Das freiwillige Brandopfer

Die Opfer

„Und der HERR rief Mose, und er redete zu ihm aus dem Zelt der Zusammenkunft und sprach: Rede zu den Kindern Israel und sprich zu ihnen: Wenn ein Mensch von euch dem HERRN eine Opfergabe darbringen will, so sollt ihr vom Vieh, vom Rind- und Kleinvieh, eure Opfergabe darbringen. Wenn seine Opfergabe ein Brandopfer vom Rindvieh ist, so soll er sie darbringen, ein Männliches ohne Fehl; am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft soll er sie darbringen, zum Wohlgefallen für ihn vor dem HERRN. Und er soll seine Hand auf den Kopf des Brandopfers legen, und es wird wohlgefällig für ihn sein, um Sühnung für ihn zu tun. Und er soll das junge Rind schlachten vor dem HERRN; und die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut herzubringen und das Blut ringsum an den Altar sprengen, der am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft ist. Und er soll dem Brandopfer die Haut abziehen und es in seine Stücke zerlegen. Und die Söhne Aarons, des Priesters, sollen Feuer auf den Altar legen und Holz auf dem Feuer zurichten; und die Söhne Aarons, die Priester, sollen die Stücke, den Kopf und das Fett auf dem Holz zurichten über dem Feuer, das auf dem Altar ist. Und sein Eingeweide und seine Beine soll er mit Wasser waschen; und der Priester soll das Ganze auf dem Altar räuchern: Es ist ein Brandopfer, ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN.

Und wenn seine Opfergabe vom Kleinvieh ist, von den Schafen oder von den Ziegen, zum Brandopfer, so soll er sie darbringen, ein Männliches ohne Fehl. Und er soll es schlachten an der nördlichen Seite des Altars vor dem HERRN; und die Söhne Aarons, die Priester, sollen sein Blut an den Altar sprengen ringsum. Und er soll es in seine Stücke zerlegen mit seinem Kopf und seinem Fett; und der Priester soll sie auf dem Holz zurichten, über dem Feuer, das auf dem Altar ist.

Und das Eingeweide und die Beine soll er mit Wasser waschen; und der Priester soll das Ganze darbringen und auf dem Altar räuchern: Es ist ein Brandopfer, ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN.

Und wenn seine Opfergabe ein Brandopfer vom Geflügel für den HERRN ist, so soll er von den Turteltauben oder von den jungen Tauben seine Opfergabe darbringen. Und der Priester bringe sie zum Altar und knicke ihr den Kopf ab und räuchere sie auf dem Altar, und ihr Blut soll ausgedrückt werden an die Wand des Altars. Und er trenne ihren Kropf mit seinem Unrat ab und werfe ihn neben den Altar gegen Osten, an den Ort der Fettasche. Und er soll sie an den Flügeln einreißen, er soll sie nicht zertrennen; und der Priester soll sie auf dem Altar räuchern, auf dem Holz, das über dem Feuer ist: Es ist ein Brandopfer, ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN“ (3. Mo 1,1–17).

Wir sehen hier, dass die Umstände sich ganz geändert haben. Gott spricht hier nicht zu Sündern, zu Menschen, die in sich selbst verloren sind und einen Erlöser brauchen, sondern zu denen, in deren Mitte Er wohnt und die Sein Volk geworden sind. Wenn in dem Herzen eines Einzelnen von ihnen der Wunsch ist, Ihm etwas zu bringen, dann sagt Er, was für Ihn angenehm ist und was Er immer aus ihren Händen annehmen will, d. h. aus den Händen derer, die zu Seinem Volk gehören.

Das ist sehr wichtig. Ich meine, jeder von uns, der einem anderen ein Geschenk geben will, versucht, etwas zu geben, worauf der andere Wert legt. Was nützt es, ein Geschenk zu geben, worüber der, welcher es empfängt, sich überhaupt nicht freut? Dann hat es keinen Nutzen, keinen Sinn. So sagt Gott uns hier, was immer wohlannehmlich für Ihn ist, und wir haben gesehen, das ist der Herr Jesus, alles, was von Seiner Person und Seinem Werk spricht. Wir finden das in dem Brandopfer dargestellt: Die Seite des Werkes des Herrn Jesus am Kreuz, die Gottes Herrlichkeit offenbarte, worin Gott verherrlicht wurde, wie Er nie vorher verherrlicht worden war und nie wieder verherrlicht werden wird.

Aber Gott ist, wenn ich so sagen darf, niemals ein Schuldner. Wenn man Gott etwas bringt, dann bekommt man immer etwas zurück – nicht, dass wir darauf rechnen sollten oder dass wir etwas geben sollten, um etwas zurückzuempfangen. Aber es ist unmöglich, dass wir Gott etwas geben, ohne reichlich von Ihm zurückzuerhalten. Wenn jemand sein Leben völlig dem Herrn weiht, dann bekommt er so viel zurück, dass es kein Opfer mehr für ihn ist, sondern vielmehr ein reicher Segen, ein Leben, das reich ist an Gnadenerweisungen Gottes. Und so ist es mit allen Opfern.

Aber das ist nicht alles. Wenn wir in die Gedanken Gottes eindringen, sehen wir, wie reich wir sind. Wir erkennen, dass Gottes Gedanken mit Liebe zu uns gefüllt sind und mit ausgesuchten Segnungen, die unser Teil sein sollen, weil wir die Gegenstände Seiner Liebe und Seiner Segensgedanken sind, sodass das Eindringen in Seine Gedanken zum Resultat hat, erstens, dass wir Gemeinschaft mit Ihm haben, indem wir wissen, was Sein Herz beschäftigt, und zweitens, dass wir lernen, wie reich wir sind; denn alle Seine Gedanken sind Reichtümer für uns. Er ist stets mit uns beschäftigt, um uns alles zu geben, was Er zu geben vermag, und Er ist der allmächtige Gott.

Wenn wir, so wie hier, uns mit dem Herrn Jesus und Seinem Werk beschäftigen, dann wird die Folge auch sein – wenn wir es auch tun, um Ihn kennenzulernen und das, was wir bei Ihm finden, Gott als Opfer, als Geschenk zu bringen –, dass wir selbst dadurch bereichert werden; denn alles, was wir bei dem Herrn Jesus sehen, ist für uns, und durch alles, was wir von Seinem Werk sehen, werden wir besser verstehen, wie kostbar dieses Werk ist, wie wunderbar groß das ist, wodurch wir erlöst worden sind, und dass alles, was mit diesem Werk in Verbindung steht, uns zugerechnet wird. Das ist ein sehr wichtiger Grundsatz, wenn wir uns mit den Opfern beschäftigen.

So sehen wir den großen Unterschied zwischen der Weise, wie hier im 3. Buch Mose in den ersten 7 Kapiteln die Opfer dargestellt werden und dem, was wir in 3. Mose 16 und in 2. Mose 29 betrachtet haben. In 3. Mose 16 hatten wir das Kreuz vor uns, die Grundlage für jedes Verhältnis zwischen Gott und Menschen. Wir sahen, wie der Herr das Fundament legte, wodurch Er alles hinwegnahm, was zwischen Gott und uns war. In 2. Mose 29 sehen wir wieder das Kreuz, das wunderbare Werk, das einmal auf Golgatha vollbracht wurde als Grundlage dafür, dass Gott das Volk zu Seinem Volk machen und in ihrer Mitte wohnen und sie zu Priestern machen konnte, die Ihm nahen dürfen, sodass sie in Seiner Gegenwart dienen können.

Hier in 3. Mose ist das Volk das Volk Gottes geworden. Durch das Blut des Lammes und den Tod des Herrn Jesus, wie im Roten Meer dargestellt, hat Er sie aus Ägypten erlöst. Am Berg Sinai hat Er sie zu Sich gebracht und sie zu Seinem Volk erklärt. Er hat dann die Hütte errichten lassen und ist in ihre Mitte gekommen. In den letzten Kapiteln von 2.Mose finden wir, dass Mose die Stiftshütte errichtete. Zuerst wird uns siebenmal gesagt, dass alle Geräte so gemacht waren, wie der Herr es geboten hatte, und dann siebenmal, dass Mose die Stiftshütte genau so errichtete, wie der Herr es gesagt hatte. Als er dann fertig war, kam Jehova, um in der Mitte Seines Volkes zu wohnen. Es war Sein Volk, und Er wohnte unter ihnen aufgrund des Sünd- und Schuldopfers, das in 3. Mose 16 gebracht wurde und des Brandopfers, das wir in 2. Mose 29 hatten. Hier in 3. Mose ist es also keine Angelegenheit zwischen Gott und dem Sünder, sondern zwischen Gott und Seinem Volk; das erklärt den Unterschied.

Aber wie wunderbar sind dann diese Kapitel! Da ruft Gott, und es sind die ersten Worte, die Er zu Seinem Volk spricht, nachdem Er in ihre Mitte gekommen ist, nachdem Er all die Segnungen gegeben hat. Gott erwartet nicht, dass, wenn wir Seine wunderbare Gnade erfahren haben, unsere Herzen kühl gegen Ihn sind und dass wir diese wunderbaren Segnungen empfangen als etwas, was für uns selbstverständlich ist. Jemand, der Seine Gnade erfahren hat, der als ein verlorener Sünder zu Ihm gekommen ist und dann Vergebung von Sünden und ewiges Leben empfangen hat, der anstatt eines Platzes in der Hölle, so wie er ihn vor sich sah, als er zum Bewusstsein seiner Schuld kam, einen Platz im Vaterhaus erhalten hat und sagen kann: Alle, alle meine Sünden hat Sein Blut hinweggetan!, und: Ich habe Frieden mit Gott, es ist nichts mehr zwischen Gott und mir, ich bin angenehm gemacht in dem Geliebten, Gott ist mein Vater, und ich bin Sein Kind, und Er liebt mich, so wie Er den Herrn Jesus geliebt hat – Gott kann von so einem erwarten, dass in seinem Herzen dann der Wunsch ist, eine Antwort zu geben auf diese Liebe und Gnade, dass er aufgrund all dieser empfangenen Gnade Gott etwas zurückbringen will, nicht als Gegenleistung, sondern als Beweis seiner Dankbarkeit und Liebe. Könnte es anders sein, als es in 1. Johannes 4,19 steht: „Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat“? Könnte es sein, dass eine solche Liebe unsere Herzen unberührt ließe und keinen Wunsch zur Dankbarkeit, zur Hingabe an Ihn wachriefe? Gott glaubt das nicht, und auch wir glauben nicht, dass es möglich ist. Ist hier einer in unserer Mitte, der sich als verlorenen Sünder gesehen, zu Gott um Errettung gerufen und dann diese Errettung und Frieden mit Gott empfangen hat – der gesehen hat, dass Gott ihn nur aus Gnade errettet hat und dafür selbst Seinen Sohn ans Kreuz nageln ließ –, ist hier einer, der das erfahren hat und in dessen Herz dann nicht der Wunsch wäre, sich ganz dem Herrn Jesus zu weihen, sich ganz Gott zu weihen, als Antwort auf diese Liebe?

Nun sagt Gott, dass Er das in unseren Herzen erwartet. Er appelliert an unsere Herzen, und Er sagt nicht: Jetzt müsst ihr mir etwas bringen, sondern: Wenn in euren Herzen der Wunsch ist, mir etwas zu bringen, dann will ich euch sagen, was immer angenehm für mich ist. Und Gott in Seiner wunderbaren Güte, in Seiner wunderbaren Weisheit – selbst wenn Er zu uns sagt, dass Er uns die Gelegenheit gibt, Ihm etwas zu geben, tut Er es auf solche Weise, dass es nur zum Nutzen für uns ist und dass wir dadurch noch glücklicher und reicher werden, sodass wir imstande sind, wirklich diesen gesegneten Platz einzunehmen, den höchsten Platz, den wir empfangen haben, den Er uns geben möchte. Das ist Gemeinschaft mit dem Vater und mit Seinem Sohn.

Das sagt der Apostel Johannes uns in 1. Johannes 1: „… unsere Gemeinschaft ist mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus“ (1. Joh 1,3). Nun, was bedeutet das? Er sagt das von jedem Christen. Jeder, der bekehrt und wiedergeboren ist, das Evangelium geglaubt und so den Heiligen Geist empfangen hat, also Frieden mit Gott hat, hat Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn – nur kann sie durch praktische Untreue unterbrochen, wenn auch nicht zerbrochen werden. Was bedeutet das? Gemeinschaft, wie das Wort hier und in den meisten Stellen des Neuen Testamentes gebraucht wird, ist Teilhaberschaft, dasselbe Teil, dieselben Gefühle, dieselben Interessen, dieselben Gegenstände der Wonne, der Freude für unsere Herzen zu haben.

Nun, es ist klar, wenn wir die Lehre des Johannesevangeliums und des ersten Johannesbriefes kennen, dass wir im Prinzip diese Gemeinschaft haben. Im Evangelium des Johannes wird uns gesagt, dass, wer an den Sohn glaubt, das ewige Leben hat. Aber der 1. Brief des Johannes sagt uns (1. Joh 5,20), dass der Herr Jesus das ewige Leben ist. „Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben“, sodass jeder, der ewiges Leben hat, den Sohn als sein Leben empfangen hat. Er ist mein Leben (siehe auch Kol 3,4)! Nun, wenn Er mein Leben ist, kann das Leben sich in mir anders entfalten als es in Ihm war und andere Interessen, einen anderen Gegenstand für das Herz, andere Wünsche haben als Er hat? Unmöglich. Das Leben muss sich offenbaren. Gibt es einen Wiedergeborenen, der kein Verlangen hat, die Heiligkeit Gottes zu besitzen, dessen Herz nicht nach dem Herrn Jesus verlangt und Ihn liebt, der nicht den Vater liebt und wünscht, Ihm wohlgefällig zu sein?

So war es in dem Herzen des Herrn Jesus. In Ihm offenbarte sich dieses Leben in dem Wunsch, nur dem Vater wohlgefällig zu sein. Dann kann es nicht anders sein, als dass das neue Leben in mir sich auf dieselbe Weise offenbart. Wenn ich dieses neue Leben habe, dann verstehe ich auch, was der Herr Jesus in Johannes 17,3 sagt: „Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen“. Durch dieses Leben also bin ich imstande, den Vater zu kennen. Kennt der Herr Jesus den Vater? Natürlich! Wenn der Herr Jesus mein Leben ist, kenne auch ich den Vater, bin fähig, Seine Gedanken zu verstehen und habe so Gemeinschaft mit Ihm. Ich habe die gleichen Gefühle, die gleichen Gegenstände für mein Herz, die gleichen Interessen wie der Vater und der Sohn. Und wenn dann der Vater zu mir spricht und sagt: Wenn ihr mir etwas bringen wollt, dann will ich euch sagen, was immer angenehm für mich ist, dann ist das Gemeinschaft, denn der Vater erzählt mir, was wohlannehmlich für Ihn ist, was Sein Herz erfreut, was Ihm immer zur Wonne ist.

Ist es nicht eine wunderbare Tatsache, dass Gott Sein Herz für uns öffnet, um uns sehen zu lassen, was Ihn bewegt?, dass Er mit uns spricht und alles erzählt, was Ihn beschäftigt, Seine geheimsten Gedanken, die ganze Herrlichkeit der Person des Herrn Jesus, der Sein Herz für alle Ewigkeit mit Wonne erfüllt hat und es jetzt in besonderer Weise tut, nachdem Er dieses wunderbare Werk vollbracht hat? Wenn also in unseren Herzen der Wunsch ist, Gott etwas zu bringen, dann öffnet Gott Sein Herz und erzählt uns, was Er von dem Herrn Jesus gesehen hat und zeigt uns diese Herrlichkeit, sodass wir unsere Herzen auch damit füllen können, und Er sagt: Betrachte Ihn! Besieh Ihn in all Seiner Herrlichkeit, und bringe dann das, was du bei Ihm gesehen hast, zu mir; denn das ist immer wohlannehmlich für mich. Wir können mit aller Ehrfurcht sagen, dass Gott bittet: Lass uns zusammen über Ihn sprechen, Ihn zusammen betrachten. Sieh Ihn, und sieh, welche Schönheiten Er hat! Sieh Ihn in all Seinen wunderbaren Herrlichkeiten, nicht in erster Linie als Sündopfer – wie wichtig das auch ist –, sondern als Brandopfer, als das, was so überaus wohlannehmlich für mich ist, sieh das, und bring es zu mir. Ich nehme das aus deiner Hand an, und wir können zusammen darüber sprechen. Ihr könnt mir erzählen, was ihr bei Ihm gesehen habt, und ich werde euch sehen lassen, was ich bei Ihm gesehen habe.

Ist das nicht das, was wir in Hebräer 13 haben, unsere Opfer an Lob und Dank, „die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“? Nun, das ist der Charakter dessen, was wir hier haben. Welch eine wunderbare Sache ist das! Gott beginnt nicht mit dem, was wir in 3. Mose 16 gesehen haben, dem Sünd- und Schuldopfer, sondern mit dem Brandopfer, mit dem, was für Ihn so überaus lieblich ist und Sein Herz so erfreut. Und Er sagt dann zu uns: Kommt und bringt mir das!

Aber Gott wünscht, dass wir es dahin bringen, wo Er ist. Wir haben in 2. Mose 29 gesehen: Gott wünscht, in der Mitte Seines Volkes zu wohnen, um praktische Gemeinschaft mit ihm zu haben – nicht aus der Ferne, sondern in Seiner Gegenwart. Er wünscht, dass wir zu Ihm kommen, wo Er inmitten Seines Volkes wohnt, um dort mit Ihm zu sprechen. Das sehen wir hier in diesem Kapitel als die Vorbedingung, wenn jemand diese Opfer bringen will. Gott spricht aus dem Zelt der Zusammenkunft, nachdem Er in der Mitte Seines Volkes wohnt, und Er sagt: „Wenn ein Mensch von euch dem HERRN eine Opfergabe darbringen will, so sollt ihr vom Vieh, vom Rind- und Kleinvieh, eure Opfergabe darbringen“. Und wo muss sie dargebracht werden? „… am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft soll er sie darbringen, zum Wohlgefallen für ihn vor dem HERRN.“

Das sind wichtige Grundsätze. Lasst es mich noch einmal sagen: Die ersten Worte, die Gott spricht, nachdem Er in der Mitte Seines Volkes wohnt, sind, dass Er wünscht, dass sie mit ihren Opfern zu Ihm kommen, dass sie sich um Ihn versammeln, um bei Ihm zu sein und dort im Zelt der Zusammenkunft, wo Er wohnt, mit Ihm in der Betrachtung der Herrlichkeiten des Herrn Jesus als Brandopfer Gemeinschaft zu haben. Das ist eine wunderbare Tatsache – ein Platz hier auf Erden, wo Gott mit Seinem Volk zusammenkommt und wo Er, wie wir in Kapitel 3 und 7 in Verbindung mit dem Friedensopfer finden, mit Seinem Volk eine Mahlzeit halten will. Eine Mahlzeit, von der Er isst, wovon der Herr Jesus isst, wovon die Priester essen und wovon jeder Einzelne vom Volk essen kann – eine Mahlzeit des gesamten Volkes Gottes. Welch eine wunderbare Gnade! Welch ein wunderbares Beispiel gibt Gott hier im Alten Testament über Seine Absicht mit Seinen Kindern und in welche Nähe zu Ihm wir aufgrund des Werkes des Herrn Jesus gebracht worden sind.

Aber nun sagt Er: Wenn jemand etwas bringen will, soll er mit dem Brandopfer anfangen. Gott in Seiner Liebe will Gemeinschaft mit uns haben; aber je mehr wir Gemeinschaft mit Ihm haben, je mehr wir Seine Gedanken kennenlernen, um so mehr lernen wir von Seiner Liebe zu uns und den Segnungen, die unser Teil sind. Wie können wir wissen, was unser Teil ist, wenn Gott es uns nicht offenbart? Wenn Petrus in Matthäus 16 bekennt: „Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes“ (Mt 16,16), dann sagt der Herr Jesus: „Fleisch und Blut haben es dir nicht offenbart, sondern mein Vater, der in den Himmeln ist“ (Mt 16,17). Und wer könnte uns die Herrlichkeiten des Herrn Jesus in Seinem Werk am Kreuz erzählen, wenn nicht der Vater? Er allein kann es tun, und Er will es tun. Aber Er kann es nur tun, wenn wir bereit sind, auf Seine Stimme zu hören, wenn wir zu dem Platz kommen, wohin Er uns einlädt, und wo Er Sein Herz für uns öffnen will, um uns alles mitzuteilen – da, an dem Eingang des Zeltes der Zusammenkunft.

Und dann sagt Er uns, was wir zu tun haben: „Wenn seine Opfergabe ein Brandopfer ist vom Rindvieh, so soll er sie darbringen, ein Männliches ohne Fehl“. Das heißt: Wenn du mir etwas bringen willst, beschäftige dich zuerst zu Hause damit. Der Israelit musste sich erst zu Hause ein Tier aussuchen, ohne Fehl, ein männliches, voll Energie. Er musste das Tier genau besehen, sodass er sagen konnte: Kein Fehler ist an ihm. Wir können nicht in die Gegenwart Gottes kommen, um ein Brandopfer zu bringen, wenn wir nicht erst zu Hause dieses Brandopfer ausgesucht haben – lasst es mich deutlicher sagen: Wir können es nur, wenn wir uns erst zu Hause mit dem Herrn beschäftigt und Ihn betrachtet haben, um Seine Vollkommenheit kennenzulernen.

Hier konnte der Israelit das Opfer zwar nicht von innen sehen, das kam später. Aber er konnte sehen, wie es von außen war. Wir können in den Evangelien finden, wie vollkommen der Herr Jesus in Seinem Leben, aber vor allem in Seinem Sterben war; denn es geht ja um das Brandopfer, das nicht so sehr von dem Leben des Herrn Jesus spricht, als vielmehr von Seinem Sterben am Kreuz in den ganzen sechs Stunden – nicht nur in den ersten drei Stunden, sondern gerade auch in den Stunden der Finsternis, als Er zur Sünde gemacht wurde und das Sündopfer war – gerade dann war Er auch das Brandopfer. Also nur, wenn wir uns zu Hause mit dem Herrn und Seinem Werk beschäftigen – nicht nur mit unseren Sünden, mit dem, was Sein Werk für uns bedeutete, sondern was es für Gott bedeutete, wie Gott darin verherrlicht ist –, nur dann können wir sehen, wie vollkommen Er war, und nur dann sind wir fähig, mit einem Brandopfer dahin zu kommen, wo Gott ist und wo Er eine Begegnung mit uns haben will, wo Er Sein ganzes Volk einlädt, um bei Ihm zusammenzukommen am Eingang des Zeltes der Zusammenkunft, um dort Brandopfer zu bringen.

Wie wunderbar ist es, wenn wir uns zu Hause mit dem Herrn beschäftigen! Oh, ich möchte jeden, der das etwas aus Erfahrung kennt, daran erinnern: Welch glückliche Stunden waren es, wenn wir uns zu Hause mit dem Herrn beschäftigten und dort Seine Herrlichkeiten sahen in dem Werk, das Er vollbracht hat!

Ich will eine kleine Begebenheit erzählen. Am 25. Oktober 1942 nahm die Gestapo mich gefangen, und ich war 4 Wochen im Gefängnis, bevor ich ins Konzentrationslager kam. Ich hatte strenge Einzelhaft, durfte nicht arbeiten, nicht lesen. Aber der holländische Wärter, der mich in die Zelle brachte, sagte zu mir: „Wenn Sie an einer Bibel interessiert sind, dann kann ich Ihnen wohl eine besorgen, obwohl ich es nicht darf. Wenn Sie nicht lesen, müssen Sie sie verstecken.“ – So brachte Gott mich in einen Umstand, wo ich nicht anders konnte, als die Bibel zu lesen, und ich war dankbar, dass ich sie hatte. Ich habe nicht nach tiefen Wahrheiten Gottes gesucht, sondern habe einfach angefangen, die Evangelien zu lesen, um den Herrn darin zu sehen. Ich muss sagen: Bald waren die Tage zu kurz. Ich wartete schon morgens früh, dass das Licht angemacht wurde, sodass ich wieder anfangen konnte, und ich las, bis das Licht am Abend ausgeschaltet wurde. Nach drei Wochen durfte ich ein Buch haben. Ich habe einmal hineingesehen, fand aber kein Interesse daran. Ich hatte noch zu wenig Zeit für die Bibel.

Oh, wie glücklich ist das Herz, wenn es so mit dem Herrn beschäftigt ist, wenn der Vater uns Seine Herrlichkeit schauen lässt, so wie Er Ihn sieht. Dann wird man vollkommen glücklich, und dann kommen wir, um das Bild von 5. Mose 26 zu gebrauchen – wenn es da auch die Früchte des Landes sind – mit einem gefüllten Korb, um unsere Brandopfer zu bringen, und dann können wir mit einem Brandopfer kommen, einem männlichen ohne Fehl. Wir haben Ihn betrachtet, und wir haben gesehen: Er ist vollkommen. Kein Makel ist an Ihm. Und Er ist in göttlicher Kraft, göttlicher Energie Seinen Weg gegangen; so können wir Ihn an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft bringen.

Das Erste ist, dass Gott uns klarmacht, dass wir in Ihm angenommen sind, so wie hier steht: „… zum Wohlgefallen (zur Annahme) für ihn vor dem HERRN“. Den gleichen Gedanken finden wir bei Abel. Gott sah Abel und sein Opfer an. Aber hier ist es in Verbindung mit uns, die wir Kinder Gottes sind und die zu Gott kommen, und die in dieser Weise lernen, was sie wirklich für das Herz Gottes sind, wie wir wirklich angenehm gemacht sind in dem Geliebten. Wie sehen wir hier, was der Geliebte ist! Normalerweise können wir uns nicht von morgens früh bis abends spät mit dem Herrn beschäftigen, wie der Herr es mir damals vier Wochen lang ermöglichte, aber wenn wir die Zeit, die wir finden können, gebrauchen, um uns mit Ihm zu beschäftigen, dann werden unsere Herzen mit der Herrlichkeit Seiner Person erfüllt, mit Seinen Vollkommenheiten, und dann verstehen wir, dass Gott nur mit Wohlgefallen auf Ihn herabschauen kann.

Aber dann lernen wir auch, was unsere Stellung im Herzen Gottes ist, denn der Vater liebt uns so, wie Er Ihn geliebt hat, und wenn wir Seine Vollkommenheiten sehen, verstehen wir: Der Vater muss Ihn lieben. Und dann sagt der Vater zu mir: Ich liebe dich mit derselben Liebe. Wenn du verstehst, wie lieb ich Ihn habe, verstehst du auch, wie lieb ich dich habe. Es ist genau dieselbe Liebe. In dem Maß wie wir den Herrn Jesus als das Brandopfer betrachten und Seine Herrlichkeit und Seine Vollkommenheit sehen, wird uns klar, wie angenehm wir sind vor Gott, angenehm gemacht in dem Geliebten. Die Bedeutung dieses Verses verstehen wir nur in dem Maß, wie wir erkennen, was der Geliebte für das Herz Gottes bedeutet. Und je mehr ich von Ihm erkenne, je mehr ich verstehe, wie Er geliebt ist, umso mehr verstehe ich, was ich für das Herz Gottes bin. Das finden wir hier. Darum wird es gesagt, und darauf legt das Wort den Nachdruck: „… zum Wohlgefallen für ihn vor dem HERRN“. Das Wohlgefallen, das Gott in dem Herrn Jesus als dem Brandopfer findet, ist auf uns übertragen worden. Gott macht uns das gleich zu Anfang klar.

Aber danach sagt Er uns, was wir weiter tun müssen. Wir haben vorher zu Hause gesehen, dass das Opfer äußerlich vollkommen ist. Jetzt folgt: „Und er soll das junge Rind schlachten vor dem HERRN“. Dann beschäftigen wir uns damit, dass diese wunderbare Person gestorben ist und dass Er freiwillig in den Tod gegangen ist, um Gott zu verherrlichen, wie Johannes 10 es uns sagt.

Bedenken wir: Es ist nicht das Sündopfer, sondern das Brandopfer. Wir beschäftigen uns mit Seinem Tod. Wir müssen es für uns selbst verwirklichen: Der, der das Opfer brachte, musste selbst das Tier töten, d. h. er musste eindringen in das, was der Tod für den Herrn Jesus bedeutete, auch was Er als Sündopfer gelitten hat, aber immer in Verbindung damit, dass Er in dem Augenblick, als dieses furchtbare Leiden über Ihn kam und Er der Gegenstand von Gottes Zorn und Rache war, Gott verherrlicht und freiwillig diesen Platz eingenommen hat, um Gott durch Seinen Gehorsam zu verherrlichen. Gott sagt: Betrachtet das, dann werdet ihr etwas davon verstehen, was Er für mich ist, und ihr könnt es mir als Opfer darbringen, was ihr von Seiner Herrlichkeit seht, die in diesem Werk offenbart ist. Das ist immer angenehm für mich, das ist für mich ein Wohlgeruch, ein lieblicher Geruch. Und je mehr ihr das betrachtet, umso mehr werdet ihr verstehen, was ihr jetzt in meinen Augen seid; denn das, was ihr bei Ihm seht, diese Wohlannehmlichkeit, wird euch zugerechnet; ihr seid angenehm gemacht in dem Geliebten.

„… die Söhne Aarons, die Priester, sollen das Blut herzubringen“. Die Söhne Aarons sind diejenigen, die praktisch den Dienst ausüben, die also gewohnt sind, in der Gegenwart Gottes, im Heiligtum zu sein. Es gab auch Töchter Aarons. Sie durften von bestimmten heiligen Speisen essen. Aber sie durften keinen Dienst tun. Man kann zu dem priesterlichen Haus gehören – und alle Gläubigen gehören dazu – und doch nicht praktisch diesen Platz einnehmen. Ein Sohn Aarons war einer aus der priesterlichen Familie, der, in der Gnade aufgewachsen, ein erwachsener Mann geworden war, nach der Sprache des Neuen Testamentes „vollkommen“ geworden war, d. h. (im Bild) die christliche Stellung verstand. Er verstand, was es bedeutet, ein Kind Gottes zu sein und in Christus in die himmlischen Örter versetzt zu sein und war dann gewöhnt, von seinen Vorrechten Gebrauch zu machen, ins Heiligtum einzugehen und dort täglich in der Gegenwart Gottes zu dienen.

Solch ein Gläubiger kann das tun, was wir hier sehen. Einer, der gewohnt ist, in der Gegenwart Gottes zu stehen, hat gelernt, was sich da geziemt, wie alles in Gottes Gegenwart geschehen sollte. Er kann darum in wohlannehmlicher Weise das Blut nehmen und es ringsum an den Altar sprengen, wie wir gesehen haben. Solch ein Sohn Aarons kennt den Wert dieses Blutes, das von dem wunderbaren Werk des Herrn Jesus spricht, von aller Sünde reinigt und so kostbar ist für Gott, weil Er dadurch vollkommen verherrlicht ist. Wir können es ringsum an den Altar sprengen, d. h. den Platz, wohin das Volk kommt, um seine Opfer zu bringen und von wo diese Opfer als ein Feueropfer lieblichen Geruchs zu Gott aufsteigen. Das Blut ist da als Zeichen der Kostbarkeit des Werkes des Herrn Jesus. Wie wunderbar ist es, gewöhnt zu sein, in der Gegenwart Gottes zu stehen, mit Seinen Gedanken vertraut zu sein, durch praktische Gewohnheit zu wissen, was sich in der Gegenwart eines heiligen Gottes geziemt und dann imstande zu sein, zu dienen und zu handeln – auch wenn wir sonntagmorgens zusammen sind, um unsere Opfer zu bringen, zu wissen, wie wir das auf Gott wohlannehmliche Weise tun können und mit Einsicht in das, was sich für uns vor Gott geziemt.

Weiter lesen wir: „… er soll dem Brandopfer die Haut abziehen und es in seine Stücke zerlegen“. Der Opfernde soll nicht nur das Äußere sehen. Er muss es in seine Stücke zerlegen, d. h. jedes Teil besonders nehmen: Die Liebe des Herrn, Seine Heiligkeit, Seine Gerechtigkeit, Seine Wahrheit besonders sehen – alles, was bei Ihm ist, wenn ich es mit Ehrfurcht sagen darf: All die Charakterzüge des Herrn Jesus besonders nehmen und sie betrachten und sehen, wie vollkommen alles bei Ihm ist. Seine Liebe, Seine Heiligkeit, Seine Gerechtigkeit, Seine Wahrheit waren vollkommen, ja, Er war der Wahrhaftige, wie Er sagen konnte, als man Ihn fragte, wer Er sei: „Durchaus das, was ich auch zu euch rede“ (Joh 8, 25), d. h. jedes Wort, das Er sprach, und jede Tat, die Er tat, war die Offenbarung dessen, was Er wirklich war. Und Gott sagt: Betrachte das, wie kostbar Er ist, innerlich und äußerlich, wie in Ihm alles vollkommen ist. Betrachte es!

Dann können die Söhne Aarons ihren Dienst tun – denn nur sie wissen, was sich in der Gegenwart Gottes geziemt –: „Und die Söhne Aarons, die Priester, sollen die Stücke, den Kopf und das Fett auf dem Holz zurichten über dem Feuer, das auf dem Altar ist. Und sein Eingeweide und seine Beine soll er mit Wasser waschen“ (3. Mo 1,7–9). Eingeweide sind das Innere, die inneren Gefühle, die wir bei dem Herrn zum Beispiel in den Psalmen finden. Und auch „seine Beine (die Kraft) soll er mit Wasser waschen“ – mit anderen Worten: Die Schärfe des Wortes Gottes anwenden, um zu sehen, zu prüfen, ob Seine Gefühle und seine Kraft vollkommen waren. Das Endresultat wird immer sein, dass wir sehen, dass das Wort hier nichts zu reinigen braucht, dass alles vollkommen mit Gottes Gedanken in Übereinstimmung ist.

„… und der Priester soll das Ganze auf dem Altar räuchern: Es ist ein Brandopfer, ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN“ (3. Mo 1,9). Welch ein wunderbarer Dienst ist diese Darbringung! Wir sehen, dass das ganze Opfer auf dem Altar dargebracht werden muss. Es wurde verbrannt, geräuchert, ganz ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem Herrn und nicht für uns. Aber glauben wir nicht, dass das Herz des Israeliten, des Sohnes Aarons, der diesen Dienst tat, voll Wonne und voll Bewunderung war, wenn er selbst auch nicht davon essen durfte, aber doch sah, wie herrlich das war? Wenn die Herrlichkeit auch zu hoch war, um von ihm verstanden zu werden, zu tief für ihn, um sie zu ergründen, eine Herrlichkeit, die nur Gott völlig schätzen konnte, so sah er doch etwas von dieser Herrlichkeit. Wenn es auch ein Opfer lieblichen Geruchs dem Herrn war, stand er doch dabei und roch diesen lieblichen Geruch.

Und glauben wir, wenn wir versammelt sind am Zelt der Zusammenkunft, um als Volk Gottes und Priester unsere Opfer des Lobes und Dankes zu bringen, wenn wir den Herrn in Seiner Herrlichkeit betrachten, und das, womit wir uns zu Hause beschäftigt haben und was wir in diesem Augenblick sehen, als unser Opfer Gott anbieten, was zu hoch ist für uns – glauben wir, dass unsere Herzen dabei kalt bleiben und dass, wenn es auch nur für Gott ist, unsere Herzen nicht mit Bewunderung für diese wunderbare Person in Seinem wunderbaren Werk gefüllt werden? Wir werden darin Gemeinschaft mit dem Vater haben.

Glauben wir nicht auch, dass, je mehr wir von der Herrlichkeit dieses Werkes verstehen, wir desto mehr eingehen werden in das, was es bedeutet, angenehm gemacht zu sein in dem Geliebten? Wenn ich also im Anfang komme und wahrscheinlich noch kein Sohn Aarons bin, werde ich doch, je mehr Brandopfer ich bringe, bald so sein, dass ich nur danach verlange, in der Gegenwart Gottes zu sein. So werde ich bald ein Sohn Aarons sein, der gewöhnt ist, in der Gegenwart Gottes zu stehen und werde bald auch reich genug sein, um solch ein großes Opfer zu bringen, wie wir es hier gesehen haben.

Es ist klar, dass die drei Arten von Brandopfern, von denen wir gelesen haben, verschiedene Größen von Opfern darstellen. Das erste Opfer ist ein Männliches vom Rindvieh, das zweite vom Kleinvieh, von den Schafen oder von den Ziegen, und das dritte vom Geflügel, von Turteltauben oder jungen Tauben.

Wir sehen, dass da ein großer Unterschied ist. Gott konnte erwarten, dass jeder Israelit ein Männliches vom Rindvieh brachte; denn Gott hatte Sein Volk doch reich gesegnet. Aber wenn einer nicht reich genug war – und normalerweise war das seine eigene Schuld – dann durfte er mit dem kommen, was er besaß. Dann durfte er auch von den Schafen oder von den Ziegen bringen. Und wenn er selbst das nicht bezahlen konnte, dann durften es auch Turteltauben oder junge Tauben sein – wenn es nur etwas war, was von dem Herrn Jesus und Seiner Herrlichkeit sprach, so wie es hier in dem Brandopfer gesehen wird.

Das ist ein kostbarer Gedanke für uns. Oh, Gott hat uns Sein Wort gegeben, worin Er alle Seine Gedanken offenbart hat, und jeder von uns hat dieses Wort, und Gott hat jedem, der bekehrt und wiedergeboren ist und dem Evangelium geglaubt hat, den Heiligen Geist gegeben, der dieses Buch lebendig macht. So können wir alle Gedanken Gottes verstehen, auch alles, was Gott uns offenbart hat über die Person und das Werk des Herrn Jesus. Und dies ist eigentlich der ganze Inhalt des Wortes Gottes. Wenn ich also nicht so reich bin, weil ich mir das nicht zu Eigen gemacht habe, dann ist das meine Schuld; denn ich habe die Mittel dazu. Ich habe das Wort Gottes, und ich habe in den 42 Jahren, in denen der Heilige Geist in mir wohnt, Gelegenheit gehabt, das Wort betend zu studieren, und Gott hätte mir all die Reichtümer aus Seinem Wort geben wollen. Wenn ich jetzt also nicht reich genug bin, um einen Stier zu bringen, dann ist es meine Schuld. Aber die Gnade Gottes ist so groß, dass, wenn ich auch zu arm bin und nicht mehr bezahlen kann, Er mit einem Opfer von den Schafen oder von den Ziegen zufrieden ist, wenn es nur etwas ist, was auf den Herrn Jesus hinweist.

Das gilt nicht nur, wenn ich zu arm bin, weil ich zu faul gewesen bin, um Sein Wort in mich aufzunehmen. Es kann ja auch sein, dass einer viel weniger Zeit und Gelegenheit gehabt hat, das Wort zu studieren, sodass er noch nicht so viele Reichtümer hat sammeln können, weil er noch zu jung im Glauben ist – wenn er nur etwas empfangen hat! Und wer könnte das Wort Gottes studieren, betend studieren, ohne Schätze über die Person und das Werk des Herrn Jesus zu sammeln, Schätze über das, was Sein Werk für Gott bedeutet? Der Opfernde darf das bringen, was er hat. Wenn es kein Rind. ist, dann darf er ein Schaf oder eine Ziege bringen, und wenn er selbst das nicht hat, dann darf er zwei Turteltauben bringen, wenn es nur etwas ist, was von dem Herrn Jesus spricht. Von allen drei Opfern wird gesagt: „Es ist ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN“.

Aber unsere trägen Herzen könnten daraus die Schlussfolgerung ziehen, dass es also gleich ist, was wir bringen. Wir könnten meinen, dass wir nicht fleißig zu sein brauchen, das Wort zu untersuchen, um Gott ein Opfer bringen zu können. Wenn wir also sonntagmorgens zusammenkommen, um den Tod des Herrn zu verkündigen und in Verbindung damit unsere Opfer von Lob und Dank zu bringen, so wie Hebräer 13 uns sagt, „die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen“, dann könnten wir denken: Ach, wenn wir in der Versammlung sind, dann werden wohl von selbst Lob und Dank in unseren Herzen aufsteigen, und dann werden wir schon Opfer bekommen, die wir bringen können. Da werden wohl Brüder sein, die ein Lied vorschlagen oder ein Kapitel vorlesen oder im Gebet Gedanken aussprechen, die die Gefühle unserer Herzen warm machen, und dann, dann können wir doch opfern.

Aber Gottes Wort macht uns klar, dass dann zwei Schaden leiden. Wenn wir Gott nur wenig geben können, empfängt Er nicht, was Er so gern haben will, das, was einige Kapitel weiter Sein Brot, Seine Speise genannt wird. Aber es ist auch für den Opfernden selbst ein großer Schaden, wenn er nicht ein Opfer vom Rindvieh bringen kann. Wenn Gott in Seiner Gnade auch nicht ausdrücklich sagt, dass derjenige, der wenig bringt, selbst Schaden leidet – Sein Wort macht es doch deutlich, und aus Erfahrung wissen wir auch, dass es so ist.

Bei einem Opfernden, der ein Brandopfer vom Rindvieh bringt, sehen wir, dass das einer ist, der sich so mit dem Herrn Jesus beschäftigt hat, dass er in der Betrachtung des Werkes des Herrn Jesus in seinem Charakter als Brandopfer reich geworden ist. Er ist so reich geworden in der Erkenntnis dessen, was dieses Opfer für Gott bedeutet, wie der Herr Jesus Gott verherrlicht hat und was Er aufgrund dessen jetzt in dem Herzen Gottes ist – der Geliebte, in dem Er all Sein Wohlgefallen gefunden hat –, dass er weiß, welche Stellung er einnimmt, welchen Platz er in dem Herzen Gottes hat. Und er weiß, wenn er zu Gott kommt, dass er da stehen darf in all der Wohlannehmlichkeit, die der Herr Jesus als Brandopfer für Gott hat. Denn man kann sich nicht mit dem Werk des Herrn beschäftigen, ohne immer mehr überzeugt zu werden, dass das ganze Werk uns zugerechnet wird und dass wir zu Gott kommen, bekleidet mit all der Wohlannehmlichkeit dieses Brandopfers, mit allem, was Gott so wohlannehmlich findet in diesem Opfer. Wir sehen dann auch, wenn der Opfernde an den Eingang des Zeltes der Zusammenkunft kommt, dass er seine Hände auf den Kopf des Brandopfers legt, „und es wird wohlgefällig für ihn sein, um Sühnung für ihn zu tun“.

Das sind wichtige Dinge. Er legt seine Hand auf den Kopf des Opfers, weil er sich klar geworden ist, dass er mit diesem Opfer vollkommen einsgemacht ist. Je mehr wir uns mit dem Werk des Herrn Jesus beschäftigen, desto mehr werden unsere Herzen von dem Bewusstsein durchdrungen: Wir sind einsgemacht mit Ihm, und derjenige, der sich wenig mit dem Werk des Herrn Jesus beschäftigt, wird diese Gefühle weniger haben.

Aber dann wird auch gesagt: „… es wird wohlgefällig für ihn sein“. Er selbst weiß, dass das wohlgefällig für ihn ist; es ist nicht nur so, dass Gott es weiß. Oh ja, Gott sieht jeden der Seinigen bekleidet mit den Kleidern des Heils, bekleidet mit all der Herrlichkeit des Werkes des Herrn Jesus und der Herrlichkeit Seiner Person als dem, der das Werk vollbrachte. Aber der Opfernde selbst weiß es jetzt auch. Gott sagt es ausdrücklich zu ihm, und, wie gesagt, man kann sich nicht viel beschäftigen mit dem Werk des Herrn Jesus als dem Brandopfer, ohne dass der Heilige Geist in unseren Herzen die Überzeugung immer fester wirkt, dass wir in Christus sind, angenehm gemacht in dem Geliebten. Und je mehr man den Geliebten kennt, je mehr man weiß, was der Herr Jesus für Gott ist, umso mehr weiß man dann, was dieser Ausdruck bedeutet, und welchen Platz wir haben, welchen Platz ich habe in den Gefühlen und der Liebe des Vaters. Das wird hier angedeutet.

Aber dann zweitens: „Es wird wohlgefällig für ihn sein, um Sühnung für ihn zu tun“, und das verstärkt das soeben Gesagte noch mehr. Ich habe schon gesagt, dass das Brandopfer nicht die Seite des Werkes des Herrn Jesu darstellt, die mit unserer Sünde und unseren Sünden in Verbindung steht – diese Seite würde das Sünd- und Schuldopfer sein. Das Brandopfer steht also nur mit der Verherrlichung Gottes in Verbindung über das hinaus, was im Hinblick auf unsere Sünden notwendig war. Und doch steht hier, dass es sein wird, um Sühnung für uns zu tun.

Die Bedeutung ist für uns klar, wenn wir wissen, was das Wort „Sühnung“ hier bedeutet. Das hebräische Wort, das wir hier und auch in 3. Mose 16 haben, bedeutet an sich „etwas zudecken oder bedecken“. Das Blut des Sündopfers in 3. Mose 16 bedeckt mich, sodass Gott, wenn Er mich sieht, nicht meine Sünden sieht. Er erblickt nur das Blut, das von einem ausgeübten Gericht spricht. Dann verstehen wir auch, wie das Wort „Sühnung“ in Verbindung mit dem Brandopfer gebraucht wird. Es bedeckt mich, so wie Adam und Eva mit der Haut des Opfers, der Tiere, die Gott schlachtete, bekleidet wurden. Gott sah nicht mehr, was sie als sündige Menschen waren. Er sah sie bekleidet mit allem, was das unschuldige Tier war, das gestorben war.

Und so haben wir in Kapitel 7,8 gesehen, dass der Priester, der jemandes Brandopfer darbringt, die Haut des Brandopfers bekommt, und wir verstehen in Verbindung mit 1. Mose 3, was das bedeutet. Der Priester wurde damit bekleidet, und so wurde alles bedeckt, was er war, sein ganzer Leib, alle seine Fehler. Gott sieht ihn nicht nur als einen, dessen Sünden vergeben sind, sondern Er sieht auch all die Schwachheiten, alles, was einer in sich selbst ist, durch die Kostbarkeit des Herrn Jesus bedeckt. Es ist mit ihm so wie mit den steinernen Tafeln in 5. Mose 10, die in die Lade von Holz gelegt wurden. Wir wissen, dass die Lade von dem Herrn Jesus als dem wahrhaftigen Menschen spricht, der niemals gesündigt hat, sondern der auch in Seinem Leben auf Erden vollkommen ein Wohlgefallen für Gott war. Gottes Auge hat nie etwas in Ihm wahrgenommen, was nicht wohlgefällig vor Ihm war. So kann Gott die steinernen Tafeln in der Lade nur sehen, bekleidet mit all der Wohlannehmlichkeit des Herrn Jesus als Mensch auf Erden, und hier in 3. Mose 1 mit all der Wohlannehmlichkeit dieses wunderbaren Menschen Christus Jesus, der Gott so verherrlicht hat, wie Gott niemals verherrlicht worden war.

Da sehen wir das, was ich soeben sagte, dass man niemals zu Gott kommen kann, um Ihm etwas zu bringen, ohne selbst viel zu empfangen. Es ist wahr, wir wissen es alle – ich nehme jedenfalls an, dass jeder von uns es weiß –, dass das Werk des Herrn Jesus uns zugerechnet wird – aber wissen wir, was uns zugerechnet wird? Wissen wir, was das Werk für Gott bedeutete und bedeutet? Das ist die große Frage.

Nehmen wir einmal an, wir erhielten die Nachricht, dass jemand uns ein Haus hinterlassen hat, sagen wir, in Berlin. Wie können Sie sagen, was das für Sie bedeutet, wenn Sie nicht wissen, was für ein Haus das ist, wo es steht, wie es eingerichtet ist und wie der Zustand ist? Sie wissen nicht, ob es einen Cent wert ist oder ob Sie es vielleicht besser los wären, ohne Kaufpreis, oder ob es eine Million Euro wert ist. Sie können es nicht sagen, bevor Sie es nicht untersucht haben.

Und wenn wir wissen, dass das Werk des Herrn Jesus uns zugerechnet wird, wann wissen wir, was das bedeutet? Erst wenn wir wirklich das Werk betrachtet haben und sehen, was Gott von diesem Werk denkt, wie kostbar es in Seinen Augen ist. Und das haben wir vor allen Dingen im Brandopfer, wo wir sehen, was das Werk für Gott bedeutete und wie Er darin verherrlicht ist. Und das Resultat ist, dass der Opfernde (der sich mit dem Herrn beschäftigt und so reich wird in der Erkenntnis der Herrlichkeit Seines Werkes, dass er Gott ein Brandopfer vom Rindvieh bringen kann) sich sehr wohl bewusst wird all der Annehmlichkeit, die er vor Gott hat, denn er weiß: Alles, was ich von diesem Brandopfer gesehen habe, wird mir zugerechnet, und Gott sieht mich an in Ihm, der dieses Werk vollbracht hat. Ich bin angenehm gemacht in dem Geliebten.

Es ist wahr: Wenn ich mit einem Schaf oder einer Ziege komme, wenn es auch kein Rind ist, ist das auch wohlannehmlich für Gott. Wir wissen z. B. aus 1. Korinther 9, dass ein männliches Rindvieh von dem Ausharren im Dienst spricht. Das ist der höchste Charakter des Werkes des Herrn Jesus: Ausharrend bis ans Ende, alles erduldend, aber mit göttlicher Kraft weitergehend, ohne Sich auch nur für einen Augenblick aufhalten zu lassen, bis alles vollendet war, bis Gott vollkommen offenbart war und alles getan war, was Gott wünschte.

Im Schaf sehen wir einen anderen Charakterzug des Herrn Jesus. Wir wissen, dass das tägliche Brandopfer ja auch ein Schaf war, und Jesaja 53 lehrt uns, was das Schaf darstellt: Nicht die göttliche Energie, die der Herr in Seinem Werk offenbarte, sondern Seine Sanftmut, mit der Er alles über Sich ergehen ließ. Er wurde zur Schlachtbank geführt, ohne Sich zu widersetzen. Wir können es auch in dem Bild von Isaak in 1. Mose 22 sehen, wie er willig mit Abraham ging, wie er sich binden ließ. Er leistete keinen Widerstand. Aber wir finden beim Schaf nicht die aktive Energie wie bei einem Ochsen, der sein Werk tut. Die Sanftmut ist eine kostbare Eigenschaft des Herrn Jesus; aber wir sehen hier, es ist nicht das Höchste, was wir bei Ihm in Seinem Werk finden.

Und wenn wir an das Dritte denken: Geflügel, Turteltauben, dann sieht jeder darin ein Bild des Herrn Jesus als des Menschen vom Himmel, und es ist das Höchste, was wir von dem Herrn als Mensch denken können. Er ist der Mensch vom Himmel, und selbst der ärmste Gläubige, der am wenigsten bringen kann, hat oft einen wunderbaren Gedanken über den Herrn Jesus. Aber es ist eine Turteltaube, die, wenn sie auch diesen Gedanken wiedergibt, nicht von dem spricht, was in dem Lamm dargestellt wird und auch nicht von dem, was der Stier, das männliche Rindvieh, versinnbildlicht. Die Turteltaube enthält nur diesen einen Gedanken. Und das Resultat ist auch, dass wir bei den beiden letzten Opfern nicht finden, dass der Opfernde seine Hand auf den Kopf des Opfers legt.

Wenn man sich wenig mit dem Herrn und Seinem Werk beschäftigt hat und vielleicht nur eine Seite sieht, wie kostbar sie auch sei – denn es ist herrlich, den Herrn Jesus als den Menschen vom Himmel zu sehen, der in Wirklichkeit Gott war und Mensch geworden ist –, so sieht man doch nicht, wie vollkommen wir mit Ihm einsgemacht sind. Wir finden hier nicht, auch nicht einmal bei dem Schaf, dass der Opfernde seine Hand auf den Kopf des Opfers legt. Wir finden nicht, dass es wohlgefällig für ihn ist, um Sühnung für ihn zu tun. Es fehlt das wirkliche Bewusstsein davon, was das Werk des Herrn Jesus für uns bedeutet – nicht im Hinblick auf unsere Sünden, sondern, wie es uns in die Gegenwart Gottes gebracht hat, wie es uns vor Gott angenehm gemacht hat, welchen Platz wir jetzt in dem Herzen des Vaters einnehmen, so wie Johannes 17,23 uns sagt, dass der Vater uns liebt, wie Er den Sohn liebte, als Er auf Erden war. Dieser Gedanke wird nur fest in unseren Herzen und wir verwirklichen ihn nur, wenn wir uns viel mit dem Herrn Jesus und Seinem Werk beschäftigt haben, und nicht als Sündopfer, sondern als Brandopfer, sodass wir sehen, was der Herr Jesus für Gott bedeutete, wie der Vater Ihn liebt, was es für uns bedeutet, wenn Gottes Wort uns sagt, dass der Vater Ihn liebt. Und dann wissen wir, dass der Vater uns mit derselben Liebe liebt, die Er zu der wunderbaren Person des Herrn Jesu hat.

So sehen wir, dass das Brandopfer, wenn es kleiner ist, immer mehr Übereinstimmung mit dem Sündopfer hat. Am Ende, bei den Tauben, finden wir sogar, dass fast kein Blut gesehen wird. Das Blut wird an die Wand des Altars ausgedrückt. Es kann nicht mehr gesprengt werden. So wenig Einsicht in die Kraft des Blutes des Herrn Jesus ist da. Und wenn es dann sogar heißt: „Und er trenne ihren Kropf mit seinem Unrat ab und werfe ihn neben den Altar gegen Osten, an den Ort der Fettasche“, dann ist das ein Teil, der nicht als Brandopfer geeignet ist, der nicht wirklich von dem Herrn als Brandopfer spricht, sondern mehr den Charakter des Sündopfers trägt und darum zur Asche geworfen wird und nicht als ein lieblicher Geruch vor dem Herrn verbrannt werden kann.

Ist es nicht auch unsere Erfahrung, dass unsere Herzen oft so wenig mit dem Herrn beschäftigt gewesen sind, dass, wenn wir auch kommen, um Opfer zu bringen, es fast ein Sündopfer ist, was wir bringen, weil es immer nur geht um das, was das Werk des Herrn Jesus für uns bedeutet und wir unsere Herzen nicht mit dem gefüllt haben, was es für Gott bedeutet? Oh, es ist wunderbar zu sehen, dass alle unsere Sünden abgewaschen sind durch das Blut des Herrn Jesus. Es ist wunderbar, singen zu können: „Auf dem Lamm ruht meine Seele, betet voll Bewund’rung an. Alle, alle meine Sünden hat Sein Blut hinweg getan“. – Wunderbar, zu wissen: Es gibt kein Gericht mehr für mich! Aber wenn ich mit dem Herrn beschäftigt bin, so wie Gott Ihn sieht, mit all dem, wie Er Gott verherrlicht hat, dann wird mein Herz so reich und voll von Seiner Herrlichkeit und der Herrlichkeit Seines Werkes, dass ich keine Gedanken mehr über mich selbst und meine Sünden habe, sondern dass ich an Ihn denke in dem Bewusstsein, dass Er mein Heiland ist, dass ich einsgemacht bin mit Ihm und dass Er das Werk für mich vollbracht hat. Und ohne dass ich bewusst denke: Ich bin mit Ihm einsgemacht, wird das mein Herz füllen. Es kann sich keiner so mit dem Herrn beschäftigen, ohne dass sein Herz es fühlt und er demgemäß handelt.

Dann ist man nicht mehr mit sich beschäftigt, sondern mit Ihm und dem, was Sein Werk bedeutet, mit Seiner Kostbarkeit, und man bietet Gott das an. Weil man Ihn, weil man das Brandopfer auf seinen Händen trägt und es Gott anbietet, kommt man in Gottes Gegenwart, ohne an sich selbst zu denken. Aber weil das Herz sieht, wie kostbar dieses Opfer ist, tritt man herzu zu Gott in dem vollkommenen Bewusstsein: Wir sind angenehm für Gott, und wir dürfen Gott das anbieten, was so kostbar für Ihn ist und wovon unsere Herzen die Kostbarkeit gesehen, wenn auch nicht ergründet haben. Diese Kostbarkeit ist zu groß, als dass wir sie ergründen könnten; nur Gott kann es tun. Aber wir dürfen es Gott anbieten; wir dürfen es auf unsere Hände nehmen, es besehen: Es ist vollkommen. Wir dürfen dem Opfer die Haut abziehen und sehen: Es ist innerlich vollkommen. Wir dürfen es in seine Teile zerlegen, wie wir es gelesen haben: Alles, innerlich und äußerlich, ist vollkommen. Wir dürfen die Eingeweide, was von den Gefühlen und der Liebe des Herrn spricht, und seine Schenkel, Seine Kraft, mit Wasser waschen, d. h. die Schärfe des Wortes darauf anwenden, um zu beweisen, dass alles vollkommen ist und keinen einzigen Mangel hat.

Und nachdem wir diese Herrlichkeiten gesehen haben, dürfen wir sie Gott anbieten, dürfen vor Ihm aussprechen, was wir in dem Opfer gesehen haben und dabei sagen, wie wunderbar dies alles für uns ist. Wir sind uns bewusst, dass es weitaus kostbarer ist, als wir jemals ergründen können, und darum bieten wir es dir an, o Vater, denn wir wissen, du allein kennst seinen vollen Wert, und für dich allein ist es wirklich ein Feueropfer lieblichen Geruchs.

Aber auch die Priester, die Gott das Opfer bringen, wissen: Es ist nur für Ihn. Sie riechen den lieblichen Geruch, denn sie selbst bringen es auf den Altar und riechen es, wenn es auch nur für Gott bestimmt ist. Wenn wir das Brandopfer auch nur bringen, um es Gott anzubieten, so empfangen wir unser Teil doch, wenn wir auch nicht davon essen dürfen.

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