Meine Feste

Das Fest des Posaunenhalls

„Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede zu den Kindern Israel und sprich: Im siebten Monat, am Ersten des Monats, soll euch Ruhe sein, ein Gedächtnis des Posaunenhalls, eine heilige Versammlung. Keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun, und ihr sollt dem HERRN ein Feueropfer darbringen“ (3. Mose 23,23–25).

Zunächst einmal ist es interessant zu bemerken, dass alle drei jetzt folgenden Feste im siebten Monat stattfanden. Dies weist auf die Aufrichtung des sichtbaren Reiches Gottes im Blick auf Israel hin. Das Fest des Posaunenhalls am ersten Tag dieses Monats ist der Anfang dieses großen Ereignisses für Israel. Wir haben einen Hinweis auf dieses Fest in den aufschlussreichen Einzelheiten bezüglich des Anfertigens und des Gebrauches der silbernen Trompeten in 4. Mose 10. Wenn wir uns einmal diesem Kapitel zuwenden, um dort einige Hilfestellungen für die Erklärung dieses Festes zu finden, werden uns dort wenigstens fünf Gelegenheiten gezeigt, zu denen diese Trompeten geblasen werden mussten.

  • zur Berufung der Gemeinde (Vers 2); das ist der erste Anlass zu ihrem Gebrauch. Die Tatsache, dass die Trompeten aus Silber gefertigt wurden, deutet darauf hin, dass jede Unterredung des HERRN mit seinem Volk allein auf der Grundlage der Erlösung stattfinden kann. In der Ölberg-Rede des Herrn, wie sie von Lukas berichtet wird – eine Unterredung über Ereignisse, die deckungsgleich sind mit dem, was dieses Fest des Posaunenhalls bedeutet – hören wir Ihn von einigen Ereignissen reden mit der Begründung, dass „eure Erlösung naht“ (Lk 21,28). Wenn wir das vergleichen mit dem Bericht von Matthäus über die gleiche Rede, lesen wir dort: „Und er wird seine Engel aussenden mit starkem Posaunenschall, und sie werden seine Auserwählten versammeln von den vier Winden her, von dem einen Ende der Himmel bis zu ihrem anderen Ende“ (Mt 24,31). Das entspricht der Berufung der Gemeinde; mehr noch, sie sind berufen zur Erlösung, wie das Silber andeutet.
  • zum Aufbruch der Lager (Vers 2); das ist der zweite Anlass zu ihrem Gebrauch. Bei dem ersten Lärm-Blasen mussten die ostwärts gelegenen Lager aufbrechen, beim zweiten Lärm-Blasen die südwärts gelegenen Lager. Hier wird angedeutet, dass es für das Lager vorwärts ging in das verheißene Land.
  • zum Versammeln der Fürsten, der Häupter der Tausende Israels (Vers 4); hier sollten sich die Führer des Volkes zu Mose versammeln und das vernehmen, was der HERR ihnen durch Mose zu sagen hatte.
  • zum Lärm Blasen vor dem Kampf (Vers 9); hier wird wir das Einschreiten Gottes deutlich vorgestellt, um sie von ihren Feinden, die in das Land eingedrungen waren, zu befreien.
  • zum Blasen an den Freudentagen und Festtagen (Vers 10); dies weist voraus auf die Zeit, wo sie ihre Befreiung und Freude vor ihrem Gott feiern werden.

Nach unserem Urteil umfasst das Fest des Posaunenhalls all diese Gesichtspunkte.

Zunächst einmal wird es Erwachen der Nation geben, das zu einem Zusammenrufen der ganzen Versammlung führen wird. Die Worte unseres Herrn in Matthäus 24 scheinen das anzudeuten. Das wiederum wird zu einer Massenbewegung in Richtung des verheißenen Landes führen, dem Platz ihres Erbteils. Die Häupter der Tausende Israels werden geöffnete Ohren haben, um zu hören, was Gott ihnen zu sagen hat, und sie werden dieses Wort weitersagen, indem sie das Evangelium des Reiches verkündigen. Dann werden sie in ihr Land einmarschieren, wie es von so vielen Propheten vorhergesagt worden ist. Sie werden zu dem HERRN, ihrem Gott, rufen, und Er wird ihrer gedenken und sie von ihren Feinden erretten. Dann wird die Zeit der Freude anbrechen, die Erfüllung dieses Festes. Das wird ihr Neumond sein, sie werden aufs Neue auf einer Grundlage völliger Annehmlichkeit – das Brandopfer – vor Gott stehen und werden wieder in die Gemeinschaft mit ihrem Gott eingeführt werden – das Friedensopfer. An jenem Tag wird von allen gesehen werden, dass der HERR ihr Gott ist (4. Mo 10,10).

4. Mose 10 ist nicht die einzige Stelle, wo uns im Blick auf das Fest des Posaunenhalls Hilfestellung gegeben wird. Eine interessante Verbindung finden wir in Psalm 81: „Stoßt am Neumond in die Posaune, am Vollmond zum Tag unseres Festes!“ (Vers 4). Einige der Ereignisse, die wir in 4. Mose 10 betrachtet haben, finden wir hier wieder, aber der Hauptgedanke dieses Psalmes ist die Befreiung von ihren Feinden. Der Neumond hat die Wiederherstellung Israels an ihren Platz als Haupt unter den Nationen im Blick. Noch ist der Mond nicht aufgegangen, doch schon bald wird sich Israel erheben und ihren Platz als führende Nation wieder einnehmen. Die Posaune wird am Neumond geblasen werden – und sie wird sie hineinführen.

Auf eine andere Verbindung in Jesaja 18,3 wollen wir noch sehen: „Ihr alle, Bewohner des Erdkreises und die ihr auf der Erde ansässig seid, wenn man ein Panier auf den Bergen erhebt, so seht hin; und wenn man in die Posaune stößt, so hört!“. In diesem kurzen Kapitel wird die Wiederherstellung Israels in ihrem Land so deutlich vorgestellt, dass darüber kaum etwas gesagt werden muss. Lange Zeit war Israel eine „Nation, die geschleppt und gerupft ist…von Mess-Schnur auf Mess-Schnur“ (Vers 2.7). Die erwähnten Ströme, die das Land beraubt haben, stellen herbeigerufene Regierungen vor, wie wir sie in den Nationen sehen. Diese Nationen haben das Land Israel verwüstet und werden es weiter verwüsten. Das ist auch der Grund, warum wir in der Offenbarung vier Mal Gerichte über die Ströme finden. Denn der HERR, ihr Gott, wird diese Ströme und die Länder, zu denen sie gehören, richten. Israel wird befreit und wiederhergestellt werden; der Neumond wird aufgehen und Israel wird seinen Platz als das Haupt der Nationen einnehmen und nicht mehr Schwanz sein (5. Mo 28,13). Das wird die Zeit des Laubhüttenfestes sein, von dem das Fest des Posaunenhalls die Anfangsphase ist.

Wenn wir nun zu unserem Kapitel und diesem Fest des Posaunenhalls zurückkehren, ist es hilfreich, noch auf den Ausdruck „ein Gedächtnis des Posaunenhalls“ hinzuweisen. Hier wird das gleiche Wort gebraucht, wie bei den zwölf Steinen, die aus dem Jordan genommen wurden (Jos 4,7). Wird nicht der Augenblick des Wiedererwachens dem Volk Israel viele Dinge wieder ins Gedächtnis rufen? Der erste Tag dieses Monats deutet auf einen neuen Anfang hin. Es ist nicht der erste Monat, in dem Gott sie aus Ägypten herausgeführt hatte, sondern der siebte Monat – ihr zweiter Neuanfang. An diesem Tag sollten sie eine Ruhe haben. Sie sollten keinerlei Dienstarbeit tun, sondern eine heilige Versammlung haben. Das scheint anzudeuten, dass ein Augenblick kommen wird, wo dieses Volk alles das beiseitelegen wird, was sie bis jetzt so beschäftigt – Handel und Politik – und in dieser Ruhe Zeit finden werden, sich ihrer Stellung vor Gott bewusst zu werden. Und das wird ihnen viele Dinge wieder ins Gedächtnis rufen; denn wir glauben, dass das Blasen der Trompeten das Reden Gottes zu ihnen andeutet. Mehr noch, der Herr wird wieder den Ihm gebührenden Platz unter ihnen einnehmen, was in dem Feueropfer für den Herrn angedeutet wird. Sie werden erwachen, wieder belebt werden (Hes 37), und die ganze Gemeinde wird sich auf den Weg in das Land machen. Es ist der Ruf Gottes an Israel in späteren Tagen; Er wird sie letztendlich retten und sie in dem Land ihres Besitztums wieder aufrichten. Doch bevor dieser glückliche Augenblick für Israel kommen kann, muss Gott noch ernsthaft mit ihnen handeln und Dinge zur Sprache bringen, und das kommt in dem nächsten Fest vor unsere Blicke.

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