst auf ein junges Mädchen aus Timna geworfen hatte, war für immer erloschen.
  • Die ehernen Fesseln hielten ihn von den düsteren Orten fern, wo die Lust des Fleisches sich entfaltet.
  • Er musste als Gefangener mahlen. Das war eine demütigende Arbeit, verschonte ihn aber vor dem Hochmut des Lebens.

Wie gerecht und gnädig sind doch die Wege des Herrn uns gegenüber, auch wenn sie uns hart erscheinen!

Das Freudenfest der Philister und der ruhmvolle Tod Simsons (V. 23-31)

Unterdessen freuten sich die Philister an ihrem Sieg über Simson. Sie schrieben ihren Erfolg Dagon, ihrem falschen Gott, zu (V. 24). Im Lauf des Freudenfests riefen sie zu ihrer Unterhaltung sogar Simson herbei (V. 25).

Da erinnerte sich Gott an seine Herrlichkeit, die die Philister verachteten, und an Simson, seinen bedauernswerten Diener. Er konnte die Unehre, die die Feinde seines Volkes auf seinen Namen warfen, nicht ertragen. In gleicher Weise schlug Er zur Zeit Samuels die Menschen von Asdod, als die Philister die geraubte Bundeslade neben Dagon aufstellten (1. Sam 5,2-6).

Nun stand Simson zwischen den Säulen des Gebäudes den Philistern gegenüber, die sich über ihn lustig machten. Zum zweiten Mal lesen wir, dass Simson zu Gott betete (V. 28). Sein erstes Gebet am Ende seines öffentlichen Dienstes war eine Bitte um Kraft im Leben gewesen (Kap. 15,18). Sein zweites Gebet am Ende seines Lebens war nun eine Bitte um Kraft im Tod. Gott hat beide eindrücklich erhört.

Die Stellung und das Leben eines Christen sind ganz anders als die von Simson. Dennoch lehrt uns sein Beispiel eine wichtige Wahrheit. Tod und Leben gehören zusammen. Die Aussage des Apostels Paulus an die Korinther erlaubt uns, eine geistliche Anwendung zu machen: «Daher wirkt der Tod in uns, das Leben aber in euch» (2. Kor 4,12). Damit sich das Leben des Christus entfalten und im Gläubigen gesehen werden kann, muss er das Sterben Jesu am Leib umhertragen (2. Kor 4,10).

Als Simson für sich das Geheimnis der Macht des Todes über seine Feinde verstehen lernte, erreichte er das Ende seines Lebens - und vielleicht den Höhepunkt. Aber er starb mit den Philistern (V. 30).

Seine Familie begrub ihn an dem Ort, wo er seinen Dienst begonnen hatte (Kap. 13,25). Gott selbst verfasste die Grabinschrift: «Er hatte aber Israel zwanzig Jahre gerichtet» (Kap. 15,20; V. 31). Der Dienst für den Herrn und die Seinen wird nie vergessen, auch trotz der traurigen Verfehlungen der Diener.

Das Beispiel Simsons bleibt für uns eine ernste Warnung: «Liebt nicht die Welt, noch was in der Welt ist» (1. Joh 2,15). Als Glaubende müssen wir ein ganzes Leben lang wachsam sein. Wir brauchen jede Gnade und jede Kraft von Christus, damit wir unseren Glaubenslauf gut beginnen, gut fortsetzen und gut vollenden. Der Herr will es uns allen schenken!

Die bildliche Bedeutung des Todes Simsons

Das Ende der Geschichte Simsons und sein Verhältnis zur Welt offenbaren zwei prophetische Bilder: einerseits des christlichen Zeugnisses auf der Erde und anderseits des jüdischen Volkes in der Endzeit.

So wie Simson ist auch die Christenheit seit der Zeit, die durch das Sendschreiben von Pergamus dargestellt wird, mit der Welt verbunden. Das hat sie verdorben und den Rechten Gottes geschadet. In dem Moment, an dem die Welt zu triumphieren scheint, wird das unerbittliche Gericht Gottes die bekennende, jedoch abtrünnige Christenheit, sowie die politische Welt mit ihrem ganzen Ruhm in einem gemeinsamen Fall zerstören. Zuvor wird Christus jedoch die Seinen zu sich in die Herrlichkeit des Himmels aufnehmen.

Die Reichweite dieser prophetischen Unterweisung erstreckt sich auch auf das Volk Israel. Die abtrünnigen Juden werden - angeführt durch den Antichristen - böse Verbindungen mit den Nationen eingehen, besonders mit dem Römischen Reich. Dieses Verhältnis wird beide ins Verderben führen. Nur der treue Überrest wird verschont werden.

Schlussfolgerung

Barak hatte seine Feinde gefangen genommen. Simson hingegen wurde von den Philistern besiegt und fiel in ihre Hände. An die Stelle von Deboras Lied der Befreiung tritt nun die Klage von Simson, dem Gefangenen, der Gott um Rache anflehte. Welch ein Wechsel! Die Barmherzigkeit Gottes bleibt jedoch ewig bestehen.

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