Meine Feste

Das Fest der Wochen, der Webe-Brote

„Und ihr sollt euch zählen vom anderen Tag nach dem Sabbat, von dem Tag an, da ihr die Webe-Garbe gebracht habt: Es sollen sieben volle Wochen sein. Bis zum anderen Tag nach dem siebten Sabbat sollt ihr fünfzig Tage zählen; und ihr sollt dem HERRN ein neues Speisopfer darbringen“ (3. Mose 23,15.16).

Wir kommen nun zu dem gut bekannten Pfingstfest; Pentecoste bedeutet fünfzig Tage oder fünfzigster Tag. Beachten wir erneut, dass genau wie bei dem Fest der ungesäuerten Brote, das als ein direktes Resultat aus dem Passahfest hervorging, auch dieses Fest des neuen Speisopfers seinen Ursprung hat in der Webegarbe der Erstlingsfrüchte. Der andere Tag nach dem Sabbat ist dieser wunderbare Morgen der Auferstehung, und das ist der Startpunkt zum Zählen der Tage für dieses Fest hier. Das neue Speisopfer hat also eine direkte Verknüpfung mit Christus an dem Morgen seiner Auferstehung. Wenn wir uns zu der buchstäblichen Erfüllung dieses Festes wenden, wie sie uns in Apostelgeschichte 2 vorgestellt wird, lernen wir sofort, worin diese direkte Verknüpfung besteht. Es ist die Vereinigung mit einem auferstandenen und verherrlichten Christus durch den Heiligen Geist. Wieder könnten wir fragen: Warum ist das so? Es geschah mit dem Ziel, dass in uns in dieser Welt nun die Wesenszüge Christi wiedererzeugt werden können. Er war das wahre Speisopfer, und wir sind nun durch den Heiligen Geist das neue Speisopfer. Gott hat bewirkt, dass die Wesenszüge Christi nun in dieser Welt von einer Gesellschaft von Menschen wiedergespiegelt werden können, die durch den Heiligen Geist nun mit Christus an dem Ort verbunden sind, zu dem Er aufgefahren ist. Wunderbar, dass Christus hier auf der Erde aufgetreten ist und alles das offenbart hat, was der Mensch zum Wohlgefallen und zur Ehre Gottes sein sollte. Da Er Sohn war, konnte Er es gar nicht anders tun. Aber dass Gott nun in Geschöpfen wie wir es sind dieselben gesegneten Kennzeichen zur Darstellung bringen kann, ist ein gewaltiger Triumph seiner Gnade, Weisheit und Macht. Das ist das neue Speisopfer. Wir sind es, die Gläubigen der christlichen Haushaltung, die wir mit dem Heiligen Geist versiegelt und mit Christus in der Herrlichkeit verbunden sind, die nun die vollkommenen Wesenheiten des Mensch-Seins darstellen sollen, wie sie in unserem Herrn zu sehen waren, als Er hier in dieser Welt war. Und in dem Maß;, wie diese Wesenszüge in uns zum Vorschein kommen, bringen wir dem Herzen Gottes etwas Annehmliches dar, denn dieses neue Speisopfer ist eines der bestimmten Zeiten des HERRN. So begehen wir dieses Fest.

„Aus euren Wohnungen sollt ihr Webe-Brote bringen, zwei von zwei Zehnteln Feinmehl sollen es sein, gesäuert sollen sie gebacken werden, als Erstlinge dem HERRN“ (3. Mose 23,17).

Der erste Punkt, auf dem wir in diesem Vers unsere Aufmerksamkeit richten, ist die Beschaffenheit dieses Opfers. Es war Feinmehl. Das ist dasselbe wie das Speisopfer, das zusammen mit der Webe-Garbe dargebracht werden sollte, und ist auch dasselbe Wort, das in 3. Mose 2,1 für das Speisopfer gebraucht wird. Die Fußnote in der Bibelübersetzung von JND hatte uns schon gezeigt, dass es den feinsten Teil des Weizenmehls bedeutet. Wir hatten vorhin schon gesehen, dass die Webe-Garbe von der Gerste gebracht wurde; hier, wo wir die Darstellung dieses Opfers betrachten, wird uns nun der Weizen vorgestellt. Erinnert uns das nicht wieder daran, dass wir mit einem verherrlichten Christus durch den Heiligen Geist verbunden sind, der als die Erfüllung dieses Festes auf die christliche Versammlung herabkam, wie uns in Apostelgeschichte 2 berichtet wird? Wir finden in unserem Abschnitt nicht den Gedanken an einen verherrlichten Christus, aber wir wissen jetzt, dass das bereits geschehen ist, und können diese Wahrheit ein wenig auch hier in diesem Bild miteingeschlossen sehen. Dieses Feinmehl stellt die Natur Christi dar, wie sie nun durch den Geist in den Gläubigen ausgestaltet ist. Wenn dieses Feinmehl das Speisopfer in 3. Mose 2 bildete, dann stellt es den zweiten Menschen vom Himmel vor (1. Kor 15,47). Wenn es das neue Speisopfer bei diesen Webe-Broten in 3. Mose 23 bildet, dann ist es die Natur dieses himmlischen Menschen in den Gläubigen, damit sein Wesen durch sie gesehen werden kann als ein Fest dem HERRN. Christus ist jetzt nicht nur der zweite Mensch aus dem Himmel, Er ist der gleiche verherrlichte Mensch im Himmel. Aber alles das, was Ihn in seiner vollkommenen Menschheit hier in dieser Welt kennzeichnete, wird nun auch durch den Heiligen Geist in den Herzen der Gläubigen der christlichen Haushaltung bewirkt, damit es erneut zum Vorschein kommt zum gegenwärtigen Wohlgefallen Gottes.

Von zwei Zehnteln

Wenn uns in dem Feinmehl die Beschaffenheit dieses Opfers vorgestellt wird, dann haben wir in der nächsten Aussage, der wir uns jetzt zuwenden wollen – von zwei Zehnteln – die Maßangabe. Wir verweisen noch einmal auf Vers 13, wo wir diese Bemerkung auch schon bei dem Speisopfer gefunden haben. Auch da hatten wir gelesen, dass es aus zwei Zehnteln Feinmehl bestehen sollte. Und wenn wir weiter zu 3. Mose 24,5 gehen, finden wir, dass die zwölf Schaubrote auch jeweils aus zwei Zehnteln Feinmehl gebacken werden sollten. Wir wissen gut, dass es an dieser Stelle um die zwölf Stämme Israels geht. Das Speisopfer in 3. Mose 23,13 ist also Christus selbst, der zweite Mensch vom Himmel – „zwei Zehntel Feinmehl, gemengt mit Öl“. Das neue Speisopfer in 3. Mose 23,17 ist die Ausgestaltung dieser Wesenszüge in den Gläubigen der christlichen Haushaltung heute, es ist das gleiche Maß – „zwei Zehntel Feinmehl“. Die zwölf Kuchen der Schaubrote in 3. Mose 24,5 weisen auf die Zeit voraus, wo Israel einmal mehr Gott darstellen wird in dieser Welt, nachdem die Versammlung in die Herrlichkeit entrückt worden ist; und auch hier ist es das gleiche Maß – „von zwei Zehnteln soll ein Kuchen sein“. Sicher haben wir darin den Gedanken Gottes, wie der Mensch der heutigen christlichen Haushaltung und dann auch Israels, wenn die Versammlung in der Herrlichkeit sein wird, in seinem Wesen und seinem Charakter gebildet werden soll. In der zukünftigen Welt soll sowohl in den himmlischen Heiligen als auch in den irdischen Heiligen Christus, der zweite Mensch, in allen gesehen werden – als Frucht des Wirkens Gottes. Es scheint, als sei es der Gedanke Gottes, das ganze Universum mit den Kennzeichen dieses vollkommenen, herrlichen und verherrlichten Menschen zu erfüllen. Christus wird alles und in allen sein!

Zehn ist, wie uns gut bekannt ist, die Zahl der Verantwortlichkeit des Menschen. Zwei Zehntel scheint uns diese Verantwortlichkeit auf eine zweifache Weise vorzustellen. Wir sehen darin die Bedeutung, dass wir einerseits Liebe zu Gott haben sollen und andererseits Liebe zu den Menschen. In 1. Mose 3 sehen wir in dem Versagen erst von Eva und dann von Adam Sünde gegen Gott. Dann haben wir in 1. Mose 4 bei Kain und Abel Sünde gegen Menschen. Auf diese zweifache Weise steht der Mensch schuldig vor Gott. Als dem Volk Israel das Gesetz gegeben wurde, waren diese beiden Gesichtspunkte die Zusammenfassung des Gesetzes. Sogar der Herr Jesus selbst hatte gesagt, dass an diesen beiden Geboten – Liebe zu Gott und Liebe zu den Menschen – das ganze Gesetz und die Propheten hängt (Mt 22,34–40). Von den zehn Geboten betonten vier ihre Verantwortung Gott gegenüber und sechs ihre Verantwortung den Menschen gegenüber. Auch Agur hatte in seinem prophetischen Ausspruch diese beiden Gesichtspunkte vor Augen: etwas von den Menschen stehlen und sich vergreifen an dem Namen seines Gottes (Spr 30,9). Und noch einem weiteren Propheten wurde diese Wahrheit offenbart: „Denn ein jeder, der stiehlt, wird gemäß dem, was auf dieser Seite der Rolle steht, weggefegt werden; und ein jeder, der falsch schwört, wird gemäß dem, was auf jener Seite der Rolle geschrieben ist, weggefegt werden“ (Sach 5,3). Wir sehen in dieser Weissagung das Versagen Israels im Blick auf das Gesetz unter beiden Gesichtspunkten, und als Folge davon das über sie kommende Gericht.

Als unser Herr hier auf der Erde war, lesen wir von Ihm als dem Knecht des HERRN, dass Er das Gesetz groß und herrlich machen würde (Jes 42,21). So lesen wir von Ihm in dieser wunderbaren Unterweisung auf dem Berg, wie sie in Matthäus 5–7 berichtet wird, dass Er vierzehn Mal sagte. „Ich sage euch“. „Ihr hat gehört, dass zu den Alten gesagt ist“ – das ist das Gesetz; „Ich aber sage euch“ – das ist das Gesetz groß und herrlich gemacht. Nehmen wir dieses Beispiel: „Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen“ – das ist das Gesetz; „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde“ – das ist das Gesetz groß und herrlich gemacht (Mt 5,43.44). Er schnitt nicht Stück um Stück von dem Gesetz ab oder schwächte es ab; Er machte es herrlich und versah es mit Vollmacht; und nachdem Er es groß gemacht hatte über seine ursprünglichen Ansprüche hinaus, erfüllte Er es selbst in jedem einzelnen Teil, bewahrte es, ehrte es und verherrlichte Gott im Blick darauf. „Es gefiel ihm…, das Gesetz groß und herrlich zu machen“.

Wir sehen in dem Leben unseres gepriesenen Herrn, wie Er das vollkommen ausgelebt hat, sogar bis zu seinem Tod. Zwei Mitteilungen im Johannes-Evangelium aus seinem eigenen Mund zeigen, wie Er seiner Liebe zu Gott und seiner Liebe zu Menschen Ausdruck gab: „Damit die Welt erkenne, dass ich den Vater liebe und so tue, wie mir der Vater geboten hat. – Steht auf, lasst uns von hier weggehen!“ (Joh 14,31). „Größere Liebe hat niemand als diese, dass jemand sein Leben lässt für seine Freunde“ (Joh 15,13). Diese Liebe zu dem Vater und zu seinen Freunden fand ihren vollkommenen Ausdruck, als Er für beide sein Leben ließ. Auf der einen Seite geschah es zur Verherrlichung des Vaters, und auf der anderen Seite um der Bedürfnisse der Seinen willen. Und wir können seine Liebe auch nicht nur auf die Seinen beschränken, denn in seiner Liebe zu allen Menschen ist Er für alle gestorben (2. Kor 5,14). Das ist die Entsprechung der zwei Zehntel.

Gesäuert sollen sie gebacken werden

Wir wissen, dass Sauerteig in dem Speisopfer absolut verboten war (3. Mo 2,11). Hier aber sollte es dabei sein. Sauerteig – ein Bild von der Sünde im Fleisch – konnte niemals Teil von irgendetwas sein, was Christus in seiner Menschheit vorbildet. Er war „das Heilige“ (Lk 1,35). Hier in dem neuen Speisopfer aber war Sauerteig dabei, denn es spricht von uns. Wir sprechen von einem durchmischten Zustand des Gläubigen. Danken wir Gott dafür, dass in unser aller Leben etwas von dem Feinmehl zu finden ist, aber ebenso wissen wir auch, dass genauso sicher noch Sauerteig vorhanden ist. Die Erfahrungen von Römer 7, die wir alle durchlebt haben werden, sind der Beweis dafür – das Gute und das Böse im Widerstreit zueinander. Sauerteig ist immer ein Bild von dem Bösen, wie wir feststellen werden, wenn wir die verschiedenen Stellen nachschlagen, wo er im Neuen Testament erwähnt wird:

  • Mt 13,33: „Sauerteig, den eine Frau nahm“. Wir verstehen darunter den Götzendienst (vgl. Sach 5,5–11), denn das Epha ist die gleiche Maßeinheit, wie die drei Maß Mehl in dem Gleichnis.
  • Mt 16,6: „Sauerteig der Pharisäer“ – Heuchelei
  • Mt 16,6: „Sauerteig der Sadduzäer“ – Untreue
  • Mk 8,15: „Sauerteig des Herodes“ – Weltlichkeit
  • 1. Kor 5,6.7: hier benutzt Paulus das gleiche Bild und es meint offensichtlich böse Praktiken
  • Gal 5,9: hier benutzt er dieses Bild wieder, und hier meint es böse Lehren

Sechsmal wird dieses Bild also im Neuen Testament gebraucht, und jedes Mal mit einer negativen Bedeutung. Können wir auch nur ein einziges von diesen Arten des Bösen bei unserem Herrn Jesus finden? Nicht eines davon, wie wir gleich sehen werden:

  • Götzendienst? „Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen“ (Mt 4,10)
  • Heuchelei? „Da sprachen sie zu ihm: Wer bist du? Jesus sprach zu ihnen: Durchaus das, was ich auch zu euch rede“ (Joh 8,25)
  • Untreue? „Die Schrift kann nicht aufgelöst werden“ (Joh 10,35)
  • Weltlichkeit? „Ich habe die Welt überwunden“ (Joh 16,33)
  • Böse Praktiken? „Wer von euch überführt mich der Sünde?“ (Joh 8,46)
  • Böse Lehren? „Meine Lehre ist nicht mein, sondern dessen, der mich gesandt hat“ (Joh 7,16)

Aber wenn bei unserem Herrn Jesus auch all diese Arten des Bösen nicht vorhanden waren, so sind sie doch bei uns alle gegenwärtig. Von diesen beiden Broten wird gesagt, dass sie gebacken werden sollten. Das Feuer würde also die Wirksamkeit des Sauerteigs zunichtemachen. Deshalb auch die zerteilten Zungen wie von Feuer bei der Herabsendung des Heiligen Geistes am Tag der Pfingsten in Apostelgeschichte 2. Der in uns wohnende Heilige Geist in diesem Charakter der Zungen von Feuer ist die Kraft, um diese bösen Neigungen, die aus der in uns wohnenden Sünde hervorkommen wollen, nicht zur Wirkung kommen zu lassen. Und nur wenn der Sauerteig auf diese Weise zum Stillstand gekommen ist, werden die Kennzeichen des Feinmehls zum Vorschein kommen.

Erstlinge dem HERRN

Wir haben vorhin gelesen, dass die Webe-Garbe eine Garbe der Erstlinge ist und dass sie auf Christus als den Auferstandenen aus den Toten hinweist (1. Kor 15,20). Hier haben wir andere Erstlingsfrüchte. Die Erstlings-Garbe bezog sich auf die Gerstenernte, wie wir nicht zweifeln. Hier die Erstlinge für die Webe-Brote stammen von der Weizenernte. Die Weizenernte und das neue Speisopfer stehen in 2. Mose 34,22 zusammen: „Und das Fest der Wochen, der Erstlinge der Weizenernte, sollst du feiern“. Dieser Vers beweist den Gedanken, dass diese Ernte sieben Wochen nach der Gerstenernte stattfand. Die Gerstenernte hat ihre Entsprechung in der Auferstehung Christi aus den Toten, und die Weizenernte hat ihre Entsprechung in der Bildung der Versammlung durch den Heiligen Geist Gottes. Deshalb lesen wir in Jakobus 1,18: „Damit wir eine gewisse Erstlingsfrucht seiner Geschöpfe seien“. Wenn also Christus der Erstling ist als der Auferstandene aus den Toten, so ist die Versammlung für Gott die Erstlingsfrucht von all denen, die als das Ergebnis des Werkes Christi noch unter den Segen kommen werden. Dass Israel unter den Segen kommen wird, steht jetzt noch aus; aber wenn das der Fall sein wird, dann wird auch ein Teil der Nationen durch sie in den Bereich des Segens kommen. Aber die Versammlung ist die Erstlingsfrucht, und sie ist die einzige Körperschaft, die jetzt schon in den Bereich des Segens gekommen ist. Jakobus denkt in seiner Stelle an den gläubigen Teil der jüdischen Nation, der dadurch, dass er Christus angenommen hat, von der übrigen Nation getrennt ist, aber schon jetzt die Segnungen Gottes genießt. Das ist diese Gemeinschaft, zu der wir alle gehören, die wir Christus als unseren Retter angenommen haben – Juden und Nationen sind jetzt eins in diesem christlichen Kreis.

Aus euren Wohnungen

Das ist der Ort, wo das neue Speisopfer zubereitet werden soll: nicht in der Versammlung, sondern in den Wohnungen. Wo sollte Christus in uns gesehen werden? In dem Verantwortungsbereich, in dem wir uns bewegen. Es ist so einfach, die richtigen Dinge zu tun und die richtigen Dinge zu sagen, wenn wir gemeinsam uns versammeln, aber es sind unsere Wohnungen, wo das wirklich auf die Probe gestellt wird. Wenn wir uns mal Kolosser 3 zuwenden, werden wir sehen, wie die sich Eigenschaften Christi in den drei großen Beziehungen, die es in dem Leben eines jeden von uns gibt, entfalten sollen.

Der große Gegenstand von Kolosser 3 ist das Ausziehen des alten Menschen und das Anziehen des neuen Menschen. Uns wird gesagt, dass wir das getan haben (Vers 9.10). Aber haben wir auch die Handlungen des neuen Menschen angezogen? Das ist die Ermahnung. Dieses Kapitel zeigt, dass der neue Mensch Christus ist, wie Er in den Gläubigen durch den Heiligen Geist zur Darstellung kommt, denn jedes Kennzeichen des neuen Menschen ist eine Wiedergabe von Christus als dem zweiten Menschen. An keiner Stelle wird von Christus gesagt, dass Er selbst dieser neue Mensch sei, Er ist der zweite Mensch (1. Kor 15,47); aber jedes Kennzeichen des neuen Menschen kam zuerst in Ihm zum Vorschein. Der neue Mensch ist nicht so sehr Christus persönlich, sondern Christus dem Wesen nach, wie Er in den Gläubigen durch den Heiligen Geist zur Darstellung kommt. Und damit haben wir die enge Beziehung zu dem neuen Speisopfer, das wir hier vor uns haben. Welcher Art sind nun die Handlungen dieses neuen Menschen? Heiligkeit, Liebe, herzliches Erbarmen, Güte, Demut, Sanftmut, Langmut (Vers 12). Nachsicht (einander ertragen) und Vergebung (Vers 13). Beachten wir den Maßstab für unsere Vergebens-Bereitschaft: „wie auch der Christus euch vergeben hat, so auch ihr“. Sagst du, du kannst nicht mit diesem Maßstab vergeben? Doch, du kannst! Deine Seele ist durch den Heiligen Geist mit diesen zwei Zehntel Feinmehl geformt. Hätte ich nicht die Natur Christi, könnte ich auch nicht vergeben wie Christus vergeben hat; aber die Tatsache, dass mir gesagt wird, das auch so zu tun, ist der Beweis, dass ich es auch kann.

Dann sollten wir auch noch durch Liebe gekennzeichnet sein, dem Band der Vollkommenheit. Auch der Friede des Christus sollte in unseren Herzen und Leben entscheiden; und wir sollten ein dankbares Herz gegenüber unserem Gott haben für seine Gnade und Barmherzigkeit, die Er jeden Tag uns gegenüber erweist. Das würde Zufriedenheit mit dem, was wir haben, bei uns bewirken. Das Wort des Christus soll seinen Platz in unseren Herzen haben, damit wir weise sind einander zu lehren und zu ermahnen. Auf diese Weise half auch der Herr den Jüngern. Dann sollten wir auch als Ausfluss der Gnade aus unseren Herzen im Einklang unserem Herrn singen, sei es mit Psalmen – dem Ausdruck unserer Erfahrungen, Lobliedern – um den Namen Gottes zu erheben, oder geistlichen Liedern – um lehrmäßige Wahrheiten auszudrücken (Vers 16). „Und alles, was immer ihr tut, im Wort oder im Werk, alles tut im Namen des Herrn Jesus, danksagend Gott, dem Vater, durch ihn“ (Vers 17). Das ist also der erste Kreis, wo das neue Speisopfer gesehen werden soll – der Kreis der Geschwister allgemein.

Ein anderer Kreis wird uns in den Versen 18–21 vorgestellt. Hier haben wir den Kreis unserer familiären Beziehungen, das, was mehr noch den Wohnungen entspricht. An dieser Stelle wird oft gefragt, wie wir diese verschiedenen Beziehungen auf den Herrn Jesus anwenden können. Wir wissen, dass Er nie in einer Beziehung als Ehemann zu einer Frau oder Vater zu Kindern gewesen ist. Wie kann dann sein Leben in dieser Welt ein Beispiel für uns in solchen Beziehungen sein? Ganz einfach auf diese Weise: „Ihr Frauen, ordnet euch euren Männern unter“ – Unterordnung konnte bei Christus gesehen werden. „Ihr Männer, liebt eure Frauen“ – Liebe konnte bei Christus gesehen werden. „Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern“ – Gehorsam konnte bei Christus gesehen werden. „Ihr Väter, reizt eure Kinder nicht“ – Gnade und Geduld konnte bei Christus gesehen werden. Das also sind die Kennzeichen des neuen Speisopfers, wie sie in dem familiären Kreis zu sehen sein sollen.

Und als drittes haben wir dann den Kreis des Berufs- oder Geschäftslebens. Knechte sollen gehorsam sein und durch Treue gekennzeichnet sein (Vers 22–25). Herren sollen gerecht und ausgewogen sein (Kol 4,1). All diese moralischen Schönheiten finden wir bei dem Herrn Jesus. So sollen also in dem Kreis der Geschwister allgemein, in dem familiären Kreis und in dem Kreis des Berufs- oder Geschäftslebens die Wesenszüge Christi in jedem einzelnen von uns in jeder Beziehung gesehen werden. Dann werden die zwei Zehntel Feinmehl deutlich erkennbar sein, selbst wenn der Sauerteig noch in uns ist, aber in der Kraft des Heiligen Geistes im Tod gehalten wird. Die zwei Webe-Brote deuten darauf hin, dass diese neue Gemeinschaft gebildet wird aus Juden und aus den Nationen. Es ist wohl nicht so sehr der Gedanke des Geheimnisses wie im Epheser-Brief, den wir nur schwerlich in diesen bildlichen Abschnitt hineinbringen können, sondern mehr der Gedanke einer neuen Gemeinschaft, wie wir ihn z.B. in Römer 15 finden – eher der gemeinschaftliche und nicht so sehr der korporative Gesichtspunkt.

„Und ihr sollt zu dem Brot darbringen sieben einjährige Lämmer ohne Fehl und einen jungen Stier und zwei Widder (sie sollen ein Brandopfer dem HERRN sein) und ihr Speisopfer und ihre Trankopfer: ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem HERRN“ (3. Mose 23,18).

Jedes Opfer, das von Gott eingeführt worden ist, um besondere Wesenszüge von Christus vorzustellen, wird hier bei diesem neuen Speisopfer dargebracht: Brandopfer, Speisopfer, Sündopfer, Trankopfer – wir finden sie alle hier erwähnt. Lässt uns das nicht daran denken, dass wir hier eine Gemeinschaft von Gläubigen haben, die in der ganzen Annehmlichkeit dessen dastehen, was Christus durch seinen Tod am Kreuz bewirkt hat? Was immer auch die Ergebnisse dieses Werkes zur Verherrlichung Gottes und zum Segen des Menschen sind – diese Gläubigen stehen in der Annehmlichkeit von all dem vor Gott. Mehr noch, sie sind göttlich befähigt, das alles auch zu verstehen und zum Wohlgefallen Gottes auch eine Antwort darauf zu haben. Wir leben in einer Zeit, in der Gott nicht nur deutlich entfaltet hat, was Er getan hat und was Er noch tun wird auf der Grundlage des Werkes Christi, sondern Er hat uns auch die Fähigkeit gegeben, das jetzt schon zu erfassen und eine Antwort darauf zu geben zu seiner eigenen Verherrlichung und zu seinem Wohlgefallen. Geliebte Geschwister, in was für eine Stellung der Gunst sind wir doch gebracht worden! Alle diese Opfer sollten zusammen mit dem Brot dargebracht werden.

Ohne jetzt allzu gründlich auf die Einzelheiten dieser bereits betrachteten Opfer einzugehen, gibt es doch einige neue Besonderheiten, auf die wir hinweisen müssen. Von allen Opfern in diesem Vers wird gesagt, dass sie zum lieblichen Geruch dem HERRN sein sollten. Das erinnert unsere Herzen an das, was Christus ununterbrochen auf seinem Weg des Gehorsams bis in den Tod und in Unterordnung unter den Willen seines Vaters gewesen ist. Der junge Stier spricht von seiner duldenden Beharrlichkeit. Nicht ein einziges Mal wich Er zur Seite aus, sondern Er ging seinen Weg stetig voran, bis der Ratschluss Gottes auf dem Kreuz ausgeführt war. Welche Freude muss der Vater daran gehabt haben! Keine Versuchung, keine Schwierigkeit konnte Ihn je von diesem Weg abbringen. „Ich tue allezeit das ihm Wohlgefällige“ (Joh 8,29). Er hat den Widerspruch vonseiten der Sünder gegen sich erduldet, aber nichts konnte Ihn von seinem Weg abbringen. Die zwei Widder sprechen von seiner Ergebenheit unter den Willen Gottes. Der junge Stier spricht mehr von seiner Kraft und Beharrlichkeit in der Erfüllung dieses Willens, und die Widder mehr von seinem Verlangen, diesen Willen zu erfüllen. „Und ihr Speisopfer“ deutet wieder auf seine vollkommene Menschheit hin, die allem, was Er tat, eine vollkommene Wirksamkeit verlieh, als Er seinen Weg des vollkommenen Gehorsams durch den Tod am Kreuz vollendete. Das Trankopfer zeigt uns wieder die Freude, die Gott als eine Frucht des vollbrachten Werkes Christi für sich darin gefunden hat. Und wir stehen verbunden mit all diesen Wahrheiten da, denn diese Opfer mussten „zu dem Brot dargebracht“ werden.

„Und ihr sollt einen Ziegenbock zum Sündopfer opfern und zwei einjährige Lämmer zum Friedensopfer“ (3. Mose 23,19).

Wenn wir noch einmal einen kurzen Augenblick zurückblicken, ist es doch auffallend, dass wir bei dem Fest der Erstlingsgarbe kein Sündopfer finden. Das zeigt uns die wunderbare Wahrheit, dass in dem Tod Christi die Frage der Sünde auf eine so vollkommen wirksame Weise behandelt wurde, dass sie in seiner Auferstehung nicht mehr aufgeworfen wird. Sein Tod hat die Sünde hinweggenommen, und seine Auferstehung ist der Beweis dafür, dass sie für immer weggetan ist (Röm 4,25; 8,34). In der Auferstehung Christi aus den Toten ist die Frage der Sünde ein für alle Mal für uns geordnet worden (Heb 9,28; 10,12).

Aber hier bei dem neuen Speisopfer muss wegen unseres gemischten Zustandes ein Sündopfer gebracht werden. Wegen des Sauerteigs wird Vorsorge getroffen, dass diese Gemeinschaft von Gläubigen in der ganzen Annehmlichkeit aufrechterhalten bleibt. Sollte in einem von ihnen die Sünde zum Vorschein kommen, dann „haben wir einen Sachwalter bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten“ (1. Joh 2,1). „Und ihr sollt einen Ziegenbock zum Sündopfer opfern“. Er ist geopfert worden, sein Blut ist vergossen worden, und wir stehen gereinigt vor Gott. Das verleiht uns Freimütigkeit in unserem Dienst vor Gott. „Ein Ziegenbock“; in 2. Mose 12 sollte das Lamm von den Schafen oder von den Ziegen genommen werden (Vers 5). Warum sprechen wir bei diesem Passahlamm fast ausschließlich von einem Schaf und lassen die Ziege fast vollständig außer Betracht? Die Israeliten hatten die Wahl zwischen einem Schaf und einer Ziege. Warum? Wir meinen, weil das eine das Gegenstück zu dem anderen ist. In dem Schaf sehen wir die willige Bereitschaft unseres Herrn vorgebildet, sterben zu wollen; dagegen sehen wir in der Ziege seine Fähigkeit vorgebildet, sterben zu können. Es ist schon oft darauf hingewiesen worden, dass Mose bereit war, für das Volk sterben zu wollen, aber er war nicht fähig dazu (2. Mo 32,32). Auch Paulus scheint in Römer 9,3 auf dieser Linie zu liegen, aber auch er mochte noch so sehr die Bereitschaft dazu haben, er war nicht fähig dazu. Gott sei Dank war Christus sowohl bereit als auch fähig, für andere in den Tod zu gehen. Viele unsere Lieder besingen den Herrn als das Lamm Gottes, aber wir haben kein Lied, in dem wir dabei an eine Ziege denken. Ein durchaus notwendiges Gegenstück, wie wir meinen. Hier ist es also eine Ziege und nicht ein Lamm, was als Opfer gebracht werden sollte.

Zum Friedensopfer

Es ist uns allen gut bekannt, dass das Friedensopfer den Gedanken von Gemeinschaft in sich trägt. Ein wunderbarer Kreis von Gemeinschaft ist in unserer Zeit ins Leben gerufen worden, der seine Grundlage in dem Tod Christi hat. Ein Friedensopfer ist in diesem Kapitel bisher noch gar nicht erwähnt worden. Gemeinschaft konnte es nicht geben, bevor nicht der Heilige Geist von dem verherrlichten Christus herabgesandt wurde und alle Gläubigen untereinander verbunden hat in dem Segen und Genuss alles dessen, was Christus bewirkt hat. Und das begann am Tag der Pfingsten, wie wir aus Apostelgeschichte 2,42 wissen. „Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft…“. Es ist eine Gemeinschaft, die nur gekannt und verwirklicht werden kann in der Kraft des Geistes Gottes. Wir finden das in Bezug auf die örtliche Versammlung, zu der wir gehören, in 1. Korinther 1,9: „Gott ist treu, durch den ihr berufen worden seid in die Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn“. Und wir finden es auch in Bezug auf unsere Seelen, dass wir durch den Geist in die Gemeinschaft mit dem Vater und mit seinem Sohn Jesus Christus gebracht worden sind (1. Joh 1,3). Das ist die persönliche Seite. Durch die Gabe des Heiligen Geistes vom Himmel als Ausgangspunkt sind wir in die Gemeinschaft mit allen Heiligen gebracht worden und auch in die Gemeinschaft mit dem Vater und dem Sohn gebracht worden – das erste ist eine gemeinschaftliche Segnung, das zweite ist eine persönliche Segnung. Christus als das Friedensopfer ist der Zentralpunkt von allem. Die schönste Beschreibung von diesem großen Vorrecht finden wir in Lukas 15. Dort sehen wir den Vater mit dem jüngeren Sohn und allen Übrigen, wie sie zusammen aßen und miteinander fröhlich waren und Teil hatten an dem gemästeten Kalb. Das ist ein Bild der heutigen christlichen Gemeinschaft.

„Und der Priester soll sie weben samt dem Brot der Erstlinge als Webopfer vor dem HERRN, samt den zwei Lämmern: Sie sollen dem HERRN heilig sein für den Priester“ (3. Mose 23,20).

Das Weben all dieser Bestandteile samt den Webe-Broten vor dem HERRN geschah, damit die Augen Gottes darauf ruhen konnten. Jeder Wesenszug seines Sohnes wurde zusammen mit den beiden Webe-Broten hin und her bewegt, damit die Zierde dieser Wesenszüge in den Augen Gottes auf diejenigen übergehen, von denen die beiden Brote sprechen. Es gibt vier verschiedene Ausdrücke, die wiederholt in den fünf Büchern Mose vorkommen, und eine kurze Bemerkung darüber mag hilfreich sein: wie der HERR; von dem HERRN; vor dem HERRN; dem HERRN. Wie der HERR wird normalerweise von den Worten dem Mose geboten hatte gefolgt. Das bedeutet für uns Gehorsam! Von dem HERRN betont, dass der betreffende Gegenstand, was es auch immer sein mag, göttlichen Ursprungs ist. Vor dem HERRN geschieht alles das, was wir zu seinem Wohlgefallen tun. Dem HERRN geschieht alles, was wir Ihm unmittelbar und ohne Umweg direkt zurückgeben oder opfern möchten. Wenn wir also in unserem Dienst in Gehorsam das, was von Ihm kommt, annehmen und es in unseren Herzen vor Ihm bewahren, dann werden wir als Antwort darauf dem HERRN viel Lob und Anbetung bringen können. Das ist nach unserem Verständnis die richtige Ordnung.

Wenn diese Opfergaben gewebt worden sind, lesen wir, dass sie „dem HERRN heilig sein sollen für den Priester“. Das sind die Dinge, die das Priestertum aufrechterhalten – Christus und alles, was Er in Verbindung mit seinem Volk ist. Er kann sein Priestertum nicht losgelöst von seinem Volk antreten. Darauf gibt es keinen Hinweis. Wir hatten gesehen, dass der Priester zum ersten Mal bei der Erstlingsgarbe erwähnt wurde (Vers 10). Dort ist es Christus, der Eine, der hineingegangen ist und dadurch den Zugang in die Gegenwart Gottes frei gemacht hat. Aber dieses Fest hier zeigt uns, dass das Priestertum tätig ist im Blick auf die christliche Gemeinschaft. Wenn wir zu dem Hebräer-Brief gehen, wo dieser Gegenstand umfassend entwickelt wird, lernen wir in Hebräer 9,12, dass Er „ein für alle Mal in das Heiligtum eingegangen ist, als er eine ewige Erlösung erfunden hatte“. Als Folge davon und Antwort darauf finden wir in Hebräer 10,19, dass auch wir jetzt „Freimütigkeit haben zum Eintritt in das Heiligtum“. Christus wird in Hebräer 9 gesehen, wie Er in seinen Kleidern der Herrlichkeit und des Schmucks angenommen wurde – das Gegenstück zu Aaron am großen Versöhnungstag. Aber in Hebräer 10 wird Er mehr in Beziehung zu einer Gemeinschaft von Gläubigen gesehen – das Gegenbild zu den Söhnen Aarons. In Hebräer 9 ist Er dort im Himmel und wir sind hier auf der Erde. Er ist dort für uns. Das ist Vertretung unserer Angelegenheiten. Aber in Hebräer 10 haben wir auch unseren Platz dort, wo Er ist. Das ist Verbindung oder Beziehung. Aaron hat nicht nur eine Reihe von offiziellen Gewändern, Er hat auch eine Familie von Söhnen. Seine Gewänder dienen der Vertretung seines Volkes in der Gegenwart Gottes. Er kann dorthin eintreten, aber sie können es nicht. Auf der anderen Seite sind seine Söhne mit Ihm gesalbt worden, damit sie seine priesterlichen Vorrechte mit Ihm teilen können. Sind wir mit dem Wissen um seine Stellvertretung zufrieden und kommen darin zu kurz, das Vorrecht unserer Beziehung mit Ihm zu genießen? Das ist gerade der Unterschied zwischen Hebräer 9 und 10. Als Priester ist Er hineingegangen, und deshalb können auch wir als Priester hinzutreten. Deshalb die Aufforderung: „Lasst uns hinzutreten“ (Heb 10,22).

„Und ihr sollt an ebendiesem Tag einen Ruf ergehen lassen – eine heilige Versammlung soll euch sein; keinerlei Dienstarbeit sollt ihr tun: eine ewige Satzung in allen euren Wohnsitzen bei euren Geschlechtern“ (3. Mose 23,21).

Wir kommen jetzt bei diesem Fest zu einer heiligen Versammlung. Welcher Art von Übungen wir auch in unserem persönlichen Leben in dieser Welt haben, wir dürfen nie aus dem Auge verlieren, welches Wohlgefallen Gott darin hat, wenn sein Volk sich versammelt. Wenn wir unseren Weg vor seinem Auge und zu seinem Wohlgefallen gehen, werden wir es sehr wertschätzen und dazu beitragen, dass unsere Zusammenkünfte heilige Versammlungen sind. Was für ein Vorrecht, sich frei von gesetzlichen Bestimmungen und niedrigen Diensten versammeln zu können, um diesen Bereich des Segens genießen zu können, der nun durch Christus unser geworden ist. Nicht um den Dienst für Christus und die Anbetung Gottes in einer sklavischen Weise ausüben zu wollen, sondern durch den Heiligen Geist in der Freiheit der Sohnschaft dem Vater in Geist und in Wahrheit Lob und Anbetung darzubringen. Wenn wir so als heilige Versammlung zusammenkommen, werden darin die Elemente eines Festes für Gott bewirkt werden.

Eine ewige Satzung

Dieser Ausspruch soll uns vor Anpassungen und Neuerungen in den Angelegenheiten Gottes warnen. Dieses Fest hat uns im Vorbild die große Antwort auf alles das, was Christus getan hat, vor die Augen gestellt – und alles kommt zur Wirksamkeit in der christlichen Versammlung heutiger Zeit. Die Wirklichkeit von all dem begann am Anfang dieser Haushaltung, und wir sind sehr einsichtig, wenn wir uns darin bis zum Ende dieser Haushaltung bewahren. Diese Mahnung bezieht sich nicht nur auf alle unsere Wohnsitze, sondern auch auf unsere Geschlechter. In nachfolgenden Generationen könnte es solche geben, die meinen, dass dieses Fest nicht mehr aktuell und zeitgemäß sei. Wer weiß, vielleicht käme es sogar zu dieser bösen Entwicklung, dass man es schlussendlich sogar zu einem Fest der Juden herabwürdigen würde. Eine ewige Satzung wird jeden Treuen vor irgendeinem Gedanken dieser Art bewahren. Lasst uns in diesen Tagen der Modernisierung in den Dingen Gottes vielmehr ernstlich für den einmal den Heiligen überlieferten Glauben kämpfen (Jud 3). Dann werden wir in der Lage sein, allen unseren Verantwortlichkeiten zu entsprechen und alle unsere Vorrechte zu genießen, die wie das neue Speisopfer unser sind. Und wenn wir diese Dinge unangetastet mit den Zuneigungen unseres Herzens festhalten, werden wir das hervorbringen, was wahrhaftig ein Fest für unseren Gott ist.

Diese vier Feste bringen uns in den Haushaltungen der Wege Gottes direkt bis in unsere heutige Zeit. Begonnen hatte es mit dem Passah – dem Tod des Herrn, um ein Volk für Gott zu erlösen. Dann folgte das Fest der ungesäuerten Brote – das praktische Entfernen alles Bösen aus unserem Leben durch das Nähren unserer Seelen mit Christus. Dann kam die Garbe der Erstlinge – Christus in Auferstehung. Dann das neue Speisopfer – eine mit dem auferstandenen Christus verbundene Gemeinschaft von Gläubigen, die nun seine Kennzeichen in dieser Welt in der Kraft des Heiligen Geistes darstellen kann, den der verherrlichte Herr am Pfingsttag vom Himmel herabgesandt hat. Das ist die wahre Christenheit, unsere Zeit; sie begann am ersten Tag der Woche, als Christus aus den Toten auferweckt worden war. Wir befinden uns noch in dieser Zeit und werden es bleiben, bis wir den lauten Ruf unseres Herrn hören werden (1. Thes 4,16); dann werden wir diese Szene der haushaltsmäßigen Wege Gottes auf dieser Erde verlassen und unseren Platz im Himmel einnehmen. Israel und ein Teil aus den Nationen wird dann erweckt werden, um in dieser Welt ein Zeugnis für Gott zu sein, obwohl es nicht so scheint, als würden hier in diesem Kapitel die Nationen überhaupt erwähnt werden. Für diese Erkenntnis müssen wir uns der Offenbarung zuwenden (Off 7,9–17).

So haben diese ersten vier Feste mit der heutigen echten Christenheit ihre Erfüllung gefunden. Die letzten drei Feste warten noch auf ihre Erfüllung in der Zeit, wo Israel noch einmal von Gott gerufen wird, um ihren bestimmten Platz in dem zukünftigen Erdkreis (Heb 2,5) einzunehmen. Es wird eine Zeitepoche geben zwischen der Entrückung der Versammlung in die Herrlichkeit und der Entfaltung der Herrlichkeit des kommenden Königreiches. Das Wiedererwachen Israels, ihre nationale Buße und ihre endgültige Befreiung werden folglich in den nächsten drei Festen vorgebildet. Bevor wir jedoch darauf noch ein wenig eingehen, müssen wir noch etwas über Vers 22 sagen. Ein Blick auf die New Translation von JND zeigt uns, dass dieser Vers noch in dem gleichen Abschnitt steht, wie das neue Speisopfer und es damit mit den ersten vier Festen verbunden wird.

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