Einführender Vortrag zum 1. Johannesbrief

Kapitel 2

Einführender Vortrag zum 1. Johannesbrief

Daher folgen am Anfang von Kapitel 2 zwei Verse als eine Art Anhang zur Lehre und Anwendung des 1. Kapitels. „Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf daß ihr nicht sündiget; und wenn jemand gesündigt hat – wir haben einen Sachwalter bei dem Vater, Jesum Christum, den Gerechten. Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die ganze Welt.“ [V. 1–2]. Ich lasse die Worte „für die Sünden“ im letzten Ausdruck weg. Es ist klar genug, daß sie niemals hätten in die gewöhnlichen Bibeln eingeführt werden dürfen.1 Sie werden zur Sinngebung nicht benötigt, wie es bei Worten normalerweise der Fall ist; sie beeinträchtigen sogar den Sinn und schmuggeln in Wirklichkeit falsche Lehre ein. Falls die Sühnung Christi den Sünden der ganzen Welt begegnete, würde die ganze Welt errettet werden. Nirgendwo erscheint im Wort Gottes eine solche Aussage. Im Opfer Christi liegt eine gerechte Grundlage, auf der Gott der ganzen Welt zu begegnen vermag – nicht allein, daß Er sie ertragen, sondern auch daß Er das Evangelium jedem Geschöpf senden kann. Das ist eine völlig andere Aussage, als wie sie die Worte „Sühnung für die Sünden der ganzen Welt“ beinhaltet.

Im richtigen Text erkennen wir eindeutig die wunderbare Weisheit der Heiligen Schrift und gleichzeitig einen genauen Ausdruck der reichen Gnade des Herrn ohne Übertreibung. „Meine Kinder, ich schreibe euch dieses, auf daß ihr nicht sündiget.“ Wenn aber jemand, ach!, sündigt, besteht kein Anlaß zu Verzweiflung; denn „wir haben einen Sachwalter bei dem Vater.“ Wunderbare Barmherzigkeit! Jesus lebt jetzt genauso wirklich, um das Versagen der Seinen aufzunehmen, wie Er einst gestorben ist, um ihre Sünden durch Sein Blut zu entfernen. Auch dieses beruht auf der Sühne. Doch zudem besteht die gesegnete Wahrheit, daß Er die Gerechtigkeit des Gläubigen in der Gegenwart Gottes darstellt. Sein sühnendes Opfer hat ewigen Wert. Sein Platz ist vor Gott als unsere Gerechtigkeit; und in Bezug auf Versagen übt Er Seine wirkungsvolle Sachwalterschaft beim Vater aus.

Das ist die lehrmäßige Grundlage dieses Briefes. Hinzugefügt ist dann noch die besondere Vorsorge für jene, die versagen.

Von Kapitel 2, Vers 3, an beginnen die Überlegungen zum Wesen des Lebens in Christus, das der Gläubige besitzt und zu zeigen verpflichtet ist. Was ist das Hauptkennzeichen? Was sind die besonderen Charakterzüge des göttlichen Lebens im Menschen? – Nicht Kraft, nicht Liebe, nicht einmal Gerechtigkeit! Was ist es dann? – Gehorsam! Dieser mißt dem Menschen eindeutig keine Wichtigkeit zu. Er fordert die gerechte Unterwerfung des Geschöpfes und hält zudem die Majestät Gottes aufrecht. Wie schrecklich, wenn sogenannte Gnade Seine Herrlichkeit in den Augen einer Seele herabsetzt! Die Gefahr diesbezüglich wird keineswegs geleugnet. Aber letzterer wird vollkommen begegnet mit dem kostbaren Wort Gottes: „Und hieran wissen wir, daß wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten.“ [V. 3]. Nenne diesen Ausdruck nicht gesetzlich! Wo finden wir so etwas bei Johannes? – Tatsächlich kann nichts in einer Person gesetzlich sein, die unter der Führung des Heiligen Geistes Christus entfaltet; und laßt mich weiterhin sagen: Wo Liebe besteht, ist nichts lieblicher, als den Willen dessen auszuführen, der geliebt wird. Das gilt insbesondere, wenn wir wissen, daß Derjenige, dessen Willen wir tun, unumschränkt gut und weise in allem ist, was Er uns auferlegt. Wir wissen, daß das bei Gott der Fall ist.

„Und hieran wissen wir, daß wir ihn kennen, wenn wir seine Gebote halten. Wer da sagt: Ich kenne ihn, und hält seine Gebote nicht, ist ein Lügner, und in diesem ist die Wahrheit nicht.“ Ein solcher ist überhaupt kein Christ, genauso wenig wie jener, der vorgibt, Gemeinschaft mit Gott zu haben und in der Finsternis wandelt, oder behauptet, ohne Sünde zu sein, bzw. leugnet, gesündigt zu haben. [Vergl. 1. Johannes 1, 6. 8. 10!]. Der Gegensatz hier besteht zwischen wahren Christen und bloßen Bekennern. Es geht nicht um treue oder untreue Christen. Verbanne alle solche Vorstellungen aus deinen Gedanken! Sie sind nämlich eine Täuschung; und durch diese verlierst du den Gewinn für deine Seele. Damit beschäftigt sich der Herr hier nicht. Er unterdrückt eine neue Art des Bösen, welches damals aufzutreten begann. Es geht um Menschen, die vorgaben, neues Licht empfangen zu haben, jedoch in Wirklichkeit vom einzigen Licht Gottes abwichen. Solche Männer frönten fein gesponnenen Spekulationen und beanspruchten für sich bisher unentdeckte Wahrheiten. Dabei befanden sie sich in der schrecklichen und üblen Lage, den geoffenbarten Gedanken Gottes zu widersprechen. Das war ein anderer Christus, der in Wirklichkeit kein anderer Christus, sondern der Antichrist ist, wie wir sehen werden – eine andere Wahrheit, die keine echte Wahrheit ist.

Das kennzeichnende Thema des Briefes liegt darin festzuhalten, daß sich niemand über jenen Christus erheben kann, der schon in dieser Welt geoffenbart wurde. Nach allem, was du von Paulus oder einem anderen gelernt haben magst – was du auch über den Platz des Christen in Gnade und alle seine Hoffnungen für sein Weilen in der Herrlichkeit wissen magst – wenn du Vollkommenheit in einem Menschen betrachten willst, mußt du darauf zurückblicken, was Christus in dieser Welt war – jener selbe Jesus, der sich jetzt in der Herrlichkeit Gottes befindet. Christus ist überall derselbe. Es gibt Anlässe, in denen man vor allem an das Kreuz denken muß. Bei anderen Gelegenheiten benötigen wir den Trost, Ihn als Hohenpriester im Himmel zu haben. Zu anderen Zeiten dürfen wir Ihn als das herrliche Haupt der Kirche im Himmel schätzen. Doch es ist falsch anzunehmen, daß irgendeiner dieser Gesichtspunkte Christus weniger wertvoll macht unter dem Blickwinkel, wie Er in dieser Welt geoffenbart wurde. Niemand behandelt dieses Thema mit solcher Entschiedenheit und solchem Ernst wie Johannes. Die Zeit dafür war gekommen. „So sind auch jetzt viele Antichristen geworden.“ [V. 18]. Hauptpunkt und -gegenstand der Schriften unseres Apostels liegen darin, die unantastbare Herrlichkeit und unendliche Vortrefflichkeit des Herrn Jesus in jeder Hinsicht festzuhalten, und zwar als derjenige, der Gott den Vater in dieser Welt offenbarte. Das suchte Satan zu verhindern durch die falschen Lehrer, die hier vor den Blicken stehen. Deshalb werden uns von Anfang an, wie ich zu erklären versucht habe, die Fülle der Gnade, welche in Seiner Person gekommen war, sowie die Offenbarung der sittlichen Natur Gottes gezeigt.

Doch nun finden wir den ersten großen Test in Hinsicht auf die Wirklichkeit des göttlichen Lebens im Menschen, nämlich Gehorsam. Darin wird ein Ungläubiger, was immer Sein Bekenntnis ist, mit Sicherheit versagen. Sein Wille ist nicht gerichtet. Entweder sucht er in Vergnügungen seinen eigenen Weg zu gehen, oder er ehrt sein Menschsein in abergläubischer Askese, ohne den wahren Gott oder das Vertrauen auf Seine Gnade zu kennen. Er versagt möglicherweise nicht in seinen Auffassungen, aber im Gehorsam. Auf der anderen Seite hält der Christ die Gebote Gottes. Er geht indessen noch weiter. So wird gesagt: „Wer aber irgend sein Wort hält.“ [V. 5]. Das ist mehr als etwas Gebotenes.

Der Gläubige liebt, alles zu tun, was dem Willen Gottes entspricht, in welcher Form er auch geäußert sein mag. Möglicherweise erkennt er ihn einfach darin, wie Gott Sein Wesen in Christus enthüllt hat. Das ist genug. Das gehorsame Herz dringt in den Willen Gottes ein und bringt ihn in Erfahrung, wo der Ungehorsam nur Schwierigkeiten, Hindernisse und Ungewißheiten sieht. Ein solcher findet stets einen „Löwen inmitten der Straßen“ [vergl. Sprüche 26, 13!] oder kein Licht. Das sehen wir nur zu oft in unseren Familien. Betrachte ein Kind, dessen Herz nicht gehorsam ist! Wie neigt es dazu, sich zu entschuldigen! „Wirklich, ich wußte es nicht. – Du hast es mir niemals gesagt. – Warum hast du es mir nicht vorher verboten?“ Andererseits betrachte ein gehorsames Kind! Es achtet auf die Blicke seiner Mutter, obwohl nicht der Anschein eines Gebots gehört wurde. Es weiß ganz gut, was seinen Eltern gefallen wird. Genauso sollten wir als gehorsame Kinder den Willen unseres Vaters achten. In diesem Fall geht es nicht um das Halten eines ausdrücklichen Gebots, sondern um Sein Wort. Laßt mich hinzufügen: Das ist die Antwort auf den ganzen Stolz des Menschenherzens. Denn nimm den sittlichsten Menschen, den du jemals sahst – worauf verläßt er sich? – Er tut dies oder das, weil er richtig urteilt. Dessen rühmt er sich: „Ich tue immer das, von dem ich glaube, daß es recht ist.“ Darin besteht der Wunsch eines sittlichen Menschen. Ich antworte darauf: Selbst wenn du immer mit dem Rechten übereinstimmst und alles tust, weil es recht ist, mußt du unausweichlich falsch stehen.

Die wahre Grundlage für einen Gläubigen und das, was Gott gefällt, bestehen darin, etwas nicht einfach darum zu tun, weil es recht ist, sondern weil es Seinem Willen entspricht. Ein Leben, das durch Gehorsam gebildet wird, hat ein ganz anderes Gewebe und eine andere Quelle. Etwas tun, weil es recht ist, geht an Gott und Seinem Wort vorbei. Man macht sich selbst zum Götzen. Der Mensch wird zum Richter von allem. „Ich denke dieses, ich tue jenes, weil es nach meinem Urteil recht ist.“ Ausschließlich der Gehorsam macht einen Menschen klein und stellt Gott an Seinen Platz. Das allein ist recht. Daher finden wir als ersten unterscheidenden Zug des göttlichen Lebens die Ausübung des Gehorsams. Nicht nur Gottes Gebote sind zu halten, sondern auch Sein Wort.

Doch hier finden wir noch mehr. „Wer da sagt, daß er in ihm bleibe, ist schuldig, selbst auch so zu wandeln, wie er gewandelt hat.“ [V. 6]. Ich benötige nicht allein Gebote und das Wort, sondern auch Ihn Selbst als lebendige Person vor meinen Augen. So ist es immer in den Schriften des Johannes, der sich mit Christus Selbst beschäftigt. Während er so für die tiefsten Wahrheiten Vorsorge trifft, erkennen wir eine Gnade, welche die Einfältigsten zu gewinnen vermag. Das ist eindeutig Christus Selbst, wie Er Tag für Tag in dieser armen Welt wandelte.

Es folgt indessen noch ein weiterer, bemerkenswerter Satz, welcher etwas Erklärung benötigt. „Geliebte“, sagt er (denn das ist das richtige Wort hier2), „nicht ein neues Gebot schreibe ich euch, sondern ein altes Gebot, welches ihr von Anfang hattet.“ [V. 7]. Das spricht, wie schon vorher, von der Zeit, als Christus in dieser Welt geoffenbart wurde. „Das alte Gebot ist das Wort, welches ihr gehört habt. Wiederum schreibe ich euch ein neues Gebot, das was wahr ist in ihm und in euch.“ Das alte Gebot wurde in Christus selbst enthüllt. Er allein war stets der Gehorsame. Jetzt ist es nicht mehr nur ein altes Gebot, sondern auch ein neues, obwohl es dasselbe ist. Warum? – Weil es dasselbe Leben ist, sei es in einem Christen oder in Christus gesehen! Wenn ich auf Christus blicke, ist es das alte Gebot, wie es in Ihm von Anfang an geschaut wurde. Jetzt ist es aber nicht mehr dieses allein, sondern auch ein neues Gebot, nämlich „was wahr ist in ihm und in euch.“ Es handelt sich um dasselbe Leben. In Christus sehen wir es in Vollkommenheit; in uns wird es oft behindert und verdunkelt durch die Wirksamkeit dessen, was vom ersten Menschen stammt. Christus allein war dieses Leben in seiner Fülle; wir besitzen es jetzt in Ihm. Wie Johannes uns mitteilt, ist es wahr in Ihm und in dir, weil es sich um dasselbe Leben handelt.

„Wer da sagt, daß er in dem Lichte sei, und haßt seinen Bruder, ist in der Finsternis bis jetzt.“ [V. 9]. Nun wird die Liebe eingeführt. Nicht allein der Ungehorsam deckt auf, daß ein Mensch nicht wirklich aus Gott geboren ist, sondern auch der Haß. Wer nicht liebt, ist nicht aus Gott geboren. „Wer aber seinen Bruder haßt, ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis und weiß nicht, wohin er geht, weil die Finsternis seine Augen verblendet hat.“ [V. 11]. Die Vorstellung dieser Aussage war um so wichtiger, weil jene falschen Lehrer sich nicht im geringsten um ihre Brüder kümmerten. Sie suchten nur in der einen oder anderen Form sich selbst; und folglich war ihr sogenanntes Licht nichts anderes als die Erfindung neuer Ansichten. Doch die wahre Weise, in welcher das göttliche Licht (Christus) sich zeigt, besteht ihrer Wirkung nach im Gehorsam und ganz gewiß auch in der Liebe. Du kannst nicht Gott gehorchen ohne deinen Bruder zu lieben.

Das führt indessen zu einer bemerkenswerten Einschaltung in diesem Brief, bei der wir nicht zu verweilen brauchen, weil sie wahrscheinlich mehr als jeder andere Teil des Briefes allen vertraut ist. Der große Wesenszug überall, nämlich das Leben im Sohn Gottes, verbietet dem Apostel, sich mit den verschiedenen Graden des Erreichten als Regel zu beschäftigen. Es bleibt jedoch als Tatsache bestehen, daß einige Erlöste reifer sind, einige kraftvoller und andere vergleichsweise schwach in der Darstellung Christi hienieden. Solche Unterschiede beachtet der Heilige Geist kurz in dieser Einfügung.

Bevor Er damit beginnt, schildert Er, was alle gemeinsam haben: Ihnen war um des Namens Christi willen vergeben worden.

Als nächstes werden die Väter an ihrer Erkenntnis Christi erkannt – eine schöne und gesegnete Besonderheit. Sie haben „den erkannt, der von Anfang ist.“ [V. 13]. Wir haben gesehen, daß das der große Gegenstand des ganzen Briefes ist; und es ist besonders bemerkenswert, daß er nicht irgendwelche Höhen oder Tiefen der Erkenntnis erwähnt. Kein Wort spricht von Haushaltungen (Dispensationen), von Prophetie oder von schwerverständlich Erscheinendem. Es gab Jemanden, der über allem anderen stand und alles übrige einschloß: Das ist Christus Selbst. Die Väter waren dadurch gekennzeichnet, daß sie Ihn kannten. Wo immer sie gelernt hatten, wie weit ihre Kraft einstmals auch vorangeschritten war – sie kamen zum Ausgangspunkt zurück, nämlich zu Christus. Sie schätzten jetzt Christus um so mehr, und zwar so, wie Er Gott den Vater auf der Erde geoffenbart hatte. Solche Erlösten sind die Väter.

Die Jünglinge sind in den Wegen Gottes schon fortgeschritten, indem sie sich von Schwierigkeiten nicht erschrecken ließen, sich vom Wort ernährten und den Bösen überwanden. Die Kindlein (παιδία; Säuglinge) zeigen echte Freude an der Liebe des Vaters.

Der Apostel betritt noch einmal denselben Boden; und wiederholt dabei in denselben Worten, was er schon zu den Vätern gesagt hat. Bei den Jünglingen fügt er ein wenig hinzu. Am ausführlichsten wird er bei den Kindlein. Die gnädige Herablassung der Liebe hierin muß jeder geistlichen Gesinnung auffallen. Jene, die sie am meisten nötig haben, sind die besonderen Gegenstände der Fürsorge des Vaters. Folglich nehmen die Kindlein in dieser ausführlicheren Darstellung den wichtigsten Platz ein. Die Väter benötigten diese Sorgfalt nicht mehr so sehr. In den Worten an die Kindlein wird uns die Entwicklung der Antichristen vorgestellt. Sie mußten vor letzteren geschützt werden. Sie waren umgeben von Fallstricken und Verführungen. Wir empfangen daher ein sehr bedeutungsvolles Licht hinsichtlich der Natur der Antichristen. Diese setzt sich aus zwei großen Teilen zusammen: Jede jüdische Hoffnung wird geleugnet und gleichfalls alle christlichen Wahrheiten. Ein Antichrist leugnet den Christus, das heißt, die jüdische Erwartung. Er leugnet Vater und Sohn; das ist die Summe des Christentums. So wird auch der [eigentliche; Übs.] Antichrist sein: Das Ergebnis einer totalen Verwerfung des Alten und des Neuen Testaments. Er leugnet den Gegenstand des jüdischen Glaubens und gleicherweise die Person, in Deren Liebe und Gemeinschaft das Evangelium jene führt, welche jetzt glauben. Alles das wird vom Antichrist vollständig weggespült. In diesen Zustand werden die Menschen in der Welt gerade heute mit rasender Geschwindigkeit hineingetragen. Ich möchte damit nicht sagen, daß es mehr als nur kleine [zur Zeit Kellys!; Übs.] Strömungen überall sind, welche in jene Richtung weisen, aber zweifellos wird das Alte Testament untergraben und erkennen wir eine zunehmende Geringschätzung sowie Verwerfung der wahren Gnade Gottes im Neuen Testament.

Bevor dieser Abschnitt beendet wird, sehen wir in Vers 28 noch einmal einen Zusammenschluß der ganzen Familie Gottes unter der Bezeichnung „Kinder“. „Und nun, Kinder, bleibet in ihm, auf daß wir, wenn er geoffenbart werden wird, Freimütigkeit haben.“ Gewöhnlich verstehen die Leute diesen Vers so, als sage er, „daß ihr Freimütigkeit habt.“ Doch hier steht: „Daß wir … Freimütigkeit haben und nicht vor ihm beschämt werden bei seiner Ankunft.“ Das ist außerordentlich gesegnet. Johannes spricht die göttliche Liebe in den Erlösten an. „Seid ihr sorgfältig in eurem Wandel, damit, wenn Christus erscheint, wir nicht beschämt werden, weil ihr nur so wenig Nutzen aus der Gnade und Wahrheit Gottes gezogen habt, welche wir unter euch in Christus ausgeübt haben!“ Das scheint die Aussage dieses Verses zu sein. „Wenn ihr wisset, daß er gerecht ist, so erkennet, daß jeder, der die Gerechtigkeit tut, aus ihm geboren ist.“ [V. 29].

Fußnoten

  • 1 Vergl. die englische „Authorized Version“! Auch die „Lutherbibel“ stützt diesen Gedanken, obwohl sie beim zweiten Ausdruck das Wort „Sünden“ vermeidet. (Übs.).
  • 2 In der englischen Bibel steht „Brüder“, so auch in älteren Ausgaben der „Lutherbibel“. (Übs.).
Nächstes Kapitel »« Vorheriges Kapitel

Ihre Nachricht