Betrachtung über 1.Johannes (Synopsis)

Kapitel 5

Betrachtung über 1.Johannes (Synopsis)

Die Liebe zu den Brüdern beweist die Wirklichkeit unserer Liebe zu Gott. Diese Liebe muss indes umfassend sein; sie muss gegen alle Christen ausgeübt werden, denn „jeder, der da glaubt, dass Jesus der Christus ist, ist aus Gott geboren“, und wenn ich jemand liebe, so liebe ich auch den, der aus Ihm geboren ist. Ist daher das Geborensein aus Gott der Beweggrund unserer Liebe, so werden wir alle aus Ihm Geborenen lieben.

Doch es gibt auf der anderen Seite auch eine Gefahr. Es kann sein, dass wir die Brüder lieben, weil sie uns zusagen, sie verschaffen uns einen angenehmen Umgang, bei dem unser Gewissen unverletzt bleibt. Es wird uns daher eine Gegenprobe vorgestellt in den Worten: „Hieran wissen wir, dass wir die Kinder Gottes lieben, wenn wir Gott lieben und seine Gebote halten“ (V. 2). Ich liebe die Brüder nur dann als Kinder Gottes, wenn ich Gott liebe, aus dem sie geboren sind. Ich mag sie persönlich als Freunde, oder ich mag einige von ihnen lieben, aber ich liebe sie nicht als Kinder Gottes, es sei denn, dass ich Gott selbst liebe. Hat Gott selbst nicht den Platz in meinem Herzen, der Ihm gebührt, so schließt das, was den Namen „Bruderliebe“ trägt, Gott aus, und zwar auf eine um so vollständigere und feinere Weise, weil das, was uns mit den Brüdern verbindet, den geheiligten Namen „Bruderliebe“ trägt.

Doch auch für diese Liebe zu Gott gibt es einen Prüfstein, und dieser ist der Gehorsam gegen seine Gebote. Wenn ich mit den Brüdern im Ungehorsam gegen ihren Vater wandle, so liebe ich sie sicherlich nicht deshalb, weil sie Kinder Gottes sind. Wenn ich sie liebte, weil ich den Vater liebe, und weil sie seine Kinder sind, so würde ich ganz gewiss wünschen, dass sie Ihm gehorchten. Wandle ich daher mit den Kindern Gottes unter dem Vorwand der Bruderliebe im Ungehorsam, so heißt das nicht sie lieben als Kinder Gottes. Wenn ich sie als solche liebte, so würde ich ihren und meinen Vater lieben, und ich könnte nicht im Ungehorsam gegen Ihn wandeln, noch einen solchen Wandel als Beweis hinstellen, dass ich sie liebe, weil sie sein sind. Wenn ich ferner meine Brüder deshalb liebe, weil sie Kinder Gottes sind, so werde ich alle lieben, die das sind, weil der nämliche Beweggrund mich treibt, es zu tun. Das liebende Umfassen aller Kinder Gottes und die Ausübung dieser Liebe im praktischen Gehorsam gegen seinen Willen, das sind die Zeichen wahrer Bruderliebe. Alles, was diese Merkmale nicht trägt, ist nichts als ein fleischlicher Parteigeist, der sich den Namen und die äußeren Formen der Bruderliebe aneignet. Ich liebe den Vater wahrlich nicht, wenn ich seine Kinder im Ungehorsam gegen Ihn bestärke.

Für diesen Gehorsam gibt es indes ein Hindernis: die Welt. Die Welt hat ihre Formen, die unendlich weit von dem Gehorsam gegen Gott entfernt sind. Wenn wir nur mit Ihm und seinem Willen beschäftigt sind, so wird die Feindschaft der Welt bald offenbar. Auch wirkt die Welt durch ihre Annehmlichkeiten und Vergnügungen auf das Herz des Menschen, sofern er nach dem Fleisch wandelt. Mit einem Wort, die Welt und die Gebote Gottes stehen im Gegensatz zueinander; aber die Gebote Gottes sind nicht schwer für die, die aus Ihm geboren sind, denn wer aus Ihm geboren ist, überwindet die Welt (V. 4). Er besitzt eine Natur und einen Grundsatz, die die Schwierigkeiten, die seinem Wandel von Seiten der Welt entgegengestellt werden, überwinden. Seine Natur ist die göttliche Natur, denn er ist aus Gott geboren; sein Grundsatz ist der des Glaubens. Seine Natur ist gefühllos für das Anziehende, das diese Welt dem Fleisch bietet, und zwar deshalb, weil sie, völlig getrennt von dieser Welt, einen von ihr unabhängigen Geist sowie einen dieser Natur eignen und sie beherrschenden Gegenstand besitzt. Der Glaube leitet die Schritte des Gläubigen, aber der Glaube sieht nicht auf die Welt noch auf das Gegenwärtige. Der Glaube glaubt, dass Jesus, den die Welt verworfen hat, der Sohn Gottes ist. So hat die Welt ihre Macht über ihn verloren. Seine Gefühle und sein Vertrauen sind gerichtet auf Jesum, den Gekreuzigten, den er als den Sohn Gottes anerkennt. So besitzt der Gläubige, gelöst von der Welt, den Mut des Gehorsams und tut den ewig bleibenden Willen Gottes.

Der Apostel fasst jetzt das Zeugnis Gottes über das ewige Leben, das Er uns gegeben hat, in einige Worte zusammen. Dieses Leben ist nicht in dem ersten Adam; es ist in dem zweiten, in dem Sohn Gottes. Der Mensch, als von Adam geboren, besitzt es nicht und kann es sich nicht erwerben. Er hätte allerdings unter dem Gesetz Leben erlangen sollen, denn das war es, was das Gesetz kennzeichnete: „Tue dies, so wirst du leben.“ Aber der Mensch hat das Gesetz nicht gehalten und konnte es nicht halten. Jetzt schenkt Gott ihm ewiges Leben, und dieses Leben ist in seinem Sohn. „Wer den Sohn hat, hat das Leben, wer den Sohn Gottes nicht hat, hat das Leben nicht.“

Doch worin besteht das Zeugnis von dieser Gabe des ewigen Lebens? Der Zeugen sind drei: der Geist, das Wasser und das Blut. Jesus, der Sohn Gottes, ist es, der gekommen ist durch Wasser und Blut, nicht durch das Wasser allein, sondern durch das Wasser und das Blut. Ferner gibt der Geist Zeugnis, weil Er die Wahrheit ist. Die Sache, von der sie Zeugnis geben, ist: dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat, und dass dieses Leben in seinem Sohn ist. Doch von wo ist dieses Wasser und Blut geflossen? Aus der durchbohrten Seite Jesu. Es ist das Todesurteil, ausgesprochen und ausgeführt über das Fleisch (vgl. Röm 8,3), über alles, was von dem alten Menschen ist, über den ersten Adam. Nicht dass die Sünde des ersten Adam im Fleisch Christi gewesen wäre, sondern Jesus ist in ihm gestorben, als ein Opfer für die Sünde. „Was er gestorben ist, ist er ein für allemal der Sünde gestorben“ Röm 6,10. Die Sünde im Fleisch wurde gerichtet in dem Tod Christi im Fleisch. Es gab kein anderes Heilmittel. Das Fleisch konnte nicht verändert oder dem Gesetz unterworfen werden. Das Leben des ersten Adam war nichts als Sünde in dem Grundsatz seines Willens, es konnte dem Gesetz nicht untertan sein. Unsere Reinigung hinsichtlich des alten Menschen ist der Tod desselben. Wer gestorben ist, ist freigesprochen oder gerechtfertigt von der Sünde Röm 6,7. Wir sind daher getauft, um teilzuhaben an dem Tod Jesu. Wir sind mit Christus gekreuzigt; nichtsdestoweniger leben wir, aber nicht mehr wir, sondern Christus lebt in uns. Indem wir an dem Leben des auferstandenen Jesus teilhaben, halten wir uns für gestorben mit Ihm. Denn warum dieses neue Leben, das Leben des zweiten Adam, wenn wir in dem Leben des ersten Adam vor Gott leben könnten? Nein! indem wir mit Christus leben, haben wir durch den Glauben das Todesurteil angenommen, das von Gott an dem ersten Adam ausgeführt worden ist. Das ist christliche Reinigung – der Tod des alten Menschen, weil wir zu Teilhabern an dem Leben in Christus Jesus gemacht sind. „Wir sind gestorben“, gekreuzigt mit Ihm. Wir bedürfen vor Gott einer vollkommenen Reinigung. Wir besitzen sie; denn das, was unrein war, besteht nicht mehr. Was jetzt, als aus Gott geboren, vorhanden ist, ist vollkommen rein.

Er ist gekommen „durch Wasser“ – ein mächtiges Zeugnis (denn das Wasser ist aus der Seite eines gestorbenen Christus geflossen) für die Tatsache, dass das Leben nicht im ersten Adam gesucht werden darf; denn wenn Christus für den Menschen kam und seine Sache übernahm, musste Er, der im Fleisch gekommene Christus, sterben; anders wäre Er in seiner eigenen Reinheit allein geblieben. Im Sohn Gottes, der aus den Toten auferstanden ist, muss das Leben gesucht werden. Reinigung ist durch den Tod.

Aber Er ist nicht allein durch Wasser gekommen, sondern auch durch Blut. Die Sühnung unserer Sünden war ebenfalls notwendig wie die sittliche Reinigung unserer Seelen. Wir besitzen sie im Blut eines geopferten Christus. Der Tod allein konnte unsere Sünden sühnen und sie austilgen; und Jesus starb für uns. Die Schuld des Gläubigen besteht nicht mehr vor Gott; Christus hat Sich selbst an seinen Platz gestellt. Das Leben ist droben, und wir sind mit Christus auf erweckt, indem Gott uns alle unsere Vergehungen vergeben hat. Sühnung ist also auch durch den Tod.

Der dritte Zeuge ist der Geist; Er ist der erste in der Reihenfolge des Zeugnisses auf Erden, da Er allein in Kraft Zeugnis gibt, so dass wir die beiden anderen kennen, aber der letzte in der geschichtlichen Reihenfolge, denn der Tod war zuerst, und nachher erst kam der Geist 1.

Es ist in der Tat das Zeugnis des Geistes, seine Gegenwart in uns, was uns fähig macht, den Wert des Wassers und des Blutes zu schätzen. Wir würden nie die praktische Bedeutung des Todes Christi verstanden haben, wenn nicht der Heilige Geist für den neuen Menschen eine offenbarende Kraft der Bedeutung und Wirkung desselben wäre. Der Heilige Geist kam von einem auferstandenen und gen Himmel gefahrenen Christus herab, und auf diese Weise wissen wir, dass uns im Sohn Gottes ewiges Leben gegeben ist.

Die Zeugnisse dieser drei Zeugen begegnen sich in der nämlichen Wahrheit: dass nämlich die Gnade, dass Gott selbst uns ewiges Leben gegeben hat, und dass dieses Leben in dem Sohn ist. Der Mensch hatte nichts dabei zu tun, es sei denn mittels seiner Sünden. Es ist die Gabe Gottes; und das Leben, das Er gibt, ist in dem Sohn. Das Zeugnis ist das Zeugnis Gottes. Wie gesegnet, ein solches Zeugnis zu haben, und zwar von Gott selbst, in vollkommener Gnade!

Wir haben also diese drei Dinge: Reinigung, Sühnung und die Gegenwart des Heiligen Geistes, als das Zeugnis dafür, dass uns ewiges Leben geschenkt ist in dem Sohn, der für den Menschen geopfert worden ist, als Er hienieden mit ihm in Verbindung trat. Für den Menschen, so wie er ist, konnte Er nur sterben. In den Kindern des ersten Adam gab es kein Leben; es ist anderswo, nämlich in Ihm. Hier endigt die Lehre des Briefes. Der Apostel schrieb diese Dinge, damit alle, die an den Sohn glaubten, wissen möchten, dass sie ewiges Leben besaßen (V. 13). Er gab den Gläubigen nicht deshalb Prüfungsmittel an, um Zweifel in ihnen zu wecken, ob sie wirklich ewiges Leben hätten; sondern – da er sah, dass es Verführer gab, die sie von dem rechten Weg abzulenken suchten, als ob ihnen noch eine wichtigere Sache fehle, und die vorgaben, ein höheres Licht zu besitzen, schilderte er ihnen die Merkmale des Lebens, und zwar zu dem Zweck, sie gewiss zu machen, indem er die Vortrefflichkeit dieses Lebens sowie der Stellung, in der sie dasselbe genossen, vor ihren Augen entfaltete. Zugleich sollten sie verstehen, dass Gott ihnen dieses Leben gegeben habe, und sollten in keiner Weise in ihrer Gesinnung erschüttert werden.

Weiterhin spricht Johannes von der praktischen Zuversicht zu Gott, die aus diesem allem entspringt, einer Zuversicht, die sich offenbart im Blick auf alle unsere Bedürfnisse hienieden, auf alles das, was unsere Herzen von Gott zu erbitten wünschen. Wir wissen, dass Er stets auf alles hört, was wir in Übereinstimmung mit seinem Willen bitten (V. 14). Köstliches Vorrecht! Der Christ wird gar nicht wünschen, etwas zu empfangen, was dem Willen Gottes entgegen wäre. Für das aber, was seinem Willen entspricht, ist das Ohr Gottes stets geöffnet, stets aufmerksam. Gott lauscht immer auf unsere Stimme. Er ist nicht wie ein Mensch, der oft so beschäftigt ist, dass Er nicht hören kann, oder so gleichgültig, dass Er nicht hören will. Gott hört uns immer, und gewiss, es fehlt Ihm auch nicht an Macht. Die Aufmerksamkeit, die Er uns schenkt, ist ein Beweis seines Wohlwollens. Wir empfangen deshalb das, was wir von Ihm erbitten. Er erhört unsere Bitten. Welch ein köstliches Verhältnis! Welch ein hohes Verrecht! Ein Vorrecht, von dem wir auch für andere in Liebe Gebrauch machen dürfen.

Wenn ein Bruder sündigt und Gott ihn züchtigt, so dürfen wir für diesen Bruder bitten, und das Leben wird ihm wiedergeschenkt werden (V. 16). Die Züchtigung bezweckt den Tod des Leibes (vgl. Hiob 33; 36; Jak 5,14+15); wir bitten für den Schuldigen, und er wird geheilt. Anders nimmt die Krankheit ihren Verlauf. Jede Ungerechtigkeit ist Sünde, und es gibt Sünde, die zum Tode ist. Ich glaube nicht, dass wir hier an eine besondere Sünde zu denken haben, sondern es ist jede Sünde, die einen solchen Charakter hat, dass sie, anstatt christliche Gnade und Liebe wachzurufen, christlichen Unwillen erweckt. So begingen Ananias und Sapphira eine Sünde zum Tode. Sie bestand in einer Lüge; aber es war eine Lüge unter solchen Umständen, dass sie eher Abscheu als Mitleid erregte. Wir können dies auch in anderen Fällen leicht verstehen.

Soviel von der Sünde und ihrer Bestrafung. Dann wird uns auch die positive Seite der Sache vor Augen gestellt. Als aus Gott geboren, begehen wir durchaus keine Sünde; wir bewahren uns, und „der Böse tastet uns nicht an“ (V. 18). Der Böse hat nichts, womit er den neuen Menschen versuchen könnte. Er hat keine Gegenstände, die für die göttliche Natur in uns Anziehungskraft besäßen, da sie durch die Wirkung des Heiligen Geistes mit göttlichen und himmlischen Dingen oder mit dem Willen Gottes beschäftigt ist. Unser Teil ist daher, so zu leben, indem der neue Mensch mit den Dingen Gottes und des Geistes beschäftigt ist.

Der Apostel schließt seinen Brief mit dem Hinweis auf zwei Dinge: auf unsere Natur, die Art unseres Seins als Christen, und auf den Gegenstand, der uns mitgeteilt worden ist, um den Glauben zu wecken und zu nähren. Wir wissen, dass wir aus Gott sind, und das nicht in einer unbestimmten Weise, sondern im Gegensatz zu allem, was nicht „wir“ ist, und das ist ein Grundsatz von unermesslicher Wichtigkeit, da er die christliche Stellung durch ihre Natur selbst zu einer ausschließlichen macht. Diese Natur ist nicht einfach gut oder schlecht oder besser, sondern sie ist aus Gott. Und nichts, was nicht aus Gott ist, d. h. was nicht seinen Ursprung in Gott hat, kann diesen Charakter und diese Stellung haben. Die ganze Welt liegt in dem Bösen.

Der Christ hat über diese beiden Dinge Gewissheit kraft seiner Natur, die unterscheidet und kennt, was von Gott ist, und dadurch alles verurteilt, was ihr entgegengesetzt ist. Es handelt sich hierbei nicht einfach um gut und schlecht, sondern um das, was von Gott und was vom Feind ist. Soviel über die Natur.

Was den Gegenstand dieser Natur betrifft, so wissen wir, dass der Sohn Gottes gekommen ist; und das ist ebenfalls eine Wahrheit von unendlicher Wichtigkeit. Nicht nur dass es Gutes und Böses gibt, sondern der Sohn Gottes selbst ist auf diesen Schauplatz des Elends herabgekommen, um uns einen Gegenstand für unsere Herzen zu geben. Aber noch mehr als das: Er hat uns auch ein Verständnis gegeben, damit wir inmitten all der Falschheit dieser Welt, deren Fürst Satan ist, Den kennen, der wahrhaftig ist – den Wahrhaftigen. Ein unermessliches Vorrecht, das unsere ganze Stellung verändert! Die Macht der Welt, durch die Satan uns verblendete, ist völlig gebrochen, und wir sind in das wahre Licht eingeführt, und in diesem Licht sehen und kennen wir Den, der wahrhaftig ist, und der in Sich selbst die Vollkommenheit ist – das, wodurch alles in vollkommener Weise unterschieden und der Wahrheit gemäß beurteilt werden kann. Doch das ist noch nicht alles. Wir sind in dem Wahrhaftigen, Teilhaber seiner Natur, und wir bleiben in Ihm, damit wir die Quelle der Wahrheit genießen 2. Wir sind in Jesus. Auf diese Weise, d. h. also in Ihm, sind wir in Verbindung mit den Vollkommenheiten Gottes.

Ich möchte hier noch einmal auf das aufmerksam machen, was dem ganzen Brief des Johannes einen besonderen Charakter gibt, nämlich auf die Art und Weise, wie Gott und Christus in dem Geist des Apostels verbunden sind. Aus diesem Grund sagt Johannes so oft „Er“, wo wir „Christus“ darunter verstehen müssen, obwohl er im Vorhergehenden von „Gott“ gesprochen hat. So z. B. in 1. Joh 3,2; und hier: „Wir sind in dem Wahrhaftigen (das will sagen), in seinem Sohn Jesus Christus. Dieser ist der wahrhaftige Gott und das ewige Leben.“

Betrachten wir diese göttliche Verkettung unserer Stellung! Wir sind in dem Wahrhaftigen; das ist die Natur Dessen, in dem wir sind. Nun, was die Natur betrifft, so ist es in Wirklichkeit Gott selbst; was aber die Person und die Art und Weise unseres Seins in Ihm betrifft, so ist es sein Sohn Jesus Christus. Wir sind tatsächlich im Sohn, in Ihm als Mensch, was seine Person betrifft; aber Er ist der wahre, der wahrhaftige Gott.

Doch auch das ist noch nicht alles; wir haben auch das Leben in Ihm. Er ist auch das ewige Leben, so dass wir dieses Leben in Ihm besitzen. Wir kennen den wahrhaftigen Gott, wir haben ewiges Leben. Alles, was außer diesem ist, ist ein Götze (V. 21). Möchte Gott uns davor bewahren und durch seine Gnade uns lehren, dass wir uns davor hüten! Das gibt dem Geist Gottes Gelegenheit, in den beiden folgenden kurzen Briefen von der „Wahrheit“ zu reden.

Fußnoten

  • 1 Selbst das Empfangen des Heiligen Geistes geschah ordnungsgemäß in dieser Weise (vgl. Apg 2, 38).
  • 2 Ich habe bereits auf diese Stelle hingewiesen und gesagt, dass sie eine Art Schlüssel sei zu der Art und Weise, in der wir wirklich Gott kennen und in Ihm bleiben. Sie redet von Gott als von Dem, den wir kennen, in dem wir sind, und sie erklärt dies dadurch, dass sie sagt, dass es in seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn, sei. Nur handelt es sich hier, wie aus dem Folgenden hervorgeht, um Wahrheit, nicht um Liebe.
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