Gekommen – um zu dienen

Einleitung

Gekommen – um zu dienen

Thema und Charakter

Das Evangelium nach Markus ist durch eine kurze, prägnante und gedrängte Darstellungsweise charakterisiert. Dabei liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf den Taten des Herrn. Markus ist der Evangelist, der die Ereignisse wohl am genauesten in ihrer chronologischen Reihenfolge wiedergibt. Begebenheiten, die keinen direkten Bezug zu dem Dienst des Herrn haben, lässt er weg, während andere Handlungen nur von ihm geschildert werden (z. B. die Heilung des Taubstummen in Kapitel 7,31–37 und die Heilung des Blinden in Kapitel 8,22–26). Auffallend oft wird in diesem Evangelium der Ausdruck „sogleich“ sowie das Wort „und“ benutzt. Dadurch werden die Unverzüglichkeit und die Unermüdlichkeit im Handeln und Dienen des Herrn deutlich.

Ebenso fällt auf, dass weder der Stammbaum noch die Geburt des Herrn Jesus erwähnt werden, dafür aber sofort im ersten Kapitel über seinen Dienst berichtet wird.

Aus diesen Besonderheiten und aus vielen anderen Hinweisen wird das Thema dieses Evangeliums deutlich: die Beschreibung des Herrn Jesus als vollkommener Knecht und Diener Gottes (Mk 10,45).

Darüber hinaus wird Er als der wahre Prophet Gottes vorgestellt, der in Vollmacht seine Botschaft verkündigt (Mk 1,14.15).

In diesen Eigenschaften als Knecht und Prophet Gottes war der Herr im Alten Testament angekündigt worden: Jesaja 42,1; 52,13–15 und Sacharja 3,8 sprechen von Ihm als dem Knecht Gottes. In 5. Mose 18,15 wird Er als der Prophet Gottes angekündigt.

Diese Stellen aus dem Alten Testament kann man als Überschriften für das Markusevangelium nehmen. Eine Überschrift aus dem Neuen Testament kann in Apostelgeschichte 10,38 gefunden werden: „Jesus, der von Nazareth, wie Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat, der umherging, wohltuend und alle heilend, die von dem Teufel überwältigt waren.“

Wenn der Herr Jesus als Knecht vorgestellt wird, liegt der Schwerpunkt auf seinem Gehorsam im Dienst. Das Motiv seines Dienstes ist die Liebe (siehe auch 2. Mo 21,2–6). Bei dem Gedanken an den Herrn als Diener wird der Blick auf seine Treue in der Ausübung des Dienstes gelenkt. Das Bild des Knechtes macht deutlich, was der Herr Jesus in seinem Dienst für Gott war. Das Bild des Dieners zeigt mehr, was sein Dienst für uns bedeutet.

Unter dem Bild des Propheten wird der Herr als derjenige gezeigt, der aus der Gegenwart Gottes kommt und seine Botschaft bringt.

Diese Beschreibung des Herrn als Diener und Knecht gibt den Gläubigen Anschauungsunterricht für wahren Dienst.

Der Verfasser

Der Schreiber dieses Evangeliums ist mit großer Sicherheit Johannes Markus. Seine Mutter Maria wohnte in Jerusalem (Apg 12,12). Er war ein Neffe oder Vetter des Barnabas und wurde von ihm und dem Apostel Paulus als Diener auf ihre erste Missionsreise mitgenommen (Apg 12,25; 13,5). In Perge in Pamphylien verließ Markus die beiden aber und ging nach Jerusalem zurück. Sein Verhalten führte zu einer Trennung zwischen Paulus und Barnabas, als Barnabas Markus auf die zweite Missionsreise mitnehmen wollte (Apg 15,37–39). Mehrere Jahre vergingen, ohne dass etwas von Markus berichtet wird. Vor dem Hintergrund von Philemon 24 und Kolosser 4,10 kann man davon ausgehen, dass Markus ganz wiederhergestellt und ein brauchbarer Mitarbeiter für Paulus wurde. Er stellt ihm in 2. Timotheus 4,11 ein sehr schönes Zeugnis aus. Auch der Apostel Petrus berichtet von Markus und nennt ihn seinen „Sohn“ (1. Pet 5,13). Damit deutet er wohl ein besonders inniges geistliches Verhältnis an, das zwischen ihm und Markus bestand. Markus war ebenso wie Lukas kein Apostel und kein direkter Augenzeuge der Ereignisse in den Tagen, als der Herr auf der Erde war.

Diesen Diener, der früher versagt hatte, dann aber durch die Gnade Gottes völlig wiederhergestellt wurde, benutzt der Heilige Geist in seiner Weisheit, um das Evangelium niederzuschreiben, das den Herrn als den vollkommenen Diener Gottes vorstellt.

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