Betrachtung über das zweite Buch Samuel (Synopsis)

Kapitel 22-23

Betrachtung über das zweite Buch Samuel (Synopsis)

Die darauf folgenden Lieder enthalten tief interessante Unterweisungen. In Kapitel 22 kommt David aus seinen Leiden und seiner Bedrängnis mit einem Liede des Triumphes und des Lobes hervor. In seinen Leiden hatte er gelernt, was Gott ist. Er rühmt alles, was Gott für ihn gewesen war, alles, als was Er Sich in seinen Nöten und Gefahren erwiesen hatte, die Wirkung der Kraft Gottes ihm zugunsten, und das herrliche und gepriesene Ergebnis dieser Kraft. Alles dieses wird in einem Liede wiedergegeben, dessen Ausdruck sich nur in Christo Selbst völlig erfüllen wird.

In Kapitel 23 rühmt er sein Wohlergehen. Aber welcher Unterschied! Es ist wahr, daß er erklärt, was Christus, wenn Er regiert, sein wird, und er tut das in Worten anziehendster Schönheit, einer Schönheit, die den Verstand gefangennimmt und ihn in die glückselige Herrschaft Christi entrückt, in dieses gesegnete „zukünftige Zeitalter, von welchem wir reden. Dann aber kommt dieser traurige Gedanke - „obwohl mein Haus nicht also ist“.

In dem ersten dieser beiden Lieder ist noch etwas weiteres zutiefst Interessantes. David redet als ein Prophet; und wie er es in so vielen anderen Fällen getan hatte, verkörpert er den Herrn Jesum, den Herrn Jesum in Verbindung mit Israel. So stellt uns dieses Lied die Leiden Christi vor Augen (und zwar als den Vertreter Israels, wie Er oft von der Nation redet, als ob sie Er Selbst sei), Leiden, die auch eine andere weit überragendere Befreiung erwirkten als die Ursache der Befreiung aus Ägypten und aller Segnungen Israels, bis zur Aufrichtung der Herrlichkeit des Messias im zukünftigen Zeitalter. Er umgibt den ringenden Kampf Christi mit der ganzen Geschichte Israels in Errettung und Segnung, von Pithom und Raemses bis zur Befreiung von dem Manne der Gewalttat am Ende der Tage, und der Unterwerfung der Nationen unter das Zepter des Messias; und er verleiht ihrer Drangsal in Ägypten eine Stimme.

In Kapitel 23 ist der Bund „all seine Rettung und all sein Begehr“, obwohl Er es zu jener Zeit „nicht sprossen läßt“. Das Gericht muß vollzogen werden, bevor der volle von ihm erwartete Segen herbeigeführt werden kann, und diese Dornen des Bösen müssen „an ihrer Stätte gänzlich verbrannt werden“. Dies wird beim Kommen Christi stattfinden.

Wenn Gott David ehrt und verherrlicht, vergißt Er diejenigen nicht, die die Energie des Glaubens Davids um ihn versammelt hatte. Der Heilige Geist zählt die mächtigen Helden Davids auf und berichtet über ihre Taten der Tapferkeit und Ergebenheit - Taten, die ihnen einen Namen und Platz erringen, wenn Gott das Volk verzeichnen wird (Ps 87). Joab ist nicht unter ihnen.

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