Betrachtung über das Evangelium nach Matthäus

Kapitel 18-20: Das himmlische Licht inmitten von Israel – Göttliche Grundsätze

Indem der Herr ein Kindlein in ihre Mitte stellte und den Hochmut der Jünger tadelte, spricht der Herr von der Versammlung und ihren der Welt fremden Grundsätzen, sowie von ihrer Stellung und Autorität im Geist. So spricht der Herr im Lauf dieser Kapitel von dem Gesetz der Ehe, Er zeigt dem reichen Jüngling einen vollkommenen Weg auf, Er verheißt Seinen Dienern für die Zeit des tausendjährigen Reiches eine Stellung der Ehre – und durch dies alles lässt Er uns etwas davon empfinden, dass Er von dem heiligen Berg auf die Erde zurückgekehrt ist, mit Eindrücken einer himmlischen Gesinnung, die sich in Ihm lebendig zeigte.

In Verbindung damit, so denke ich können wir es aufnehmen, distanziert sich der Herr doch in gewissem Maße von Seinem irdischen Volk, obwohl Er zu Israel zurückgekehrt ist. Er hält sich im Laufe dieser Kapitel weniger bei den Volksmengen auf. Er nimmt sie durchaus auf wenn Er von ihnen gesucht wird und Er antwortet ihnen wenn sie Ihn herausfordern. Sicher tut Er das, aber dennoch scheint Er sich in Seiner Gesinnung von ihnen zu distanzieren.

Diese Distanz ist jedoch keineswegs ein Verlassen oder Beiseitesetzen. Die Zeit dafür war noch nicht gekommen. Eine lange und traurige Zeitperiode, während dessen Er Sein Angesicht von Israel abwenden würde sollte für Israel kommen, jedoch nicht in den Tagen von Matthäus 18–20. Wir haben gesehen, dass Er Israel durch den Propheten Micha als der Bethlehemiter und durch den Propheten Jesaja als das Licht von Galiläa vorgestellt worden war. Wir haben Ihn geschmäht und abgelehnt gesehen, versucht und verfolgt. Wir haben Seine Klagen über die Städte des Landes gehört, aufgrund deren Unglauben. Wir haben Ihn in zwei geheimnisvollen Augenblicken gesehen, als Er einmal Seinen Platz inmitten der Welt der Heiden (Mt 13) und einmal verherrlicht im tausendjährigen Reich (Mt 17) einnahm. Aber Er ist noch nicht fertig mit Israel. Sie waren ein Volk, dass Er seit je her liebte. Die Herrlichkeit die in den Tagen von Hesekiel vorhanden gewesen war, war noch nicht von dem Tempel gewichen. Gott hatte noch nicht Seine Propheten von Israel abgezogen – noch immer machte Er sich früh auf und sandte sie obwohl sie über Generationen hinweg abgelehnt worden waren (Hes 8–11; 2. Chr 36,15.16) Jetzt war es der Herr, die Herrlichkeit des Tempels und der Gott der Propheten, der immer noch an der Schwelle des Hauses stand und sich aufmachte, um immer und immer wieder zu ihnen zu reden.

Zu Beginn von Matthäus 19 verlässt der Herr dann Galiläa. Seit der Zeit von Matthäus 4,12 – ganz dem Charakter des Matthäus-Evangeliums entsprechend – hatte Er sich in diesen Gebieten als das Licht von Sebulon und Naphtali aufgehalten. Aber jetzt begibt Er sich auf den Weg nach Judäa. Denn wie wir noch sehen werden, sollte es in Judäa und nicht in Galiläa sein wo Er sich zum dritten und auch letzten Mal Israel vorstellen würde.

Wir sehen daher wie Er weiterhin zu Seinem Volk spricht indem wir nun den dritten Abschnitt des vorliegenden Evangeliums betrachten möchten.

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