Das Buch des Propheten Jeremia

Kapitel 47

2. Die Philister

Erinnerung an ihre Beziehungen zu Israel

Die Philister, Nachkommen von Cham (1. Mo 10,14), waren von der Insel Kaphtor – Zypern – ausgegangen, um den westlichen Teil des Landes Kanaan zu bevölkern, den der HERR Israel gegeben hat. Sie wurden von den Tyrern unterstützt, die sich in der Region von Tyrus und Sidon niedergelassen hatten. Schon seit der Zeit der Patriarchen hatten sie mit Abraham und Isaak gestritten, um ihre Besitztümer zu beanspruchen. Zur Zeit Josuas hing ihr Bezirk von fünf Fürstenstädten ab 26. Sie haben den Stämmen Israels mit gewissem Erfolg widerstanden, die nicht die notwendige Glaubensenergie gehabt haben, um sie zu enteignen. Sie sind niemals zerstört worden, wie der HERR es im Blick auf alle Bewohner des Landes angeordnet hatte, und sind nie wirklich unterworfen worden, als nur unter der Herrschaft Davids und Salomos.

Die Philister sind für uns ein Bild 27 derer, die vorgeben, Kinder Gottes zu sein und ohne Recht einen Platz unter ihnen einnehmen. Tatsächlich sind sie Feinde des Volkes Gottes und der Wahrheit. Sie werden ein strenges Gericht erhalten.

Das Gericht

„Das Wort des HERRN, das an Jeremia, den Propheten, erging über die Philister, ehe der Pharao Gaza schlug. So spricht der HERR: Siehe, Wasser steigen herauf von Norden her und werden zu einem überschwemmenden Wildbach; und sie überschwemmen das Land und seine Fülle, die Städte und ihre Bewohner. Und es schreien die Menschen, und alle Bewohner des Landes heulen vor dem Schall des Stampfens der Hufe seiner starken Pferde, vor dem Getöse seiner Wagen, dem Gerassel seiner Räder – Väter sehen sich nicht um nach den Söhnen vor Erschlaffung der Hände –, wegen des Tages, der da kommt, um alle Philister zu zerstören und für Tyrus und Sidon jeden Hilfe bringenden Überrest zu vertilgen. Denn der HERR zerstört die Philister, den Überrest der Insel Kaphtor. Kahlheit ist über Gaza gekommen, vernichtet ist Askalon, der Überrest ihres Tals. Wie lange willst du dich ritzen? Wehe! Schwert des HERRN, wie lange willst du nicht rasten? Fahre zurück in deine Scheide, halte dich ruhig und still! Wie sollte es rasten, da doch der HERR ihm geboten hat? Gegen Askalon und gegen das Gestade des Meeres, dorthin hat er es bestellt.“ (Jer 47,1–7)

Das Gericht wird von dem Herrn lange vor seinem Eintreffen angekündigt, bevor der Pharao Gaza im Süden schlägt, während die eigentliche Zerstörung, wie für alle diese Nationen, vom Norden kommen wird mittels des tobenden Heeres Nebukadnezars.

Keinerlei Regung des Herzens wird bei diesem plötzlich geschwächten und allen Schutzes beraubten Volk stattfinden. Ihre traditionellen Verbündeten, Tyrus und Sidon, werden selbst geschlagen. Umsonst werden sie ihre Götzen anrufen. Es ist der HERR, der sie durch Nebukadnezar zerstört.

Jeremia ist ergriffen angesichts einer solchen Zerstörung und ruft aus: „Wehe! Schwert des HERRN, wie lange willst du nicht rasten?“ Es ist eine schreckliche Sache, die Auswirkungen des Gerichts Gottes erkennen, selbst wenn es die Feinde des Volkes Gottes betrifft. Aber nichts kann es aufhalten, wenn Gott es befohlen hat.

Fußnoten

  • 26 Vier Städte der Philister (Astod, Askalon, Gat und Gaza) befanden sich auf dem Gebiet, welches Juda zugeteilt war, und eine (Ekron) auf der Grenze der Territorien von Juda und Dan (Jos 13,3; 15,46.47; 19,4). Diese Städte waren nur teilweise und zeitweise erobert worden (Ri 1,18). Die Macht der Philister hat sich besonders am Ende der Zeitepoche der Richter unter Beweis gestellt. Aufgrund des Verfalls des Priestertums, der sich in den Söhnen Elis zeigte, hat Gott es zugelassen, dass sie über Israel siegten und die Bundeslade erbeuteten. Aber er hat die Philister schließlich durch große Plagen gezwungen, sie nach Israel zurückzusenden (1. Sam 4–6). Trotz des Triumphes Davids über den Riesen Goliath, ist Saul durch die Philister besiegt und getötet worden.
  • 27 Man kann hier auch ein Bild des Fleisches sehen, das in dem Glaubenden wohnt und welches unter das Urteil des Todes gestellt werden muss. Es sucht immer wieder seine Ansprüche geltend zu machen und den Glaubenden daran zu hindern, sich seines himmlischen Besitzes zu erfreuen.
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