Das Buch der Richter
Bleibe deinem Gott treu!

Kapitel 7,23 - 8,35

Schwierigkeiten und Fallstricke nach dem Sieg

Während des Kampfes hatten alle die gleiche Gesinnung. Aber nach dem Sieg liess die geistliche Energie nach und Unstimmigkeiten traten unter dem Volk Gottes auf, zuletzt verfiel es sogar in den Götzendienst. So ist es auch oft im christlichen Leben.

Gideon und Ephraim (7,23 - 8,3)

„Und die Männer von Israel wurden zusammengerufen, von Naphtali und von Aser und von ganz Manasse, und sie jagten Midian nach. Und Gideon sandte Boten in das ganze Gebirge Ephraim und ließ sagen: Kommt herab, Midian entgegen, und nehmt ihnen die Gewässer bis Beth-Bara und den Jordan! Da wurden alle Männer von Ephraim zusammengerufen und nahmen ihnen die Gewässer bis Beth-Bara und den Jordan. *25 Und sie fingen die zwei Fürsten von Midian, Oreb und Seeb; und sie erschlugen Oreb an dem Felsen Oreb, und Seeb erschlugen sie bei der Kelter Seeb; und sie jagten Midian nach. Und die Köpfe Orebs und Seebs brachten sie zu Gideon auf die andere Seite des Jordan. Und die Männer von Ephraim sprachen zu ihm: Was ist das für eine Sache, die du uns getan, dass du uns nicht gerufen hast, als du hinzogst, um gegen Midian zu kämpfen! Und sie zankten heftig mit ihm. Und er sprach zu ihnen: Was habe ich nun getan im Vergleich mit euch? Ist nicht die Nachlese Ephraims besser als die Weinlese Abiesers? In eure Hand hat Gott die Fürsten von Midian, Oreb und Seeb, gegeben; und was habe ich tun können im Vergleich mit euch? Da ließ ihr Zorn von ihm ab, als er dieses Wort redete“ (7,23–8,3).

Nach dem Sieg Gideons und seiner 300 treuen Gefährten schlossen sich ihnen die Männer Israels an, um Midian zu verfolgen. Glaube und Treue im Zeugnis können einen positiven Einfluss auf andere ausüben, wie wir bereits am ermutigenden Beispiel von Kaleb und seiner Familie gesehen haben. Drei Stämme (Naphtali, Aser und Manasse) nahmen also spontan an der Verfolgung Midians teil. Genau aus diesen drei Stämmen (einschliesslich Sebulon) hatten sich die 32’000 Männer zu Gideon versammelt.

Für die Männer von Ephraim bedurfte es jedoch eines besonderen Aufrufs, damit sie ihre Brüder bei der Verfolgung Midians unterstützten. Dennoch war ihre Hilfe nützlich, um den Rückzug der Feinde zu unterbinden und anschliessend das Gericht über die beiden Fürsten von Midian, Oreb (= Rabe) und Seeb (= Wolf) auszuüben. Die Wichtigkeit und prophetische Bedeutung des Siegs über diese Mächtigen Midians werden in Psalm 83,11 unterstrichen.

Aber nach dem Kampf zankte Ephraim heftig mit Gideon und zwar in einer neidischen Geisteshaltung. Dieser Hang zu einer hochmütigen Gesinnung offenbarte sich bereits zur Zeit Josuas. Im Bewusstsein seiner eigenen Wichtigkeit betrachtete sich Ephraim damals schon als ein zahlreiches Volk und wollte sein Erbteil ohne Kampf vermehren (Jos 17,14–18). Erst in der Zukunft wird Ephraim endlich von dieser schlechten Neigung befreit werden: «Der Neid Ephraims wird weichen ...; Ephraim wird Juda nicht beneiden» (Jes 11,13).

Möge der Herr uns vor den verheerenden Auswirkungen des Neids im Umgang mit unseren Glaubensgeschwistern bewahren! Der Geist der Demut ist das Mittel dazu, wovon Gideon uns ein rührendes Beispiel gibt. Er vergass sich selbst und betonte das, was Ephraim zum Sieg beigetragen hatte (Kap. 8,2.3). Auf diese Weise «wandte eine milde Antwort den Grimm ab» (Spr 15,1). Wir wollen Christus in unseren Brüdern und Schwestern sehen! Das ist das echte Heilmittel für Streitigkeiten, die leider so häufig unter Glaubenden vorkommen.

Das Beispiel Gideons ist umso lehrreicher für uns, weil Jeptha es später in einer vergleichbaren Situation nicht nachahmte. Bei ihm «erregte ein kränkendes Wort den Zorn» und 42’000 Menschen aus Ephraim starben in einer schmerzlichen Auseinandersetzung (Kap. 12,1–6).

Sukkot und Pnuel (8,4–9)

„Und Gideon kam an den Jordan; er ging hinüber, er und die dreihundert Mann, die bei ihm waren, ermattet und nachjagend. Und er sprach zu den Männern von Sukkot: Gebt doch dem Volk, das mir nachfolgt, einige Laibe Brot; denn sie sind ermattet, und ich jage den Königen von Midian, Sebach und Zalmunna, nach. Und die Obersten von Sukkot sprachen: Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, dass wir deinem Heer Brot geben sollten? Da sprach Gideon: Darum, wenn der Herr Sebach und Zalmunna in meine Hand gibt, werde ich euer Fleisch mit Dornen der Wüste und mit Stechdisteln zerdreschen! Und er zog von dort nach Pnuel hinauf und redete zu ihnen auf dieselbe Weise. Und die Männer von Pnuel antworteten ihm, wie die Männer von Sukkot geantwortet hatten. Da sprach er auch zu den Männern von Pnuel und sagte: Wenn ich in Frieden zurückkomme, so werde ich diesen Turm niederreißen!“ (8,4–9).

Andere noch schwierigere Prüfungen erwarteten Gideon und seine 300 «ermatteten und nachjagenden Männer» (V. 4). Nach dem Neid Ephraims handelte es sich jetzt um die Verachtung und Verwerfung durch zwei israelitische Städte, Sukkot und Pnuel.

Diese beiden Städte, Pnuel (wahrscheinlich ist es Pniel, das «Angesicht Gottes» bedeutet) und Sukkot (= Hütten), befanden sich nah am Fluss Jabbok auf der anderen Seite des Jordan. Sie hatten in der Geschichte des Patriarchen Jakob eine bedeutende Rolle gespielt (1. Mo 32,30; 33,17). Nun befanden sie sich im Gebiet des Stammes Gad. Anstatt die Gemeinschaft mit Gott zu suchen, trachteten die Einwohner von Pnuel nach Bündnissen mit der Welt und weigerten sich, für die Sache Israels einzustehen.

Der Christ verliert den Wesenszug des Fremdlings, wenn er in der Welt Bequemlichkeit sucht - vorgebildet durch die Bedeutung von Sukkot. Das sind die traurigen Folgen der Weltförmigkeit derer, die die himmlischen Segnungen verschmähen und ihre Herzen auf das Irdische richten. Was für eine ernste Lektion geben uns hier die Bewohner von Pnuel und Sukkot, die das verheissene Land verachteten, um ihm die Ebenen Gileads vorzuziehen!

Ihre Haltung hinderte Gideon nicht daran, die Feinde Israels weiter zu verfolgen. Das Gericht der beiden rebellischen Städte würde später folgen. Weder Erschöpfung noch Verachtung seitens falscher Brüder sollte uns die Glaubenskraft nehmen.

Die Gefangennahme von Sebach und Zalmunna (8,10–12)

„Sebach und Zalmunna waren aber in Karkor, und ihre Heere mit ihnen, etwa 15 000 Mann, alle, die übrig geblieben waren vom ganzen Lager der Söhne des Ostens; und 120 000 Mann, die das Schwert zogen, waren gefallen. Und Gideon zog den Weg zu den Zeltbewohnern hinauf, östlich von Nobach und Jogbeha; und er schlug das Lager, und das Lager war sorglos. Und Sebach und Zalmunna flohen, und er jagte ihnen nach; und er fing die beiden Könige von Midian, Sebach und Zalmunna; und das ganze Lager versetzte er in Schrecken“ (8,10–12).

Um in Karkor den Sieg zu erringen, zog Gideon «den Weg zu den Zeltbewohnern hinauf» (V. 11). Es ist der Weg des Christen. Damit der Glaubende die Welt besiegen kann, muss er seinen Charakterzug als himmlischer Fremdling bewahren. Genau das hatte Jakob einst in Sukkot vergessen, als er ein Haus für sich und Hütten für sein Vieh baute.

Schliesslich verwandelte sich die Sorglosigkeit im Lager von Midian in Schrecken. Die beiden Könige Sebach und Zalmunna wurden gefangen genommen.

Das Gericht (8,13–21)

«Die Zeit ist gekommen, dass das Gericht Gottes anfange bei dem Haus Gottes» (1. Pet 4,17). So klärte Gideon zunächst den Fall Sukkots und Pnuels - wie er es ihnen vorausgesagt hatte -, bevor er die Könige Midians tötete.

Sukkot und Pnuel (V. 13–17)

„Und Gideon, der Sohn des Joas, kehrte aus dem Kampf zurück, von der Anhöhe Heres herab. *14 Und er fing einen Jüngling von den Männern von Sukkot und befragte ihn; und dieser schrieb ihm die Obersten von Sukkot und seine Ältesten auf, 77 Mann. Und er kam zu den Männern von Sukkot und sprach: Seht hier Sebach und Zalmunna, derentwegen ihr mich verhöhnt habt, indem ihr spracht: Ist die Faust Sebachs und Zalmunnas schon in deiner Hand, dass wir deinen Männern, die ermattet sind, Brot geben sollten? Und er nahm die Ältesten der Stadt und Dornen der Wüste und Stechdisteln, und er züchtigte die Männer von Sukkot damit. Und den Turm in Pnuel riss er nieder und erschlug die Männer der Stadt“ (8,13–17).

Ein junger Mann aus Sukkot verriet die Ältesten seiner Stadt. Ihr Mund verschloss sich vor Gideon und ihr Gericht war den übrigen Menschen der Stadt eine Lehre (V. 16). Der Turm Pnuels - der Stolz der Stadt - wurde ebenfalls zerstört. Seine Bewohner kamen um. Diese schrecklichen Gerichte entsprachen dem unverzeihlichen Fehlverhalten beider Städte. Doch wir dürfen daraus nicht den Schluss ziehen, der Christ sei frei, sich selbst zu rächen. Nur Gott ist der «Gott der Vergeltung» (Jer 51,56; Röm 12,19). Dennoch ist die Versammlung dafür verantwortlich, die Heiligkeit des Hauses Gottes auf der Erde durch Ausübung von Zucht aufrechtzuerhalten (1. Kor 5,13).

Sebach und Zalmunna (V. 18–21)

Und er sprach zu Sebach und zu Zalmunna: Wie waren die Männer, die ihr bei Tabor erschlagen habt? Und sie sprachen: Wie du, so waren sie, jeder an Gestalt wie ein Königssohn. Und er sprach: Das waren meine Brüder, die Söhne meiner Mutter. So wahr der Herr lebt, wenn ihr sie am Leben gelassen hättet, so erschlüge ich euch nicht! Und er sprach zu Jeter, seinem Erstgeborenen: Steh auf, erschlage sie! Aber der Knabe zog sein Schwert nicht; denn er fürchtete sich, weil er noch ein Knabe war. Da sprachen Sebach und Zalmunna: Steh du auf und stoß uns nieder; denn wie der Mann, so seine Kraft. Und Gideon stand auf und erschlug Sebach und Zalmunna; und er nahm die Halbmonde, die an den Hälsen ihrer Kamele waren“ (8,18–21).

Gideon wandte sich nun den Königen von Midian zu, um das Gericht an ihnen auszuführen. Sie versuchten, der Strafe durch Schmeichelei zu entgehen, indem sie die Schönheit Gideons und seiner Brüder sowie seine Kraft lobten (V. 18.21). Ihre Haltung entspricht dem Wort des Psalmisten: «Ein offenes Grab ist ihr Schlund; ihre Zunge glätten sie» (Ps 5,10). Der Apostel Paulus greift diese wahre Aussage auf, um die Schuld des Menschen vor Gott aufzuzeigen (Röm 3,13). Was für eine heimtückische und gefährliche Waffe ist die Schmeichelei der Welt in der Hand Satans! Manchmal kann er sogar die schmeichelnden Worte der Glaubenden für seine Zwecke benutzen.

Stimmte es denn nicht, dass Gideon als Diener Gottes vornehme Züge besass, also «an Gestalt wie ein Königssohn war»? Der treue Christ möchte sich bei den Menschen nicht hervortun. Aber wenn er vor Gott lebt, anerkennt sogar die Welt seine moralische Würde. So hatten die Kinder Heth einst Abraham, der als Fremder bei ihnen lebte, das schöne Zeugnis ausgestellt: «Du bist ein Fürst Gottes unter uns» (1. Mo 23,4.6).

Gideon wollte den Strafvollzug seinem jungen Sohn Jeter übertragen. Doch dieser schreckte aus Angst davor zurück. War dies ein weiser Entschluss von Gideon? Nein, ein Kind muss zuerst zur Schule gehen, bevor es mit dem Schwert umgehen kann!

Als Gideon schliesslich das Gericht selbst vollstreckte, wurde sichtbar, dass er bereits aus seiner eigenen Festigkeit gefallen war (2. Pet 3,17): Er nahm sich die Halbmonde (Amulette), die sich am Hals der Kamele der midianitischen Könige befanden. Im Herzen des Richters begann der Same des Götzendienstes in dem Augenblick zu keimen, als der Sieg über die Feinde durch den Tod ihrer beiden Könige besiegelt wurde.

Das Ephod von Gideon (8,22–27)

Und die Männer von Israel sprachen zu Gideon: Herrsche über uns, sowohl du als auch dein Sohn und deines Sohnes Sohn; denn du hast uns aus der Hand Midians gerettet. Und Gideon sprach zu ihnen: Nicht ich will über euch herrschen, und nicht mein Sohn soll über euch herrschen; der Herr soll über euch herrschen. Und Gideon sprach zu ihnen: Eine Bitte will ich von euch erbitten: Gebt mir jeder die Ohrringe seiner Beute! (Denn sie hatten goldene Ohrringe, weil sie Ismaeliter waren.) Und sie sprachen: Gern wollen wir sie geben. Und sie breiteten ein Oberkleid aus und warfen jeder die Ohrringe seiner Beute darauf. Und das Gewicht der goldenen Ohrringe, die er erbeten hatte, war 1700 Sekel Gold, außer den Halbmonden und den Ohrgehängen und den Purpurkleidern, die die Könige von Midian trugen, und außer den Halsketten, die an den Hälsen ihrer Kamele waren. Und Gideon machte daraus ein Ephod und stellte es in seiner Stadt auf, in Ophra. Und ganz Israel hurte diesem dort nach; und es wurde Gideon und seinem Haus zum Fallstrick“ (8,22–27).

Nachdem die Welt Gideon geschmeichelt hatte, war er nun den schmeichelnden Worten seiner Brüder ausgesetzt. Sie baten ihn, er solle über das Volk Gottes herrschen. Gideon lehnte das Angebot für sich und seinen Sohn ab. (Abimelech würde sich später aber kaum an den Willen seines Vaters erinnern.) Wenn Gideon das Zepter der Macht angenommen hätte, wäre der HERR als einziger Herrscher in Israel verleugnet worden.

Wer heute in der Versammlung «über Besitztümer herrscht», stellt die Autorität des Herrn Jesus in Abrede (1. Pet 5,3). Das Ausüben von Macht führt unweigerlich zur Unterdrückung der Brüder. Dies geschieht, wenn das unmittelbar bevorstehende Wiederkommen Christi in Vergessenheit gerät. Das illustriert uns der böse Knecht, der in seinem Herzen dachte: «Mein Herr bleibt noch aus» und anfing, seine Mitknechte zu schlagen (Mt 24,48.49).

Gideon widerstand zwar der Gefahr der Machtergreifung, fiel aber in den Fallstrick des Götzendienstes. Er sammelte die goldenen Ohrringe der Midianiter, machte sich daraus als Andenken an seinen Sieg ein Ephod und stellte es in seiner eigenen Stadt auf. Wir erinnern uns daran, dass das Ephod das kostbarste Kleidungsstück des Hohenpriesters war. Es bestand aus wertvollen Materialien (Gold, blauem und rotem Purpur, Karmesin, gezwirntem Byssus), die alle von den Herrlichkeiten des Herrn Jesus sprechen. Dieses Ephod gehört zum Bild der hohenpriesterlichen Tätigkeit des Herrn im Himmel, der uns dort vor Gott vertritt.

Gideon hatte sehr wohl seinen ersten Altar in Ophra gebaut (Kap. 6,24). Dort hatte er im Glauben den Platz des Anbeters eingenommen. Aber welches Recht hatte er jetzt, den Dienst der Familie Aarons aus dem Stamm Levi an sich zu reissen, um Israel vor Gott zu vertreten? Sein Ephod wurde ihm und dem Volk, das er damit zum Götzendienst verleitete, zum Fallstrick. Das Zentrum des religiösen Zusammenkommens für das Volk verlegte sich so nach Ophra, obwohl die Bundeslade in Bethel und das Zelt der Zusammenkunft in Silo war (Kap. 20,27; 21,19).

Getrennt von Gott wird das Andenken an die Befreiungen zum Götzen. So verhielt es sich auch mit der kupfernen Schlange, die Gott einst zur Rettung von den Schlangenbissen gegeben hatte (4. Mo 21,9). Die Israeliten brachten dieser Schlange Weihrauch dar, so dass Hiskia sie 700 Jahre später zertrümmerte (2.Kö 18,4). Die Christenheit ist dieser Gefahr nicht entgangen: Wenn die Kraft der Gottseligkeit durch äussere Formen ersetzt wird, kann alles zum Götzen werden, sogar das Kreuz Christi.

Das Ende Gideons und das Verhalten Israels (8,28–35)

„So wurde Midian vor den Kindern Israel gebeugt, und es hob sein Haupt nicht mehr empor. Und das Land hatte in den Tagen Gideons vierzig Jahre Ruhe. Und Jerub-Baal, der Sohn des Joas, ging hin und wohnte in seinem Haus. Und Gideon hatte siebzig Söhne, die aus seiner Lende hervorgegangen waren; denn er hatte viele Frauen. Und seine Nebenfrau, die in Sichem war, auch sie gebar ihm einen Sohn; und er gab ihm den Namen Abimelech. Und Gideon, der Sohn des Joas, starb in gutem Alter; und er wurde begraben im Grab seines Vaters Joas, in Ophra der Abieseriter. Und es geschah, als Gideon gestorben war, da wandten sich die Kinder Israel wieder ab und hurten den Baalim nach und machten sich Baal-Berit zum Gott. Und die Kinder Israel gedachten nicht des Herrn, ihres Gottes, der sie errettet hatte aus der Hand aller ihrer Feinde ringsum. Und sie erwiesen keine Güte an dem Haus Jerub-Baal-Gideons, nach all dem Guten, das er an Israel getan hatte“ (8,28–35).

Trotzdem blieb Gott treu: Midian war geschlagen und Israel erfuhr 40 Jahre Ruhe (V. 28), während Gideon inmitten seiner grossen Familie ein gutes Alter erreichte (V. 32).

Leider wandten sich die Israeliten nach dem Tod Gideons erneut vom HERRN, dem wahren Gott, ab. Sie machten sich einen falschen Gott: Baal-Berit (= Herr des Bundes), einen Dämon. In grosser Undankbarkeit vergassen sie sogar Gideon und all das Gute, das er für das Volk getan hatte.

Würde Gott sich mitten in diesem Ruin unbezeugt lassen? Nein! Nach der düsteren Zwischenzeit Abimelechs (Kap. 9) würde Er sich erneut seines Volkes annehmen (Kap. 10,16) und ihm einen neuen Richter zur Befreiung senden.

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