Betrachtung über das zweite Buch der Könige (Synopsis)

Kapitel 18-20

Betrachtung über das zweite Buch der Könige (Synopsis)

Kapitel 18 bringt uns zu einem ganz anderen Gegenstand, nämlich zu den Beziehungen Judas mit den Assyrern, die durch ihre Treulosigkeit ihre Bedränger geworden waren; und auch zu ihren Beziehungen zu Babylon.

Um Sein Handeln mit Seinem Volke in seinem wahren Lichte zu zeigen, erweckt Gott einen treuen König, der sich dadurch auszeichnete, daß er sein Vertrauen auf Jehova setzt, wie es kein König seit David bis zu diesem Zeitabschnitt getan hatte, und wie es keiner nach ihm bis zur Gefangenschaft tat 1.

Das was im Blick auf die eherne Schlange geschah, zeigt uns die Neigung des Herzens zum Götzendienst. Wie viele Dinge, an denen der Mensch immer noch auf eine fleischliche Weise hängt, bleiben inmitten so vieler Segnungen und Züchtigungen verborgen! Das lehrt uns auch, wie nahe - für Herzen wie die unsrigen - das Gedenken an die Segnung dem Götzendienst an den Symbolen der Segnung kommt. Der Glaube entledigt sich dieser Dinge, denn Gott hatte die eherne Schlange nicht als ein Zeichen des Gedenkens nach der Heilung gegeben, sondern um zu heilen. Der Mensch verwahrte sie nach durchaus natürlichen Gefühlen; das ist aber nicht aus Gott, und sie wurde bald zum Werkzeug Satans.

Hiskia schlägt die Philister, jene inneren und beständigen Feinde des Volkes Gottes, und in einem großen Maße unterwirft er sie.

Danach geschieht es, daß der König von Assyrien heraufzieht.

Der König von Assyrien hatte Israel gefangen weggeführt. Sein Nachkomme sucht Juda gleicherweise zu erobern. Nach dem Ausspruch des Propheten reichten die Wasser des Stromes bis zum Halse. Die Macht der verbündeten Könige von Israel und Syrien scheint für das Volk von Juda eine gewisse Anziehungskraft gehabt zu haben; andererseits verachteten sie die Schwachheit des Hauses Davids, denn sie hatten Gott wenig in ihren Gedanken. In diesem Bündnis, das scheinbar von dem Volke von Juda und Jerusalem begünstigt wurde, hatten sie vor, das Haus Davids zugunsten des Sohnes Tabeels beiseite zu setzen. Hier gab es augenscheinlich einerseits einen gut durchdachten Plan, und andererseits eine drohende Gefahr. Das waren aber nicht Gottes Gedanken. In Seiner Barmherzigkeit wollte Er noch nicht die Leuchte des Hauses Davids auslöschen. Er sendet die Verheißung Immanuels und ermahnt den Überrest, ihr Vertrauen auf Jehova Selbst zu setzen.

Wir werden dies eingehender erforschen, wenn wir die Weissagung Jesajas betrachten. Ich erwähne es jetzt nur, um die Geschichte zu erläutern und den Zustand des Volkes darzustellen. Ahas, der nicht auf Jehova vertraute, war das Werkzeug zur Erfüllung Seiner Vorsätze; der Assyrer aber, auf dessen Macht er vertraute, wurde durch ihn zur Geißel Judas.

Um aber Jerusalem und Juda immer noch zu segnen und zu bewahren, erweckt Gott Hiskia, einen gottseligen und treuen König, der seine Zuversicht auf Jehova setzte. Hiskia ist nicht imstande, Sanherib zurückzuhalten, so daß dem Volk hart zugesetzt wird. Er unterwirft sich Sanherib, und bietet an, alles was er fordert zu bezahlen; ob nun die Mittel des Königs unzureichend waren oder ob der König von Assyrien, nachdem er das ihm von Hiskia gesandte Geschenk empfangen hatte, seine Verpflichtung nicht erfüllte (vgl. Jes. 33), Sanherib macht sich die augenscheinliche Schwäche des Königs zunutze, fordert vom König und vom Königreich eine vollständige Unterwerfung und fordert die Bewohner Jerusalems auf, aus der Stadt herauszukommen und sich unter sein Kommando zu stellen.

Wir sehen aber, daß sich Sanherib, obwohl er Jehova lästert, dessen bewußt ist, daß er sich in der Gegenwart eines Grundsatzes und einer Macht befindet, die er nicht begreift. Das Volk, das dem Befehle des Königs gehorcht, gibt ihm keine Antwort. Durch die Kunde von einem Angriff des Königs von Äthiopien anderswohin abgelenkt, wiederholt er in einem Briefe seine Lästerungen und Beleidigungen. Hiskia breitet alle diese Dinge vor Jehova aus und sucht Seine Antwort durch den Propheten Jesaja. In derselben Nacht schlägt Gott das Heer der Assyrer. Sanherib kehrt in sein Land zurück und stirbt dort durch die Hand seiner eigenen Söhne.

Hiskia ist in dieser Weise ein Vorbild von dem wahren Immanuel, Dessen, vor dem der Assyrer, der Verwüster Israels, fallen wird. Dies ist eine sehr wichtige Geschichte als ein Vorschatten von den Ereignissen der letzten Tage; sie wird aber vorteilhafter bei der Betrachtung des Buches des Jesaja studiert, der sie in dieser Weise häufig anwendet. Hier braucht nur der allgemeine Gedanke berührt zu werden.

Hier finden wir im Vorbilde wieder den Grundsatz, mit dem die Befreiung Israels und die aller Menschen verbunden ist - ein Grundsatz, auf den in Elisa hingewiesen wurde und der in Jesu seine Erfüllung fand. Hiskia wird wie aus den Toten auferweckt. Er war zum Tode krank gewesen. Aber Jehova hörte sein Gebet, und auf seine Demütigung hin widerruft Er das Urteil, das Er durch Jesaja ausgesprochen hatte.

Der Mensch kann aber kaum Erhöhung ertragen. Von Jehova gesegnet, rühmt er sich dessen, was er empfangen hat. Nachdem er alle seine Schätze den Abgesandten des Königs von Babylon gezeigt hatte, die gesandt waren, um ihm zur Genesung zu gratulieren, wird er gewarnt, daß sie alle geradewegs nach Babylon weggenommen werden würden. Vielleicht fand der König von Babylon eine gewisse Befriedigung darin, sich mit einem zu verbünden, der der Macht des Königs von Assyrien nicht nachgegeben hatte; aber die Weisheit dieser Welt, die nützliche Verbindungen mit dem Volke Gottes pflegt, ist für dieses immer ein Fallstrick, Hiskia mag den Ursprung und den Geber von alledem kundgetan haben, er handelte aber als Mensch. Nichtsdestoweniger beugt er sich huldvoll und demütig dem Worte Jehovas, das bei dieser Gelegenheit zu ihm geredet wurde.

Fußnoten

  • 1 Wir werden nachher sehen, wodurch Josia gekennzeichnet wurde.
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