Der verheißene König und sein Reich
Kommentar zum Matthäus-Evangelium

Kapitel 4

Der verheißene König und sein Reich

Die Versuchungen (4,1-11)

„Dann wurde Jesus von dem Geist in die Wüste hinaufgeführt, um von dem Teufel versucht zu werden; und als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn schließlich“ (4,1.2).

Wir haben gesehen, wie der Herr seinen Platz unter den bußfertigen Sündern einnahm. Wir werden Ihn jetzt bei der Ausübung seiner Gnade begleiten. Aber vorher wurde Er noch durch den Heiligen Geist in die Wüste geführt, um von dem Teufel versucht zu werden. Der Herr Jesus ist der „zweite Mensch“, der Gehorsame, der an die Stelle Adams, des „ersten Menschen“, des Ungehorsamen, treten soll.

Als Gott im Anfang auf der Erde den Garten Eden als einen Ort der Wonne zubereitete, stellte Er Adam als Haupt der Schöpfung hin. Er war so fähig, in Unschuld ein vollkommenes Glück zu genießen. Die einzige Bedingung war, dem Wort Gottes gehorsam zu sein: Er durfte nicht von der verbotenen Frucht essen. Zu unseren ersten Eltern, die in diesem glücklichen Zustand waren, kam Satan und versuchte sie, indem er ihnen etwas anderes, als was Gott ihnen gegeben hatte, anbot. Er veranlasste sie so, etwas zu tun, was ihnen verboten war. Sie wurden Gott gegenüber ungehorsam, fielen unter die Gewalt des Feindes und hatten von da an, wie alle ihre Nachkommen, die Folgen ihres Ungehorsams zu tragen!

Unmittelbar darauf sagte Gott zu Satan, der Same der Frau werde ihm den Kopf zermalmen (1. Mo 3,15), d. h., ihm seine Macht nehmen. Dieser Same der Frau ist der vom Himmel gekommene „zweite Mensch“, der nun in unserem Kapitel auf den Schauplatz tritt. Er ist als solcher der Einzige dieser Art, wie auch Adam an dem Tag als er in den Garten Eden gestellt wurde, der einzige seines Geschlechts war. Jesus war der einzige inmitten aller Menschen. Von ihm konnte Gott sagen: „Dieser ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe.“

Aber welch ein Unterschied bestand doch zwischen den Umständen, in denen sich diese beiden Menschen befanden! Der erste Mensch stand inmitten des irdischen Paradieses; der zweite trat zwar in dieselbe Welt ein, aber sie war inzwischen durch die Sünde verdorben, befleckt und zur Wüste geworden, zu einem Ort, wo Gott nichts mehr findet, was Ihn befriedigen kann, zu einem Ort, wo wilde Tiere wohnen (Mk 1,13) und wo Satan herrscht. Das war durch den Ungehorsam des ersten Adam aus dem Ort der Wonne Gottes geworden, und das waren die Umstände, in denen die Geschichte Jesu, des zweiten, des gehorsamen Menschen begann. Beim Eintritt in diese Welt sprach Er: „Siehe, ich komme (in der Rolle des Buches steht von mir geschrieben), um deinen Willen, o Gott, zu tun“ (Heb 10,7). Der Wille Gottes war für Christus ein unbedingtes Gebot.

Da erschien Satan, um Ihn zu versuchen, wie er damals auch Adam versucht hatte. Er hoffte, auch Christus unter seine Gewalt zu bringen und Ihn zu hindern, den Willen Gottes zu erfüllen. Aber in dem vollkommen gehorsamen Menschen begegnete er seinem Überwinder.

Die erste Versuchung (4,3.4)

„Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine zu Broten werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: 'Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht'“ (4,3.4).

Gott hatte verkündet, dass Jesus Sein geliebter Sohn sei. Nun forderte Ihn Satan heraus: „Zeige dich als Sohn Gottes; gebrauche doch deine Macht, um deinen Hunger zu stillen.“ Aber der Herr Jesus war der Sohn Gottes und auch wahrer Mensch. Und als solcher wollte Er Gott gehorchen. Statt sich mit Satan in eine Auseinandersetzung einzulassen, antwortete Er ihm: „Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht'“ (vgl. 5. Mo 8,3). Deshalb, solange Ihm nicht ein Wort Gottes gegeben war, das Ihm sagte, Brot zu machen und davon zu essen, tat Er es nicht.

Hunger ist ein natürliches, durchaus berechtigtes Bedürfnis, besonders nach einer Fastenzeit von 40 Tagen. Aber wenn der Herr Jesus dabei Gott nicht gehorsam bleiben konnte, so war der Hunger für Ihn ein Grund, nicht zu essen. So ist es auch heute für den Gläubigen: Den Anlass zu unseren Handlungen sollen wir nicht nur in dem suchen, was natürlich und zulässig ist, sondern in dem Willen Gottes und in dem, was zu seiner Ehre ist. „Ob ihr nun esst oder trinkt oder irgendetwas tut, tut alles zur Ehre Gottes“ (1. Kor 10,31). Wenn Satan an uns herantritt und uns auffordert, etwas anderes zu tun, als das, was für den Herrn getan werden kann, so lasst uns ihm (nach dem Beispiel Jesu) mit Gottes Wort antworten! Das ist das einzige Mittel, einen Sieg zu erringen, denn gegen den Gehorsam ist Satan ohnmächtig.

Die zweite Versuchung (4,5-7)

„Dann nimmt der Teufel ihn mit in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und spricht zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: 'Er wird seinen Engeln deinetwegen befehlen, und sie werden dich auf Händen tragen, damit du nicht etwa deinen Fuß an einen Stein stoßest.' Jesus sprach zu ihm: Wiederum steht geschrieben: 'Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen'“ (4,5-7). 

Bei der ersten Versuchung Jesu, die sich auf sein großes natürliches und körperliches Bedürfnis bezog, unterlag Satan. Nun griff er Ihn durch eine geistige Versuchung an. Dazu benutzte er das Wort, indem er eine Stelle aus den Psalmen anführte, die Ihm, dem Messias, den Schutz Gottes zusicherte.

Gott versuchen heißt, etwas tun, um die Wahrheit seines Wortes zu prüfen. Wir können uns mit völligem Vertrauen auf die Verheißungen Gottes stützen, da wir wissen, dass wir zu seiner Zeit ihre Erfüllung erfahren werden, wenn wir auf dem Weg des Gehorsams bleiben. Satan ließ absichtlich einen Teil des elften Verses dieses Psalmes weg, und zwar die Worte: „... dich zu bewahren auf allen deinen Wegen.“ Die Wege Jesu waren Wege des Gehorsams. Nur auf solchen können wir mit göttlicher Bewahrung rechnen. Der Herr vertraute sich seinem Gott völlig an. Er sagte: „Bewahre mich, Gott, denn ich suche Zuflucht bei dir!“ (Ps 16,1). Er fand es ganz unnötig, Gott auf die Probe zu stellen; denn das würde heißen, Ihn zu versuchen. Satan wird durch die einfache Anführung eines Wortes Gottes besiegt. Mit der Entgegnung: „Wiederum steht geschrieben“ ist der Herr auch ein Vorbild für uns.

Die dritte Versuchung (4,8-11)

„Wiederum nimmt der Teufel ihn mit auf einen sehr hohen Berg und zeigt ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Dies alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da spricht Jesus zu ihm: Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: 'Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.' 
Dann verlässt ihn der Teufel, und siehe, Engel kamen herzu und dienten ihm“ (4,8-11).

Gewisse Ausleger behaupten, der Teufel habe den Herrn nur „in Gedanken“ oder „im Geist“ auf den Tempel und auf den Berg geführt. Wenn dem so wäre, hätte das Wort es gesagt. Der Herr hatte nicht „im Geist“ Hunger und ging auch nicht „im Geist“ auf den Berg.

Satan versuchte, mit seinen Worten und durch die Herrlichkeit der Welt den Herrn Jesus zu Fall zu bringen. Er wird allerdings als Sohn des Menschen einst die Herrschaft über das ganze Universum empfangen. Die Reiche der Welt werden Ihm unterworfen sein und man wird die Herrlichkeit und die Ehre der Nationen zu Ihm bringen (Off 21,26; Jes 60,11.12; Dan 7,13.14). Doch dazu musste Er genau das Gegenteil tun: Nicht Satan anbeten, sondern ihn besiegen. Mit dieser ungeheuerlichen Forderung stellte sich Satan vollständig bloß: Er maßte sich dem Herrn gegenüber die Stellung Gottes an, womit er bei dem ersten Menschen so leicht zum Ziel gekommen war. Jesus antwortete ihm: „Geh hinweg, Satan! Denn es steht geschrieben: ‚Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.'“ Der Herr wollte lieber durch den Tod gehen und die Herrschaft aus der Hand Gottes empfangen, als dass er Satan anerkennen würde und die Herrschaft aus seiner Hand annehmen würde. Am Ende wird Satan seine Macht dem Menschen, dem Antichristen geben, der eine Zeit lang große Gewalt ausübt. Aber dann wird durch den Hauch des Mundes dessen, der Satan besiegt hat, der Antichrist verzehrt werden (2. Thes 2,8; vgl. Off 13).

Satan entfernte sich. Jesus, der gehorsame Mensch, hatte den Sieg errungen. Er hat den Starken gebunden und konnte nun dessen Hausrat rauben (Mt 12,29), d.h. seinen Dienst erfüllen, indem Er „umherging, wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren“ (Apg 10,38).

„Und siehe, Engel kamen herzu und dienten ihm.“ Die Engel sind „dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, die die Errettung erben sollen“ (Heb 1,14). Der Herr Jesus wurde als Mensch auf der Erde von den Engeln bedient, die Er selbst erschaffen hatte. Wie muss es diesen himmlischen Wesen wunderbar erschienen sein, ihren Schöpfer zu bedienen, der die Gestalt eines Menschen angenommen hatte! Sie begehren, in diese Dinge hineinzuschauen (1. Pet 1,12).

Erinnern wir uns daran, dass der Herr Jesus durch Gehorsam gegenüber dem Wort den Sieg errungen hat. Auch uns steht dieses Mittel zur Verfügung. Obwohl wir gegenüber Satan schwach und machtlos sind, kann er uns doch nichts anhaben, wenn wir dem Wort gehorsam bleiben. Daher ist es überaus wichtig, das Wort zu kennen, damit auch wir dem Feind antworten können: „Es steht geschrieben“ und „wiederum steht geschrieben“. Denn auch Satan versteht, das Wort zu gebrauchen, um sein Ziel zu erreichen.

Heute, wo er wirksamer ist als je zuvor, hat jeder nötig, schon von Jugend auf die Bibel zu lesen. Wenn man anfänglich auch noch nicht alles verstehen kann, so prägt sich deren Inhalt in jungen Jahren doch leichter ein als später. Man ist dann noch nicht so sehr durch die Dinge des Lebens ermüdet. In späterem Alter wird sich dann der Geist Gottes dieser Kenntnisse bedienen können, zum Nutzen für den Gläubigen selbst und auch für andere (vgl. 5. Mo 6,6-9).

Christus wurde nicht in diese Versuchungen hineingeführt, um zu testen, ob Er zu Fall kommen würde, sondern um zu zeigen, dass Er nicht fallen konnte. Denn leider wird dies nicht selten in Frage gestellt. Wer Christum als sein Leben besitzt, hat ein Leben empfangen, das in Ihm auf die Probe gestellt wurde, aber der Versuchung nicht erliegen konnte. Deshalb sagt der Apostel Johannes: „Der aus Gott Geborene bewahrt sich, und der Böse tastet ihn nicht an“ (1. Joh 5,18). Um dies im praktischen Leben zu verwirklichen, muss man so handeln, wie der Herr es vor dem Feind tat. Wir besitzen Ihn als Hohenpriester, damit Er uns im rechten Augenblick zur Hilfe kommt. „Denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, vermag er denen zu helfen, die versucht werden“ (Heb 2,18).

Rückkehr nach Galiläa (4,12-17)

„Als er aber gehört hatte, dass Johannes überliefert worden war, zog er sich nach Galiläa zurück; und er verließ Nazareth und kam und wohnte in Kapernaum, das am See liegt, im Gebiet von Sebulon und Naphtali, damit erfüllt würde, was durch den Propheten Jesaja geredet ist, der spricht: 'Land Sebulon und Land Naphtali, gegen den See hin, jenseits des Jordan, Galiläa der Nationen: Das Volk, das in Finsternis sitzt, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land und im Schatten des Todes sitzen - Licht ist ihnen aufgegangen.' Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen“ (4,12-17).

Jetzt, nachdem der Herr Jesus den Starken gebunden hatte, begann Er seine öffentliche Tätigkeit. Er wollte seinen Hausrat rauben (Mt 12,29; Mk 3,27). Das tat Er dadurch, dass Er das Werk der Gnade, der Geduld und des Erbarmens inmitten des blinden Volkes erfüllte, das Ihn als den verheißenen Messias verwarf.

Schon war Johannes der Täufer als sein Vorläufer durch Herodes ins Gefängnis geworfen worden. Allein diese Tatsache zeigt schon, was dem Herrn selbst widerfahren würde. Die Einzelheiten der Gefangennahme des Johannes werden erst in Kapitel 14,1-12 im Zusammenhang mit dessen Ermordung berichtet. Wie lange er im Gefängnis war, weiß man nicht genau.

Als Jesus von dem traurigen Abschluss des Dienstes des Johannes hörte, verließ Er Judäa und ging nach Galiläa, wohin auch seine Eltern sich bei der Rückkehr aus Ägypten wegen des Hasses des Herodes hatten zurückziehen müssen. Damit erfüllte sich auch die Weissagung des Jesaja, nach der der Dienst des Herrn in der Mitte der Armen in Israel beginnen sollte und nicht inmitten der hochmütigen Juden von Jerusalem und Judäa (Jes 8,23; 9,1).

Wie wir schon gesehen haben, war Galiläa bei den Juden verachtet, weil es sich von dem religiösen Zentrum in Jerusalem gelöst und zu dem Zehnstämmereich Israel gehört hatte. Noch vor der Wegführung des Überrestes der zehn Stämme waren die Bewohner Galiläas unter Pekach nach Assyrien übergesiedelt worden (2. Kön 15,29). Die Zurückgebliebenen hatten sich mit fremden Völkern vermischt. Umso schöner ist die hier angeführte Prophezeiung des Jesaja, die zum Ausdruck bringt, dass dort das Licht aufgehen sollte: „Land Sebulon und Land Naphtali, gegen den See hin, jenseits des Jordan, Galiläa der Nationen: Das Volk, das in Finsternis sitzt, hat ein großes Licht gesehen, und denen, die im Land und im Schatten des Todes sitzen - Licht ist ihnen aufgegangen“ (V. 15-16). Der, den sie als Sohn des Zimmermanns kannten, erschien nun plötzlich als das Licht der Welt, das über ihnen leuchtete. In dieser Gegend erfüllte Er den größten Teil seines Dienstes. Dort waren die Menschen nicht besser als anderswo. Denn als Er nach Nazareth kam, wurde Er hinausgestoßen (Lk 4,16-30), und ging nach Kapernaum. Diese Stadt befand sich in dem unteren Galiläa, an dem Weg, der von der Küste des Mittelmeeres nach Osten führt und den Jesaja „den Weg am Meer“ (Jes 8,23) nennt, weil er am See Tiberias vorbeiführt. Die Gnade Gottes blickt nicht auf das, was der Mensch ist, es sei denn, um ihn zu erretten. Es gefällt Gott, sein Licht gerade dort leuchten zu lassen, wo die Finsternis am größten ist, um dadurch umso deutlicher zu zeigen, wer Er ist und dass Er nicht nach Menschenweise handelt. Er beschäftigt sich mit dem, was wir am meisten verachten.

„Von da an begann Jesus zu predigen und zu sagen: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe gekommen.“ Der König war tatsächlich anwesend; aber ohne Buße konnte man an seinem Reich nicht teilhaben, denn Er konnte nicht über sündige Menschen herrschen, die nicht bußfertig waren und die Liebe Gottes nicht erkannten.

Berufung der Jünger (4,18-22)

„Als er aber am See von Galiläa entlangging, sah er zwei Brüder: Simon, genannt Petrus, und Andreas, seinen Bruder, die ein Netz in den See warfen, denn sie waren Fischer. Und er spricht zu ihnen: Kommt, folgt mir nach, und ich werde euch zu Menschenfischern machen. Sie aber verließen sogleich die Netze und folgten ihm nach. Und als er von dort weiterging, sah er zwei andere Brüder: Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und Johannes, seinen Bruder, im Schiff mit ihrem Vater Zebedäus, wie sie ihre Netze ausbesserten; und er rief sie. Sie aber verließen sogleich das Schiff und ihren Vater und folgten ihm nach“ (4,18-22).

Der Herr wollte sich in seinem Werk der Liebe Begleiter zugesellen. Er möchte ihnen Aufgaben anvertrauen und ihnen die dazu nötige Kraft geben.

Die Jünger sollten lernen, was die Liebe Gottes für sie war, um mithelfen zu können, andere Menschen aus dem Elend, in das die Sünde sie gebracht hatte, zu befreien. Das Meer stellt die Welt dar, in die das Netz des Evangeliums geworfen wird, um Menschen zu Gott zu führen (Mt 13,47; Joh 21,1-14). Sie verließen alles und folgten Ihm nach.

Dann waren auch Jakobus und Johannes am See und besserten dort mit ihrem Vater ihre Netze aus. Jesus rief auch sie und sie verließen das Schiff und ihren Vater und folgten Ihm nach.

Der Ruf des Herrn hatte auf ihre Herzen eine so mächtige Wirkung, dass sie alles aufgaben, um Ihm nachzufolgen. Und nun wollte Er, wie wir im 19. Vers gesehen haben, sie für den Dienst, zu dem Er sie bestimmt hatte, zubereiten. Gerade so ist es auch heute: Der Herr Selbst beruft seine Diener und gibt ihnen die Gaben zu ihrem Dienst. Er bedarf dabei nicht der Mitwirkung der Menschen, die da meinen, sie müssten die Diener Gottes berufen und ausbilden. Jesus sagte: „Ich werde euch zu Menschenfischern machen.“

Der Herr ruft übrigens alle Sünder auf, Ihm auf dem Weg, der zum Leben führt, nachzufolgen. Haben wir diesem Ruf entsprochen?

Die Wirksamkeit Jesu (4,23-25)

„Und [Jesus] zog in ganz Galiläa umher, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen unter dem Volk. Und die Kunde von ihm ging aus nach ganz Syrien; und sie brachten zu ihm alle Leidenden, die von mancherlei Krankheiten und Qualen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte; und er heilte sie. Und es folgten ihm große Volksmengen von Galiläa und der Dekapolis und Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan“ (4,23-25).

Diese Verse sind eine kurze Zusammenfassung der Tätigkeit des Herrn in seinem Dienst. Er zog in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, predigte das Evangelium des Reiches und heilte jede Krankheit unter dem Volk. Das Evangelium des Reiches ist die gute Botschaft, die den Menschen die Errichtung des Reiches Gottes auf der Erde ankündigt. Es wird noch einmal gepredigt, wenn die Gläubigen der Gnadenzeit in die Herrlichkeit aufgenommen wurden. Es wird denen gepredigt, die das Evangelium der Gnade, das seit dem Tod des Herrn bis heute verkündigt wird, nicht gehört haben.

Das Gerücht über den Herrn Jesus und seine Tätigkeit verbreitete sich in ganz Syrien. „Und sie brachten zu ihm alle Leidenden, die von mancherlei Krankheiten und Qualen geplagt waren, und Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte; und er heilte sie. Und es folgten ihm große Volksmengen von Galiläa und der Dekapolis und Jerusalem und Judäa und von jenseits des Jordan.“ Diese Aufzählung zeigt, welche Wirksamkeit der Herr in dieser Welt entfaltete und wie sein Dienst sich weit über die jüdischen Gebiete hin ausdehnte, bis zu den Gegenden, die ehemals zum Land Israel gehört hatten (Jos 1,4; 5. Mo 11,24).

An dem Tag, an dem Christus herrschen wird, werden sich die Segnungen auch auf diese Länder erstrecken, ja, sogar bis zu den äußersten Enden der Erde. Gewisse Länder, wie Assyrien und Ägypten, werden besonders bevorzugt sein (Jes 19,24.25).

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