Die Welt der Engel

Der Dienst der Engel im Himmel

Die Welt der Engel

Die Seraphim, und was sie uns lehren. - Aus Bischof Bull's Schriften. - Die Cherubim. - Die Hüter Edens. - Über dem Gnadenstuhl. - Israels Lager. - Hesekiel und Offenbarung. - Gerichtstage im Himmel. - Hiobs Offenbarung. - Satan, der Verkläger. - Noch nicht ausgeworfen. - Ein weiterer Gerichtstag im Himmel.

Die Heilige Schrift zeigt uns die Tätigkeit der Engel Gottes in den Himmeln und auf Erden. In verschiedenen Teilen der Bibel wird uns ein Blick in den dritten Himmel geschenkt, und wir gewahren sie vor Gottes Thron, hören etwas von der Anbetung und dem Lobgesang, die sie darbringen. In Daniel 7,10 lesen wir von den tausendmal Tausenden von Engeln, die Gott dienen. Dieser Dienst ist der gleiche, zu dem auch die erlösten Sünder begnadigt sind: der Dienst der Anbetung. In den Psalmen ruft der Heilige Geist die Engel auf, ihre Lobgesänge darzubringen. „Preiset Jehova, ihr Seine Engel, ihr Gewaltigen an Kraft, Täter Seines Wortes, gehorsam der Stimme Seines Wortes!“ (Ps 103,20). „Lobet Jehova, von den Himmeln her; lobet Ihn in den Höhen! Lobet Ihn alle Seine Engel;... lobet Ihn, alle ihr leuchtenden Sterne!“ (Ps 148,1-3). Jesaja wurde in einem Gesicht gezeigt, was in der Gegenwart Gottes vor sich geht. Im Todesjahre des Königs Ussija sah er den Herrn. Über dem Throne standen die Seraphim. Es ist dies die einzige Bibelstelle, wo diese wunderbaren Wesen erwähnt werden. Jesaja hat sie uns beschrieben: „Ein jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckte er sein Angesicht, und mit zweien bedeckte er seine Füße, und mit zweien flog er. Und einer rief dem anderen zu und sprach: Heilig, heilig, heilig ist Jehova der Heerscharen 1; die ganze Erde ist voll Seiner Herrlichkeit!“ Kein Wunder, dass der Prophet beim Anblick einer solchen Szene sprach: „Wehe mir! denn ich bin verloren; denn ich bin ein Mann von unreinen Lippen, und inmitten eines Volkes von unreinen Lippen wohne ich; denn meine Augen haben den König, Jehova der Heerscharen gesehen“ (Jes 6,2-5). Die Belehrungen, welche die Seraphim uns hier erteilen, wollen wir nicht übergehen.

Das Bedecken ihres Antlitzes bezeugt ihre tiefe Ehrfurcht. Je höher ein Wesen in der Schöpfung steht, desto größer ist seine, dem Schöpfer-Gott gezollte Ehrfurcht. Die Seraphim stehen dem Throne am nächsten; das erklärt ihre große Ehrfurcht. Und die Ehrfurcht findet, wenn sie den Unendlichen anblickt, ihren vollkommensten Ausdruck in der Anbetung. Die Seraphim lehren uns Ehrfurcht. Vor vielen Jahren äußerte Canon Liddon, ein begabter und frommer Gelehrter: „Die Ehrfurcht ist in der gegenwärtigen Zeit nicht gerade eine der am häufigsten vorkommenden Tugenden“. Dies trifft heutzutage noch viel mehr zu. Der Mangel an Ehrfurcht, besonders unter der Jugend, ist erschreckend. Auch hier ist der Modernismus, diese böse Frucht der zersetzenden Bibelkritik, für den in unserer Zeit beklagenswerten Mangel an Ehrfurcht verantwortlich zu machen. „Wo die Engel sich scheuen einzutreten, da laufen die Narren hinein.“ Es ist für den begrenzten Menschengeist ein törichtes Unterfangen, über Gottes heiliges und unfehlbares Wort zu Gericht zu sitzen und Teile desselben nach dem Urteilsspruch der menschlichen Forschung und Gelehrsamkeit zu verwerfen, während die Engel, trotz ihres überlegenen Wissens, in diese Dinge hineinzuschauen begehren. Der Modernismus untergräbt die Autorität des Wortes Gottes; damit raubt er nicht nur dem Menschen den Glauben, sondern er vernichtet auch die Tugend der Ehrfurcht. Schlimme Zeiten des Abfalls, die im Gericht enden, stehen unserem Zeitalter bevor und machen sich bereits überall bemerkbar. Und was sollen wir dazu sagen, dass sogar Gläubige und selbst Prediger den Namen des Herrn entwürdigen und mit einer sträflichen Gleichgültigkeit missbrauchen? Der Heilige Geist ist der Geist der Ehrfurcht und der Anbetung. Er leitet niemals zu etwas anderem als zu tiefster Ehrerbietung. Je mehr wir Gott und Seinen einigen Sohn, unseren Herrn, erkennen, desto größer wird unsere Ehrfurcht und Anbetung sein.

Die Seraphim bedeckten auch ihre Füße; dies drückt symbolisch ihre Demut aus. Durch das Bedecken ihrer Füße bekennen sie ihre eigene Unwürdigkeit. Mit ihrem dritten Flügelpaare flogen sie, wie uns gesagt wird. Damit wird ihr Dienst bezeichnet; sie führen pünktlich und rasch Gottes Befehle aus. dass dieser Hinweis an letzter Stelle steht, bedeutet, dass der Dienst nicht das erste ist, was Gott wünscht. Ehrfurcht und Anbetung sind es, die Gott vor allem erfreuen. Der Sohn Gottes hat uns die gleiche Wahrheit mitgeteilt: „Gott ist ein Geist, und die Ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten“. Vorher hatte Er gesagt: „Der Vater sucht solche als Seine Anbeter“ (Joh 4,23.24). Ehrfurcht und Anbetung sind die Grundlagen, auf denen der wahre Dienst für Gott geübt werden kann, gepaart mit Demut, dem tiefen Gefühl unserer Unwürdigkeit und dem Bewusstsein, dass wir nur „unnütze Knechte“ sind.

Bischof Bull (1634‑1710) schrieb über die Belehrungen, die uns aus der Ehrfurcht und der Anbetung, der Demut und dem Dienst der Seraphim und aller Engel Gottes zuteil werden, folgendes: „Auch die Engel, diese herrlichen Wesen, sind nur Geschöpfe und Diener desselben Gottes, welchem auch wir dienen; sie stehen vor Seinem Throne und harren demütig Seiner Befehle. Wenn wir dieses Bild betrachten und auf unsere Herzen wirken lassen, so werden wir vor unseres Gottes herrlicher Majestät allezeit - besonders aber, wenn wir uns Ihm anbetend nahen - ehrfurchtsvoll erschauern und mit tiefster Demut und Ehrerbietung erfüllt werden. Wir sollten uns Daniels Gesicht oft vor Augen führen, dem 'der Alte an Tagen' auf Seinem Throne, vor dem tausend mal Tausende dienten und zehntausend mal Zehntausende standen, gezeigt wurde.“

„Welche Ehrfurcht sollten wir an den Tag legen, wenn wir unsere Stimmen zu der göttlichen Majestät erheben, vor der selbst die Seraphim ihr Antlitz verbergen! Und wenn sie ihre Füße bedecken, weil sie sich, im Vergleich zu dem unendlichen, herrlichen Gott, ihrer Niedrigkeit bewusst sind: wie sollten erst wir Erdenwürmer in Seiner heiligen Gegenwart erröten und uns schämen - wie sollten wir nicht auf uns, sondern einzig auf die Barmherzigkeit Gottes, auf die Verdienste unseres hochgelobten Erlösers und Anwaltes Jesus Christus unser Vertrauen setzen! Und wenn wir erkennen, dass wir zu Hochmut und Eitelkeit neigen, dass wir etwas von uns selbst halten und unsere Dienste für Gott hoch einschätzen, dann wollen wir uns vergegenwärtigen, wie weit wir den heiligen Engeln nachstehen, und wie sehr unser armseliges, säumiges, unvollkommenes Tun hinter ihrem heiligen, vortrefflichen Dienst zurückbleibt. Ja, wenn wir an den Dienst denken, den die heiligen Engel vor Gott und für uns verrichten, dann wollen wir sie tief auf uns einwirken lassen, als Vorbilder und Beispiele, denen wir nachstreben sollen.“

Die Cherubim sind eine weitere Gruppe mächtiger, dem Throne Gottes und Seiner Regierung nahe stehender Wesen. Zum ersten Male begegnen wir ihnen in der Bibel als Hüter vor dem Garten Eden nach der Austreibung des gefallenen Menschen. Es war Gnade, die sie dort hinstellte; denn dort stand der Baum des Lebens, und wäre der Mensch zurückgekehrt, um von diesem zu essen, so würde noch furchtbareres Unglück für ihn die Folge gewesen sein. Er würde dem Leibe nach ewig gelebt und damit sein armseliges Erdendasein in Sünde und Krankheit, Schmerz und Jammer ins Endlose verlängert haben. 2

Weiterhin sehen wir die Cherubim in Verbindung mit der Bundeslade (2. Mose 37,7-9). Dort sehen wir sie als goldene, symbolische Gestalten, die einander das Antlitz zuwandten und mit ausgebreiteten Flügeln die Bundeslade überdeckten. Ihre Darstellung scheint auf eine anbetende, wie auch nachdenkliche Haltung zu deuten. Hier werden wir an jene Stelle im 1. Petrusbrief erinnert, wo der Apostel von den Leiden redet, die auf Christus kommen sollten, und von den Herrlichkeiten danach, sowie von dem Evangelium, das jetzt gepredigt wird; dann fügt er die Bemerkung hinzu: „In welche Dinge Engel hineinzuschauen begehren“ (1. Pet 1,12). In diesem Niederblicken der Cherubim auf den Deckel der Bundeslade liegt ein Hinschauen auf das Blut, als Ausdruck des Begehrens der Engelwelt in die Tiefen der Liebe hinab- oder hineinzuschauen, die in der Gabe des Sohnes Gottes und Seiner Hingabe am Kreuze offenbar werden sollte.

Auch in den Vorhang vor dem Allerheiligsten (2. Mose 26,31) waren Cherubim eingewebt. Noch vieles andere ist auf sinnbildliche Art mit ihnen verknüpft. Von Hesekiel und aus dem Gesicht Johannes' auf Patmos wissen wir, dass ihre Angesichter vierfältig waren, nämlich die eines Löwen, eines Stieres, eines Menschen und eines Adlers. Israel zog in vier großen Heerlagern durch die Wüste und jedes derselben besaß ein besonderes Panier 3. Nach der jüdischen Überlieferung zeigte die Heerfahne Judas einen Löwen, jene Rubens ein menschliches Antlitz (Ruben bedeutet: „Siehe ein Sohn“). Die Abteilung Ephraims führte einen Stier in ihrem Banner. In dem Panier Dans war die Abbildung eines Adlers, des Feindes der Schlange. Diese rabbinische Überlieferung klingt durchaus annehmbar. Sinnbildlich stellen die Angesichter der Cherubim den Sohn Gottes in Seinem vierfachen Charakter dar: als König, versinnbildlicht durch den Löwen; als Diener, dargestellt durch den Stier; der fleischgewordene, vollkommene Mensch durch das Angesicht des Menschen; als Adler, der vom Himmel kommt und dahin zurückkehrt, das Sinnbild des Sohnes Gottes. Dies war anfänglich der Kirche bekannt; denn in vielen alten Handschriften wird der Löwe mit dem Matthäusevangelium in Verbindung gebracht, denn dieses ist das Evangelium des Königs. Das Evangelium Markus: der Bericht über Seinen Dienst, wird durch den Stier dargestellt; das Lukasevangelium: die Urkunde über den vollkommenen Menschen durch ein Menschenantlitz, und das Evangelium Johannes durch den Adler.

Neunzehnmal werden die Cherubim im Buche Hesekiel erwähnt. Dieser große Priesterprophet schaute seine göttlichen Gesichte im Gefangenenlager am Flusse Kebar. Im ersten Kapitel des Buches, das seinen Namen trägt, findet sich die bis ins Einzelne gehende Beschreibung der Herrlichkeit des Herrn. Er erblickte die Schechina-Wolke der Herrlichkeit, und der Thron, den er sah, wurde von den Cherubim umgeben und getragen. Der größere Teil dieses Gesichtes betrifft diese mächtigen und geheimnisvollen Geschöpfe Gottes. Inmitten der Herrlichkeitswolke war die Gestalt eines Menschen sichtbar - es ist der Sohn Gottes, dessen Menschwerdung dem Propheten im Voraus gezeigt wurde. Das Gesicht lässt die sehr nahe Beziehung erkennen, in welcher die Cherubim zu Gottes Thron, zu Seiner in Gerechtigkeit ausgeübten Regierung und zu Seinen Gerichten stehen. Später wurde der Prophet nach Jerusalem gebracht und sah dort, wie die Herrlichkeit des Herrn aus dem Tempel und von der Stadt wich. In seinem letzten Gesicht, in welchem er die künftige Wiederherstellung Israels erblickte, kehrt diese Herrlichkeit mit den Cherubim zurück, um das Haus der Anbetung, den Tempel im Tausendjährigen Reiche, zu erfüllen. In der Folge kommen die Cherubim nicht wieder vor, bis wir zum Buch der Vollendung im Neuen Testament, der Offenbarung, gelangen. Wer dieses Buch eingehend erforscht, wird wissen, dass vom vierten Kapitel an noch keines der in demselben enthaltenen Gesicht in Erfüllung gegangen ist. Im vierten Kapitel werden wir in den Himmel eingeführt, und das erste, was wir erblicken, ist der Thron und der, welcher ihn einnimmt. Die auf Thronen sitzenden vierundzwanzig Ältesten stellen die Erlösten Alten und Neuen Testamentes dar. Sodann sehen wir, inmitten des Thrones und um den Thron her, die vier Cherubim. In der Übersetzung Luthers wird das Wort „Tiere“ gebraucht, aber die richtige Wiedergabe ist „lebendige Wesen“, ein Ausdruck, der die Ansicht, die Cherubim seien keine wirklichen Geschöpfe, berichtigt. Gleich den Seraphim haben sie sechs Flügel. Sie hören Tag und Nacht nicht auf zu sagen: „Heilig, heilig, heilig, Herr, Gott, Allmächtiger, der da war und der da ist und der da kommt!“ Im fünften Kapitel begegnen wir ihnen von neuem in anbetender und lobpreisender Haltung. Als das Lamm die ersten vier Siegel des Buches öffnet, sagen die lebendigen Wesen „Komm!“ Als Antwort hierauf erscheinen die vier apokalyptischen 4 Reiter. Hieraus ersehen wir, dass der Herr sich der Cherubim bei Seinen künftigen Gerichten bedient. Über ihre Anbetung wird auch in Offenbarung 7,11 berichtet, während ihrer Beziehung zum Gericht im 7. Vers des 15. Kapitels wieder Erwähnung geschieht. Zum letzten Mal ist von ihnen im 19. Kapitel die Rede: „Und die vierundzwanzig Ältesten und die vier lebendigen Wesen fielen nieder und beteten Gott an, der auf dem Throne sitzt, und sagten: Amen! Halleluja!“ (V. 4) Welch ein Segen liegt doch für uns darin, uns schon jetzt im Glauben in diese Dinge versenken und dem Tag entgegenblicken zu können, an welchem wir diese gewaltigen, herrlichen Geschöpfe Gottes von Angesicht sehen werden.

Auch die himmlischen Heerscharen lobpreisen Gott und dienen Ihm.

„Herrliche Wesen, die, seit die Welten wurden gegründet, anbetend und lobend stehen am Throne des Herrn.“

Welche Herrlichkeit muss den Himmel aller Himmel erfüllen, wo Verehrung und Anbetung nie aufhören! Wie vieles, das weder wir noch irgendein anderer Sterblicher auch nur geahnt, mag dort geschehen!

Von besonderem Interesse, in Verbindung mit unserem Gegenstand, den Engeln, sind die Offenbarungen über die Vorgänge, die wir in der Sprache der Menschen als „Gerichtstage im Himmel“ bezeichnen könnten. Das Buch Hiob, dieses sehr alte Buch, enthält die Beschreibung solcher Tage. Sie beginnt mit dem Bericht: „Und es geschah eines Tages, da kamen die Söhne Gottes, um sich vor Jehova zu stellen; und auch Satan kam in ihrer Mitte“ (Hiob 1,6). Die Geschichte Hiobs ist keine sinnbildliche Erzählung, sondern geschichtliche Tatsache, ebenso wie auch dieser Gerichtstag keine Erdichtung, sondern Wirklichkeit ist. Die Söhne Gottes sind die Engel. Sie versammeln sich bei bestimmten Gelegenheiten vor dem Thron Gottes. Auch Satan, der gefallene Luzifer, erschien unter ihnen. Er muss von seinem Tun Rechenschaft geben. Als ruheloser Geist durchstreift er die Erde und wandelt auf ihr umher. Das ist seine Tätigkeit. Als der Herr von Hiob, Seinem Diener, spricht, höhnt der dunkle Schatten und fordert Gott heraus, beschuldigt Hiob fälschlicherweise, um die Erlaubnis zu erhalten, den Heiligen Gottes anzutasten. Das Weitere lesen wir im 1. Kapitel des Buches Hiob. Nicht Satan triumphiert, sondern die Macht und Gnade Gottes ist es, welche in Hiob zum Siege gelangt. Ein zweiter Gerichtstag kommt, und die gleiche Szene wiederholt sich; noch einmal gibt der Herr Hiob in die Hand Satans, um seinen Leib, aber nicht sein Leben antasten zu lassen. Der Ausgang ist der gleiche. Hiob sündigte nicht, und Satans Anschläge werden vereitelt.

Immer noch ist Satan der Verkläger der Brüder, und manche der schweren Leiden des Volkes Gottes dürfen auf diese Ursachen zurückzuführen sein. Er verklagt vor Gott dessen Kinder, um ihrer Sünden und Mängel willen. Aber Christus, als der Fürsprecher der Seinigen, ist ebenfalls zugegen. Eines der Nachtgesichte Sacharjas wirft hierauf ein helles Licht. (vgl. Sacharja 3,1-5)

Viele Christen meinen, Satan sei aus dem Himmel hinausgeworfen worden und habe kein Recht mehr, vor Gott als Ankläger zu erscheinen. Aber das zwölfte Kapitel der Offenbarung zeigt die Haltlosigkeit einer solchen Annahme. Der Krieg zwischen Michael und seinen Engeln einerseits und dem Drachen und seinen Engeln andererseits ist noch nicht ausgefochten; er liegt noch in der Zukunft. Den Zeitpunkt seiner Austragung finden wir in einem anderen Kapitel der Offenbarung. An jenem Tag wird Satan hinausgeworfen werden, und die Himmel werden jubeln, weil der Verkläger der Brüder, der sie Tag und Nacht verklagte, auf die Erde hinabgeworfen sein wird, so dass er sie nicht mehr verklagen kann.

Ein weiterer Gerichtstag im Himmel wird vom Propheten Micha im ersten Buch der Könige (1. Kön 22,19-23) folgendermaßen beschrieben: „Ich sah Jehova auf Seinem Throne sitzen, und alles Heer des Himmels bei Ihm stehen, zu Seiner Rechten und zu Seiner Linken. Und Jehova sprach: Wer will Ahab bereden, dass er hinaufziehe und zu Ramoth-Gilead falle? Und der eine sprach so und der andere sprach so. Da trat ein Geist hervor und stellte sich vor Jehova und sprach: Ich will ihn bereden. Und Jehova sprach zu ihm: Wodurch? Und er sprach: Ich will ausgehen und will ein Lügengeist sein in dem Munde aller seiner Propheten. Und Er sprach: Du wirst ihn bereden und wirst es auch ausrichten; gehe aus und tue also!“ Ohne auf die Bedeutung dieses Geschehnisses näher einzugehen, benützen wir es nur als Beweis dafür, dass es in der Herrlichkeit gewisse Tage gibt, an denen sich die himmlischen Heerscharen vor Gottes Thron versammeln.

Fußnoten

  • 1 Luther: der Herr Zebaoth
  • 2 Die Lehre, daß der Mensch durch den Sündenfall seine Unsterblichkeit verloren hat, ist eine Erfindung, die nicht der Schrift entspricht. Die Unsterblichkeit kann, als der dem Menschen mitgeteilte Odem Gottes, nie verloren gehen. Wie oben erwähnt, hat das Wort „und lebe ewiglich“ in 1. Mose 3, 22 nichts mit des Menschen Seele zu tun, sondern bezieht sich nur auf dessen Leib.
  • 3 An der Spitze dieser vier, je drei Stämme umfassenden Lager zogen Juda, Ruben, Ephraim und Dan (4. Mose 2).
  • 4 apokalyptisch: zur Offenbarung gehörig.
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