Vorträge von H.L.Heijkoop 1968-1973 (Zukunft/Versammlung)

Was sagt die Bibel über die Versammlung? (9)

2. Mose 35

„Und Mose versammelte die ganze Gemeinde der Kinder Israel und sprach zu ihnen: Dies sind die Worte, die Jehova geboten hat, sie zu tun: Sechs Tage soll man Arbeit tun, aber am siebenten Tage soll euch ein heiliger Tag sein, ein Sabbath der Ruhe dem Jehova; wer irgend an ihm eine Arbeit tut, soll getötet werden. Ihr sollt am Tage des Sabbaths kein Feuer anzünden in allen euren Wohnungen.

Und Mose sprach zu der ganzen Gemeinde der Kinder Israel und sagte: Dies ist das Wort, das Jehova geboten hat, indem er sprach: Nehmet von euch ein Hebopfer für Jehova; jeder, der willigen Herzens ist, soll es bringen, das Hebopfer Jehovas: Gold und Silber und Erz, und blauen Purpur und roten Purpur und Karmesin und Byssus und Ziegenhaar, und rotgefärbte Widderfelle und Dachsfelle, und Akazienholz, und Öl zum Licht und Gewürze zum Salböl und zum wohlriechenden Rauchwerk, und Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod und für das Brustschild. Und alle, die weisen Herzens sind unter euch, sollen kommen und alles machen, was Jehova geboten hat: die Wohnung, ihr Zelt und ihre Decke, ihre Klammern und ihre Bretter, ihre Riegel, ihre Säulen und ihre Füße; die Lade und ihre Stangen, den Deckel und den Scheide-Vorhang; den Tisch und seine Stangen und alle seine Geräte und die Schaubrote; und den Leuchter zum Licht und seine Geräte und seine Lampen und das Öl zum Licht; und den Rauchaltar und seine Stangen und das Salböl und das wohlriechende Rauchwerk; und den Eingangs-Vorhang für den Eingang der Wohnung; den Brandopferaltar und das eherne Gitter an demselben, seine Stangen und alle seine Geräte; das Becken und sein Gestell; die Umhänge des Vorhofs; die Pflöcke der Wohnung und die Pflöcke des Vorhofs und ihre Seile; die Dienstkleider zum Dienst im Heiligtum, die heiligen Kleider für Aaron, den Priester, und die Kleider seiner Söhne, um den Priesterdienst auszuüben.

Und die ganze Gemeinde der Kinder Israel ging von Mose hinweg. Und sie kamen, ein jeder, den sein Herz trieb; und ein jeder, der willigen Geistes war, brachte das Hebopfer Jehovas für das Werk des Zeltes der Zusammenkunft und für all seine Arbeit und für die heiligen Kleider. Und die Männer kamen mit den Weibern; ein jeder, der willigen Herzens war brachte Nasenringe und Ohrringe und Fingerringe und Spangen, allerlei goldene Geräte; und jeder, der ein Webopfer an Gold dem Jehova webte. Und ein jeder, bei dem sich blauer und roter Purpur fand und Karmesin und Byssus und Ziegenhaar und rotgefärbte Widderfelle und Dachsfelle, brachte es. Jeder, der ein Hebopfer an Silber und Erz hob, brachte das Hebopfer Jehovas; und jeder, bei dem sich Akazienholz fand zu allerlei Werk der Arbeit, brachte es. Und alle Weiber, die weisen Herzens waren, spannen mit ihren Händen und brachten das Gespinst: den blauen und den roten Purpur, den Karmesin und den Byssus. Und alle verständigen Weiber, die ihr Herz trieb, spannen das Ziegenhaar. Und die Fürsten brachten Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod und für das Brustschild, und das Gewürz und das Öl zum Licht und zum Salböl und zum wohlriechenden Rauchwerk. Die Kinder Israel, alle Männer und Weiber, die willigen Herzens waren, um zu all dem Werke zu bringen, das Jehova durch Mose zu machen geboten hatte, brachten eine freiwillige Gabe dem Jehova.

Und Mose sprach zu den Kindern Israel: Sehet, Jehova hat Bezaleel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamme Juda, mit Namen berufen und hat ihn mit dem Geiste Gottes erfüllt, in Weisheit, in Verstand und in Kenntnis und in jeglichem Werke; und zwar um Künstliches zu ersinnen, zu arbeiten in Gold und in Silber und in Erz, und im Schneiden von Steinen zum Einsetzen und im Holzschneiden, um zu arbeiten in jeglichem Kunstwerk; und zu unterweisen hat er ihm ins Herz gelegt, ihm und Oholiab, dem Sohne Achisamaks, vom Stamme Dan. Er hat sie mit Weisheit des Herzens erfüllt, um zu machen jegliches Werk des Künstlers und des Kunstwebers und des Buntwirkers, in blauem und rotem Purpur und Karmesin und Byssus, und des Webers; derer, die allerlei Werk machen und Künstliches ersinnen.

Und Bezaleel und Oholiab und alle Männer, die weisen Herzens waren, in welche Jehova Weisheit und Verstand gelegt hatte, damit sie alles Werk der Arbeit des Heiligtums zu machen wüssten, taten nach allem was Jehova geboten hatte.“

Wir haben in unserem Lied gesungen, dass der Herr jede Not kennt und dass Er uns alles geben will, was wir brauchen. Ich dachte dann an den Abschnitt, den wir gelesen haben und in dem wir etwas von der wunderbaren Art und Weise sehen, auf die der Herr uns in allem helfen will. Das Herrliche dabei ist, dass Er dazu Menschen gebrauchen möchte. Nein, Er ist nicht auf sie angewiesen; Er kann alles allein tun, ohne sie – und wer sich selbst ein wenig kennen gelernt hat, der weiß nur zu gut, dass im Grunde alles nur von Ihm kommt, dass Er es wirken muss. Alles, was ein Mensch aus sich selbst heraus tut, ist für das geistliche Leben nicht zum wirklichen Nutzen, sondern bloß zum Schaden. Der Herr aber möchte die Seinen gebrauchen, jeden einzelnen. Das sehen wir hier in dem eben gelesenen Kapitel, in 2. Mose 35.

Ein Bruder erzählte mir diese Woche, dass ein anderer Bruder ihn gefragt habe, ob er überall, wo er diene, die Geschwister und ihre Umstände kenne, so dass er wissen könnte, was sie nötig haben. Der Bruder hat etwa folgendermaßen geantwortet: „Ich weiß sogar von denen, die ich überhaupt nicht kenne, was sie brauchen, denn sie brauchen alle den HERRN JESUS. Wenn ich den Herrn Jesus bringe, dann erhalten sie das, was sie für ihre Herzen nötig haben.“ Wenn wir uns unter die Leitung und die Zucht des Heiligen Geistes stellen, dann wird Er geben, was die Gläubigen gerade brauchen. Vielleicht wissen sie selber nicht einmal, was es ist, aber Gott der Heilige Geist weiß es.

Hier in 2. Mose 35 sehen wir, wie der Herr uns gebrauchen möchte, uns alle, Brüder und Schwestern, um allen Nöten zu begegnen, die es unter den Gläubigen gibt, und jeden Dienst zu versehen, der notwendig ist in der Versammlung Gottes – kurz, um alles darzureichen, was die Seinen brauchen. Um das zu sehen, müssen wir den Zusammenhang kennen, in dem dieses Kapitel steht. Ich möchte jetzt nicht über Kapitel 32 sprechen, wo wir lesen, wie die Kinder Israel das goldene Kalb machten. Es zeigt, was Menschen in sich selbst sind, was auch wir in uns selbst sind – denn es war ja das Volk Gottes, das das goldene Kalb gemacht hatte! Als Gläubige sind wir in uns selbst nicht besser als Ungläubige. Wir sind von uns aus ebensolche Toren und ebenso geneigt, von dem Herrn abzufallen, wie es Ungläubige sind. Nur das, was der Herr in uns gewirkt hat, ist besser. Unser Fleisch ist böse und verdorben. Aber dann sehen wir anschließend auch, wie der Herr zu Mose kommt und wie Er in Kapitel 34 Selbst den Grund legt, auf dem wir in Seinem Dienst nützlich sein können. Als Mose Ihn bittet: „Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen!“, da sagt Gott gleichsam: „Meine Herrlichkeit kann kein Mensch sehen. Ich muss erst vorübergehen, und dann erst kannst du sie sehen“ (2. Mo 33,18–23). Das ist die Art und Weise, wie Gott wirkt. Wer könnte verstehen, was Gott tut, bevor Er es durchgeführt hat? Wer hätte, bevor der Herr Jesus auf die Erde kam, als das Kreuz noch nicht da war, verstehen können, wie Gott Menschen retten wollte, die Seine Feinde waren und von denen 1. Mose 6 sagt: „Es reute Jehova, dass er den Menschen auf der Erde gemacht hatte, und es schmerzte ihn in sein Herz hinein“ (V. 6)? Wer hätte begreifen können, dass Er sie dadurch retten wollte, dass Sein Sohn, der Schöpfer des Himmels und der Erde, Mensch wurde, als kleines Kindlein geboren wurde, dann dreiunddreißig Jahre auf der Erde lebte, um schließlich ans Kreuz zu gehen und dort anstelle dieser sündigen Geschöpfe zu sterben – und zwar durch die Hand dieser Geschöpfe, was ihre Verantwortlichkeit betrifft? Wer hätte begreifen können, dass Er sie auf diese Weise retten wollte, nicht nur, um sie wieder in die Stellung zurückzubringen, die sie verloren hatten, als sie sündigten, sondern um ihnen einen Platz hoch über den Engeln zu geben, ja, sie dem Bilde Seines Sohnes gleichförmig zu machen, so dass dieser Sein Sohn der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern! Römer 8,29 sagt, dass dies alles der Plan Gottes war. Wir, die wir am Kreuz sehen, auf welche Weise Gott das ermöglicht hat, wie Er diesen Weg gegangen ist, können nur staunen, bewundern und anbeten; und in der Kraft des Heiligen Geistes können wir verstehen, wie Gott es getan hat, wenn die Tiefe von alledem uns auch sprachlos macht. Epheser 3 sagt, dass die Engel die mannigfaltige Weisheit Gottes erst kennen lernen in der Versammlung. Sie haben gejubelt und gejauchzt, als die Erde geschaffen wurde. Aber die wunderbare Weisheit Gottes, die sie in der Schöpfung gesehen haben (Hiob 38), ist klein im Vergleich zu Seinen Ratschlüssen und Wegen bei der Bildung der Versammlung und im Vergleich mit der Stellung, die Er ihr gibt. Vor dem Kreuz konnte das keiner ahnen. Und auch wir können alles das nur deshalb begreifen, weil Gott es uns geoffenbart hat, und weil außerdem der Heilige Geist in uns, die wir dem Evangelium geglaubt haben, wohnt. Nachdem Gott uns zuerst gezeigt hat, was Er an Gaben für uns in Seinem Herzen hatte, können wir die Herrlichkeit des Herrn sehen. Das finden wir auch bei Mose (Mose ist ein Bild des Herrn Jesus als der große Lehrer, der das Wort Gottes mit Autorität spricht, so wie Heb 3 sagt, wo der Herr der Apostel unseres Bekenntnisses genannt wird). Mose war vierzig Tage und vierzig Nächte in der Gegenwart Gottes gewesen; danach spiegelte er die Herrlichkeit Gottes wider, die Haut seines Angesichts strahlte. Als das Werk am Kreuz noch nicht vollbracht war, konnte das Volk Israel die Herrlichkeit Gottes nicht ertragen. Aber 2. Korinther 3,18 sagt uns, dass wir jetzt mit aufgedecktem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen können und dass, wenn wir Ihn und Seine Herrlichkeit betrachten, wir moralisch Ihm gleichförmig werden. Es ist wunderbar, den Herrn in Seinem Leben auf Erden zu sehen. Das ist das Manna, die Speise, die Gott uns gibt für unser Leben hier auf der Erde, damit wir in moralischer Hinsicht in unserem Leben Ihm gleichförmiger werden – als Vorbereitung jetzt schon für den Himmel. Er zeigt uns aber auch jetzt schon den Herrn Jesus in Seiner Herrlichkeit, weil wir im Himmel in der Herrlichkeit sein werden, nicht mehr in dieser Welt und also nicht mehr in dieser Wüste, so dass wir dann das Manna nicht mehr brauchen. Wir sehen Ihn jetzt schon, sagt Hebräer 2, mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt, und Stephanus sieht in Apostelgeschichte 7 die Himmel geöffnet und den Sohn des Menschen zur Rechten Gottes. So können auch wir Ihn sehen. Das Anschauen der Herrlichkeit des Herrn Jesus ist die Grundbedingung für das, was wir in 2. Mose 35 finden. In Kapitel 34 sehen wir im Bilde unser Verhältnis zu dem verherrlichten Herrn Jesus im Himmel, oder anders gesagt: wir sehen dort im Bild die Stellung, in die wir gebracht worden sind. Das Volk sah Moses Herrlichkeit. Ihre Augen waren auf ihn gerichtet. Wenn unsere Augen, die Augen eines jeden Gläubigen, jedes Bruders und jeder Schwester, auf den Herrn Jesus in Seiner Herrlichkeit gerichtet sind, dann können wir den wunderbaren Dienst ausführen, von dem in Kapitel 35 die Rede ist.

Bevor jedoch die Anweisungen kommen, die Mose – und wir können, wenn wir das Bild übertragen, sagen: der Herr Jesus – dafür gibt, lesen wir in den ersten Versen des Kapitels, dass man sechs Tage arbeiten soll, dass aber am siebenten Tag ein heiliger Tag sein soll, ein Sabbath der Ruhe. Wenn man den Zusammenhang nicht sieht, fragt man sich: Warum steht das hier schon wieder? Denn dasselbe Sabbathgebot findet sich bereits in Kap. 31,13–17, in Kap. 34,21 und an vielen anderen Stellen! Wenn man aber den Zusammenhang begreift, erhält dieses Gebot an dieser Stelle eine wunderschöne Bedeutung.

Der Herr will, dass unsere Gedanken immer auf die Zukunft gerichtet sind. Er macht es uns immer wieder klar und will, dass wir immer wieder daran denken: Arbeit und Kampf dauern nur sechs Tage. Nur so lange wir hier auf der Erde sind, gibt es für uns Kampf und Mühe; danach kommt die Ruhe. Zwischen Gott und uns besteht kein Kampf mehr. Wir haben Frieden mit Gott. Auch die praktische Ruhe des Herzens in den Umständen des Lebens erfahren wir, wenn wir uns dessen bewusst sind, dass der Herr, dem alle Macht gegeben ist im Himmel und auf Erden, mit uns ist. Wenn ich mir das klarmache, bin ich um nichts mehr besorgt, denn ich weiß, dass alle Umstände in dieser Welt in Seiner Hand sind. Der Herr sagt in Matthäus 28: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.“ Im Bild von 2. Mose 4 sehen wir Mose, wie er den Stab, das Zeichen der Macht über die ganze Welt, aus seiner Hand auf die Erde wirft, und da wird er zu einer Schlange, dem Bild der satanischen Macht. Aber sofort, als Mose seine Hand ausstreckt, um die Schlange wieder zu greifen, wird die Schlange wieder zu einem Stab. Die Macht ist wieder in seiner Hand. Wir erkennen daran, dass nichts geschehen kann auf Erden, das Er nicht gutheißt für uns. Wenn ein Krieg nicht gut ist für mich, dann wird es keinen Krieg geben. Denn Kriege können nur kommen, wenn Er es gutheißt. Wenn eine Hungersnot nicht gut ist für mich, dann wird es keine Hungersnot geben. Alle Dinge sind in Seiner Hand. Wenn ich mir das in meinem Herzen klarmache, dann habe ich in allen Umständen des Lebens Ruhe des Herzens. Trotzdem bin ich aber im Kampf und in der Wüste, wo ich zu arbeiten habe. Da kommen die Angriffe des Feindes, der uns persönlich und auch das Zeugnis, das Haus Gottes, verderben will.

Der Herr möchte jedoch, dass wir uns dessen bewusst sind, dass das nicht immer so bleibt; dass bald die Zeit kommt, wo wir in die Ruhe eingehen werden, die für das Volk Gottes bereit ist. Es dauert nicht mehr lange, bis dieser Augenblick da ist. Wenn der Herr kommt, um uns heimzuholen, endet die Wüstenzeit mit allen Nöten, und der Kampf und alle Arbeit hören dann auf.

Im Himmel kann man nicht mehr für das Wohl der Versammlung arbeiten. Im Himmel verkündigen wir kein Evangelium mehr, denn dort sind nur Errettete. Im Himmel gibt es keine Sünde, die uns quält und die Kampf bringt. Hier auf der Erde gibt es immer wieder Kämpfe, die wir gegen die Sünde führen müssen, wenn wir auch nicht gegen die Sünde in uns zu kämpfen haben. Im Himmel aber können wir alles genießen, was das Teil des allein seligen Gottes ist.

Gott hat uns an den Platz Seines Sohnes versetzt, so dass wir gesegnet sind mit allen geistlichen Segnungen in den himmlischen Örtern. Der Vater – und der Herr – möchte, dass wir immer daran denken, dass der Kampf nur kurze Zeit dauern wird und dass dann die Ruhe kommt, so dass wir auch die Umstände und die Arbeit hier auf Erden in diesem Lichte sehen, im Lichte der Ewigkeit; dass unsere Gedanken mit der Ewigkeit beschäftigt sind und wir wissen, dass alles, was uns hier beschwert, nur kurze Zeit dauert.

Wenn wir also, wie gesagt, Frieden mit Gott haben, außerdem die praktische Ruhe im Hinblick auf die Umstände, indem wir wissen, dass alle Dinge in der Hand unseres Vaters und des Herrn Jesus liegen, und wenn unsere Augen auf den verherrlichten Herrn im Himmel gerichtet sind, und wir Seine Herrlichkeit anschauen; wenn wir uns außerdem dessen bewusst sind, dass wir bald bei Ihm sein werden, und wir deshalb alles hier auf Erden als nur eine kurze Zeit bestehend betrachten – wenn das alles so ist, dann sind wir in einem Zustand, in dem der Herr uns diese Dinge mitteilen kann, die wir in 2. Mose 35 von Vers 4 an gelesen haben.

Vorher wird gesagt, dass wir im Hinblick auf diese dreifache Ruhe – Frieden mit Gott, die praktische Ruhe im Hinblick auf die Umstände und schließlich die Ruhe, die bald für alle Ewigkeit kommt – dass wir im Hinblick also auf diese dreifache Ruhe keine Arbeit tun sollen. Er hat alles getan, was dafür nötig war. Wir selbst sollen überhaupt nicht arbeiten, sondern wir sollen uns Ihm lediglich als Werkzeuge zur Verfügung stellen. Auch in diesem Dienst ist es wahr: „Ihr sollt am Tage des Sabbaths kein Feuer anzünden in allen euren Wohnungen.“ Es kann nämlich auch so sein, dass wir selbst einen Dienst für den Herrn tun wollen. Wir können einen bestimmten Platz einnehmen in der Mitte der Gläubigen und versuchen, aufzuerbauen – vielleicht aus wirklichem Interesse für das Zeugnis des Herrn –, aber das ist dann Feuer, das wir angezündet haben, menschliches Feuer, natürliche Energie. Das ist eine große Gefahr. Gott will das nicht. Der Herr Jesus möchte – und wir können auch sagen: der Vater möchte – uns in Seinem Dienst gebrauchen. Das ist der normale Zustand. Der Leib ist ja zusammengesetzt aus Gliedern, von denen jedes seinen Platz am Leibe und seine eigene Funktion hat, und wenn eines seinen Dienst nicht ausübt, dann leidet der ganze Körper Mangel. Aber dieser Dienst kann nur auf geistliche Weise geschehen, durch die Kraft des Heiligen Geistes und in Abhängigkeit von dem Herrn. Das Haupt muss alles regieren, alles steuern, und das kann nur geschehen in der Kraft des Heiligen Geistes. Kein menschliches Feuer darf da gefunden werden.

Aber wenn das für unsere Herzen klar ist, wenn wir die Ruhe genießen und uns dessen bewusst sind, dass das Fleisch oder die Natur nichts zu tun haben in dem Dienst des Herrn, dann kommen diese wunderbaren Dinge, von denen wir im Anschluss an Vers 4 gelesen haben. Dann ist es – vorbildlich gesprochen – der Herr Jesus, der uns hier zuruft: „Nehmet von euch ein Hebopfer für Jehova!“ Dann sagt uns der Herr: Bringt mir, was ich gebrauchen kann, um die Versammlung, das Haus Gottes, aufzuerbauen – und sogar, wie wir gelesen haben, um den Priesterdienst auszuüben! Ist es nicht eine wunderbare Tatsache, dass der Herr uns dazu gebrauchen will und uns aufruft, Ihm in dem Dienst zu helfen und Ihm das zu bringen, was Er gebrauchen kann für die Auferbauung der Versammlung und für den ganzen Dienst, sogar für den Priesterdienst, den Er dort im Himmel ausübt?

„Nehmet von euch ein Hebopfer für Jehova; jeder, der willigen Herzens ist, soll es bringen, das Hebopfer Jehovas“ (Vers 5).

Das Hebopfer ist etwas, das man hochhebt zu Gott hin. Es spricht von der inneren Kraft unserer Gefühle, von unserer Hingabe an Gott. Der Herr Jesus appelliert an unsere Liebe, an unsere Hingabe an Ihn. Was sollen wir bringen? Er möchte alle Materialien, die nötig sind und die Er gebrauchen will, um das Haus Gottes zu bauen – um die Stiftshütte zu bauen, die ein Bild der Versammlung als das Haus Gottes ist. Und wenn unsere Herzen willig sind, etwas für Ihn zu tun, dann bringen wir das, was wir in Ihm besitzen, damit Er in unseren Herzen eine Antwort findet auf Seine Liebe, auf alles, was Er für uns getan hat. Heute Morgen haben wir etwas von dem Preis gesehen, den Er für unsere Erlösung bezahlt hat. Was für ein Preis war es! Wie schrecklich war das – in Psalm 69 und in Psalm 22 lesen wir davon –, als Er unsere Sünden an Seinem Leibe tragen musste, all die Milliarden Sünden, und als Er für uns zur Sünde gemacht wurde, so, als ob Er die Ursache, die Quelle sei, aus der alle unsere sündigen Taten entsprangen, und als Er dann das Gericht Gottes darüber tragen musste! Die Menschen verwarfen Ihn und sagten: „Gehe dorthin zurück, woher du gekommen bist; wir wollen dich nicht!“ Sie erhöhten Ihn von dieser Erde, wie Er selbst in Johannes 3, 14 und 12, 32 sagt. Der Himmel schloss sich über Ihm. Zwischen Himmel und Erde hing der Herr Jesus allein im Weltall. Da musste Er das Gericht Gottes über unsere Sünden tragen. Wir haben etwas davon gehört, wie Er da klagt: „Ich bin versunken in tiefen Schlamm“ (Ps 69); wie Er ruft: „Meine Ungerechtigkeiten haben mich erreicht“ (Ps 40) und „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Ps 22) und alles das, was die weiteren Verse von Psalm 22 sagen. Können wir an den Preis denken, den Er für unsere Erlösung bezahlt hat, ohne dass wir in unseren Herzen den Wunsch haben, auf diese Liebe eine Antwort zu geben, damit Er in unseren Herzen, in unserem Leben etwas findet, was Sein Herz befriedigt, weil Er sieht, dass wir das, was wir von Ihm bekommen haben, schätzen, und dass wir Ihn lieben und darum aus Liebe zu Ihm etwas für Ihn tun wollen? An diesen Wunsch appelliert der Herr. Zwar hat Er ein Recht auf uns. Schon als Schöpfer hat Er ein Recht darauf, dass wir Ihm dienen. In 5. Mose 6 steht, dass Er, der Schöpfer, fordert, dass jeder Mensch Ihn liebt mit seinem ganzen Herzen, mit seiner ganzen Seele, ja, mit allen seinen Fähigkeiten. Kolosser 1,16 sagt uns, dass der Herr Jesus der Schöpfer aller Dinge ist, dass Er alles geschaffen hat aus Seiner eigenen Kraft, dass Er es persönlich getan hat und dass Er es getan hat für Sich selbst, so dass die ganze Schöpfung – auch wir – geschaffen worden ist, damit sie Ihm diene. Ein Gerät kommt erst zu seiner Geltung, wenn es zu dem Zweck, zu dem es gemacht wurde, gebraucht wird. Der Mensch ist erschaffen worden, damit er Ihm dient, und vollkommene Befriedigung kann ein Mensch – auch der Gläubige – nur dann finden, wenn er sich ganz dem Herrn hingibt und sich Ihm weiht. – Aber welch ein Recht auf uns hat der Herr erworben durch Sein Sterben am Kreuz! Oh, wir sind Sein Eigentum, wir sind mit einem Preis erkauft worden, sagt 1. Korinther 6; „so verherrlicht nun Gott in eurem Leibe!“ Der Herr hat ein Recht darauf, dass wir Ihm dienen, aber Er möchte nicht, dass wir es nur aus Pflichtgefühl tun. Er möchte die Liebe unserer Herzen. Er liebt uns, Er hat uns nicht aus Pflichtgefühl errettet. Das war für Ihn keine Pflicht. Alles, was Er tat, tat Er freiwillig, weil Er uns liebte. Er liebt uns, Er liebt den Vater. Er ist „der Sohn Gottes, der mich geliebt und der sich selbst für mich hingegeben hat.“ Und uns allen zusammen sagt Gottes Wort, dass Er „die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat“. So möchte Er gerne auch eine Antwort der Liebe in unserem Herzen und in unserem Leben finden, daran appelliert Er. Er sucht unsere Herzen warm zu machen, und forscht, ob darin etwas für Ihn ist als Antwort auf Seine Liebe. Denn das allein kann Sein Herz befriedigen. Wir sehen das in diesem Kapitel.

Wir erfahren hier aber auch, was wir bringen können, insbesondere, was wir in der Mitte der Gläubigen bringen können, in der Versammlung; denn sie ist der große Gegenstand Seiner Liebe. Wenn wir die vorhergehenden Kapitel kennen, in denen über die Stiftshütte (Kapitel 25–27 und 30) und über die Priesterkleidung (Kapitel 28) geredet wird, dann wissen wir, dass sowohl die Geräte der Stiftshütte als auch die Materialien, aus denen die Stiftshütte gemacht wurde, größtenteils ein Bild sind von dem Herrn Jesus als dem wahrhaftigen Menschen, der doch wahrhaftig Gott war, und von Seinem Werk am Kreuz und Seinem Dienst jetzt. Die materiellen Dinge dort haben alle eine geistliche Bedeutung (Heb 9,23). Und nun ruft hier Mose dem Volk zu, dass sie diese Dinge bringen sollen, geistliche Reichtümer, geistliche Materialien, damit Er sie gebrauchen kann. Alles, um was Er hier bittet, ist für das Haus Gottes bestimmt und für das, was im Hause Gottes geschieht, ja sogar für die Dienstkleider zum Dienst im Heiligtum: für die heiligen Kleider Aarons, des Priesters, und für die Kleider seiner Söhne. Diese Kleider sind zum Ausüben des Priesterdienstes notwendig.

Der Priesterdienst, den wir im Hebräerbrief finden – im Hebräerbrief sehen wir den Herrn Jesus als den großen Priester im Himmel, der immerdar lebt, um Sich bei Gott für uns zu verwenden, damit wir Gnade finden zur rechtzeitigen Hilfe – der Priesterdienst im Hebräerbrief also ist der Dienst, den Er im Himmel ausübt, um uns hier auf der Erde zu unterstützen, damit wir nicht sündigen.

Was das Bild hier im Alten Testament betrifft, so schließt es auch das ein, was wir in 1. Johannes 2 finden, nämlich den Dienst des Fürsprechers. Wenn wir gesündigt haben, haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, jemanden, der uns zurückbringt, damit wir zur Erkenntnis dessen kommen, was wir getan haben, und damit wir uns im Selbstgericht reinigen, so dass unsere Gemeinschaft mit dem Herrn wiederhergestellt wird, die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohne. Wie wichtig, wie außerordentlich wichtig ist dieser Dienst! Und wie grundlegend ist er auch – denn solange uns etwas verunreinigt, können wir keine Gemeinschaft mit dem Vater haben, können wir nicht wirklich glücklich sein. In 2. Mose 28 wird dieser Dienst beschrieben, und zwar anhand der Kleider, die der Hohepriester trägt. In den Kleidern drückt sich der Charakter, die Eigenart dieses Dienstes aus.

Ist es aber nicht wunderbar, dass der Herr Jesus hier in Kapitel 35 an alle in Seinem Volk appelliert, damit sie das bringen, was Er benötigt, um den Priesterdienst auszuüben? Er will uns, die Kinder Gottes, in diesem Dienst gebrauchen. Er ruft alle, die etwas haben, auf, es Ihm zu bringen. Aber was können wir Ihm bringen? Kann ein Mensch zu Ihm bloß mit der Hälfte seines Herzens kommen? Ist das genug für Ihn? Sind eine gute Gesundheit und fleischliche Kraft, Willenskraft, genug für den Dienst für Ihn?

Nein, für den Dienst im Heiligtum haben diese Dinge keinen Wert. Sie können vielleicht Hilfsmittel sein, aber an sich haben sie keinen Wert. Was können wir dann bringen?

Die Stiftshütte und alles, was damit in Verbindung steht, belehrt uns darüber, was wir bringen können und um was der Herr jeden, der willigen Herzens ist, bittet, dass er es bringt. Wir finden es in diesem Kapitel.

Alles, was wir hier sehen, spricht von der Herrlichkeit des Herrn Jesus, es spricht alles von Seiner Person. Nur derjenige, der Ihn gesehen hat, wie Er uns in dem vorhergehenden Kapitel gezeigt wird, nämlich als den verherrlichten Herrn im Himmel, nur der ist fähig, etwas zu bringen, wenn sein Herz willig ist.

Oh, unser Herz kann willig sein – und das soll auch so sein –, aber wenn ich nichts habe, dann kann ich nichts bringen. Der Herr ruft, wie gesagt, Herzen, die Ihm freiwillig etwas bringen, und Er bittet sie darum, es Ihm als Hebopfer anzubieten. Er appelliert an unsere Hingabe an Ihn, an unsere Gefühle des Dankes und der Liebe zu Ihm. Aber um etwas zu bringen, muss ich etwas haben. Und was kann ich bringen? Nur das, was ich bei Ihm gesehen habe! Nur wenn ich mit Ihm beschäftigt war, habe ich Schätze in meinem Herzen gesammelt, die ich bringen und die Er gebrauchen kann für den Dienst in der Versammlung. Wenn ich über Dienst spreche, dann meine ich nicht allein die Gebete, die gesprochen werden, oder die Lieder, die jemand vorschlägt, oder das Wort, das verkündigt wird. Das ist nur ein Teil davon. Wir haben in Zürich vorige Woche Epheser 4 betrachtet. Da haben wir gesehen, dass der mündliche Dienst, also der Dienst des Wortes, nur dies zum Ziel hat: alle Glieder so weit zu bringen, dass sie erwachsen werden und den Platz, den der Herr ihnen in dem Leibe gegeben hat, ausfüllen und somit auch den Dienst, der damit verbunden ist. Jeder Gläubige hat einen Platz am Leibe, einen ganz bestimmten Platz, den der Herr ihm gegeben hat, und einen Dienst, der damit verbunden ist. Das gilt, wie gesagt, für jeden Gläubigen, auch, wenn man noch sehr jung ist, und ganz gleich, ob jemand ein Bruder ist oder eine Schwester. Oh, der Herr ruft jeden, dass er diesen Platz ausfüllt und nur dann, wenn alle ihrer Aufgabe entsprechen, nur dann wird die Versammlung auferbaut und wird sie wirklich vollkommenen Segen empfangen und vollkommene Befriedigung. Das ist es, was wir hier finden: jeder, der willigen Herzens ist, wird aufgefordert, das Hebopfer Jehovas zu bringen.

Wenn wir singen:
„Drum gehört Dir unser Leben,
unser Lob nur Dir allein.
Selig ist's, sich Dir ergeben,
Deinem Dienste sich zu weih'n,
und, gehorsam Deinem Wort,
Dir zu folgen, treuer Hort“,

dann ist das der Ausdruck eines Herzens, das die Gnade, Liebe und Herrlichkeit des Herrn gesehen hat und nun gerne eine Antwort auf diese Liebe geben möchte, der Ausdruck eines Herzens, das sich selbst dem Herrn geben will. Der Herr ruft uns gewissermaßen auf. Er fragt, wenn ich so sagen darf: Das habe ich für Dich getan – was tust du für mich? Ist da eine Antwort in deinem Herzen, in deinem Leben auf meine Hingabe für dich? Christus – „der Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat“, und der die Versammlung geliebt und sich, selbst für sie hingegen hat“ – Er appelliert an die Gefühle unserer Herzen, Er prüft, wie unsere Herzen zu Ihm stehen.

Jeder, der etwas hat, soll es Ihm bringen, und zwar soll er Gold, Silber und Erz bringen. Und wofür? Wie gesagt, für den Dienst des Hauses Gottes – denn das Haus, die Stiftshütte, ist Sein Haus, Er möchte in der Mitte Seines Volkes wohnen, und der Dienst ist der Dienst des Herrn Jesus. Alles, was in der Stiftshütte ist, spricht von dem Herrn Jesus, und manches spricht auch von uns, den Gläubigen. Wir sehen da im Bild den Herrn Jesus als den wahrhaftigen Menschen, der aber doch Gott vom Himmel war: Holz, das aus der Erde wuchs, aber mit reinem Gold überzogen ist. Überall, wo von reinem Gold gesprochen wird, haben wir ein Bild de Jesus Selbst vor uns. Wenn das Wort „rein“ fehlt, handelt es sich um uns, die Gläubigen. Wir sind Gottes Gerechtigkeit geworden in Ihm. Gold ist ein Bild von göttlicher, himmlischer Herrlichkeit und Gerechtigkeit, und wir haben diese Herrlichkeit empfangen. Aber sie ist bei uns nicht rein, unvermengt vorhanden, wie sie es bei dem Herrn Jesus war, weil unser praktisches Leben nicht immer frei ist von Ungerechtigkeit.

Aber wo und wie können wir göttliche Herrlichkeit finden? Das können wir nur, wenn wir Ihn sehen, denn in Ihm und nur in Ihm ist die göttliche Herrlichkeit geoffenbart. „Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht“ (Joh 1,18). Welch eine wunderbare Herrlichkeit sehen wir in Ihm! Und in Ihm sehen wir Gottes Gerechtigkeit. Wir sehen sie, als Er unsere Sünden auf dem Kreuz trug und Gott Ihn schlug. In dem Werk des Herrn sehen wir die Wahrheit Gottes: der Herr musste den Lohn der Sünde tragen, weil Er meine Sünden auf Sich nahm. Wie sehen wir die Liebe Gottes, wenn wir Ihn dort betrachten! Was wird im Lied der Lieder über die Liebe gesagt? Diese Liebe ist stärker als der Tod (8,6). Die Wellen des göttlichen Zornes konnten diese Liebe nicht auslöschen. Und wir sehen göttliche Herrlichkeit und Gerechtigkeit am Kreuz. – Wir sehen den Herrn Jesus dort, wenn wir zurückschauen. Jetzt aber ist Er nicht mehr dort; wenn wir Ihn jetzt sehen wollen, müssen wir in den Himmel schauen. Dort allein können wir Ihn jetzt sehen.

Sodann lesen wir von Silber. Silber spricht von dem Preis, den Er bezahlt hat, um uns vom Zorn Gottes zu befreien. 2. Mose 30 in Verbindung mit 2. Mose 38 zeigen uns das. Jeder Israelit musste, wenn er zwanzig Jahre alt wurde, einen Geldbetrag bezahlen, damit er nicht unter das Gericht Gottes kam. Aus Kapitel 38 erfahren wir, dass es sich dabei um Silber handelte. Silber spricht also von dem Preis, den der Herr Jesus am Kreuz für uns bezahlt hat, und das zeigt uns gleichzeitig auch Seine Liebe, die fähig war, diesen Preis zu bezahlen. Nur, wenn wir uns damit beschäftigen, sind wir reich an Silber. Wir können uns auch mit dem Werk des Herrn beschäftigen, ohne reich zu werden an Silber: das ist dann der Fall, wenn wir nur an das denken, was wir dadurch empfangen haben. Aber wenn wir daran denken, was Er getan hat; wenn wir Seinen Tod verkündigen, so, wie der Herr sagt: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“; wenn wir uns in diesen wunderbaren Preis vertiefen, den Er bezahlt hat, in die tiefen Leiden, die Sein Teil waren; und wenn wir dann erkennen, wie groß Seine Liebe sein musste – dann werden wir reich an Silber. Wir werden es nicht, wenn wir zusammenkommen und daran denken, was wir durch das Werk empfangen haben.

Erz schließlich spricht von einer inneren Gerechtigkeit, die so groß ist, dass das Feuer Gottes ihr nichts anhaben kann.

Wir sehen das in 4. Mose 16 bei dem Aufruhr von Dathan und Abiram. 250 Männer standen da mit Räucherpfannen von Erz, und als dann das Feuer Gottes vom Himmel fiel, verzehrte es alle diese Männer. Die Räucherpfannen aber wurden nicht von dem Gericht Gottes vernichtet. Mit dem Erz dieser Pfannen sollte der eherne Altar überzogen werden. Erz spricht also von einer wesenhaften Gerechtigkeit, bei der alles vollkommen den Gedanken Gottes entspricht, so wie es bei dem Herrn war und wie es sich in Seinem Leben auf Erden offenbarte. Um Erz zu besitzen, müssen wir deshalb Ihn betrachtet und dabei gesehen haben, wie alles in Seinem Leben vollkommen mit Gott in Übereinstimmung war. Jedes Wort, das Er sprach, jede Tat, die Er tat, und jeder Gedanke, der in Seinem Herzen war (davon lesen wir in den Psalmen) war vollkommen rein; Er war vollkommen gehorsam, vollkommen mit Gottes Heiligkeit in Übereinstimmung.

Wir finden dann weiter in 2. Mose 35 blauen und roten Purpur und Karmesin. Das spricht von Seiner himmlischen Herrlichkeit und von Seiner Herrlichkeit als König, von Seinen Leiden am Kreuz. Das Ziegenhaar, von dem wir danach lesen, spricht von Seiner Absonderung von der Welt.

Er ruft uns auf, jeden einzelnen von uns, der willigen Herzens ist: Wer hat etwas, und wer ist willig, mir etwas zu bringen? Ihr könnt das bringen, was ihr bei mir gefunden habt, das, womit ihr euer Herz gefüllt habt, wenn ihr mit mir beschäftigt wart, mit meiner Herrlichkeit hier oben im Himmel und mit meinem Leben auf Erden, meinem Sterben am Kreuz. – Wir sehen dann von Vers 20 an die wunderbare Antwort: „Und sie kamen, ein jeder, den sein Herz trieb; und ein jeder, der willigen Geistes war, brachte das Hebopfer Jehovas für das Werk des Zeltes der Zusammenkunft und für all seine Arbeit und für die heiligen Kleider“ (V. 21).

Das erste, wonach der Herr fragt, ist dies: Wer hat etwas, das ich gebrauchen kann? Und dann kommt als nächstes: Wer bringt es? „Ein jeder, den sein Herz trieb, und ein jeder, der willigen Geistes war...“ Das Herz ist für uns das Zentrum der Gefühle. Könnte es sein, dass jemand die Stimme des Herrn Jesus hört und daran denkt, was der Herr für ihn getan hat – ohne dass die Gefühle seines Herzens in ihm den Wunsch wecken, dem Herrn etwas als Dank zu bringen? Unmöglich! Wenn jemand an den Herrn Jesus denkt und an das, was Er für ihn getan hat, ohne dass in seinem Herzen der Wunsch erwacht, etwas für Ihn zu tun, dann muss man schon daran zweifeln, ob er wirklich wiedergeboren ist. Aber den Wunsch zu haben, Ihm etwas zu bringen, und es auch zu verwirklichen ist zweierlei. Den Wunsch zu verwirklichen heißt immer, ihn auch mit geistlicher Einsicht zu verwirklichen.

Wie gesagt, die Seele – man kann auch sagen, das Herz – ist der Sitz der Gefühle. Der Geist hat eher mit Einsicht zu tun, mit dem, was man den höheren Teil der Menschen nennen kann, was ihn vor anderen Geschöpfen auszeichnet. Und das ist das zweite, was wir hier haben: „... jeder, der willigen Geistes war...“. Es geht hier also um jemanden, der seine Einsicht gebrauchen möchte, um nur dem Herrn zu dienen, um nur auf Seine Stimme zu hören und das mit Einsicht auszuführen, was der Herr gesagt hat, und um Ihm das zu bringen, was Er von uns möchte. Das ist die erste Frage des Herrn: Wer hat ein Herz, das ihn treibt, etwas zu bringen, und wer ist willigen Geistes? Er bringe „das Hebopfer Jehovas für das Werk des Zeltes der Zusammenkunft und für all seine Arbeit und für die heiligen Kleider“.

Wie ich schon sagte, ist ein Hebopfer etwas, das man auf die Hände nimmt und hochhebt. Wenn man etwas Schweres aufhebt, muss man Kraft haben. Das Hebopfer an sich spricht also von der Kraft der Gefühle, von der Kraft der Hingabe, der Zuneigung, die in unseren Herzen lebt. Der Herr sieht das genau. Er sieht, welche Zuneigung, welche Hingabe in unseren Herzen lebt. Hier in 2. Mose 35 sehen wir: Sie brachten Hebopfer für Ihn.

Vor einigen Jahrzehnten sprach ich einmal mit einem jungen Mann über seinen Vater. Die Versammlung hatte den Vater unter Zucht stellen müssen. Der Sohn sagte mir: „Das ist der Dank für das, was mein Vater für die Brüder getan hat.“ (Der Vater hatte viel gedient.) Ich habe dem jungen Mann geantwortet: „Hat dein Vater es für die Brüder getan, für die Versammlung, oder hat er es für den Herrn getan? Wenn er es für den Herrn getan hat, dann darfst du keinen Lohn von den Brüdern erwarten; denn dann wird der Herr Lohn geben für alles, was wirklich für Ihn war.“ Man bekommt niemals für eine Sache zweimal Lohn. Wenn ich etwas tue und den Lohn dafür von den Brüdern erwarte, dann wird der Herr schon dafür sorgen, dass ich ihn erhalte. Aber dann darf ich nicht erwarten, dass der Herr mir auch noch Lohn gibt. Wenn ich den Lohn von Menschen erwarte, dann werde ich ihn von Menschen bekommen, aber nicht vom Herrn. Wenn ich etwas für den Herrn tue, dann wird Er mir die Belohnung geben; aber dann brauche ich auch nicht auf Belohnung von Menschen zu warten. Sein Lohn übertrifft jeden anderen Lohn bei weitem.

Aber sehen wir deutlich, um was der Herr bittet? Er sagt: Bringt mir, was in euren Herzen ist. Und wofür? Für das Werk des Zeltes der Zusammenkunft. Das Zelt der Zusammenkunft ist der Platz auf Erden, wohin Gott die Seinigen einlädt, damit sie bei Ihm sind. 5. Mose 12 sagt: An den Ort, den ich erwählen werde, um meinen Namen dort wohnen zu lassen, dahin sollt ihr kommen. Es ist der alttestamentliche Ausdruck für das, was wir in Matthäus 18,20 finden: „Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte.“ Es geht also um den Platz, an dem der Herr Jesus anwesend ist; wohin wir kommen, um bei Ihm zu sein, als Seine Gäste; wo Er der Gastgeber ist, wo wir Ihn anzuerkennen haben als den Gastgeber, um von Ihm alles zu empfangen, was wir brauchen, und immer nach Seinem Willen zu fragen, um ihn zu tun. Der Herr Jesus, dessen ganze Liebe sich Seiner Versammlung zuwendet, bittet uns, Ihm zu dienen, wenn wir versammelt sind. Er hat „die Versammlung geliebt und sich selbst für sie hingegeben ..., auf dass er sie heiligte, sie reinigend durch die Waschung mit Wasser durch das Wort, auf dass er die Versammlung sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe.“ Aber nicht nur dann, wenn wir zusammen sind, sollen wir Ihm dienen, sondern auch in der Woche. Er möchte uns gebrauchen, um durch unser Hebopfer die Versammlung auferbauen zu können, damit sie immer mehr Ihm gleichförmig und immer geheiligter und immer mehr gereinigt werde, so dass Er sie, wenn Er kommt, Sich Selbst darstellen kann, verherrlicht, ohne Flecken oder Runzeln, und Sein Herz sich freut, wenn Er sie sieht und wenn Er sagen kann: Ja, sie ist so, wie ich sie immer haben wollte, wie ich sie immer geliebt habe. – Ist das nicht eine wunderbare Tatsache? Er will uns gebrauchen. Seine Arbeit zu tun! Epheser 2,17 sagt, dass Er, nachdem Er im Himmel verherrlicht war, auf die Erde gekommen ist und Frieden verkündigt hat sowohl den Fernen als auch den Nahen. Wie hat der Herr diesen Frieden verkündigt, und wie verkündigt Er ihn jetzt? Aus 1. Petrus 1,12 wissen wir, dass Er es durch Seine Diener tut. Nach dem Epheserbrief tut Er es selbst, schaltet aber dazu Seine Diener ein. Er möchte jeden von uns einschalten, jeden Bruder, jede Schwester, ganz gleich, ob jung oder alt oder ob jemand eine große Gabe oder keine besondere Gabe hat. Er möchte jeden gebrauchen, und Er ruft freiwillige Herzen dazu auf, Ihm in Seiner Versammlung an den Seinigen zu dienen. Und in welcher Weise können wir das tun? Indem wir das darbringen, was wir bei Ihm gefunden haben von Seinen Schätzen und von Seinem Reichtum.

Dann lesen wir hier in 2. Mose 35, dass sie kamen – ein jeder, den sein Herz trieb. Die erste Bedingung dafür, dass wir etwas bringen können, ist, dass wir ein Herz haben, das uns treibt, Ihm zu dienen; ein Herz, das Ihn liebt und das diese Liebe praktisch zur Auswirkung kommen lässt. Die, die kamen, brachten das Hebopfer Jehovas für das Werk des Zeltes der Zusammenkunft. Wir erfahren dann, dass die Männer mit den Weibern kamen (V. 22). „Ein jeder, der willigen Herzens war, brachte Nasenringe und Ohrringe und Fingerringe und Spangen, allerlei goldene Geräte.“ Das sind keine Dinge, die Männer tragen; es sind Gegenstände, die Frauen trugen, und zwar genau die, die die natürliche Frau gebraucht, um sich selbst damit zu schmücken. Diese Frauen aber brachten gerade diese Dinge dem Herrn. Die Männer werden in Vers 22 zuerst genannt, und das entspricht der Reihenfolge in Gottes Schöpfungsordnung. Bei den Gaben aber wird nicht das zuerst genannt, was die Männer bringen. Der Herr schätzt das, was Ihm gegeben wird, nicht nach der Stellung des Gebers ein, sondern Er schätzt es nach der Liebe, der Hingabe, mit der es gegeben wird. Wir sehen das auch, wenn wir im Neuen Testament von der armen Witwe lesen, die zwei Pfennige gab. Für den Herrn war das mehr als die Gaben der Reichen, die so viel in den Kasten hineingeworfen hatten. Es kann sein, dass ein armer Brüder oder eine arme Schwester nur eine Mark gibt und dass das für Ihn mehr ist als wenn ein anderer eine Million gebracht hätte. Der Herr sieht, woher die Gabe kommt, aus was für einem Herzen. Das finden wir auch hier in diesem Kapitel. Zuerst wird, wie schon gesagt, das genannt, was die Frauen bringen. Sie geben dem Herrn das, was unbekehrte Frauen für sich selbst gebrauchen würden. Maria brachte Ihm das Salböl, das so sehr kostbar war. Der Herr vergisst das nicht. Der Herr sieht und liest alles, was in einem Herzen ist. Er sieht es, wenn ein junges Mädchen, das den Herrn vielleicht erst kurze Zeit kennt, auf etwas verzichtet aus Liebe zum Herrn und weil sie Ihm dienen möchte. Das ist nicht einfach in der heutigen Zeit. Wir wissen es sehr wohl, wie schwer es ist, in einer Umgebung von weltlichen Leuten dem Herrn zu dienen und deshalb vielleicht aufzufallen, anders zu sein, nicht mitzumachen bei dem, was die Welt tut, nicht mit der Mode und all diesen Dingen mitzumachen. Der Herr sieht es und schätzt es, nichts wird vergessen bei Ihm. Wir sehen es hier in diesem Kapitel. Er sieht jeden Antrieb, jede Neigung des Herzens, Er sieht alles, was jeder einzelne tut, und schätzt es nach seinem Wert, nämlich dem Preis entsprechend, den es den Geber gekostet hat. Wenn etwas aus Liebe zu Ihm geschieht, dann ist es wertvoll für Sein Herz. Wir sehen deshalb hier, dass das, was die Frauen bringen, zuerst genannt wird, denn das war in diesem Fall kostbarer für Ihn. Wenn ein Mann z. B. ein goldenes Gefäß bringt, dann ist das auch für den Mann etwas Wertvolles – aber es hat doch meistens für ihn lediglich den Geldwert. Eine solche Gabe ist normalerweise nicht so persönlich wie das, was hier die Frauen bringen. Der Herr trägt dem Rechnung.

Dann lesen wir: „ ... Jeder, der dem Jehova ein Webopfer an Gold webte.“ Dies ist ein neuer Gedanke! Die Gaben sind so kostbar für den Herrn, dass Er nicht nur die Kraft der Hingabe sieht, wie sie im Hebopfer ausgedrückt ist, sondern diese Gaben auch ein Webopfer nennt. Ein Webopfer ist etwas, das man hin und her bewegt, so, wie wir es tun, wenn wir etwas Wertvolles haben und es mehreren Leuten zeigen wollen. Wir nehmen es auf untere Hände und zeigen es so herum, dass jeder es gut sehen kann. So nennt der Herr dieses Opfer, von dem wir in Vers 22 lesen, ein Webopfer. Es ist kostbar für Ihn, wenn wir Dinge bringen, die ein persönliches Opfer darstellen. Dadurch geben wir einer Liebe Ausdruck, die sagt: Der Herr ist mir mehr wert als alles andere.

Vor einigen Jahren hörte ich von einem jungen Mädchen in Deutschland – es gehörte der Landeskirche an –, bei dem man eine sehr schöne Stimme entdeckt hatte. Man bot ihr eine Million für den Fall, dass sie Schlager singen würde. Sie hat das Angebot abgeschlagen, weil sie sagte: Der Herr ist mir mehr wert als eine Million Mark. Sie hat weiter Evangelisationslieder gesungen. Glauben wir nicht, dass der Herr so etwas sieht, dass Er es schätzt, wenn ein Herz sagt: „Der Herr ist mehr für mich als weltlicher Reichtum, Er ist mehr für mich als alles andere“? Oh, der Herr sieht unsere Gefühle, Er sieht, was der Beweggrund für alles ist. Er schätzt es, wenn wir etwas wirklich aus Liebe zu Ihm tun, und Er wird es nie vergessen! In 4. Mose 6 wird von dem Nasiräer gesagt, dass er sein Haar lang wachsen lassen, d. h., seine Selbständigkeit preisgeben musste. Langes Haar ist in Gottes Wort ein Bild für den Platz der Unterwürfigkeit, so dass ein Mann, der langes Haar trug, damit zum Ausdruck brachte: Ich habe keinen eigenen Willen mehr. Ich nehme den Platz völliger Unterwürfigkeit dem Herrn gegenüber ein. Ich tue nur, was Er sagt – so, wie es Jakobus und Judas in ihren Briefen ausdrückten, wenn sie schrieben: „Sklave... des Herrn Jesus Christus“ bzw. „Sklave Jesu Christi“, obwohl der Herr doch ihr leiblicher Bruder war. – Wir lesen in 4. Mose 6, dass der Nasiräer während der Zeit, für die er das Gelübde getan hatte, das lange Haar tragen musste. Aber dann kam das Ende dieser Zeit, und das Haar musste abgeschnitten werden. Für uns ist das der Augenblick, wenn wir beim Herrn sein werden. Haben wir schon einmal gelesen, was mit dem Haar des Nasiräers geschehen sollte? Es musste auf dem Altar verbrannt werden, und zwar unter dem Friedensopfer, so dass der Geruch des Friedensopfers sich vermengte mit dem Geruch dieser verbrannten Haare. Gott will uns damit sagen, dass Er in alle Ewigkeit an unsere Hingabe Ihm gegenüber zurückdenken wird; daran, dass wir nicht unserem eigenen Willen folgen wollten, sondern nur Seinem Willen, und darum nur fragten: „Was soll ich tun, Herr?“ Das ist kostbar für Ihn, weil es ein Resultat des Werkes des Herrn Jesus ist. Wenn in Gottes Wort über Belohnungen gesprochen wird, dann stehen sie in Verbindung mit dem tausendjährigen Reich. Die Segnungen in der Ewigkeit sind einzig und allein Gnade, unendliche Gnade. Belohnungen finden wir lediglich am Richterstuhl Christi und weiter, wie eben schon gesagt, im tausendjährigen Reich. Aber das bedeutet nicht, dass der Vater und der Sohn vergessen, was in der Zeit, als wir hier auf der Erde lebten, in unseren Herzen war für den Vater und für den Sohn. Es wird niemals vergessen sein, was ein Herz für Ihn getan hat, ganz gleich, wer es auch war. In alle Ewigkeit wird der Vater es nicht vergessen, sondern es wird immer ein lieblicher Geruch für Ihn sein, wenn Er zurückdenkt an die Hingabe des Herzens, daran, dass jemand nur an den Herrn dachte – wenn es auch schwach war – und nur fragte: „Herr, womit kann ich Dich verherrlichen?“, um Sein Herz zu befriedigen. Das ist es, was wir hier finden.

Die Dinge, die wir hier noch finden, sind so wunderbar, dass ich doch noch kurz etwas dazu sagen möchte. In Vers 23 lesen wir: „Und jeder, bei dem sich blauer und roter Purpur fand und Karmesin und Byssus und Ziegenhaar und rotgefärbte Widderfelle und Dachsfelle, brachte es.“ Wozu war das nötig? In den vorhergehenden Kapiteln wird es uns gesagt: Diese Dinge wurden für die Teppiche gebraucht, die über der Stiftshütte lagen – Bilder der Herrlichkeit des Herrn Jesus als Mensch und als Sohn Gottes und Seiner Herrlichkeit in Verbindung mit Seinem Werk auf dem Kreuz.

Wer von uns kann das bringen? Nur derjenige, der den Herrn so betrachtet hat; der sich mit Ihm beschäftigt hat, wie Er uns z. B. in den Evangelien dargestellt wird; nur der, der Seine wunderbaren Eigenschaften, Seine wunderbare Offenbarung dort gesehen und der dadurch gelernt hat, welch eine wunderbare Person Er ist, der kann das bringen. Hier in 2. Mose 35,23 lesen wir zuerst von blauem und rotem Purpur. Wir denken da an 1. Korinther 15,47, wo Er der Mensch vom Himmel genannt wird. Spricht das Blau, diese Himmelsfarbe, nicht von Ihm, dem Menschen vom Himmel? Wenn wir die Evangelien lesen, dann sehen wir in allem, dass Er wirklich der Sohn des Menschen war, „der im Himmel ist“ (Joh 3,13). Und wenn wir Ihn so betrachten und diese Herrlichkeit sehen, dann werden wir in unseren Herzen blauen Purpur sammeln, den wir für den Dienst, den Er in der Mitte der Gläubigen tun will, bringen können. Dann wird diese Farbe in die Mitte der Gläubigen hineingebracht, so dass die Versammlung selbst diese Himmelsfarbe bekommt.

Danach lesen wir von rotem Purpur. Roter Purpur spricht von Majestät, von Seiner königlichen Herrlichkeit. Weiter werden hier Karmesin und Byssus genannt. Byssus spricht von praktischer Gerechtigkeit. Es ist das weiße Leinen, das wir in Offenbarung 19 finden und von dem Gottes Wort uns sagt, dass es ein Bild ist von gerechten Taten, von den Taten also, die – in diesen Umständen hier – den Gedanken Gottes entsprechen. Karmesin ist die Farbe des Blutes, aber auch die Farbe irdischer Herrlichkeit und Pracht. Ich kann nicht weiter darauf eingehen. Aber alles das, was wir in dem Leben des Herrn hier auf der Erde sehen, wenn wir uns hinein vertiefen und darüber nachdenken – nicht nur mit unserem Verstand, sondern in erster Linie mit unserem Herzen –, alles das erfüllt unsere Herzen mit den Schönheiten, den Herrlichkeiten, die wir bei Ihm finden. Und dann ruft der Herr uns auf: Was in euren Herzen ist, die Reichtümer, die ihr habt – bringt das alles mir, dass ich es verwenden kann, um das Haus Gottes, die Versammlung, aufzubauen, so dass dieses Haus diese Farben, die Farben des Herrn Jesus, bekommt! Dann wird das Haus öffentlich gekennzeichnet durch Seine Herrlichkeit, so wie sie, als Er auf Erden war, in Seiner Person hier geoffenbart wurde.

Nicht jeder konnte Purpur, Karmesin und Byssus bringen. Man kann nur das bringen, was man besitzt, die Reichtümer, die man in seinem Herzen gesammelt hat. Das ist nicht bei jedem dasselbe; der eine ist reicher als der andere, weil er sich mehr mit dem Herrn beschäftigt hat. Aber wenn das Herz willig ist, dann kann man auch etwas in der Versammlung bringen. Ich meine jetzt nicht ausschließlich die Zusammenkünfte am Sonntagnachmittag, sondern auch die in der Woche. Auch in den Gebeten füreinander kann man etwas davon bringen.

Wir lesen dann weiter: „Jeder, der ein Hebopfer an Silber und Erz hob, brachte das Hebopfer Jehovas; und jeder, bei dem sich Akazienholz fand zu allerlei Werk der Arbeit, brachte es. Und alle Weiber, die weisen Herzens waren, spannen mit ihren Händen und brachten das Gespinst: den blauen und den roten Purpur, den Karmesin und den Byssus“ (Verse 24 und 25).

Vorhin haben wir gesehen, dass die Männer mit den Frauen kamen. Hier finden wir besonders die Frauen erwähnt, die weisen Herzens waren. Was ist denn Weisheit? In den Sprüchen steht, dass die Furcht des Herrn der Weisheit Anfang ist. Und an dieser Stelle hier lesen wir, dass Gottes Wort von Frauen spricht, die weisen Herzens waren; von Frauen, die sich mit der Person des Herrn Jesus beschäftigt haben, so dass sie fähig sind, das, was sie bei Ihm gefunden haben, zu „spinnen“, die Fäden zusammenzubringen. Er konnte das dann gebrauchen, um die Herrlichkeit Seines Hauses hier auf Erden zu erhöhen. Welch ein wertvoller Dienst ist es, Materialien zu bringen, die weise Herzen gemacht haben – und hier geht es um Schwestern; die haben mehr die Gelegenheit dazu –, Materialien, durch die die ganze Versammlung nach außen hin einen Widerschein gibt, wenn ich so sagen darf, von der Herrlichkeit des Herrn Jesus in Seiner Menschheit. Ist die persönliche Verbindung des Herzens zwischen den Geschwistern nicht zu einem sehr großen Teil von den Schwestern abhängig, von ihrer Haltung und ihrem Verhalten zueinander und auch von dem, was sie mit ihren Männern besprechen? In dieser Hinsicht haben die Schwestern einen viel wichtigeren Platz und einen größeren Dienst als die Brüder. Sie können dabei zum Guten und zum Schlechten wirken.

Dann lesen wir weiter: „Alle verständigen Weiber, die ihr Herz trieb, spannen das Ziegenhaar“ (V. 26). Ziegenhaar spricht von der Absonderung von der Welt. Die Ziege ist das Tier für das Sündopfer. In Matthäus 25 steht in der Fußnote zu Vers 32, dass das Wort „Böcke“ eigentlich „Ziegenböcke“ heißen müsste. – Ziegenhaar spricht von der Absonderung von allem, was nicht von Gott ist, sondern von der Welt, und was deshalb beschmutzt ist durch die Sünde. Hier steht: „Alle verständigen Weiber, die ihr Herz trieb, spannen das Ziegenhaar.“ Ist das nicht ein Dienst, den besonders die Schwestern tun können: die Absonderung von der Welt? Es geht dabei um Dinge, die besonders die Schwestern angehen – nein, zwar nicht nur die Schwestern, sondern auch die Brüder, aber haben die Schwestern nicht einen wichtigeren Platz in diesem Dienst, in der Absonderung von der Welt? Hier in 2. Mose 35 sagt der Herr, dass alle verständigen Weiber, die ihr Herz trieb, das Ziegenhaar spannen. Sie machten für das Zelt der Zusammenkunft die Decke, durch die alles von der Welt abgesondert wurde. Sie waren Frauen, die ihr Herz trieb, die Einsicht hatten, die ihre Gedanken nicht beherrschen ließen durch das, was man in der Welt denkt und was dem natürlichen Menschen entspricht, sondern die verständig waren, deren Gedanken also von der Furcht des Herrn bestimmt wurden. Da finden wir, wie der Herr es sieht. Oh, der Herr sieht die Herzen. Er sieht die Triebfeder zu dem, was wir tun, und hier lesen wir, dass der Herr besonders genau wahrnimmt, wie etwas getan wird.

In Vers 27 finden wir dann: „Und die Fürsten brachten Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod und für das Brustschild...“ Aus Offenbarung 4 und anderen Stellen wissen wir, dass Edelsteine der Ausdruck der Herrlichkeit Gottes sind. In Offenbarung 4 wird gesagt, dass die Herrlichkeit Gottes wie ein Jaspisstein und wie ein Sardis war. Und diese Steine und die Onyxsteine finden wir auch auf den Schultern und auf der Brust des Hohenpriesters. Nun, das brachten die Fürsten: die Widerspiegelung, den Ausdruck der Herrlichkeit Gottes, im Menschen geoffenbart. Ja, das können nur Fürsten bringen – diejenigen, die das bringen, sind in Gottes Augen Fürsten. Wir nennen sehr leicht solche Brüder Fürsten, die eine große Gabe oder viel Kenntnis haben oder Brüder, die praktisch eine leitende Stellung unter den Gläubigen einnehmen. Gottes Wort aber tut das nicht. Gottes Wort nennt denjenigen einen Fürsten, der Onyxsteine bringen kann und das, was wir hier weiter finden. In 4. Mose 10 wird der ein Fürst in der Mitte des Volkes Gottes genannt, der bei einem einzigen Posaunenstoß schon hört und kommt. Das übrige Volk hört erst, wenn in zwei Posaunen gestoßen wird. Die Fürsten aber kommen schon, wenn erst eine Posaune ertönt. Sie haben immer geöffnete Ohren für das, was der Herr Jesus sagt. Das können Brüder sein, aber das können auch ebenso gut Schwestern sein. Das hat nichts mit Gaben o. ä. zu tun. Genau das sehen wir hier. Fürsten sind die, die Onyxsteine und Steine zum Einsetzen für das Ephod bringen, weil sie mit der Herrlichkeit des Herrn beschäftigt gewesen sind. „Wir..., die Herrlichkeit des Herrn anschauend, werden verwandelt nach demselben Bilde von Herrlichkeit zu Herrlichkeit als durch den Herrn, den Geist“ (2.Kor 3,18). Wann habe ich Edelsteine und Onyxsteine? Nur, wenn ich so mit dem Herrn beschäftigt gewesen bin, dass es praktisch bei mir so ist, wie es bei Mose war.' die Haut seines Angesichts strahlte, weil er vierzig Tage und vierzig Nächte in der Gegenwart des Herrn gewesen war.

Welch ein Vorrecht, welch eine wunderbare Sache, in den Augen Gottes ein Fürst zu sein und Gott die Edelsteine für den Dienst des Herrn Jesus als Priester bringen zu können! Wenn der Hohepriester ins Heiligtum ging zu Gott (Kapitel 28), dann hatte er die Onyxsteine auf seinen Schultern, und in die Steine waren die Namen 'der Söhne Israels, gestochen. Der Hohepriester brachte also die Namen der Söhne Israels in den Steinen zu Gott; Gott sah sie dann in der wunderbaren Schönheit dieser Onyxsteine, d. h. so, wie die Herrlichkeit Gottes in ihnen ausgedrückt wurde. Auf der Brust trug der Hohepriester die zwölf Steine, in die ebenfalls die Namen der Stämme Israels eingraviert waren. Da hatte jeder Stamm seinen eigenen Edelstein, je nachdem, was an ihm von der Herrlichkeit Gottes gesehen wurde, und das ist niemals bei zweien gleich. Hier steht: Die Fürsten können diese Steine in der Versammlung dem Herrn bringen, so dass der Herr sie gebrauchen kann. Was Er bei diesen Fürsten sieht, das bringt Er als die Kennzeichen der Versammlung vor Gott, so dass Gott sie in dem sieht, was bei den Fürsten gefunden wird: und bei ihnen findet sich der Ausdruck, die Widerspiegelung der Herrlichkeit Gottes.

Ich sage wieder: das ist nicht Gabe, das ist nicht Erkenntnis. Das ist praktische Gleichförmigkeit mit dem Herrn, die dadurch entstanden ist, dass die Fürsten sich mit Ihm, dem verherrlichten Herrn, beschäftigt haben und dadurch verwandelt wurden von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, wie 2.Korinther 3 sagt.

Aber die Fürsten bringen noch mehr: „ ... und das Gewürz und das Öl zum Licht...“ Öl ist ein Bild des Heiligen Geistes. Sie bringen also das, was in ihrem praktischen Leben gesehen wird vom Öl, von der Leitung und der Kraft des Heiligen Geistes. Gott und der Herr Jesus sehen in ihrem Verhalten in der Versammlung, in den Zusammenkünften, aber auch in ihrem Leben außerhalb der Zusammenkünfte, wie sie sich unter die Leitung des Heiligen Geistes stellten und stellen, so dass ihr ganzer Dienst und ihr Betragen durch Ihn gekennzeichnet ist. So ist in ihnen das Licht, das der Herr dazu gebrauchen kann, Licht im Hause Gottes, in der Versammlung, erstrahlen zu lassen, das Licht des Herrn. Sie bringen das Öl für den Leuchter – und der Leuchter ist ein Bild des Herrn Jesus.

Und dann bringen sie weiter das, was gebraucht wird „ ... zum Salböl und zum wohlriechenden Räucherwerk“. Dieses Salböl und dieses Räucherwerk finden wir in Kapitel 30 beschrieben. Das Salböl war aus fünf, das Räucherwerk aus vier Bestandteilen hergestellt. Alle Bestandteile sprechen von wunderbaren Eigenschaften des Herrn Jesus, wie sie nur bei Ihm zu finden sind. Dieses Salböl und dieses Räucherwerk für sich selbst zu gebrauchen war Menschen verboten. Beides spricht von den persönlichen Vortrefflichkeiten und Herrlichkeiten des Herrn Jesus. Wie kann jemand das bringen? Das kann er nur, wenn er diese Herrlichkeit, diese Vortrefflichkeit betrachtet hat; wenn er sich so mit dem Herrn beschäftigt hat, dass er die besondere Kostbarkeit der Person des Herrn Jesus mit anbetendem Herzen gesehen hat und wenn sein Herz davon erfüllt ist. Dann kann er das als Salböl und Räucherwerk bringen. Diese beiden Dinge sprechen nicht von dem Werk des Herrn Jesus und schon gar nicht darüber, was das Werk für uns bewirkt hat. Sie sprechen von Seinen persönlichen Herrlichkeiten, von den besonderen Vortrefflichkeiten Seiner Person. Wenn ich sie mit anbetendem Herzen betrachtet habe und mein Herz davon erfüllt ist, dann kann ich diese Herrlichkeiten, diese Vortrefflichkeiten bringen. Und dann will der Herr sie gebrauchen, um dadurch das Räucherwerk vom goldenen Altar zum lieblichen Geruch für Gott aufsteigen zu lassen.

Zuletzt hören wir dann, dass Gott Bezaleel und Oholiab berufen hat, die abschließende Arbeit zu tun. Wenn wir Psalm 91 lesen, ist uns klar, dass sie beide ein Bild des Herrn Jesus sind. Der Name Oholiab bedeutet „in des Vaters Zelt“ und der Name Bezaleel „im Schatten Gottes“ (Lk 1,35). Gott hatte damals diesen beiden Männern Weisheit gegeben. Er allein hat die Weisheit, die notwendig ist, um die Arbeit zu tun, um die Versammlung zu bauen. In Seinem Herzen ist Weisheit genug, alle zu unterweisen. Wenn in unserem Herzen der Wunsch ist, etwas für Ihn zu tun, dann sagt Er: „Tue etwas für mich in meiner Arbeit in meiner Versammlung“. Wenn wir fragen: „Wie soll ich das tun?“, dann belehrt Er uns gerne und sagt uns, auf welche Weise wir Ihm helfen können, wenn wir uns Ihm zur Verfügung stellen. Ist es nicht etwas Wunderbares, von Ihm gebraucht zu werden, damit allen Bedürfnissen entsprochen wird? Von Ihm gebraucht zu werden, damit Er die Gedanken Seiner Liebe ausführen kann, so dass die ganze Versammlung gesegnet und auferbaut wird und immer näher zu Ihm kommt und immer mehr Ihm moralisch gleichförmig wird – damit sie jetzt schon eine würdige Braut für ihren Bräutigam ist, so dass sein Herz jetzt schon befriedigt wird durch die Schönheiten, die Er in ihr sieht, Schönheiten, die nur in dem bestehen können, was von Ihm spricht? Darum fordert Er uns auch auf, darum bittet Er uns, zu kommen und alles das zu bringen, was wir bei Ihm gefunden haben. Das können wir tun, indem wir Ihn betrachten und uns dann von Ihm gebrauchen lassen, um die Versammlung aufzuerbauen. Da haben wir das Geheimnis des Segens in unserer Mitte. Nur wenn unsere Herzen sich mit dem Herrn beschäftigen, nicht nur sonntagmorgens und nicht nur sonntagnachmittags, sondern auch zu Hause; wenn unsere Herzen da wirklich mit Ihm beschäftigt sind und wir das Wort Gottes lesen, um Ihn darin zu sehen, und wenn wir über Ihn nachdenken, nachsinnen, wie Er jetzt im Himmel ist, in der Herrlichkeit, dann werden unsere Herzen reich. Und wenn unsere Herzen reich werden von Seiner Herrlichkeit, dann ruft Er uns zu: „Kommt, jeder, der willigen Herzens ist, und bringt es, so dass ich es gebrauchen kann zur Auferbauung der Versammlung.“ Wenn wir einander als Freunde, als Geschwister zu Hause besuchen und anfangen, über den Herrn zu sprechen, und wenn unsere Herzen dann voll sind, so dass die Gedanken von selbst auf die Herrlichkeit des Herrn kommen – helfen wir dann nicht einander, bauen wir nicht einander auf? Können wir zusammen über den Herrn sprechen, ohne dass unsere Herzen warm werden? Nein, kein menschliches Feuer soll entfacht werden, denn wir lasen in den ersten Versen unseres Kapitels, dass am Sabbath kein Feuer entzündet werden durfte. Aber wenn wir Seine Herrlichkeit anschauen, wird göttliches Feuer entfacht, so dass der Herr uns gebrauchen kann. Welch ein wunderbarer Dienst!

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