Betrachtung über das dritte Buch Mose (Synopsis)

Kapitel 2

Betrachtung über das dritte Buch Mose (Synopsis)

Jetzt wende ich mich dem Speisopfer zu. Dieses stellt uns die Menschheit Christi dar: Seine Gnade und Vollkommenheit als eines lebendigen Menschen, der jedoch Gott geweiht und völlig geprüft ist. Es bestand aus Feinmehl ohne Sauerteig, gemengt mit Öl und Weihrauch. Das Öl wurde auf zweierlei Weise gebraucht: es wurde mit dem Mehl gemengt, und der Kuchen wurde mit ihm gesalbt. Die Darstellung Christi (wie Christus Sich als Opfer Gott darstellte) bis in den Tod und Sein tatsächliches Erleiden des Todes und das Blutvergießen mußten zuerst kommen 1, denn ohne die Vollkommenheit jenes Willens bis in den Tod und ohne jenes Blutvergießen, wodurch Gott an dem Orte, wo die Sünde war, vollkommen verherrlicht wurde, konnte nichts angenommen werden, doch mußte die Vollkommenheit Christi als Mensch auf Erden bewiesen werden, und zwar durch die Prüfung des Todes und des Feuers Gottes. Da aber das Sühnungswerk vollbracht wurde und Sein Gehorsam von Anfang an vollkommen war (Er kam, um den Willen des Vaters zu tun), war das ganze Leben als Mensch vollkommen und wohlannehmbar, ein lieblicher Wohlgeruch unter der Prüfung Gottes - so war Seine Natur als Mensch 2. Abel wurde durch Blut angenommen; Kain, der auf dem Wege der Natur kam, indem er die Frucht seiner Arbeit und Mühe darbrachte, wurde verworfen. Alles, was wir von unseren natürlichen Herzen darbringen können, ist „Schlachtopfer der Toren“ (Pred 5, 1), und es beruht auf dem, was im Hervorbringen des Guten versagt hat, und auf der Sünde der Hartherzigkeit, die unseren Zustand nicht anerkennt - unsere Sünde und unsere Entfremdung von unserem Gott. Was könnte ein größeres Zeichen der Hartherzigkeit sein, als, unter den Auswirkungen und den Folgen der Sünde stehend, aus Eden ausgetrieben, zu kommen und Opfergaben darzubringen, und zwar Opfergaben, die die Frucht der gerichtlichen Mühsal des Fluches als die Folge der Sünde war, und das, als ob nichts geschehen wäre? Es war die Vollkommenheit der blinden Hartherzigkeit.

Andererseits aber, gleichwie die erste Tat Adams war, als er im Segen stand, seinen eigenen Willen zu suchen (und deshalb waren er und die ihm gleiche Nachkommenschaft durch den Ungehorsam in dieser Welt des Elends in Zustand und Willen Gott entfremdet), war Christus in dieser Welt des Elends, um Sich in Liebe hinzugeben, um Sich zu weihen und den Willen des Vaters zu tun. Er kam hernieder, indem Er Sich entäußerte. Er kam hernieder durch eine Tat der Ergebenheit gegenüber Seinem Vater, die Ihn alles gekostet hat, auf daß Gott verherrlicht würde. In der Welt war Er der gehorsame Mensch, dessen Wille es war, den Willen des Vaters zu tun; es war die erste große Handlung und die Quelle allen menschlichen Gehorsams und der göttlichen Herrlichkeit durch sie. Dieser Wille des Gehorsams und der Ergebenheit gegenüber der Herrlichkeit Seines Vaters gab allem, was Er tat, das Gepräge eines lieblichen Wohlgeruchs. alles, was Er tat, war von diesem Wohlgeruch durchdrungen.

Es ist unmöglich, das Johannesevangelium 3, oder überhaupt irgendeines der Evangelien, zu lesen, wo das, was Er war, Seine Person, besonders hervorleuchtet, ohne diesen gesegneten Wohlgeruch des liebreichen Gehorsams und der Selbstverleugnung anzutreffen. Es ist nicht eine Lebensgeschichte - es ist Er Selbst, den man unvermeidlich sieht - und auch die Bosheit des Menschen, die gewaltsam die Deckung und den heiligen Bergungsort durchbrach, den die Liebe um Ihn gewirkt hatte, und Den, der mit Demut bekleidet war, durch diese Gewalttat allen Blicken preisgab - die göttliche Person, die in Sanftmut durch die Welt ging -, die Ihn verwarf; das sollte aber nur dieser Selbsterniedrigung, die niemals schwankte, auch wenn Er gezwungen war, Seine Göttlichkeit zu bekennen, Kraft und Seligkeit verleihen. Es war der „Ich bin“, aber in der Niedrigkeit und Einsamkeit des allervollkommensten und selbstverleugnenden Gehorsams; es war kein geheimer Wunsch in Seiner Erniedrigung und durch Seine Erniedrigung Seinen Platz zu behaupten: die Herrlichkeit Seines Vaters war das vollkommene Begehren Seines Herzens. Wahrhaftig war es der „ich bin“, der da war, aber in der Vollkommenheit des menschlichen Gehorsams. Das offenbart sich überall. „Es steht geschrieben“, antwortete Er dem Feind, „nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Worte, das durch den Mund Gottes ausgeht“. Seine beständige Antwort lautete, „Es steht geschrieben“. „Laß es jetzt so sein“, sagte Er zu Johannes dem Täufer, „denn also gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen“. „Den nimm“, sagte Er zu Petrus, und obwohl die Söhne frei sind, „gib ihnen für mich und dich“. Dies ist historisch. Bei Johannes, wo, wie wir gesagt haben, Seine Person mehr hervorleuchtete, wird dies direkter durch Seinen Mund ausgedrückt: „Dieses Gebot habe ich von meinem Vater empfangen“. - „Ich weiß, daß sein Gebot ewiges Leben ist“ - „Daß ich ... also tue, wie mir der Vater geboten hat.“ „Der Sohn kann nichts von sich selbst tun, außer was er den Vater tun sieht.“ Er sagt: „Gleichwie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe“. „Wenn jemand am Tage wandelt, stößt er nicht an.“

Viele dieser Zitate betreffen Gelegenheiten, wo das aufmerksame Auge durch die gesegnete Erniedrigung des Herrn die göttliche Natur - Gott - den Sohn, schaut, nur leuchtender und seliger, weil so verborgen. Das ist so wie die Sonne, auf die des Menschen Augen nicht schauen können, die die Kraft ihrer Strahlen dadurch beweist, daß sie volles Licht durch die Wolken gibt, die ihre Kraft verbergen und mildern. Wenn Gott Sich erniedrigt, ist Er immer noch Gott; es ist immer Er, der es tut. Er konnte nicht verborgen bleiben. Dieser absolute Gehorsam verlieh allem, was Er tat, vollkommene Gnade und Wohlgeruch. Er erschien immer als Einer, der gesandt wurde. Er suchte die Herrlichkeit des Vaters, der Ihn gesandt hatte. Er rettete einen jeden, der zu Ihm kam, weil Er gekommen war, nicht um Seinen Willen zu tun, sondern den Willen Dessen, der Ihn gesandt hatte, und da sie nicht kommen würden, ohne daß der Vater sie zog, so war ihr Kommen Seine Vollmacht, sie zu retten, denn Er sollte unbedingt den Willen des Vaters tun. Aber welche Gesinnung des Gehorsams ist hier zu sehen! Wen errettet Er? einen jeden, den der Vater Ihm gibt - Er ist der Diener Seines Willens. Verspricht Er Herrlichkeit? Es „steht nicht bei mir zu vergeben, sondern ist für die, denen es von meinem Vater bereitet ist“. Er muß belohnen nach dem Willen Seines Vaters. Er ist nichts, außer als um alles zu tun, alles zu vollbringen, was Seinem Vater wohlgefällt. Wer aber könnte das tun, als nur Er, der konnte, Er, der zugleich wollte, der es in solch einem Gehorsam übernahm alles zu tun, was der Vater getan haben wollte? Die Unendlichkeit des Werkes und die Befähigung dazu sind einsgemacht mit der Vollkommenheit des Gehorsams, der keinen Willen hatte, als den eines anderen zu tun. Doch war Er ein einfacher, demütiger, sanftmütiger Mensch, aber der Sohn Gottes, an dem der Vater Wohlgefallen hatte.

Laßt uns jetzt betrachten, wie diese Menschenart für dieses Werk in Gnade ausgerüstet war. Dieses Speisopfer Gottes, von dem Erzeugnis der Erde genommen, war vom feinsten Weizen; das Reine, Abgesonderte und Liebliche in der menschlichen Natur war bei Jesu in all ihren Leiden vorhanden; jedoch in ihrer ganzen Vorzüglichkeit, und vorzüglich in ihren Leiden. Bei Jesus war nichts Unebenes, keine vorherrschende Eigenschaft, um bei Ihm einen besonderen Charakter hervorzubringen. Obwohl von den Menschen verachtet und verworfen, war Er die Vollkommenheit der menschlichen Natur. Die Feinfühligkeit, die Festigkeit, die Entschlossenheit (obwohl auch diese mit dem Grundsatz des Gehorsams verknüpft waren), Erhabenheit und die ruhige Sanftmut, die zur menschlichen Natur gehören, fanden alle ihren vollkommenen Platz in Ihm. In einem Paulus finde ich Energie und Eifer, in einem Petrus innige Liebe; in einem Johannes zartes Feingefühl und Abgeschiedenheit der Gedanken, verbunden mit einem schier unbegrenzten Begehren, das, was er liebte, zu beanspruchen. Die Eigenschaft aber, die wir bei Petrus bemerkt haben, herrscht vor und kennzeichnet ihn. Bei einem Paulus sehen wir, daß er, obwohl er ein gesegneter Diener war, nicht Buße tat, obwohl er Buße getan hatte. Er hatte keine Ruhe in seinem Geiste, weil er Titus, seinen Bruder, nicht fand. Er geht nach Mazedonien, obwohl eine Tür in Troas geöffnet wurde. Er wußte nicht, daß es der Hohepriester war. Er ist gezwungen, sich seiner selbst zu rühmen. Bei ihm, in dem Gott in bezug auf die Beschneidung mächtig war, brach die Furcht des Menschen durch die Treue seines Eifers. Johannes, der Jesum in seinem Eifer hätte verteidigen wollen, wußte nicht, wes Geistes er war und hätte die Herrlichkeit Gottes verboten, wenn ein Mensch nicht mit ihnen wandelte. Solche waren Petrus, Paulus und Johannes.

Bei Jesu aber gab es selbst als Mensch solche Unausgeglichenheit nicht. In Seinem Charakter stach nichts hervor, weil in Seiner Menschenart alles in vollkommener Unterwerfung vor Gott war, alles war an seinem Platz, vollzog genau seinen Dienst, um dann zu verschwinden. Gott wurde darin verherrlicht, und alles war harmonisch. Wenn Sanftmut Ihm geziemte, war Er sanftmütig; wenn Unwille, wer konnte vor Seinem überwältigenden und vernichtenden Tadel bestehen? Zärtlich gegenüber dem „ersten der Sünder“ in der Zeit der Gnade, unbewegt durch den herzlosen Hochmut eines kalten Pharisäers (der neugierig darauf war zu urteilen, wer Er war); als die Zeit des Gerichts kam, konnten keine Tränen derer, die um Ihn weinten, Ihn zu anderen Worten bewegen als.- „Weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder“ - Worte des tiefen Mitleids, aber auch der tiefen Unterwerfung unter das gebührende Gericht Gottes. Der trockene Baum bereitete sich vor, verbrannt zu werden. Auf dem Kreuz, als Sein Werk vollbracht war, war Er zärtlich zu Seiner Mutter und vertraute sie in menschlicher Fürsorge einem an, der sozusagen Sein Freund gewesen war und sich an Seine Brust gelehnt hatte, als aber Sein Dienst Ihn für Gott in Anspruch nahm, hatte Er kein Ohr, um ihr Wort oder ihren Anspruch anzuerkennen, beides hielt Er auf eine gesegnete Weise an seinem Platze, als Er zeigen wollte, daß Er noch vor Seiner öffentlichen Sendung immer noch der Sohn des Vaters war, und obwohl Er ein Solcher war, war Er in menschlicher Glückseligkeit, der Mutter, die Ihn geboren hatte, untertan, wie auch dem Joseph, Seinem Vater, unter dem Gesetz; Seine Ruhe brachte Seine Gegner außer Fassung; und bei der moralischen Macht, die sie manchmal erschreckte, hatte Er eine Sanftmut, die die Herzen derer anzog, die durch eigenwilligen Widerstand nicht verhärtet waren. Welch ein Scharfsinn, das Böse vom Guten zu unterscheiden.

Es ist wahr, daß die Kraft des Geistes das späterhin tat, indem Menschen zusammen in offenem Bekenntnis herausgerufen wurden, doch der Charakter und die Person Jesu taten das moralisch. Ein gewaltiges Werk wurde durch Ihn getan (ich rede nicht von der Sühnung), der, was das äußere Ergebnis betrifft, vergeblich gearbeitet hatte. Wo immer ein Ohr war zu hören, da redete die Stimme Gottes durch das, was Jesus als Mensch war, zum Herzen und zum Gewissen Seiner Schafe. Er kam durch die Tür herein, und der Türhüter tat auf, und die Schafe hörten Seine Stimme. Die vollkommene Menschenart Jesu, die in allen Seinen Wegen zum Ausdruck kam und durch den Willen Gottes eindrang, beurteilte alles, was im Menschen und in jedem Herzen gefunden wird. Aber dieses gesegnete Thema hat uns über unseren direkten Gegenstand hinausgeführt.

Mit einem Wort - Seine Menschenart war vollkommen, dem Willen Gottes voll und ganz unterwürfig, alles im unmittelbaren Einklang mit Seinem Willen und dessen Ausdruck, und so war alles notwendigerweise in Übereinstimmung. Die Hand, die die Saite berührte, fand alles im Wohlklang: alles entsprach dem Sinn Dessen, dessen Gedanken der Gnade und Heiligkeit, der Güte, doch der Verurteilung des Bösen waren, dessen Fülle der Segnung in Güte süßer Wohlklang für jedes müde Ohr bedeuteten, und alles fand in Christo seinen einzigen Ausdruck. Jedes Element, jede Fähigkeit Seiner Menschenart entsprach dem Antrieb des göttlichen Willens, dann klangen sie in einer Ruhe aus, in der das eigene „Ich“ keinen Platz hatte. So war Christus in der menschlichen Natur. Während Er dort, wo erforderlich, fest war, war Sanftmut das, was Ihn wesentlich kennzeichnete, im Gegensatz zu den anderen; es war so, weil Er in der Gegenwart Gottes, Seines Gottes war, und zwar inmitten des Bösen - Seine Stimme wurde auf den Straßen nicht gehört - denn die Freude kann in lauteren Tönen erklingen, wenn alle Seinen Namen und Seine Herrlichkeit lobpreisen werden.

Aber diese Fehlerlosigkeit der menschlichen Natur unseres Herrn entfließt viel tieferen und wichtigeren Quellen, die uns in diesem Vorbild negativ und positiv dargestellt werden. Wenn jede Fähigkeit so gehorchte und an ihrer Stelle ein Werkzeug des göttlichen Antriebs war, so ist es augenscheinlich, daß der Wille recht sein muß - die Gesinnung und der Grundsatz des Gehorsams müssen seine Quelle sein, denn es ist das Wirken eines unabhängigen Willens, der der Grundsatz der Sünde ist. Christus hatte als eine Person der Gottheit das Recht auf einen unabhängigen Willen. „... also macht auch der Sohn lebendig, welche er will“; Er kam aber, um des Vaters Willen zu tun. Sein Wille war Gehorsam, deshalb war er sündenlos und vollkommen. Im Worte ist der Sauerteig das Symbol der Verderbtheit - „der Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit“. Somit war in dem Kuchen, der als ein lieblicher Geruch Gott dargebracht werden sollte, kein Sauerteig: das, was Sauerteig enthielt, konnte Gott nicht zum lieblichen Wohlgeruch dargebracht werden. Dies wird durch den Gegensatz hervorgehoben: es gab mit Sauerteig gemachte Kuchen, und es war verboten, sie als einen lieblichen Geruch, als ein Feueropfer darzubringen. Das geschah in zwei Fällen, einer von ihnen, der wichtigste und bezeichnendste, und dazu ausreichend, um den Grundsatz aufzustellen, wird in diesem Kapitel vermerkt.

Wenn die Erstlinge dargebracht wurden, so waren es zwei mit Sauerteig gebackene Brote, aber nicht zum lieblichen Wohlgeruch. Brandopfer und Speisopfer wurden auch dargebracht, und zwar zum lieblichen Wohlgeruch, aber nicht das Opfer der Erstlinge (siehe Vers 12 dieses Kapitels und 3.Mo 23). Was waren aber diese ersten Früchte? Die durch den Heiligen Geist geheiligte Kirche, denn dieses Fest und das Darbringen der ersten Früchte waren das anerkannte und bekannte Vorbild des Tages der Pfingsten - es war tatsächlich der Tag der Pfingsten. Der Apostel Jakobus sagt: „... auf daß wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien“. Man wird sehen (3.Mo 23), daß am Tage der Auferstehung Christi erste Früchte dargebracht wurden: geröstete Körner, Schrot von Gerstenkorn. Es ist klar, daß da kein Sauerteig war. Er auferstand auch, ohne Verwesung gesehen zu haben. Damit wurde kein Sündopfer dargebracht; mit den gesäuerten Broten aber (welche die Gott durch den Heiligen Geist geheiligte, aber noch in der verderbten menschlichen Natur lebende Versammlung darstellten) wurde ein Sündopfer dargebracht; denn das Opfer Christi für uns trug die Verantwortung für den Sauerteig unserer verderbten Natur und tat ihn vor Gottes Augen hinweg, die durch die Wirkung des Heiligen Geistes überwunden wird (sie hört aber nicht auf zu bestehen). Wegen dieser unserer an sich verderbten Natur könnten wir nicht in der Prüfung des Gerichtes Gottes ein lieblicher Geruch, ein Feueropfer, sein; mittels des Opfers Christi aber, das dem Übel entgegentrat und die Verantwortung trug, könnten wir, wie es im Römerbrief heißt, als ein lebendiges Schlachtopfer dargebracht werden. Deshalb wird nicht nur gesagt, daß Christus unseren Sünden entsprochen hat, sondern: „Das dem Gesetz Unmögliche, weil es durch das Fleisch kraftlos war, tat Gott, indem er seinen eigenen Sohn in Gleichgestalt des Fleisches der Sünde und für die Sünde sendend, die Sünde im Fleische verurteilte“. Gott hat die Sünde im Fleische verurteilt, es geschah aber in Christo für die Sünde, d. h. als ein Opfer für sie, indem Er Sühnung tat, das der Sünde gebührende Gericht trug, indem Er der Sünde wegen für uns zur Sünde gemacht wurde, dabei aber starb, so daß wir uns für tot halten. Die Verurteilung der Sünde ist in Seinem Tode geschehen; dadurch sind wir aber der Sünde gestorben.

Für ein beunruhigtes, aber zartes und treues Gewissen ist es wichtig, in Erinnerung zu behalten, daß Christus nicht nur für unsere Sünden 4, sondern für unsere Sünde gestorben ist; denn sicherlich ist ein treues Gewissen viel mehr darum besorgt, als um viele vergangene Sünden.

Wie also die Brote, welche die Kirche darstellen, mit Sauerteig gebacken wurden und nicht als ein lieblicher Wohlgeruch dargebracht werden konnten, so war der Kuchen, der Christum darstellte, ungesäuert, ein lieblicher Wohlgeruch, ein Feueropfer dem Jehova. Die Prüfung des Gerichts des Herrn fand einen vollkommenen Willen und das Fehlen von allem Bösen oder des Geistes der Unabhängigkeit. „Dein Wille geschehe“ - diese Worte waren charakteristisch für die menschliche Natur des Herrn, von der Gottheit erfüllt und durch sie belebt, doch war es der Mensch Jesus, die Opfergabe Gottes.

Es gibt noch ein Beispiel des Gegenstücks hierzu, das ich nebenbei bemerken kann - die Friedensopfer. Darin hatte Christus Sein Teil, aber auch der Mensch. Deshalb wurden die gesäuerten Kuchen gefunden neben anderen, die ohne Sauerteig gemacht wurden. Jenes Opfer, das die Gemeinschaft der Versammlung in Verbindung mit dem Opfer Christi darstellt, schloß notwendigerweise den Menschen ein, und der Sauerteig war da - das bestimmte Symbol jenes Sauerteigs, der immer bei uns gefunden wird. Die Versammlung ist zur Heiligkeit berufen. das Leben Christi in uns ist Heiligkeit dem Herrn, es bleibt aber immer wahr, daß in uns, d. h. in unserem Fleische, nichts Gutes wohnt.

Das führt uns zu einem anderen großen Grundsatz, der uns in diesem Vorbild dargestellt wird, nämlich in dem Kuchen, der mit Öl gemengt wurde. Das, was vom Fleische geboren wird, ist Fleisch; in uns selbst, die wir einfach vom Fleische geboren sind, ist nichts als verderbtes und gefallenes Fleisch „aus dem Willen des Fleisches“. Obwohl wir aus dem Geiste Gottes geboren sind, macht das nicht die alte Natur zunichte. Sie mag in einem denkbaren Grade ihre aktive Wirkung abschwächen und ihre Tätigkeit ganz unter Kontrolle haben; die Natur bleibt aber unverändert 5. Die Natur des Paulus neigte ebenso dazu, aufgebläht zu sein, nachdem er im dritten Himmel gewesen war, wie da, als er den Brief des Hohenpriesters in seinem Mantel trug, um den Namen Christi zu vernichten, wenn er es gekonnt hätte. Ich sage nicht, daß die Veranlagung dieselbe Kraft hatte, sie war aber ebenso schlecht oder schlechter, denn nun stand sie in der Gegenwart größerer Güte.

Der Wille des Fleisches hatte aber gar keinen Anteil an der Geburt Christi. Seine menschliche Natur entfloß so einfach dem göttlichen Willen wie die Anwesenheit des Göttlichen auf Erden. Maria, die sich in einfältigem und vorzüglichem Gehorsam beugt, entfaltet mit rührender Schönheit die Unterwürfigkeit ihres Herzens und ihres Verstandes, indem sie sich der Offenbarung Gottes beugt. „Siehe, ich bin die Magd des Herrn (Jehova); es geschehe mir nach deinem Worte.“ Er kannte keine Sünde; selbst Seine menschliche Natur wurde vom Heiligen Geist gezeugt. Das Heilige, das von der Jungfrau geboren wurde, sollte Sohn Gottes genannt werden. Er war wahrhaftig und ganz und gar Mensch, von Maria geboren, Er war aber ein aus Gott geborener Mensch. So sehe ich, daß dieser Titel - der Sohn Gottes - von drei Seiten aus auf Christum angewandt wird: der Sohn Gottes als der Schöpfer im Kolosserbrief, im Hebräerbrief und in anderen diesbezüglichen Stellen; der Sohn Gottes, als in die Welt geboren; und als Sohn Gottes in Kraft erwiesen dem Geiste der Heiligkeit nach durch Totenauferstehung.

Der Kuchen wurde gemacht, indem er mit Öl vermengt wurde 6. So hatte auch die menschliche Natur Christi ihr Sein und ihren Charakter und ihren Geschmack vom Heiligen Geiste, von dem Öl immer das bekannte Symbol ist. Reinheit ist aber nicht Kraft, und es wird in einer anderen Form zum Ausdruck gebracht, daß geistliche Kraft in der menschlichen Natur Jesu wirkt.

Die Kuchen sollten mit Öl gesalbt werden, und es steht geschrieben, wie Gott Jesum von Nazareth mit Heiligem Geiste und mit Kraft salbte, der umherging wohltuend und heilend alle, die von dem Teufel überwältigt waren. Es gab nichts, das bei Jesu gemangelt hätte. Erstens hätte Er als Gott alle Dinge getan haben können, doch Er hatte Sich Selbst erniedrigt und war gekommen, um zu gehorchen. Deshalb stellt Er Sich erst dann öffentlich vor, als Er berufen und gesalbt wurde, obwohl Sein Gespräch mit den Schriftgelehrten im Tempel von Anfang an auf Seine Beziehungen mit dem Vater hinwies.

Es besteht eine gewisse Ähnlichkeit in unserem Falle. Es ist etwas anderes, aus Gott geboren zu sein, und mit Heiligem Geiste versiegelt und gesalbt zu sein. Der Tag der Pfingsten, Kornelius, die Gläubigen von Samaria, denen die Apostel die Hände auflegten - alle beweisen das, wie auch viele diesbezügliche Schriftstellen. „Ihr alle seid Söhne Gottes durch den Glauben an Christum Jesum.“ Aber: „Weil ihr aber Söhne seid, so hat Gott den Geist seines Sohnes in unsere Herzen gesandt“. „In welchem ihr auch, nachdem ihr geglaubt habt, versiegelt worden seid mit dem Heiligen Geiste der Verheißung, welcher das Unterpfand unseres Erbes ist, zur Erlösung des erworbenen Besitzes.“ Johannes sagt: „Dies aber sagte er von dem Geiste, weichen die an ihn Glaubenden empfangen sollten“. Durch eine neue Natur mag der Heilige Geist heiliges Begehren und die Liebe zu Jesu erzeugt haben, ohne das Bewußtsein von der Befreiung und der Kraft - die Freude Seiner Gegenwart in der Erkenntnis des vollbrachten Werkes Christi. Was den Herrn Jesu betrifft, so wissen wir, daß diese zweite Tat der Salbung in Verbindung mit der Vollkommenheit Seiner Person erfüllt wurde, was geschehen konnte, weil Er in Sich Selbst gerecht war. Es war nach Seiner Taufe durch Johannes (bei der Er, der keine Sünde kannte, Sich zu Seinem Volke stellte, zu dem damaligen Überrest Israels, in der ersten Bewegung der Gnade in ihren Herzen, die sich darin zeigte, daß sie zu Johannes gingen, um auf dem ganzen Pfade der Gnade, von Anfang bis zum Ende, mit allen seinen Prüfungen und Leiden bei ihnen zu sein), daß Er, der Sündenlose, durch den Heiligen Geist gesalbt wurde, der in einer leiblichen Gestalt wie eine Taube herniederfuhr, und dann wurde Er vom Geiste in den Kampf für uns geführt und kehrte als Sieger in dessen Kraft, in der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Ich sage Sieger in dessen Kraft, denn wenn Jesus den Satan durch göttliche Kraft als solche abgewiesen hätte, so hätte es da erstens augenscheinlich gar keinen Kampf gegeben, und zweitens wäre da kein Beispiel und keine Ermutigung für uns. Der Herr wies ihn aber durch einen Grundsatz ab, der jeden Tag unsere Pflicht ist - Gehorsam, einsichtsvoller Gehorsam; Er gebrauchte das Wort Gottes und wies Satan empört ab, sobald er sich als solcher zeigt 7. Wenn Christus Seinen Lauf mit dem Zeugnis und der Freude eines Sohnes begann, so war es ein Lauf des Kampfes und des Gehorsams (Er mochte den Starken binden, Er mußte aber den Starken binden).

So ist es mit uns. Freude, Befreiung, Liebe, überströmender Friede, der Geist der Sohnschaft, die Erkenntnis des Vaters, wie Er uns annimmt: solcherart ist die Einführung in den christlichen Lauf, der Lauf aber, den wir anfangen, ist Kampf und Gehorsam; läßt man letzteren, so versagt man im ersteren. Es war das Bestreben Satans, diese beiden bei Jesu zu trennen. Wenn Du der Sohn Gottes bist, so gebrauche Deine Macht - mache Steine zu Brot - handle nach Deinem eigenen Willen. Der Sinn der Antwort Jesu lautete. Ich bin am Platze des Gehorsams, der Knechtschaft; Ich habe keine Gewalt. Es steht geschrieben: der Mensch soll von jedem Worte leben, das durch den Mund Gottes ausgeht. Ich ruhe in Meinem Zustande der Abhängigkeit.

Es war also Gewalt, aber eine Gewalt, die im Zustande und im Vollbringen des Gehorsams gebraucht wurde. Die einzige Handlung des Ungehorsams, die Adam vollbringen konnte, vollbrachte er. Der aber, der in bezug auf Gewalt alle Dinge hätte tun können, gebrauchte Seine Gewalt bloß dazu, um vollkommeneren Dienst, vollkommenere Unterwürfigkeit zu entfalten. Wie gesegnet ist das Bild der Wege des Herrn und das inmitten der Leiden und beim Erdulden der Folgen des Ungehorsams des Menschen, der Natur, die Er in allem, ausgenommen die Sünde, angenommen hatte. „Denn es geziemte ihm, um deswillen alle Dinge, und durch den alle Dinge sind (im Hinblick auf unseren Zustand), indem er viele Söhne zur Herrlichkeit brachte, den Urheber ihrer Errettung durch Leiden vollkommen zu machen.“

So stand Jesus denn in der Kraft des Geistes im Kampfe. Jesus war in der Kraft des Geistes im Gehorsam. Jesus war in der Kraft des Geistes, als Er Teufel austrieb und indem Er alle unsere Schwachheiten trug. Jesus war auch in der Kraft des Geistes, als Er Sich ohne Flecken Gott opferte; das gehörte aber eher zum Brandopfer. In dem, was Er tat, und in dem, was Er nicht tat, handelte Er in der Energie des Geistes Gottes. Deshalb bietet Er uns ein Beispiel, das mit gemischten Kräften befolgt wird, aber durch eine Kraft, durch die wir größere Dinge als Er, wenn es Sein Wille ist, tun mögen - nicht vollkommenere, sondern größere; moralisch aber, wie der Apostel sagt - alle Dinge. Auf Erden war Er absolut vollkommen im Gehorsam, aber dadurch tat Er an sich viele Dinge nicht, und in einem moralischen Sinne konnte Er viele Dinge nicht tun, die Er jetzt durch Seine Apostel und Diener tun und kundtun kann. Denn zur Rechten Gottes erhöht, sollte Er Selbst als Mensch Macht, nicht Gehorsam, zum Ausdruck bringen. „Der wird ... größere (Werke) als diese tun, weil ich zum Vater gehe.“

Das bringt uns in die Stellung des Gehorsams, denn durch die Kraft des Geistes sind wir Diener Christi - Verschiedenheiten von Diensten, aber derselbe Herr. Deshalb wurden durch die Apostel größere Werke getan, aber in ihrem persönlichen Wandel mit allerlei Unvollkommenheiten vermischt. Mit wem hat der Herr gestritten, selbst wenn Er im Recht war? Vor wem zeigte Er Furcht vor dem Menschen? Wann hat Er irgendeine Seiner Handlungen bereut, selbst wenn es nachher keinen Grund zur Reue gab? Nein! Es lag ein größeres Ausüben der Gewalt im apostolischen Dienst, wie Jesus verließen hatte; doch geschah es in Gefäßen, deren Schwachheit zeigte, daß das Lob einem anderen gebührte, und deren Gehorsam im Kampf mit einem anderen Willen in ihnen selbst ausgeübt wurde. Das war der große Unterschied. Jesus brauchte niemals einen Dorn ins Fleisch, auf daß Er Sich nicht überhöbe. Gepriesener Meister! Du sprachst, was Du wußtest, und bezeugtest, was Du gesehen hattest; aber um das zu tun, hast Du Dich entäußert, gedemütigt, Dich Selbst zu nichts gemacht und hast Knechtsgestalt angenommen, auf daß wir dadurch erhöht werden sollten.

Die Höhe, das Bewußtsein von der Höhe, aus der Er herniederkam, die Vollkommenheit des Willens, in dem Er dort gehorchte, wo Er war, bewirkten, daß Er keiner Erhöhung bedurfte. Doch Er schaute auf die vor Ihm liegende Freude und achtete der Schande nicht, denn hierzu erniedrigte Er Sich, weil Er Sich freute, indem Er auf die Belohnung schaute. Er ist auch hoch erhoben worden. „Lieblich an Geruch sind deine Salben, ein ausgegossenes Salböl ist dein Name.“ Denn im Speisopfer war auch der Weihrauch - der Wohlgeruch aller Lieblichkeiten Christi.

Wieviel unserer Lieblichkeiten werden der Annahme des Menschen dargebracht, und infolgedessen wird das Fleisch oft irrtümlicherweise für Gnade gehalten oder damit vermengt, indem sie nach dem Urteil des Menschen beurteilt werden! Bei Jesu aber wurden alle Seine Lieblichkeiten Gott dargebracht. Es ist wahr, daß der Mensch sie als der Wohlgeruch des Weihrauchs, der sich dort verbreitete, wo alles für Gott verbrannt wurde, hätte unterscheiden können oder sollen; alles wurde aber als ein lieblicher Wohlgeruch für Gott verbrannt. Das ist Vollkommenheit.

Wie wenige bringen so ihre Liebe Gott dar und beziehen Gott in ihre Liebe ein, indem sie sie für Ihn und zu Ihm ausüben, obwohl es zugunsten der Menschen geschieht, und zwar beharren sie nicht weniger darin sie auszuüben, obwohl, je mehr sie lieben, sie desto weniger geliebt werden! - es geschieht um Gottes willen. Insofern dies der Fall ist, ist es Gott wahrhaftig ein lieblicher Wohlgeruch; dies ist aber schwer: wir müssen viel vor Gott verweilen. Dies war bei Christo vollkommen der Fall: je treuer Er war, desto mehr wurde Er verachtet und bekämpft; je sanftmütiger, desto weniger geachtet. Alles dieses änderte aber nichts, denn Er tat das alles für Gott allein. mit der Volksmenge, mit Seinen Jüngern oder vor Seinen ungerechten Richtern - nichts änderte die Vollkommenheit Seiner Wege, weil dies alles in allen Umständen für Gott getan wurde. Der Wohlduft Seines Dienstes und Seines Herzens wie auch Seiner Zuneigungen stieg immer und zu aller Zeit auf und bezog sich auf Gott; sicherlich war im Leben Jesu eine Fülle des Weihrauchs, und lieblich war dessen Wohlgeruch. Der Herr roch einen lieblichen Wohlgeruch, und für uns entfloß Segen, nicht der Fluch. Das wurde dem Speisopfer hinzugefügt, denn es wurde wahrhaftig in Seinem Leben durch den Geist gezeugt, aber immer stieg dieser Weihrauch empor: so war es mit Seiner Fürbitte, denn sie war der Ausdruck Seiner gnädigen Liebe. Seine Gebete waren als der heilige Ausdruck der Abhängigkeit für Gott unendlich kostbar und anziehend, sie waren alle ein lieblicher Wohlgeruch, wie Weihrauch vor Ihm. „Das Haus aber wurde von dem Geruch der Salbe erfüllt.“ Genauso aber, wie es Sünde ist, das eigene Ich anstelle von Gott zu setzen, so setzte Er Gott anstelle des eigenen Ichs, und das ist Vollkommenheit. Das ist aber auch Kraft, denn dann haben die Umstände keine Macht über uns. Und dies ist Vollkommenheit beim Gehen durch die Welt. In allen Umständen war Jesus immer Er Selbst, wegen dieser selben Ursache aber empfinden wir sie alle gottgemäß - nicht unserem Ich gemäß. Wir können auch hinzufügen, daß so wie Satan zu dem einen führte und daraus Knechtschaft wurde, das andere in der Kraft und der Führung des Heiligen Geistes besteht.

Ebenso wie der Sauerteig, so war noch etwas anderes bei dem Opfer verboten, nämlich - Honig, das Süßeste für den natürlichen Geschmack, wie die Liebe derer, die wir nach dem Fleische lieben, glückliche Beziehungen und ähnliches. Es bedeutet nicht, daß diese böse wären. „Hast du Honig gefunden?“ fragt der Weise, „so iß dein Genüge, damit du seiner nicht satt werdest und ihn ausspeiest“. Als Jonathan am Tage des Dienstes und der Kraft des Glaubens für Israel ein wenig von dem, was er im Walde fand, zu sich nahm, da wurden seine Augen hell. Er kann aber nicht zum Bestandteil eines Opfers werden. Derjenige, der sagen konnte: „Weib, siehe, dein Sohn!“ und zu Johannes: „Siehe, deine Mutter“, und zwar in dem schrecklichen Augenblick auf dem Kreuze, als Sein Dienst beendet war, konnte auch sagen: „Was habe ich mit dir zu schaffen, Weib?“ 8, als Er beim einfachen Ausführen Seines Dienstes war. Wie Levi in der Segnung Moses, des Mannes Gottes, so war Er ein Fremdling den Söhnen Seiner eigenen Mutter, wie Levi, der als Webopfer von seiten des Volkes dargebracht wurde (4.Mo 8, 11), „der von seinem Vater und von seiner Mutter sprach: Ich sehe ihn nicht; und der seine Brüder nicht kannte und von seinen Söhnen nichts wußte. Denn sie haben dein Wort beobachtet, und deinen Bund bewahrten sie.“

Es bleibt noch etwas zu bemerken. Beim Brandopfer wurde alles für Gott verbrannt, weil Christus Sich Gott als Ganzopfer darbrachte. Es ist aber die menschliche Natur Christi, welche die Speise der Priester Gottes ist: Aaron und seine Söhne sollten das Teil des Speisopfers essen, das nicht im Feuer verbrannt wurde. Christus war das wahrhaftige aus dem Himmel herniedergekommene Brot, um der Welt Leben zu geben, auf daß wir (Priester und Könige durch den Glauben) davon essen und nicht sterben sollten. Es war heilig, nur Aaron und seine Söhne allein sollten es essen; denn wer nährte sich eigentlich jemals von Christo, außer solche, die, geheiligt durch den Heiligen Geist, das Leben des Glaubens leben und sich von der Speise des Glaubens nähren? Und ist nicht Christus, als Gott geheiligt, die Speise unserer Seelen, ja, der auch uns immer Gott heiligt? Erkennen nicht unsere Seelen in dem Sanftmütigen, Demütigen, Heiligen - in Dem, der unter sündigen Menschen wie das Licht der menschlichen Vollkommenheit und göttlichen Gnade scheint - das, was speist, nährt und heiligt? Können nicht unsere Seelen empfinden, was es bedeutet, Gott dargebracht zu werden, indem wir durch das Mitgefühl des Geistes Jesu in uns das Leben Jesu zu Gott hin, und vor den Menschen in der Weit, verfolgen? Als ein Beispiel für uns stellt Er das Gepräge eines Menschen dar, der Gott lebt, und durch die Anziehungskraft dessen, was Er war, zieht Er uns hinter Sich her - Er Selbst ist die Kraft, die auf dem Pfade, den Er ging, vorwärtsträgt, während darin unsere Wonne und Freude liegt. Sind nicht unsere Zuneigungen damit beschäftigt, gehen sie darin nicht auf, mit Wonne dabei zu verweilen, was Jesus hienieden war? Wir bewundern, wir sind gedemütigt, und durch die Gnade werden wir Ihm gleichgestaltet. Das Haupt und die Quelle dieses Lebens in uns, dessen Vollkommenheit in Ihm entfaltet ist, bringt dessen Lebenskraft und Demut in uns hervor und entwickelt sie in uns. Denn wer könnte in Gemeinschaft mit dem demütigen Jesus hochmütig sein? Demütig, möchte Er uns lehren, den niedrigsten Platz einzunehmen, denn Er hatte ihn Selbst eingenommen, es war das Vorrecht Seiner vollkommenen Gnade. Gepriesener Meister! Möchten wir Dir wenigstens nahe und in Dir geborgen sein!

Das ist wahr, jedoch muß hier ein Unterschied gemacht werden. Bei den Friedensopfern wurde auch das Fleisch des Opfers gegessen, und zwar außer dem, was die Priester hatten. Diejenigen, die aßen, waren Israeliten und rein, und sie aßen zusammen wie ein geselliges Fest. Es war ein gemeinsamer Genuß, eine Gemeinsamkeit, die auf dem Darbringen des Blutes und des Fettes für Gott gegründet war, d. h. daß Christus Gott für uns im Tode dargebracht ist - in diesem letzten werden die Sündopfer angeglichen (3.Mo 4, 10. 26. 31. 35), und die Teilnahme derer, die an diesem Feste teilnahmen, war sorgfältig damit verbunden. Dies war gemeinsame und rechte Freude, Danksagung für Segnungen, oder die Freiheit, sich der Segnung des Herrn zu erfreuen, es war „Shalom“ (Vollständigkeit, Friede), es lag Gemeinschaft darin, die Frucht der Erlösung und der Gnade. Der Fall des Speisopfers besagte, daß einer, der selbst Gott geweiht war, hineingeht und sich von der Vollkommenheit Christi, wie Er Sich Gott geopfert hat, nährt. Die Priester allein aßen es als solches.

Wie gewaltig ist auch die Gnade, die uns in diese Vertrautheit der Gemeinschaft eingeführt und uns in der Kraft der lebendigmachenden Gnade zu Priestern gemacht hat, um an dem teilzunehmen, woran Gott, unser Vater, Wohlgefallen findet an dem, was Ihm als ein lieblicher Wohlgeruch dargebracht wird, ein Feueropfer dem Jehova, an dem, womit der Tisch Gottes versorgt wird! Das ist als ein beständiges, ein ewiges Teil durch den Bund besiegelt. Deshalb fehlte das Salz des Bundes unseres Gottes nicht bei dem Opfer, bei keinem Opfer, die Festigkeit, die Beständigkeit, die bewahrende Kraft des Göttlichen war da (wenngleich sie uns nicht immer süß und angenehm vorkommt) - seitens Gottes war es das Siegel, daß es kein vorübergehender Wohlgeruch sei, keine nur augenblickliche Wonne, sondern eine ewige. Denn alles, was vom Menschen ist, geht vorüber; alles, was von Gott ist, ist ewig: das Leben, die Liebe, die Natur und die Gnade bestehen fort. Diese heilige absondernde Kraft, die uns vom Verderben absondert, ist aus Gott; sie hat an der Festigkeit der göttlichen Natur teil, und sie bindet uns an Ihn, aber nicht durch das, was wir nach unserem Willen sind, sondern durch die Sicherheit der göttlichen Gnade. Sie ist tätig, rein, heiligend für uns, sie ist aber aus Gnade, und die Energie des göttlichen Willens und die Verpflichtung der göttlichen Verheißung binden uns wahrhaftig an Ihn, binden aber durch Seine Energie und Treue, nicht durch die unsrige - es ist eine Energie, die mit dem Opfer Christi vermengt und auf dieses gegründet ist, in dem der Bund versiegelt und unerschütterlich gesichert ist, sonst wird Christus nicht geehrt. Es ist der Bund Gottes. Sauerteig und Honig - unsere Sünde und unsere natürlichen Zuneigungen, können im Opfer Gottes keinen Raum finden, die Energie Seiner Gnade aber ist da (das Böse nicht schonend, aber das Gute sichernd), um unseren untrüglichen Genuß ihrer Wirkungen und Früchte zu sichern. Salz bildet nicht die Opfergabe, es durfte aber bei keiner fehlen - es konnte nicht in dem fehlen, was aus Gott war; es war wirklich in jeder Opfergabe da.

Bei dieser Opfergabe müssen wir wie bei der vorhergehenden im Auge behalten, daß ihr charakteristischer, allen gemeiner Wesenszug war, daß sie Gott dargebracht wurde. Das konnte von Adam nicht gesagt werden: in seiner Unschuld genoß er viel von Gott; er brachte Dank, oder sollte Dank dafür darbringen, es war aber Genuß und Dank. Er war nicht selbst eine Opfergabe für Gott. Das war aber das Wesen des Lebens Christi - es wurde Gott dargebracht, und deshalb war es von allem umher abgesondert, wesentlich abgesondert 9. Deshalb war er heilig, nicht nur unschuldig, denn die Unschuld ist das Fehlen, die Unkenntnis des Bösen, nicht die Absonderung von ihm. Gott (der gut und böse kennt, der aber unermeßlich über das Böse erhaben und von ihm abgesondert ist, weil es das Gegenteil von Ihm ist) ist heilig. Christus war heilig und nicht nur unschuldig, indem Sein ganzer Wille Gott geweiht und vom Bösen abgesondert war, und Er lebte in der Kraft des Geistes Gottes. Die so dargebrachte Opfergabe, deren Bestandteile das Feinmehl, das Öl und der Weihrauch waren, stellte die menschliche Natur, den Heiligen Geist und den Wohlgeruch der Gnade dar. Negativ sollten kein Sauerteig und kein Honig da sein, in bezug auf die Art und Weise sollte mit Öl gemengt und mit Öl gesalbt werden; für jedes Opfer war auch das Salz des Bundes Gottes da. Hier wird es vermerkt, weil in dem, was sich auf die Gnade Seiner menschlichen Natur bezog, was sich auf den Menschen bezog (auf einen Menschen, der Sich Gott darbrachte - nicht als sterbend, sondern als lebend, aber bis zum Tode geprüft), hätte man das Fehlen des Salzes annehmen können, daß es als eine Handlung des Menschen ebensogut war. Es wurde aber auf dem Altar Gott dargebracht und zu einem lieblichen Wohlgeruch verbrannt, und dann die drei zuerst genannten Dinge - das bildete den Stoff und das Wesen des Speisopfers.

Fußnoten

  • 1 Und das hatte einen doppelten Grund: Er kam, um unseren Fall zu erledigen, wir aber waren in der Sünde, und die Grundlage von allem muß im Blick auf das, was Gott ist, das Blutvergießen sein, und Sein Gehorsam muß durch alles hindurch diesen vollkommenen Charakter tragen - bis zum Tode. Deshalb durfte es auch nicht gegessen werden. Weil die Sünde da war, war es im Einklang mit dem, was Gott ist, und sollte völlig für Gott sein. Er hatte die Sünde vor sich, und Er wurde in bezug auf sie verherrlicht.
  • 2 Auf diese Weise gibt das Brandopfer das, was der sündige Zustand des Menschen der Herrlichkeit Gottes gemäß brauchte; das Speisopfer gibt den sündenlosen vollkommenen Menschen in Gehorsam in der Kraft des Geistes Gottes, denn Sein Leben war Gehorsam in Liebe.
  • 3 Bei Johannes kommt das Göttliche, als im Menschen entfaltet, besonders zum Vorschein. Deshalb zieht dieses Evangelium das Herz an, während es der Gottlosigkeit ein Ärgernis ist.
  • 4 Das Gericht am letzten Tage geschieht den Werken gemäß; durch den Zustand der Sünde waren wir aber Gott völlig entfremdet und verloren.
  • 5 Wir haben keine Entschuldigung für irgendwelche Sünde der Tat oder des Gedankens, weil die Gnade Christ! uns genügt und weil Gott treu ist, der nicht zulassen wird, daß wir über unser Vermögen versucht werden. Es mag sein, daß wir zu einem gegebenen Augenblick keine Kraft haben, dann lag aber Nachlässigkeit vor.
  • 6 Diese wurden in verschiedenen Formen gemacht, aber alle brachten die zwei erwähnten Grundsätze ans Licht. Erstens die große allgemeine Wahrheit: Feinmehl mit Öl darauf gegossen und Weihrauch; Ofengebäck, Kuchen, gemengt mit Öl, oder Fladen, gesalbt mit Öl - natürlich ungesäuert; wenn in der Pfanne - Feinmehl, gemengt mit Öl, ungesäuert; wenn im Napf - Feinmehl mit Öl. In allen Formen also, in denen Christus als Mensch betrachtet werden konnte, war keine Sünde, Seine menschliche Natur war in der Kraft und im Charakter des Heiligen Geistes gestaltet und mit Ihm gesalbt. Wir dürfen ja Seine menschliche Natur an sich als solche betrachten: über sie ist Öl gegossen. Ich mag sie bis aufs Äußerste geprüft sehen: sie ist immer noch Reinheit, und in ihrem inneren Wesen ist die Gnade und der Ausdruck des Heiligen Geistes. Ich mag sie vor den Menschen zur Schau gestellt sehen, sie ist in der Kraft des Heiligen Geistes. Wir mögen beides zusammengehen, und zwar in wesentlicher, innerlicher Wirklichkeit des Charakters, im öffentlichen Wandel, in jedem Teil dieser (Gott dargebrachten) Natur, die vollkommen und durch die Kraft des Heiligen Geistes gestaltet war: in ihr war nichts Böses, und die Kraft des Heiligen Geistes hatte sich in ihr erwiesen. Wenn man das Opfer in Stücke zerbrach, so war jeder Teil mit Öl gesalbt, um zu zeigen, daß wenn das Leben Christi sozusagen in Stücke zerteilt werden würde, jede Einzelheit und jedes Element dieses Lebens durch die Vollkommenheit des Heiligen Geistes und durch Ihn gekennzeichnet wäre.
  • 7 Bei den ersten zwei Versuchungen (Matth. 4) war es die List des Feindes. Bei der letzten ist es offenbar Satan.
  • 8 Im ersten Falle, wo das geschieht, geht Er sofort, nachdem Er es gesagt hatte, mit Seinen Jüngern und Seiner Mutter und Seinen Brüdern hinab (Joh 2, 12). Er konnte mitten unter allem sein, was den Menschen der Natur nach beeinflußt und doch von allem absondert, weil Er innerlich vollkommen war. Alle Evangelien und Johannes 19, 26 persönlich zeigen, daß diese von Gott gestalteten Beziehungen völlig anerkannt werden.
  • 9 Darauf wies eigentlich das Salz hin. So wird jedes Opfer mit Salz gewürzt. Euer Wort sei allezeit in Gnade, mit Salz gewürzt. Es ist das, was einen göttlichen Geschmack gibt, ein Zeugnis Gottes für alles.
Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht