Betrachtung über das zweite Buch der Könige (Synopsis)

Kapitel 2

Betrachtung über das zweite Buch der Könige (Synopsis)

Nun erreichen wir das Ende der Schwierigkeiten und Drangsale dieses kostbaren und treuen Knechtes Gottes. Wenn wir nun in seinem Falle die Ruhe der Himmelfahrt Jesu nicht finden, der, während Er die Jünger segnet, in Sein ewiges und trautes Heim zurückkehrt; wenn dieser besondere Charakterzug nur Seinem Abscheiden allein geziemte, der - vollkommen in Sich Selbst und in Seinem Menschenleben, in dem nichts gefunden wurde, was nicht mit dem Himmel, in den Er zurückkehrte, im Einklang war - zu Seinem Vater, von dem Er ausgegangen war, zurückkehrte, wenn wir in der Entrückung Elias nicht die Erhabenheit Dessen finden, der, indem Er vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen war, die Welt wieder verließ und zu Seinem Vater zurückkehrte, ohne Sich einen Augenblick von diesem Worte: „Der Sohn des Menschen, welcher im Himmel ist“, zu entfernen, und der um so mehr das Recht und den Anspruch darauf hatte, dort zu sein, weil Er den Vater hienieden vollkommen verherrlicht hatte; mit einem Wort - wenn der, welcher hinauffährt, auch nicht der Gott-Mensch ist, der in den Himmel fährt, nachdem Er das Ihm anvertraute Werk vollendet hatte, so wird doch die Anwesenheit Gottes während des ganzen Vorganges auf die feierlichste Weise verspürt - eines Gottes, dessen Anwesenheit allein die Gesetze Seiner Regierung abschaffen und zugunsten Seines Knechtes das, was den Menschen gesetzt ist, beiseite setzen kann.

Übrigens ist es nicht verwunderlich, daß ein solches Ereignis von solch einer geheimnisvollen Feierlichkeit begleitet ist, die es tatsächlich umgibt, und daß die Anwesenden empfinden sollten, daß sich gleich etwas ereignen würde, was den gewöhnlichen Lauf der menschlichen Freude und Trauer übersteigt.

Fortgenommen durch die Macht Gottes, verläßt Elia die Erde, ohne durch den Tod zu gehen. In dieser Tatsache selbst finden wir ein wunderbares Zeugnis von der unumschränkten Güte Gottes und von der Billigung, die Er Seinem treuen Knechte erzeigte.

Die Einzelheiten verdienen unsere ganze Aufmerksamkeit.

Wenn die Überführung des Propheten in den Himmel der große Gegenstand ist, der dem Glauben vorgestellt wird, so finden wir auch, daß er an jeden Ort geht, der eine Bedeutung betreffs der Beziehung Gottes zu Israel hat. Trotz des Königs setzte Elia die Beziehung zwischen Gott und Israel fort, und zwar der Treue Gottes gemäß, und als ein Prophet auf Erden 1. Er erhielt die Beziehung nicht durch den König aufrecht, was seit den Tagen Davids der normale Zustand des Volkes war. Diese irdische Beziehung war unmöglich und sollte durch einen Gerichtsakt abgeschlossen werden. Das ist es auch, was im Blick auf Juda in der Verwerfung Christi stattfand. Nichtsdestoweniger verändern sich die Ratschlüsse Gottes nicht, sie werden in himmlischer Macht erfüllt werden. Elisa ist in bezug auf die Weissagung sozusagen ein Band zwischen diesen beiden Dingen. Er kehrt nicht zum Horeb zurück, um die Nutzlosigkeit eines irdischen Dienstes zu verkündigen und um in einem gewissen Sinne das übertretene Gesetz wieder in die Hände Dessen zu legen, der es gegeben hat, sondern er war derjenige, der wirklich in Gnaden handelte 2. Der Ausgangspunkt seines Dienstes ist der aufgefahrene Mensch, augenscheinlich ein ganz neuer Anfangspunkt in den Botschaften Gottes an Israel. Bis zu diesem Punkte hielt er sich unentwegt zu Elia. Letzterer hatte seinen prophetischen Mantel über ihn geworfen (1.Kön 19); von der Zeit an war es so, als ob Elisa mit ihm einsgemacht gewesen wäre.

Wird in dem gegenwärtigen Augenblick, wo Elias sich unter der außergewöhnlichen Macht befindet, die ihn von Elisa wegraffen soll, der Glaube Elisas die Stellung bewahren? ja: die Kraft Gottes hält ihn aufrecht, und er begleitet Elias, bis die Wagen Gottes Selbst sie trennen, und auf solch eine Weise, daß er Elia auf dem Wagen in den Himmel fahren sehen kann. Durch Gnade war das ganze Herz Elisas mit dem Dienste des Propheten erfüllt, und durch Glauben wandelte er in dieser Hinsicht auf der Höhe der Gedanken Gottes.

Laßt uns ihren Pfad auf Erden verfolgen. Es ist nicht mehr die Schwachheit des Menschen, als ob er nach dem Horeb ging, sondern die Kraft Gottes, und Elia durchläuft alles, was im Vorbilde mit der Beziehung Gottes zu Israel zusammenhing, und zwar selbst den Tod (und das trockenen Fußes) hinauf in den Himmel. Gilgal ist sein Ausgangspunkt - die Einweihung des Menschen für Gott durch den auf das Fleisch angewandten Tod 3 - Gilgal war der Ort, wo Israel von jeder Erinnerung an Ägypten gereinigt wurde, wo das Volk für Gott abgesondert wurde, wo ihr Lager unter Josua für ihre Siege aufgeschlagen wurde, in einem Wort, es war der Ort, wo Israel durch die Beschneidung endgültig für Gott abgesondert wurde 4. Elia begibt sich dorthin, und erkennt somit diesen Ort gottgemäß an, obwohl er jetzt für das Volk nur ein Ort der Sünde war 5. Er erfaßt den Sinn Gottes in bezug auf das Volk als abgesondert vom Bösen und Gott geweiht. Er macht sich damit auf den Weg. Er denkt mit Gott: dies ist Glaube.

Elisa will ihn nicht verlassen, und sie gehen weg nach Bethel; das bedeutet, daß sich Elia in das Zeugnis der unwandelbaren Treue Gottes Seinem Volke gegenüber hineinstellt 6. Er erkennt es an, er nimmt darin seinen Platz ein, und Elisa ist bei ihm.

Dies waren die zwei Hauptzweige des Glaubens, des Glaubens des Volkes Gottes: die Absonderung des Volkes, des Menschen für Gott, und die unwandelbare und immerwährende Treue Gottes Seinem Volke gegenüber, welcherart ihre Umstände auch sein mögen.

Israel hatte seine falschen Götter, sein goldenes Kalb in Bethel aufgestellt - welch ein Triumph für Satan! Elia verbindet sich dort trotzdem mit dem Sinne Gottes, und das ist Glaube. Diese beiden Dinge machen das Leben Jesu auf Erden inmitten von Israel aus.

Elia kann dort nicht bleiben. Was wird er beim Weitergehen finden? Der Schauplatz wechselt; er ist immer noch mit Gott. Wenn sich aber die Übertretung in Gilgal mehrt und wenn falsche Götter in Bethel als dem „Heiligtum des Königs und des königlichen Hofes“ angebetet werden, so wird ihn der Fluch treffen (denn Israel hat sich dem unterstellt). Er geht nach Jericho. Dort war es, daß früher die Macht des Feindes das ganze Land für Israel versperrte, und Gott hatte Jericho geschlagen und einen Fluch gegen diesen Ort ausgesprochen. Der Mensch hatte es zu seinem eigenen Verderben wieder aufgebaut (1.Kön 16, 34). Obwohl es schön gelegen war, ruhte der Fluch Gottes immer noch auf ihm. Elia geht dorthin, und Elisa begleitet ihn, und er weigert sich, ihn zu verlassen.

Er bleibt aber auch dort nicht, er befindet sich immer noch unter der mächtigen Hand Gottes, und Elisa folgt ihm nach. Die Söhne der Propheten bezeugen das, was stattfinden wird (sie schauen aber nur von weitem zu, als die zwei Propheten sich dem Jordan nähern); auch Elisa weiß es, und er macht einer Unterredung ein Ende, die zu seiner Erkenntnis des Sinnes Gottes nichts hinzufügt und die Konzentration seiner Gedanken stört und eher die Vereinigung seiner Seele mit Elia zu schwächen geeignet ist.

Elia kommt schließlich zum Jordan, dem Vorbilde des Todes, der ihn aus dem Lande der irdischen Verheißung hinwegtragen und die Verbindung Gottes mit Israel auf dieser Grundlage abbrechen sollte. Er ging allerdings trockenen Fußes hindurch. Wir wissen, daß er hinauffuhr, ohne den Tod geschmeckt zu haben, im Vorbilde aber ging er durch ihn hindurch (es ist hier nicht von Sühnung die Rede, sondern vom Hindurchgehen durch den Tod). Nun aber, jenseits der Grenzen Israels - des von Gott verlassenen Landes des Gesetzes - kann er Elisa seinem Begehren gemäß freimütig Segnung anbieten.

Wie Jesus sagte: „Ich habe aber eine Taufe, womit ich getauft werden muß, und wie bin ich beengt, bis sie vollbracht ist!“ In jeder Einzelheit ist der Tod der Pfad der Freiheit.

Elisa nun, durch die Kraft Gottes mit dem Propheten verbunden - mit demselben Dienste, den Elia soeben verlassen hatte -, bittet um ein zweifaches Teil seines Geistes; und obwohl er nun von ihm getrennt, jedoch durch den Glauben mit Elia verbunden ist, der ja hinaufgefahren ist (dadurch bezeugt, daß er ihn in seinem himmlischen Zustande gesehen hat), wird seine Bitte erfüllt. Er empfängt wiederum den Mantel des Elia, es ist aber der Mantel des hinaufgefahrenen Elia.

Wie wir gesagt haben, ist der Ausgangspunkt seines Dienstes nicht Sinai. Es ist der Himmel jenseits der Grenzen Kanaans, die andere Seite des Jordans, der das Vorbild des Todes ist. Dann, da das Gesetz gebrochen worden war und die Weissagung - die den Menschen ihre Beziehung zu Gott auf Erden und Seine Segnung auf dieser Erde vor Augen stellte - sich für Wiederherstellung als kraftlos erwiesen hatte, da verließ der treue Prophet ein Land, das ihn verworfen hatte und nahm einen Platz außerhalb eines blinden und undankbaren Volkes ein, und wurde zu Dem aufgenommen, der ihn gesandt hatte (sozusagen verborgen in Gott, obwohl dieser Ausdruck in seiner Fülle von dem kostbaren Heiland allein wahr ist).

Bis zum Jordan forderte Elia durch seinen Dienst, daß die gerechten Ansprüche Gottes auf Sein Volk befriedigt werden sollten. Er stellt ihnen diese Ansprüche vor Augen. Er muß sich zurückziehen, und Gott nimmt ihn von einem Volke hinweg, das ihn nicht kennt.

Zu Sinai handelte er in menschlicher Schwachheit, obwohl Gott Sich geoffenbart hatte. Warum sich an den Horeb zurückziehen, wo das Gesetz wohnte, das das Volk gebrochen hatte? Dies konnte nur sein, um den Vollzug des Gerichts zu fordern. Während Er kundtat, daß Er zu Seiner eigenen Zeit Gerechtigkeit walten lassen konnte, bewahrte Sich Gott Seine unumschränkten Rechte der Gnade. Es geziemt sich aber, daß sie auf eine unumschränkte Art jenseits der Grenzen der Verantwortlichkeit des Menschen ausgeübt werden sollten. Die Beziehung Christi zu Israel, zum Menschen, erklärt das deutlich. Deshalb zeigt Gott zuerst, daß Er die vollkommene Zahl derer, die von Gott in Israel erkannt wurden, reserviert hatte; dann aber, als Er Elia gesandt hatte, um die Langmut des Willens Gottes in Gnaden dem Volke gegenüber zu erfüllen, anstatt Israel abzuhauen, bringt Er im Blick auf Israel den Dienst in eine Stellung, in der Er einem jeden gegenüber unumschränkt in der Gnade handeln kann, der Glauben besitzt, um sie sich anzueignen.

Wir haben gesehen, daß, nachdem Elia über den Jordan gegangen war, sich alles veränderte. Bis dahin war es für Elisa eine Probezeit, nachdem handelt die Gnade. Dem Grundsatz nach ist es die Stellung Christi zu der Versammlung 7 oder wenigstens in Gnade den Menschen gegenüber; das heißt, daß es unumschränkte Gnade ist, deren Wirkung der Tod freie Bahn bereitet hat, indem das Recht nichts mehr zu sagen hat und nicht mehr auf der Verantwortlichkeit des Menschen ruht, der es unternommen hatte zu gehorchen und für den sich Gehorsam geziemte. Jetzt besteht die Gerechtigkeit darin, daß Gott Seine Rechte bekommt, indem Er Sich dadurch verherrlicht, wie es gerecht ist, daß Er Seinem ganzen Wesen entspricht, welches ist Liebe, Gerechtigkeit, Unumschränktheit, Majestät, Wahrheit und jede Eigenschaft, die einen Teil Seiner Vollkommenheit ausmacht. Er tut dies Seiner Unumschränktheit gemäß, und zwar durch den Christus, der Ihn auf Erden im Blick auf alle diese Dinge in allen Teilen Seines Wesens tatsächlich so verherrlicht hat, um Ihn kundzutun. Das Zeugnis davon ist, daß Er Christum als Mensch zu Seiner Rechten erhöht hat.

Man muß im Sinn behalten, daß sich die Anwendung dieser Dinge auf Israel bezieht, so daß die Verwerfung des Volkes durch die Tatsache der Entrückung Elias als stattgefunden anzusehen ist. Gott hat aufgehört, Seine Beziehung zu ihnen aufrechtzuerhalten. In Seinen unumschränkten Ratschlüssen entzieht Gott Israel niemals Seine Liebe, aber aufgrund der Verantwortlichkeit des Volkes hat Gott sie gerichtet. Er hat den ganzen Tag Seine Hände zu einem widerspenstigen und widerspruchsvollen Volke ausgebreitet. Deshalb sagt Elisa zu dem König von Israel: „Geh zu den Propheten deines Vaters und deiner Mutter! ... wenn ich nicht auf die Person Josaphats, des Königs von Juda, Rücksicht nähme, so würde ich dich nicht anblicken.“

Nichtsdestoweniger kehrt Elisa in Gnade zu Israel zurück. Dann trägt sein Dienst diesen bestimmten Charakter, daß er ein Zeugnis von der Verwerfung alles dessen ist, was zu der Verantwortung gehörte, der das Volk unterstellt war; gleichzeitig ist er aber ein Zeugnis der Gnade durch Glauben, der Auswahl und der Unumschränktheit Gottes gemäß, um das Volk im Segen zu bewahren, und dies durch den gerechten Vollzug des Gerichts, das ihre Sünde über sie gebracht hatte. Das ist es, was die Wiederkunft Christi für Israel sein wird, und zwar eher als das, was sie für die Versammlung sein wird, obgleich der grundlegende Grundsatz derselbe ist.

In der Kraft der Auferstehung betritt Elisa wieder den Schauplatz der Bemühungen Elias, der vergeblich versucht hatte - wie auch Der getan hatte, der vorzüglicher war als Elia - Israel zu dem Gott ihrer Väter zurückzuführen (d. h. den Menschen nach dem Fleische zu einer gewissen Treue Gott gegenüber zurückzuführen). Jericho (an sich schön, doch wie wir gesehen haben, ein verfluchter Ort) hört auf, so zu sein; der Fluch wird aufgehoben, und die Wasserquelle wird durch etwas Salz, das in einer neuen Schale gebracht wird, für immer geheilt: zweifellos ein Vorbild von der reinigenden Kraft der Gnade, die den Menschen vom Bösen absondert und die das Böse beseitigt, weil es zu der Beziehung des Menschen mit Gott im Gegensatz steht; dies ist eine moralische Kraft, die den Fluch von der Welt wegnehmen wird, insbesondere von den Juden, die der Mittelpunkt der Empörung wider Gott sind. Salz stellt die reinigende Kraft und die Wirksamkeit und Beständigkeit dar, die das Werk Gottes, das den Gegenstand der Segnung heilt, kennzeichnet, und es kennzeichnet der Treue Gottes gemäß die Quelle des Segens selbst. Die neue Schale ist ein Bild von dem erneuerten Zustand aller Dinge durch die Auferstehung.

Von Jericho geht Elisa nach Bethel hinauf; wie wir gesehen haben, erinnert dieser Ort an die unwandelbare Treue Gottes Israel gegenüber, eine Treue, die jetzt durch den Tod und die Auferstehung alle ihre Früchte hervorbringen kann 8. Von Bethel geht es weiter nach Karmel (vgl. Jes 32, 15 - 18), d. h. nach dem fruchtbaren Felde Gottes hin, an den Ort, wo das Gericht über Baal, den Fürsten dieser Weit, vollzogen worden war; dieser Ort ist ein Vorbild jenes Zustandes Israels, der die Frucht der Erfüllung der treuen Verheißungen Gottes sein wird. Man wird sehen, daß alles dieses seinem Dienste, so wie wir ihn betrachtet haben, vollkommen entspricht, und zwar auf eine um so interessantere Weise, weil er im Gegensatz zum Dienste des Elia steht; der Pfad eines jeden entspricht dem Dienste, wie wir ihn einem jeden von ihnen jeweils zugeschrieben haben.

Vom Karmel kehrt Elisa nach Samaria zurück, womit sein gewöhnlicher Dienst in Verbindung steht und sich erfüllt.

Es bleibt noch ein Umstand, den man sich in dieser Geschichte merken soll. Elisa verflucht die Kinder, die ihn verhöhnen. Diese Handlung zeigt uns nicht nur die von Gott aufrechterhaltene Autorität des Propheten, sondern sie kennzeichnet seine Stellung. Denn obwohl trotz des Falles Israels unumschränkte Gnade dem Volke gegenüber ausgeübt wird, so wird doch zusammen mit der Gnade Gericht in bezug auf die offenbar werden, die den Boten Gottes verachten. Es wird gut sein zu bemerken daß das Gericht geschieht, als er in das Land Israel zurückkehrt, bevor er seinen Platz in den unwandelbaren Verheißungen Gottes an Sein Volk einnimmt.

Von da an wird der Karmel Gottes unserem Glauben dargestellt. Wir können in diesem Kapitel auch beobachten, wie wenig der Mensch verwirklicht und glaubt, was er weiß, wenn er in seinem Geiste nicht damit übereinstimmt. Die Söhne des Propheten wußten, daß Elia hinweggenommen werden würde. Nichtsdestoweniger nehmen sie sich vor, ihn zu suchen.

Fußnoten

  • 1 Diese Überlegung macht die Stellung Elias ziemlich augenscheinlich. Wir haben gesehen, daß Weissagung das Mittel war, die Beziehung Gottes zu Israel auf eine unumschränkte Weise aufrecht zu erhalten, als die Lade weggenommen war und das Priestertum versagt hatte. Die Weissagung hat immer noch diese Stellung inne angesichts des Königtums, das sich in einem Zustand des Versagens befand, das, statt das Volk in seinen Beziehungen zu Gott zu bewahren, es verleitet, sich von Ihm abzuwenden. Während Er nach der Weissagung Sacharjas dem Volke ihren wahren König darstellte, erfüllte Christus auch dieses prophetische Amt nach dem Worte Moses, bloß auf eine ganz besondere Weise. Man muß im Sinn behalten, daß beim Vergleich Eilas und Elisas mit dem Herrn, Christus in diesem Charakter betrachtet wird. Das verleiht dem Ausüben der Weissagung eine sehr wichtige Stellung (vgl. Hosea 12, 13).
  • 2 Es war diese Gnade, die Elia nicht recht verstanden hatte, die das einzige Mittel war, durch das Gott Seine Beziehung zu dem Volke aufrechterhalten konnte. Eine Rückkehr zum Horeb konnte also nur der Beziehung selbst, die auf dem Boden Sinais stand, ein Ende machen, und besonders dem Dienste Elias, der keinen höheren Boden einnahm. Nichtsdestoweniger wirkte Gott, damit alles dieses offenbar würde.
  • 3 Die Überlegung wird uns zeigen, daß alles dieses die moralische Lebensgeschichte Christi ist, außer daß Christus das ist, wozu Er uns macht. Dies ist aber überall wahr. Jedoch wurde es in Ihm erfahrungsgemäß erwiesen. Er brauchte nicht beschnitten zu werden, und doch war es die Beschneidung Christi. Siehe die folgende Fußnote. So wurden sowohl der Hohepriester als auch die Priester gewaschen. Obwohl absolut gehorsam, lernte Er Gehorsam.
  • 4 Wie wir im Buche Josua gesehen haben, geschah das in Kanaan nach dem Durchgang durch den Jordan, da die Beschneidung des Christus (d. h. Seine Absonderung vom Bösen, die, immer wahr in Seiner Person, sich äußerlich in Seinem Tode vollzog) einen wahrhaftig himmlischen Charakter trägt, und für uns ist es, daß wir auferstanden sind und uns in den himmlischen Örtern befinden.
  • 5 Siehe Amos 4, 4; Hosea 9, 15 und viele andere Stellen in den Propheten. Dies ist eine überaus auffallende Tatsache, genauso wie das Kreuz jetzt eine Sache fortwährenden Götzendienstes ist. Das Gedenken des Guten, auch des Verleugnens und des Todes des Fleisches, ist für das Fleisch die Kraft des Bösen. Oh! was ist der Mensch!
  • 6 Siehe 1.Mo 28, 13 - 15. Auch hier wurde eines der Kälber aufgestellt - der Ort der besonderen Segnung wurde wieder zum Ort des Götzendienstes gemacht.
  • 7 und natürlich auch zu Israel.
  • 8 Dies ist der Grund, warum Paulus (Apg 13, 34. 35) als Beweis für die Auferstehung Christi diese Worte anführt: „Ich werde euch die gewissen Gnaden Davids geben“ - „um nicht mehr zur Verwesung zurückzukehren“ (englische Übersetzung). Der Tod machte die Segnung eines widerspenstigen Volkes möglich, und die Auferstehung gab der verliehenen Segnung völlige Beständigkeit; diese war gesichert. Vergleiche Jesaja 55, wo Gnade für Israel und die Nationen durch einen auferstandenen Heiland herrlich verkündigt wird.
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