Das Gesetz des Aussätzigen

Das Lamm des Schuldopfers

Das Gesetz des Aussätzigen

„Und der Priester nehme das eine Lamm und bringe es zum Schuldopfer dar mit dem Log Öl und webe sie als Webopfer vor dem HERRN(3. Mo 14,12).

Welche tiefe Freude musste das für den HERRN sein, als Er den Mann, der zu reinigen war, mit dem Lamm des Schuldopfers sah, das im Vorbild das Lamm darstellte, das Gott sich selbst ersehen hatte, „das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt“ (Joh 1,29). Das sprach von dem eingeborenen Sohn. Gleichzeitig finden wir auch das Log Öl dargestellt, als Sinnbild des Heiligen Geistes. So sehen wir die drei Personen der göttlichen Dreieinheit in Tätigkeit, um den erlösten Sünder in die himmlische Wohnung aufzunehmen.

„Und er schlachte das Lamm an dem Ort, wo man das Sündopfer und das Brandopfer schlachtet, an heiligem Ort; denn wie das Sündopfer, so gehört das Schuldopfer dem Priester: Es ist hochheilig“ (3. Mo 14,13).

Wir verstehen durch diese ausdrücklichen Anordnungen, dass der Aussatz nicht nur als eine Verunreinigung angesehen wurde, sondern auch als eine Schuld gegen den HERRN, die das Schuldopfer erforderte. Ebenso ist es für uns erforderlich, zu verwirklichen, dass wir nicht nur durch die Sünde verunreinigt sind, sondern dass wir jeder persönlich „gegen den HERRN gesündigt“ haben. Es ist gut, dass wir dahin geführt werden, wie David einst zu sagen: „Gegen dich, gegen dich allein habe ich gesündigt“ (Ps 51,6). Der arme verlorene Sohn aus Lukas 15 musste das lernen, wie man aus seinen Worten entnehmen kann: „Ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir“.

Dieses Opfer gehörte, ebenso wie das Sündopfer, dem Priester. Wenn der Priester das Schuldopfer aß, so machte er die Sünde des Opfernden zu seiner eigenen. Wunderbare Gnade! Und das ist genau das, was unser großer Priester für uns getan hat.

„Und der Priester nehme vom Blut des Schuldopfers, und der Priester tue es auf das rechte Ohrläppchen dessen, der zu reinigen ist, und auf den Daumen seiner rechten Hand und auf die große Zehe seines rechten Fußes“ (3. Mo 14,14).

Das Blut des Schuldopfers, das alle unsere Übertretungen ausgelöscht hat, bedeckt nun das Ohr, den Daumen und die Zehe dessen, der zu reinigen ist. Hier haben wir gewissermaßen ein Zeichen, das alle die tragen, die in diese Höhen der Herrlichkeit eingehen. Es wird sich nicht einer finden, der nicht bekennen müsste, dass sein Haupt, mit seinem ganzen Verstand und seinen Fähigkeiten gereinigt werden musste durch dieses kostbare Blut. Jeder wird anerkennen, dass seine Hände oftmals gegen den Herrn gesündigt haben und dadurch verunreinigt wurden, aber dass nun das blutige Zeichen auf dem rechten Daumen davon zeugt, dass alles vergeben worden ist. Und wie oft haben unsere Füße uns auf den Weg unseres Eigenwillens geführt, irrend wie Schafe. Jetzt aber sagt uns das Blut auf der rechten Zehe, dass „der HERR ihn hat treffen lassen unser aller Ungerechtigkeit“ (Jes 53,6).

Unendliche Gnade! Der, der sich einst niederbeugte, um die Füße seiner Jünger zu waschen, beugt sich noch nieder, um diese Füße mit seinem eigenen Blut zu bezeichnen. Sein heiliges Haupt wurde mit Dornen gekrönt und „... so entstellt war sein Aussehen, mehr als irgendeines Mannes...“ (Jes 52,14). Damals hat sein kostbares Blut sein Haupt bedeckt, und das Zeichen davon kommt nun auf mein Haupt, indem es bezeugt, dass ich Ihm gehöre, Ihm alleine, sein Eigentum bin für immer. Seine Hände und seine Füße wurden für mich durchbohrt, und während der ganzen Ewigkeit wird Er die Zeichen dieser grausamen Nägel tragen; so tragen auch meine Hände und meine Füße das Zeichen des Blutes, das sie erkauft hat.

Wenn wir die unzähligen Scharen in der himmlischen Herrlichkeit sehen, alle mit dem gleichen Zeichen, werden alle mit Freude in das neue Lied einstimmen:

„Du bist würdig ... denn du bist geschlachtet worden und hast für Gott erkauft, durch dein Blut, aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk und jeder Nation...“ (Off 5,9).

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