Betrachtung über das zweite Buch der Könige (Synopsis)

Kapitel 21-23

Betrachtung über das zweite Buch der Könige (Synopsis)

Kapitel 21

Zu diesem Zeitpunkt aber hatte sich das Volk zutiefst verderbt, und der von Gott gegebene Anstoß verschwand vollständig mit dem Manne, in dem er gewirkt hatte. Hiskias Sohn war ein Muster der Bosheit. Gott war im Begriff, den Nationen Macht zu übergeben; und selbst während Er offenbar machte, daß gewisse Segnung mit Treue und Vertrauen auf Ihn verbunden war, ließ Er zu, daß das Haus Davids sich der Erniedrigung preisgab.

Als Hiskia mit vierundfünfzig Jahren starb, war sein Sohn nur zwölf Jahre alt. Selbst betrogen, verführte Manasse das Volk, das nur zu willig war, sich größerer Ungerechtigkeit hinzugeben als die Nationen, die Gott nicht kannten.

Die besonderen Ereignisse im Leben Manasses werden hier nicht erzählt. Nachdem der Heilige Geist uns in dem, was vorhergeht, die Einzelheiten der öffentlichen Regierung Gottes in Israel gegeben hat, bis Er „Lo Ruchama“ (Nichtbegnadete) gesagt hatte, zeigt Er uns dann Sein Handeln mit Juda, das durch das Verhalten seiner Könige beherrscht wurde, bis Gott „Lo-Ammi“ (Nicht-Mein-Volk) sagte. Das war schon wegen der greulichen Sünden Manasses verkündigt worden, und die Frömmigkeit Josias konnte das gerechte Gericht Gottes nicht ändern. Für Juda gab es noch eine gewisse Verlängerung der Ruhe, aber ihre Buße unter Josia war nur äußerlich, und gleich nach seinem Tode gewann das Böse wieder die Oberhand. Amon folgte nur den bösen Wegen seines Vaters Manasse 1.

 

Kapitel 22-23

Man beachte die Gnade, die Hiskia und Josia erweckt hatte, beide waren Söhne von Vätern, die dem Götzendienst ergeben waren, und es folgten ihnen Söhne, die sich ihm ebenso hingaben. Aber die unumschränkte Gnade Gottes Israel gegenüber erweckte wieder dieses Zeugnis und zeigte, daß Er immer zu segnen bereit ist, sogar wenn Israel sich weigerte, gesegnet zu werden und statt dessen sein eigenes Verderben wählte. Was ist das Herz des Menschen ohne Gott? In alledem wurde die Geduld der Regierung Gottes völlig nachgewiesen, denn unter Hiskia gab es immer noch viele Dinge, die dem Auge und dem Gericht des Königs entgingen, und zwar aus einem Mangel an Wachsamkeit in der Furcht des Herrn.

Was Josia auszeichnete, war seine Sorgfalt, das Gesetz Moses zu beobachten, dessen Buch im Tempel entdeckt wurde; Hiskia war durch Vertrauen auf Jehova gekennzeichnet worden; in diesen Charakterzügen waren sie beide in ihrem Wandel unübertroffen.

Das Königreich Assyriens nahm an Macht ab, und Josia übte seine königliche Macht im ganzen Lande aus. Die dem Jerobeam gegenüber ausgesprochene Drohung erfüllt sich. Alle Höhen in Israel wurden vernichtet. Vielleicht war das Herz Josias aufgebläht. Wie dem auch sei, Gott erfüllte Seine Verheißung und nahm ihn vor dem Bösen hinweg, dessen schreckliche Erfüllung voraneilte, denn wie aufrichtig die Frömmigkeit Josias auch sein mochte, alle Herzen waren verderbt. Vergleiche damit 2.Chronika 30, 17 usw. - den Bericht über das, was sich lange vor seiner Regierungszeit ereignete.

Die Könige von Israel waren verhängnisvolle Beispiele einer Bahn gewesen, die Juda und ganz Israel in ihr Verderben geführt hatte (siehe Kap. 2.Kön 16, 3). Das Bündnis des frommen Josaphat mit Ahab war der Ursprung von allem, denn das Böse erzeugt Früchte, die lange fortdauern und sich fortpflanzen. Wehe! wehe! Was ist der Mensch, wenn er sich von den Wegen Jehovas abwendet, von dem schmalen und geraden Pfade des Wortes und des Willens Gottes, von dem Pfade des Glaubens - von dem wahren Pfade eines gehorsamen Geistes?

Fußnoten

  • 1 Siehe Jeremia 3, 10. Diese Stelle lehrt uns, wie selten das Herz, das dasjenige ist, was Gott beurteilt, mit dem oberflächlichen Schein des Eifers für Ihn und für Seine Herrlichkeit übereinstimmt, wenn ein durch den Geist Gottes bewegter Mann des Glaubens erscheint, um Seine Herrlichkeit zu fördern. Siehe auch unter der Regierung Hiskias den Zustand des Volkes und das Gericht Gottes - Jesaja 22.
Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht