Die Edelsteine der Heiligen Schrift

Der Onyx

Der Onyx ist der erste Edelstein, den wir in der Heiligen Schrift finden (1. Mose 2,12). Dann finden wir zwei dieser Steine als Schulterstücke auf dem Ephod (Oberkleid), das der Hohepriester Aaron trug. Sie waren mit Gold eingefasst. Auf dem einen Steine waren die Namen von sechs Söhnen Israels eingestochen und auf dem anderen die Namen der übrigen, alle nach ihrer Geburtsfolge (2. Mose 28,9-14). Das Brustschild des Hohenpriesters war ebenfalls mit einem Onyx geschmückt, dagegen finden wir ihn nicht unter den Steinen, welche die Grundlagen des himmlischen Jerusalems zieren (Off 21).

Nicht zu verwechseln ist der Onyx der Heiligen Schrift mit dem schwarzen, oft mit weißen Adern durchzogenen Stein, der heute unter dem gleichen Namen bekannt ist. Der biblische Onyx hatte die Farbe der Fingernägel, daher der Name Onyx, was „Nagel“ bedeutet. Das ist ein Hauptmerkmal, das wir bei diesem Edelstein zu beachten haben. Vielleicht könnten wir noch die Eigenschaften hervorheben, dass er leicht gestochen werden kann, da nicht alle Edelsteine die gleiche Härte aufweisen.

Welches ist nun die Bedeutung des Onyxes? Was wollen uns die merkwürdigen Eigenschaften dieses Edelsteines sagen? Die Antwort gibt uns die Heilige Schrift selbst, Gott benutzt oft Bilder, um uns in einer genauen und Ihm würdigen Weise Seine Gedanken kundzutun. Vor allem will Er uns Den vorstellen, der unser Hohepriester ist Den, welcher Sein eigenes Blut ins Heiligtum trug und uns jetzt auf Seinen starken Schultern trägt, immerdar für uns betet und sich für uns verwendet.

In den Verordnungen über die Opfer der Geflügel lesen wir, dass der Hohepriester den Kopf des Vogels mit dem Nagel einkneifen 1 und ihn auf dem Altar räuchern musste (3. Mose 1,15). Es wird kaum notwendig sein, zu sagen, dass dieses Opfer vom erhabeneren und vollkommeneren Opfer dessen spricht, der vom Himmel herabgekommen ist und durch die Hand ruchloser Menschen getötet worden ist. Derselbe, Der als der große Hohepriester vermag, mit uns Mitleid zu haben, da Er „in allem versucht worden ist, in gleicher Weise wie wir, ausgenommen die Sünde“ (Heb 4,15); „Denn worin Er selbst gelitten hat, als Er versucht wurde, vermag Er denen zu helfen, die versucht werden“ (Heb 2,18). So verstehen wir leicht, warum die Steine auf den Schultern des Hohenpriesters Onyxsteine waren, welche die Farbe der Nägel der menschlichen Hand hatten. Sie redeten zum Voraus davon, dass ruchlose Menschenhände sich an den Heiligen und Gerechten vergreifen würden. An dem, der sich nunmehr für uns verwendet, bis wir in die himmlischen Wohnungen gelangt sind. Während wir noch Pilger hienieden sind, ruhen wir an Seinem Herzen und gleich wertvollen Edelsteinen sind wir Ihm kostbar. Im himmlischen Jerusalem werden wir Seiner Fürbitte und Seines hohepriesterlichen Amtes nicht mehr bedürfen. Wir werden allen Sorgen und Gefahren dieser Welt und Zeit enthoben sein, und darum begreifen wir, dass der Onyx bei den Grundlagen der himmlischen Stadt nicht zu finden ist.

Fußnoten

  • 1 Der in den meisten deutschen Bibelübersetzungen mit „...Kneipe ihr (der Taube) den Kopf ein“ wiedergegebene Grundtext kann auch mit „... trenne ihr den Kopf mit dem Nagel“ übersetzt werden. So sagt die französische Übersetzung von J. N Darby „et lui détachera la téte avec l´ongle“; Desgleichen die holländische „Staatliche Bibelübersetzung“:“ ...en deszelfs hoofd met sijnen nagel splijten“.
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