Betrachtungen über das vierte Buch Mose

Gedanken zum vierten Buch Mose

Betrachtungen über das vierte Buch Mose

Einleitung

Das vierte Buch Mose kann als die aus Gottes Sicht geschriebene Geschichte der Wanderungen der Israeliten durch die Wüste angesehen werden, dieser Wanderungen, die etwa achtunddreißig Jahre und zehn Monate dauerten und mit dem ersten Aufbruch des Lagers begannen, nachdem die Stiftshütte errichtet worden war. Zugleich kann man dieses Buch auch als eine Denkschrift über des HERRN unermüdliche Fürsorge für sein murrendes und aufrührerisches Volk betrachten. Es ist ein „Wüstenbuch“, ausdrücklich als solches geschrieben, und Reisen, Dienst sowie alle die Wechselfälle des Wüstenlebens charakterisieren es. Und deswegen ist es von großem Interesse für einen Christen in der gegenwärtigen bösen Zeit; es ist für ihn sehr lehrreich, und er kann es leicht auf seine Situation anwenden.

Schon das Erste, was unsere Aufmerksamkeit beansprucht, wenn wir 4. Mose lesen, erfreut unser Herz: Gott hat sein Volk gezählt und hat es um sich versammelt. Er war in dem Lager, „in dessen Mitte ich wohne“ (4. Mo 35,34). Hätte Gottes Liebe mehr tun können? – Alles im Lager war nach den Anweisungen des HERRN geordnet. Damit hatte jeder seinen richtigen Platz, und jeder wusste genau, was er zu tun hatte. Die Wolkensäule leitete alle Bewegungen des Lagers am Tag, die Feuersäule tat es nachts (4. Mo 9,17–23). In dem Augenblick, in dem die Wolke sich von der Wohnung erhob, blies man mit den silbernen Trompeten Lärm und das ganze Lager geriet sofort in Bewegung. Und dann sprach Mose die Worte: „Steh auf, HERR, dass deine Feinde sich zerstreuen und deine Hasser vor dir fliehen!“ Wenn die Wolke ruhte, dann ruhte das ganze Lager, und jeder kannte seinen Platz und seine Arbeit. Und dann betete Mose: „Kehre wieder, HERR, zu den Myriaden der Tausende Israels!“ (4. Mo 10,35.36).

Wie großartig muss der Anblick dieses gewaltigen Lagers mitten in der Wüste gewesen sein! Und so konnte Bileam sagen: „Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel!“ (4. Mo 24,5). Die wahre Schönheit dieses Lagers aber erkennt nur das Auge des Glaubens. Es war der herrlichste und der am meisten gesegnete Flecken der Erde, obwohl er im Sand der Wüste lag. Das bei Weitem Wichtigste aber war das Wissen, dass Gott selbst dort war, an jeden Einzelnen dachte und für alles Sorge trug. Tag für Tag bereitete Er ihnen einen Tisch in der Wüste, und Er gab ihnen Wasser aus dem Kieselfelsen. Ihr Fuß schwoll nicht, und ihre Kleider veralteten nicht während dieser vierzig Jahre (5. Mo 8,4). Der HERR selbst versammelte sie alle um sich, so wie ein Vater seine Kinder versammelt, und Er bedeckte sie Nacht und Tag mit den Säumen seiner Wolke. „Er breitete eine Wolke aus zur Decke und ein Feuer, die Nacht zu erleuchten“ (Ps 105,39).

Möge der HERR diese „Gedanken zum vierten Buch Mose“ mit seinem reichen Segen begleiten!

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