Betrachtung über das zweite Buch Samuel (Synopsis)

Kapitel 8-10

Betrachtung über das zweite Buch Samuel (Synopsis)

Indem er von den Empörungen des Volkes völlig befreit ist 1, übt David seine Macht aus, um sich seine Feinde zu unterwerfen. Die im Lande Israel wohnenden Philister werden unterworfen. Metheg-Amma bedeutet: „Zaum der Hauptstadt". David hielt den Schlüssel der Macht. Moab wurde unterworfen und tributpflichtig gemacht. Schließlich werden die äußeren Feinde, die Syrer, auch entweder besiegt, oder sie unterwerfen sich. Die Edomiter werden David zu Knechten, und Jehova bewahrt David überall, wohin er geht.

In alledem haben wir wiederum den Mann des Glaubens und das Vorbild des Herrn Jesus, des Königs in Zion, der über die Feinde Israels siegreich ist und Israel in den Besitz des verheißenen Landes bringt (1.Mo 15, 18), und zwar bis zum Euphrat. Er heiligt die Beute dem Jehova. Er regiert über ganz Israel, und er übt Recht und Gerechtigkeit an seinem ganzen Volke aus. Die Genossen seines Pilgerpfades nehmen an der Herrlichkeit seines Reiches teil - in allem ein Vorbild des Reiches Christi.

Er handelt auch in Gnade gegenüber dem demütigen Überrest des Hauses Sauls; und wenn Mephiboseth nicht mit der Herrlichkeit seines Reiches verbunden ist, so genießt er das Vorrecht der Tafel des Königs, der ihm Güte erweist, obwohl Mephiboseth zur Familie seines Feindes und Verfolgers gehört, gleichzeitig aber auch zu jenem kleinen Überrest, den der von Gott erwählte König begünstigte (und selbst deswegen von den Mächtigen gehaßt wurde). Er genießt auch das ganze Erbteil seiner Familie.

Dieses ergreifende und holdselige Zeugnis von der Güte und Treue Davids in Gnade scheint mir, uns ein Bild der Beziehungen Christi zum Überrest Israels zu geben, oder wenigstens des Geistes dieser Beziehungen. Es war „die Güte Gottes", die die Familie Sauls, des Feindes der Krone Davids, heraussuchte - und die auf dem Repräsentanten Jonathan ruhte, dessen Geschichte wir gelesen haben und der im Vorbilde diejenigen darstellt, die Christo im Hinblick auf Sein Reich (auf das ihre Gedanken beschränkt sind) anhangen. Der Überrest genießt die Auswirkung der Aufrichtung des Reiches, er steht aber nicht in den Reihen derer, die den Thron umgeben, nachdem sie an den Leiden des verachteten und verworfenen Königs teilgehabt haben.

Kapitel 10, dessen Einzelheiten wir überspringen werden, stellt uns den allgemeinen Grundsatz der Regierung des Königs in Zion vor Augen. Wenn die Gnade von denen verachtet wird, denen sie erwiesen wurde, so folgt darauf das Gericht des Königs. Widerstand und Aufruhr dienen nur dazu, seine Macht an demselben Orte zu festigen, wo der Widerstand versucht wird. Es nützt nichts, sich gegen die Macht des von Gott auserwählten Königs aufzulehnen.

Fußnoten

  • 1 Vergleiche Psalm 18, 43, wo der gerechte leidende Christus (unter dem Vorbild Davids) die Quelle aller Segnungen für Israel, von Ägypten bis zum Ende, ist.
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