Das Passah des HERRN

"So werde ich an euch vorübergehen"

Die Bedeutung der Zusicherung des HERRN: „So werde ich an euch vorübergehen“ ist häufig missverstanden worden. Von vielen wird es als bloße Verschonung vor dem Verderben ausgelegt; dagegen ist doch in diesen Worten sehr viel mehr enthaltenen. Wir führen hier den ganzen Vers 23 an, um die ganze Zusicherung des HERRN vor uns zu haben: „Und der HERR wird hindurchgehen, die Ägypter zu schlagen; und sieht er das Blut an der Oberschwelle und an den beiden Pfosten, so wird der HERR an der Tür vorübergehen und wird dem Verderber nicht erlauben, in eure Häuser zu kommen, um zu schlagen“.

Das 'Hindurchgehen' des HERRN ist also die eine Sache, aber das 'Vorübergehen' des HERRN ist eine ganz andere Sache. Wir wollen jetzt das zweite davon untersuchen. Was bedeutet das Vorübergehen? Eine Hilfe zum Verständnis gibt uns Jes 31,5: „Gleich schwirrenden Vögeln, also wird der HERR der Heerscharen Jerusalem beschirmen: beschirmen und erretten, schonen und befreien“. Die Ausdrucksweise in Jes 31 ist der in 2. Mo 12 sehr ähnlich, und ihre Bedeutung ist leicht zu erfassen. Es ist der Gedanke eines Mutter-Vogels, der über seinem Nest schwebt und es sorgfältig beobachtet und seine Jungen bewacht. Das ist es, was der HERR in Ägypten all denen verheißen hatte, die gehorsam Seinem Wort das Blut an ihre Häuser gestrichen hatten. Er Selbst würde der Beschützer dieses Volkes sein. Er Selbst würde zwischen ihnen und allem Schaden stehen. „Er wird dem Verderber nicht erlauben, in eure Häuser zu kommen, um zu schlagen“.

Dies zeigt uns eine wahrhaft wunderbare Seite des Gottes, mit dem wir es zu tun haben. Er stellt Sich ganz sicher auf die Seite derer, die im Glauben Schutz hinter dem Blut Jesu gesucht haben. Die Tatsache, dass Er Seinen Sohn aus den Toten auferweckt hat, ist der öffentliche Beweis, dass allen Ansprüchen Seines Thrones vollkommen begegnet worden ist. In vollkommener Übereinstimmung mit Seinem Wesen der Gerechtigkeit ist Er, gegen den wir alle unsere Sünden aufgehäuft hatten, nun in der Lage, sich selbst als der Beschützer Seines gläubigen Volkes darzustellen. In Treue Seinem Wort und dem kostbaren Blut Jesu gegenüber wird Er niemals - in alle Ewigkeiten nicht - zulassen, dass das Gericht die Seinen trifft. Da dies absolut sicher ist, wollen wir alle knechtische Furcht wegwerfen. In unseren Beziehungen mit einem solchen Gott ist kein Raum für Furcht.

Die Männer von Israel konnten diese Nacht in ruhiger Gewissheit und Sicherheit zubringen. Selbst wenn ihre Ohren das Wehgeschrei anderer erreichten, war das für sie kein Grund zur Beunruhigung. Sie hatten das Blut des Lammes zwischen sich und den Verderber gebracht, und sie hatten den HERRN selbst als Wächter außerhalb ihrer besprengten Türen. Hätten sie sich mit ängstlichen Befürchtungen getragen, würden sie Unehre über Gott in Seiner Treue und Wahrhaftigkeit gebracht haben. So sind auch in unseren Tagen die ungläubigen Befürchtungen vieler, die den Heiland aufrichtig lieben, eine tiefe Beleidigung für den Gott unseres Heils.

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